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Reichesdorfer Bote

    Jahrgang 18, Ausgabe 31                                                                                                    Dezember 2004 

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Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis
Weinachtswünsche
Wie es früher war 
Unsere Gedenktafel
Todes-Anzeigen 2004

Nachruf für Sophia Lassner
Unser Hans
Spendenaufruf
Friedhof Online
Suchanzeige

Reichesdorfer Kalender
MItgliedsbeitrag

Reichesdorfer Treffen 2005
Und noch ein Aufruf!
Aus der alten Heimat



Weihnachtswünsche

Was Eure Herzen nur begehren,
mög` euch der heilige Christ bescheren:
Glück und Gesundheit allezeit
und ewige Zufriedenheit.

Er schenke euch Zufriedenheit,
Gesundheit, Heil und Glück;
bewahre euch vor Traurigkeit
und jedem Missgeschick!

Meine lieben, ich wünsch euch Gottes Segen,
Glück und Freud´ auf allen Wegen,
und die Gesundheit immerdar
auch in dem nächsten "Neuen Jahr"

Und dazu mit großer Freude
kommt der Reichesdorfer Kalender heute,
mit den Wünschen allerbeste
zu diesem schönen Weihnachtsfeste.

Drum bitt ich: seht Euch den Kalender an,
und habt recht viel Freude dran.
Und hat er Euch gefallen
empfehlt ihn weiter, Allen

Und trennen uns auch Grenzen, Schranken,
und können wir uns auch nicht sehn:
Es überwinden die Gedanken
die Hindernisse, die da stehn.



Wir grüßen Euch zur Weihnachtszeit in herzlicher Verbundenheit!

Fam. Heinrich Maiterth


Wie es früher war
Ein Wintertag in Reichesdorf (vor etwa 30 Jahren)

Auch bei minus 10° Grad ruht die Arbeit nicht / Bei tüchtigen Bauern zu Besuch

"Kommen Sie, gehen wir in die warme Stube! Fra, bräng es en Kräjeltchen!" Dann sitzen wir am Tisch, und vor uns steht eine bauchige Flasche mit gutem Reichesdorfer Wein. Wir stoßen an: " Zer Gesangdhit !" Und ein vertrauliches Gespäch hebt an.
Wir hatten Samuel Kloos vor dem Haus angetroffen. Er stand auf einer Leiter und strich das Tor an. Regine, seine Frau, war in den Wirtschaftsräumen beschäftigt. "Der Bauer sitzt auf der geblümten Truh; / Nun ist er der Herr, nun hat er Ruh". Wie wenig passen die Dichterworte zu diesem Bauern, der sich auch im Winter - ist die Arbeit im Stall und Keller getan - Beschäftigung sucht! "Ich bin neben dem Ofen gesessen und habe gelesen. Aber nicht lange. Die Knie taten mir plötzlich weh." Und dann saß er dennoch in der "warmen Stube". Aber mit Gästen aus der Stadt.
Samuel Kloos, bis zu seiner Pensionierung vor zwei Jahren Kellermeister, ist ein echter Reichesdorfer. Er denkt nicht daran auszuruhen. Von Kindheit an fühlt er sich im Weinberg zu Hause. "Heutzutage schicken die Eltern ihre Kinder ans Meer. Ich habe in den Schulferien in der Wirtschaft helfen müssen...Und auch jetzt arbeiten wir noch. Wir haben zu zweit eineinhalb Hektar Weingarten in Arbeit." Ein pensionierter Bauer ? So etwas gibt es doch nicht! Man ist dem Staat für die Altersrente dankbar, lässt sich aber nicht aufs Altenteil setzen. Man arbeitet - so lange einen die Kräfte nicht verlassen - bei der LPG oder beim SLB weiter, und man hat auch seine eigene kleine Wirtschaft. Im Stall stehen zwei Schweine, das eine wird geschlachtet das andere gehört den Kindern oder wird verkauft, im Keller ..."Im Keller unten, da gären die Weine,/ Und eingelegt in der Butte ruht/ Der Kohl, der Küche gepriesenes Gut."

Was die Bauern bedrückt:

Das siebenbürgische Dorf von heute ähnelt nur noch in wenigem dem Bild, das der sächsische Dichter Michael Albert vor 100 Jahren entworfen hat. Auch Reichesdorf. Zwischen Berge gebettet, abseits von Eisenbahnlinien und Autostraßen, ist anders - obwohl es immer noch mehr Dorf ist als Birthälm. Es ist eine wirkliche Landgemeinde, sagen die Leute. Seine Bewohner sind seit Generationen Viehzüchter und Winzer. Horst Meyndt, Vize-bürgermeister der Gemeinde Birthälm, zu der Reichesdorf gehört, und Volksratssekretär Ion Andrei schätzen ihren Beitrag zum Wirtschaftspotential der Gemeinde hoch ein. Das Dorf liefert viel ausgezeichneten Wein, und die Schweinemästerei der LPG hat sich zu einem Großbetrieb entwickelt. Es wurden Gehsteige angelegt, täglich fahren Autobusse Kinder und Erwachsene in die Stadt, in den Häusern gibt es Kühlschränke, im Dorfladen Brot aus Birthälm und manchmal Butter aus der Stadt...Nein, Reichesdorf liegt nicht abseits von der allgemeinen Entwicklung. Der Lebensstand ist gewachsen. Und trotzdem empfinden seine Bewohner, ginge es nicht in allen Bereichen aufwärts.
In der Viehzucht hapert es, die Milcherträge sind sehr klein und: "Stellen Sie sich nur vor, auf 15 Hektar steht noch der Kukuruz!" Dies bedrückt die Reichesdorfer, die Ordnung und guten Wirtschaftssinn gewohnt sind. Jeder ist zu Hause ein ausgezeichneter Wirt. Wie ist es möglich, dass in Reichesdorf Kühe eingehen, die Ernte nicht vollständig geborgen wird, die Gebäude der LPG die einzigen im Dorf sind, die seit Jahr und Tag nicht getüncht wurden? Jeder Reichesdorfer Bauer stellt sich diese Frage, und überall, wo wir vorsprachen, wurde eine Erklärung gesucht. Liegt es daran, dass die LPG - Leitung ihren Sitz sieben Kilometer weit, in Birthälm hat? Oder ist mangelnder Wirtschaftssinn schuld an der jetzigen Lage?
Altbauer Johann Alzner (75) schüttelt missbilligend den Kopf. Als er LPG - Präses war, stand die Wirtschaft besser da. "Den Lieferplan bei Milch haben wir damals regelmäßig überboten." Heute geben die Kühe sehr wenig Milch. Kein Futter? Es liegt nicht am Futter, sondern an den Menschen! "Es fehlt das Verantwortungsbewustsein!" hörten wir immer wieder sagen. Die Verantwortung für die Wirtschaft, für die Leute, für jede Entscheidung. Es wird viel versprochen, heißt es, und wenig gehalten.

Den "Knedden" lösen:

Die Reichesdorfer sind fleißig, aufrichtig und ehrgeizig. In Birthälm nennt man sie "Knedden" (Knoten). Und damit soll ihre Starrköpfigkeit gemeint sein. Sophia Lassner, Krankenschwester und Mitglied des Executivkomitees des Gemeindevolksrats, deutet den Spitznamen so: "Wenn man versteht, den ,Knedden´ zu lösen, dann kann man mit den Reichesdorfern Berge versetzen". Wann lernt die LPG - Leitung den Reichesdorfer ,Knedden´ zu lösen ?
Auf dem Gebiet der Dorfbewirtschaftung, aber auch sonst, in der Schule, in der Gesundheitsbetreuung der Bevölkerung ist viel getan worden. Man geht auf Zement-Gehsteigen, unterhält sich in einem von Grund auf renovierten Kulturheim, muß nicht in die Stadt fahren, wenn ein Kind Halsweh hat, denn der Arzt kommt ins Dorf, in der Schule wurde der jahrhundertealte Fußboden durch Parketten ersetzt. Die Reichesdorfer waren einverstanden, mit Geldbeiträgen zum Bau des Birthälmer Kulturheims bei-zutragen. Aber jetzt stellen sie die Frage: Wann helfen die Birthälmer uns? Man müsste den Bach begradigen, um Überschwemmungen vorzubeugen, noch Gehsteige betonieren und überhaupt den Lebenskomfort der Dorfbewohner erhöhen. Beim Volksrat weiß man: Nach Birthälm kommt Reichesdorf an die Reihe.
Winter auf dem Lande. Das heißt Schweineschlachten, das heißt emsige Kulturtätigkeit, das heißt in Reichesdorf auch nach altem Brauch "Sittdouch" feiern. Die Lehrerin Erna Kloos erzählte uns, wie sie zusammen mit ihren Kolleginnen die Kulturtätigkeit anleiten wollen. "Jede hat gesagt, was sie machen kann. Und wir haben die Aufgaben unter uns verteilt. Eine junge Kollegin hat die Bibliothek übernommen, Heidemarie Stolz leitet die Tanzgruppe, Georg Lassner eine Singgruppe." Die deutsche Theatergruppe probt "Die schöne Müllerin". Es gibt Leseabende für Frauen, es werden Vorträge gehalten. Sophia Lassner berät Mütter und Hausfrauen, spricht über die Vorbeugung einer Grippe. Den Höhepunkt im Winter bilden die Nachbarschaftsfeste, die mit dem "Sittdouch" beginnen. So wie ihre Väter und Großväter wählen die Bauern gassenweise den Nachbarvater. (Und es kann nicht jeder Nachbarvater werden!) Am "Sittdouch" wird abgerechnet und gewählt, wobei die Akten aus der Nachbarschaftslade als Beweismaterial gelten, erfuhren wir von Heinrich Bruckner. Die Sitzung dauert nur zwei bis drei Stunden, das anschließende Feiern dafür drei Tage. Damit die Frauen nicht zu kurz kommen, wird im Februar ein Frauenball veranstaltet, und damit die Kleinen auch ihr Vergnügen haben, gibt es - ebenfalls im Februar - einen Kinderblasi.

Hier ist es gut:

Die Reichesdorfer fühlen sich in Reichesdorf am wohlsten. Zwar arbeiten über 100 in der Stadt, aber die wenigsten denken daran, das Dorf gänzlich gegen die Stadt einzutauschen. Dr.Heinrich Türk: "Meine Frau und ich ziehen das Dorf vor. Wir haben hier Ruhe und frische Luft."
Wir waren lange bei Regine und Samuel Kloos. Es gab viel zu erzählen. Über die Reichesdorfer Winzertradition, über den Wunsch der Jungen, Stadtarbeiter zu werden, über sächsisches Brauchtum. "Wissen Sie, unsereiner fühlt sich hier am besten!" Bemerkte der Hausherr. "Wenn man arbeitet, hat man alles, was man braucht. Ich war vor drei Jahren in der Bundesrepublik Deutschland. Es war schön, aber ich würde nie wegziehen von zu Hause."
Reichesdorf, ein Dorf wie viele andere. Seine Bewohner - tüchtige Menschen, das Arbeiten gewöhnt, dem alten Brauchtum nicht entwachsen, dem Heute nicht zugeschlossen, Rumänen und Sachsen n e b e n e i n a n d e r , wie in vielen Ortschaften Siebenbürgens, wie vor Jahrhunderten so heute und auch m o r g e n.

(Es ist gestattet dass sich jeder seine eigenen Gedanken über diesen Artikel macht, der im Februar des Jahres 1978 im "Neuen Weg" erschien)
 

Horst Breithover


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Unsere Gedenktafel

 

Da sich der Wunsch für die Herstellung einer Gedenktafel der Gefallenen im 2ten Weltkrieg und der Opfer der Russlanddeportierten seitens mehreren Landsleuten geäußert hatte und unser HOG Vorstand diesem Vorschlag zusagte, sprach ich auf Anschreiben von Heinrich Bruckner meine Bereitschaft aus, diesen Wunsch zu verwirklichen.
Am Anfang wurden für die Erfüllung dieses Wunsches einige E-Mails zwischen Hans Hügel, der Schwiegersohn von Heinrich Bruckner, Hans Alzner, Kassier, und mir ausgetauscht. Eins von diesen erhaltenen E-Mails enthielt auch die erste konkrete Entwurfszeichnung unserer erwünschten Gedenktafel, ausgearbeitet von unserem Landsmann Ing. Andreas Nemenz. Der Grundgedanke dieses Vorschlages war, eine Gedenktafel zu schaffen die von der Gestaltung her grosse Übereinstimmung mit der Gedenktafel der Gefallenen aus dem 1ten Weltkrieg aufweisen soll. Gesagt ,getan.
Im Sommer des Jahres 2003 brachte mein Sohn Wilhelm mir 600 Euro aus Deutschland. Die Geldsumme wurde von unserem Kassier, Hans Alzner, zwecks Startkapital für die Ausarbeitung unserer Gedenktafel auf das Konto meiner Anverwandten, Familie Karl und Rosina Waffenschmidt, wo mein Sohn sich zu jener Zeit aufhielt, überwiesen.
Inzwischen hatte ich nach meiner Abschätzung den entsprechend fachmännischen 
Steinmetz ausfindig gemacht und die ersten Kontakte und Gespräche über die Ausführung unserer Gedenktafel aufgenommen. Er heißt Helmuth Polder, wohnhaft in Schässburg, Codrului-Strasse nr.13, Telefon 0265-775690. Einige von seinen vollendeten Arbeiten kann man in den Ortschaften Honigberg, Kerz, Schässburg, Arkeden, Kleinschenk und sonst sehen. Seine Arbeiten vermitteln fachliche Fähigkeiten, Erfahrung und Genauigkeit. Am 23ten Juli 2003 überreichte ich Herrn Polder anhand eines schriftlichen Abkommens ein Akonto von 500 Euro und gab ihm zugleich, als Modell, einige selbstgemachte Bilder der Gedenktafel der Gefallenen aus dem 1ten Weltkrieg und eine Xerocopie dieser aus dem Reichesdorfer Buch.
Eine computerunterstützte Papiervorlage der neuen Gedenktafel mit allen Vornamen und Namen wurde geschaffen, was viel Zeitaufwand in Anspruch nahm. Nur mit Hilfe dieser Vorlage konnte die entsprechende Schreiboberfläche der neuen Platte und die Form dieser mit den Eckenbearbeitungen ähnlich der in der Kirche existierenden Tafel beim Marmorbruch zur Bearbeitung und Schliff bestellt werden.
Unsere neue Gedenktafel besteht aus zwei Hälften, obere und untere, die bei der Montage unseren Wunsch erfüllen werden. Beide 2 cm dicke geschliffene Plattenhälften befinden sich nun in Bearbeitung des Herrn Polder. Knapp dreimal soviel Buchstaben im Vergleich zur alten Gedenktafel werden auf einer, schätz ich mal, ungefähr doppelt so großen neuen Platte Platz finden. Die Namensliste ist aus dem Reichesdorfer Buch entnommen und alphabetisch geordnet. Auch die Weinlaubumrahmung, die ein zweites Problem und kein leichtes ergab, wird, identisch der alten Gedenktafel, auf der neuen Gedenktafel zu sehen sein. Die Bearbeitung der Gedenktafel wird mit Meißelt und Hammer durchgeführt.
Diese Gedenktafel wird in der Kirche, angeblich an der zur rechten Hand des predigenden Pfarrers stehende Wand, angebracht.
Bezüglich den Preisen teile ich mit, dass je ein Buchstabe ein Euro kostet und die zweiteilige geschliffene Marmorplatte 400 Euro. Was die Weinlaubumrahmung und Montage kosten wird steht noch nicht fest. Bis nach Neujahr ist Herr Polder in Deutschland bei seiner Tochter auf Besuch. Werde zeitgerecht über den Endpreis benachrichten.
Mit der Montage der zweiten Gedenktafel in der Reichesdorfer Kirche, gewidmet diesmal den 40 Gefallenen im 2ten Weltkrieg 1941-1945, sowie den 14 Opfern der Russlanddeportierten 1945-1949, kommt die Einweihung dieser Gedenktafel in nächster Zukunft für unsere Landsleute in Frage.
- Da wir knapp vor den Winterfeiertagen stehen wünsche ich allen Reichesdorfern frohe Weihnachten und ein von Gott gesegnetes und gesundes Neujahr 2005. -

 Wilhelm Untch / Reichesdorf / Mediasch 26.11.2004


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Todes-Anzeigen 2004 

"Die Zeit, Gott zu suchen, ist das Leben -
die Zeit, Gott zu finden, ist der Tod.
Die Zeit, Gott zu besitzen, ist die Ewigkeit."

Katharina Weiss
* geb. Schlosser 25.11.1937 - 07.02.2004

 

Reichesdorf Nr.86   

Stuttgart (BW)


Gustav Alzner
* 08.03.1932 - 09.02.2004

 

Reichesdorf Nr.148

Offenburg (BW)


Regina Kloos
geb. Drotleff 16.11.1919 - 04.04.2004

 

Reichesdorf Nr.125

Bruttig-Fankel (RP)


Johanna Nemenz

* geb. Alzner 15.10.1927

- 03.06.2004

 

Reichesdorf Nr. 199

Crailsheim (BW)


Johann Untch
Dipl.Graphiker

* 06.09.1926

- 11.06.2004

 

Schäßburg

Fürth (BY)


Anna Untch

* geb.Moodt 18.03.1921

- 08.07.2004

 

Reichesdorf Nr. 244

Lich (HE)


Dr. Hans-Julius Balthes

07.11.1924

05.08.2004

 

ehemals Kr.- Arzt in Reichesdorf

Drabenderhöhe (NW)


Dr. Friedrich-Heinrich Richter
(HNO-Arzt)

* 16.11.1914

11.08.2004

 

Ehemann v. Enni Ergas

Aschaffenburg (BY)


Johann-Egon Alzner

* 23.02.1908

21.10.2003

 

Reichesdof Nr. 125

Fürth (BY)


Christine Pinnes

* 05.10.1922

14.08.2004

 

Reichesdof Nr. 116

Coburg (BY)


Katharina Kloos

* geb.Untch 10.01.1915

02.09.2004

 

Reichesdof Nr. 227

Marktoberndorf (BY)


Albert Schaas

* 30.01.1930

29.09.2004

 

Reichesdof Nr. 103

Gütersloh (NW)


Anna Breckner
* geb. Alzner 20.11.1922 00.10.2004

 

verh.-Agnetheln  

Pocking (BY)


Wilhelm Mild
* 28.05.1932 00.11.2004

(ehemann v. Regina Greger)


 

Magarei  

Heilbronn (BW)


Johann Kloos
* 12.06.1912 19.09.2004

 

Reichesdorf Nr.108  

USA


Emma Pitters, gesch. Fernengel
* geb. Menning von Schildmann 12.10.1912 00.11.2004

 

Reichesdorf Nr.234  

Reichenbach/Fils (BW)


Sophia Lassner
* geb.Weiß 28.01.1923 19.11.2004

 

Reichesdorf Nr.240  

Bad Füssing (BY)


Katharina Weinrich
* geb.Frank 08.07.1935 20.11.2004

 

Reichesdorf Nr.153  

Körle (HE)


 (soweit bekannt)


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Nachruf für Sophia Lassner 

Unsere unvergessliche Sophie Lassner ist nach schwerer Krankheit, in den düsteren Tagen des Novembers, wo das Sterben der Natur uns vor Augen führt, wie vergänglich alles Leben ist, aus unserer Mitte geschieden. Für ihre Familie, aber auch für alle Reichesdorfer ist dies ein herber Verlust. Viele werden bei der traurigen Nachricht gedacht haben: "Das kann nicht wahr sein! Unsere Frau Lassner soll so schwer krank sein? Sie, die so vielen geholfen hat? Frau Lassner soll nicht mehr unter uns sein?"

Tag und Nacht im Einsatz

Ihr Leben, ihr Schaffen, ihre Aufopferung war über lange Zeit mit Reichesdorf und seinen Menschen verbunden. Seit Anfang der fünfziger Jahre, als die junge Familie Lassner nach Reichesdorf kam (Georg Lassner als Lehrer, Sophie als Krankenschwester), hat sie sich mit voller Verantwortung und Aufopferung um das Wohl und Wehe der Reichesdorfer bemüht. Wie oft wurden die Belange der eigenen Familie zurückgestellt, wenn es hieß, Krankenbesuche abzustatten, wenn es galt, Menschen zu helfen, ganz gleich ob Tag oder Nacht, Werktag oder Feiertag. Über dreißig Jahre lang hat sie ihren Dienst in herausragender und beispielhafter Art ausgeübt. Sie hat unzähligen Kindern auf die Welt geholfen, hat Sterbenden die Hand gehalten und die Augen für immer zugedrückt. Schutzimpfungen bei Säuglingen und Kleinkindern waren ihr ebenso geläufig wie das Verabreichen der Medikamente aus der ambulanten Apotheke, die ihr unterstand. Bei dieser mühsamen und verantwortungsvollen Aufgabe muss hervorgehoben werden, dass sie diese mit der gleichen Hingabe an allen Menschen erfüllt hat, ob es nun Sachsen, Rumänen oder Zigeuner waren. Es gab bestimmt kein Haus in Reichesdorf, wo sie nicht gebraucht wurde und auch im Einsatz war.

Engagement im sozialen und kulturelle Leben

Doch nicht nur ihr Beruf hat Sophie Lassner mit Reichesdorf verbunden. Niemand kann sich das kulturelle Leben ohne Familie Lassner vorstellen. Trotz ihres mühevollen Dienstes hat sie dennoch Kraft und Zeit gefunden, auch auf kulturellem Gebiet Herausragendes zu leisten. Georg Lassner leitete die Blaskapelle und den gemischten Chor, Sophie Lassner war für die Theater- und Tanzgruppe zuständig. Wie viele schöne, unvergessliche Stunden hat sie uns dadurch beschert! Kein Osterball, Kronenfest, Kathreinerball oder Nachbarschaftsfest waren ohne sie denkbar. Alle Veranstaltungen hatten großen Erfolg und waren auch in anderen Ortschaften gefragt. 
Dank des Respekts, den Sophie Lassner in Reichesdorf genoss, wurde sie zur stellvertretenden Bürgermeisterin der Gemeinde gewählt. Diesem Engagement ist es zum Beispiel zu verdanken, dass Reichesdorf betonierte Gehsteige erhielt und dass das Kulturhaus renoviert wurde. 

Dialog und Vielseitigkeit

Bei all ihren Tätigkeiten hat Sophie Lassner es verstanden, den Dialog zwischen den Nationalitäten zu fördern - keine leichte Aufgabe in der kommunistischen Zeit. Die Enteignung der Häuser, die Bodenreform und die neuen Formen der Landwirtschaft lösten große Bedenken und Ängste bei den Menschen aus. Jeder noch so kleine Anstoß genügte, um die Konflikte zwischen alten und neuen Besitzern auszulösen.
Nach ihrer Auswanderung nach Deutschland hat Sophie Lassner sich weiterhin um das sozio-kulturelle Leben der Menschen gekümmert und sich auch hier einen Namen gemacht. Ihre Vielseitigkeit fand überall Anerkennung. Durch Vorträge in ihrem neuen Heimatort Bad Füssing hat sie den Kurgästen die Geschichte der Siebenbürger Sachsen nahe gebracht und so den Dialog und den Austausch der Kulturen gefördert.
Wie glücklich war sie bei ihrem Besuch in der alten Heimat Reichesdorf, als sie sah, dass wir die kulturellen Aktivitäten in ihrem Sinne fortführten. Wir haben alle viel von ihr gelernt und sind stolz, dass wir uns an ihrer Beispielfunktion orientieren konnten.
Nicht unerwähnt soll auch Sophie Lassners Beitrag zur Erstellung des Reichesdorfer Buches bleiben. Als Kennerin der Reichesdorfer Geschichte und seiner Menschen hat sie Eindrucksvolles geleistet. Hervorzuheben sind ihre Artikel und Erzählungen, untermalt mit vielen Fotos, sowie die Mitgestaltung des Buches.

"Wenn die Liebe einen Weg zum Himmel fände und Erinnerungen zu Stufen würden,
dann würden wir hinaufsteigen und dich zurückholen."


Von Hanni Schuster und Horst Meyndt

 

Die ehemalige Jugend der Jahrgänge 1965-1972 denkt in besonderer Dankbarkeit an Sophia Lassner zurück.

Besonders auf uns junge Menschen hat ihre resolute und willensstarkePersönlichkeit einen starken Einfluss gehabt, sie hat uns auch fürs Leben geformt.
Unvergessen sind die von ihr organisierten und begleiteten Reisen, meist im Anschluss an ein gelungenes Theaterstück und einen Ball. Wer erinnert sich nicht gerne die Aufführung von "Dornröschen" - dafür mussten die Schauspieler nicht nur seitenweise Text, sondern zum Beispiel auch Menuett tanzen lernen - oder an das sächsische Stück "Seangtich äm Ahren"? Aber auch beim Kronenfest und bei unzähligen anderen Veranstaltungen war Sopie Lassner immer unermüdlich vor und hinter den Kulissen im Einsatz, manchmal auch streng und kritisch, jedoch immer ehrlich. Nicht zuletzt dadurch hat die Jugend sehr viel von ihr lernen und das kulturelle Leben in Reichesdorf mittragen können.


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"Unser" Hans

In der Siebenbürgischen Zeitung vom 3O. Juli 2OO4 war aus kompetenter Feder zu lesen: "Von allen Zeichnern, die ich kenne, war Hans U n t ch der Beste. Am 11. Juli 2OO4 ist er im Alter von 77 Jahren in Fürth bei Nürnberg gestorben."
Diese Zeilen und die darangeknüpfte Künstler-würdigung haben sicher die meisten Reichesdorfer damals gelesen und dazu gesagt: Den habe ich auch gekannt.
Ja, man hat den Schäßburger in Reichesdorf, im Heimatort seines Vaters, gut gekannt. Als Schüler verbrachte er oft einen Teil seiner Ferien bei Großmutter, Onkel und Tante, und als er sich, nach Kriegsende und seiner Rückkehr vom deutschen Militär, vor der Behörde versteckt halten mußte, wurde er hier gerne wieder aufgenommen. 
Was war es, was Hans bei allen Reichesdorfern so beliebt gemacht hat? Ich glaube nicht, daß es nur der Künstler war, den sie da verehrten. Sie schätzten an ihm vielmehr sein freundliches Wesen, seine Besonnenheit, seine Zuverlässigkeit und Aufrichtig-keit, mit denen es ihm gelungen ist, bleibende Freundschaften zu knüpfen.
Es hat ihn immer gefreut, wenn er in der engeren und weiteren Familie "unser" Hans (Butz) genannt wurde. Dies erwähnt er auch in seinem Buch "Tage, die man nie vergißt". 
Man hat ihn in Reichesdorf gut gekannt, aber es hat kaum einer von dem gewußt, was unser Freund als 18jähriger in der Ausbildung zum deutschen Soldaten und im Einsatz als solcher im Kampf um Berlin erlebt und mitgemacht hat. 
Wer dies wissen will, braucht nur das genannte Buch aufzuschlagen. Es ist in jeder Buchhandlung unter 

Johann Untch - Tage, die man nie vergißt
ISBN 3 - 88356 - 158 - 4

zu erhalten. 
Für den Wert dieses Büchleins spricht auch die Tatsache, daß es eine Zweitauflage durch das Südostdeutsche Kulturwerk erfuhr. Es ist Information aus erster Hand. Hans erzählt Erlebnisse, über die sonst geschwiegen wird.
Daß er den Reichesdorfern sehr zugetan war, zeigte er auch, als wir ihn beim Erstellen unseres Heimatbuches baten, den Umschlag zu illustrieren. Er war gleich dazu bereit, machte einige Vorschläge, führte die Arbeit mit sehr viel Können, Liebe und Sorgfalt aus und wollte kein Honorar dafür: "Rechesdref äs uch men Himet."
Wir trauren um einen guten Freund.

Hanni und Erwin Leonhardt


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Spendenaufruf

Unser Landsmann Willi Binder (Ehemann von Anna Binder, geb. Schuster) aus Mediasch musste leider für eine schwere Operation nach Deutschland gebracht werden. Da die sehr kostspielige Operation privat bezahlt werden muss, bitten wir an dieser Stelle um Eure Unterstützung. Wer etwas spenden möchte, kann auf folgendes Konto überweisen:

Kontoinhaber: Eduard Binder
Kontonummer: 96 17 09
Bankleitzahl: 64 05 00 00
Kreissparkasse Reutlingen

Vielen Dank!


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Friedhof Online

Auf unserer Internet-Seite unter www.reichesdorf.de wird es im Neuen Jahr auch eine Neuigkeit geben: 
Die Aufzeichnungen aus dem Friedhofsstatut unseres Dorfes werden online veröffentlicht. Das heißt, die Eintragungen unserer Pfarrer ab 1934 werden übertragen und ins Netz gestellt, so dass jeder sehen kann, wo sich welche Grabstelle auf unserem Friedhof befindet und wer dort wann beerdigt wurde. Um diese Aufgabe hat sich vor allem Gustav Hügel gekümmert und dafür gesorgt, dass sie mit Unterstützung von Heike Schuster und Hans-Christian Hienz schon bald für alle, die einen Internet-Anschluss haben, zugänglich sein wird.Mehr darüber werden wir in unserer nächsten Ausgabe berichten.



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Suchanzeige

Sehr geehrter Herr Meyndt,
im Sommer 2002 verbrachten mein Freund und ich unseren dreiwöchigen Wanderurlaub in Rumänien. Unsere Reise brachte uns nach Reichesdorf und unteranderem zu einer ca. 15 köpfigen Familie, deren Adresse uns leider nicht bekannt ist. Da wir der Familie als Dankeschön für Ihre Gastfreundschaft gerne eine Auswahl damals entstandener Fotos zukommen lassen möchte, wollten wir Sie fragen, ob Sie uns bei der Adressenfindung behilflich sein könnten. Wir wissen nur soviel, dass der eine Sohn 'Libiu' (o.ä.) heißt und seine Aufgabe als 'Reiseführer' wahrnimmt. Sollten Sie 'Libiu' kennen, wäre es supernett, wenn Sie uns seine Anschrift zukommen lassen könnten, damit wir unser Versprechen einlösen und die Fotos auf den Weg schicken können. Anbei übersende ich Ihnen ein Familienfoto, vielleicht kommen Ihnen die Gesichter ja bekannt vor.
Es wäre schön wenn Sie uns weiterhelfen könnten. 

Mit freundlichen Grüßen
Jana Ziegler und Markus Heller aus Berlin, unsere e-mail-Adresse lautet:
jana@digilux.de


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Reichesdorfer Kalender

Der Kalender ist fertig und kann bei mir bestellt werden.
Der Kalender kostet 10 €, davon 2 € Porto und 2 € für den Reichedorfer Booten.

Ich habe noch immer Interesse an alten und neuen Bildern aus Reichesdorf.
Seht Euch noch mal die alten Fotoalben an, es sind immer Bilder dabei die man für den Kalender gebrauchen kann. Die Bilder könnt Ihr mir zuschicken, oder abscannen und per E-mail zusenden.

Heinrich Maiterth
Tel. 05241 40407                            - hier Online Bestellen!! -
Handy 0173 7010931
maiterth.heinrich@t-online.de
  


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Mitgliedsbeitrag 2004

Mit den nun beigelegten Überweisungsträgern bitten wir unsere Mitglieder die Beiträge zu überweisen. Bitte nicht vergessen die Mitgliedsnummer (siehe Adressaufkleber) auf dem Vordruck zu vermerken. Ich nimm an, dass, jeder in der Lage ist zu prüfen ob er den Beitrag überwiesen hat - es ist mir unmöglich bei telefonischen Anfragen die Kontoauszüge des ganzen Jahres durchzublättern.

Zur Erinnerung hier nochmals die Beiträge:
Ehepaare- Beitrag € 10,00
Friedhofspflege € 2,50

Einzelpersonen € 5,00
Friedhofspflege € 1,25

Euer Kasier


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Reichesdorfer Treffen 2005

Unser nächster Heimattag findet am Samstag, den 16. April 2005 in Dinkelsbühl in der "Schranne" statt. Das Treffen beginnt wie gewohnt um 14 Uhr mit dem Gottesdienst. 


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Und noch ein Aufruf!

Liebe Reichesdorfer des Jahrgangs 1955!
Im nächsten Jahr feiern wir alle ein rundes Jubiläum - 50 Jahre! Aus diesem Grund würde ich gerne im Rahmen des Heimattages der Reichesdorfer (siehe oben) ein Jahrgangstreffen mit uns allen organisieren. Es wäre schön, wenn wir uns am Freitag davor in einer Gaststätte zusammensetzen könnten. Wenn Interesse besteht, meldet euch bitte bei Werner Meyndt, Tel: 08171/20228, damit ich einen Raum reservieren kann.


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Aus der alten Heimat

Preiserhöhungen bei Strom, Gas, Kraftstoff, Alkohol, Zigaretten
Bukarest. - Beginnend mit dem 1. Juli sind der Strompreis um 7,9 Prozent und der Erdgaspreis um 5 Prozent gestiegen. Preiserhöhungen um durchschnittlich 50 Prozent sind bei alkoholischen Getränken zu erwarten. Ebenfalls teurer werden die Zigaretten, und zwar wird eine Schachtel um durchschnittlich 2.000 bis 3.000 Lei mehr kosten. Beim Kraftstoff betragen die Teuerungen durchschnittlich 400 Lei/Liter bei Benzin und 1.000 Lei/Liter bei Dieselöl, meldet Evenimentul zilei.

Bis zum EU-Beitritt im Jahr 2007 müssen die rumänischen Energie- und Kraftstoffpreise das EU-Niveau erreicht haben, darum die sukzessiven Preiserhöhungen. Die Verteuerung von Alkoholika und Zigaretten ist hauptsächlich auf eine kürzlich verfügte Anhebung der Akzisen zurückzuführen. Die Alkoholfabrikanten befürchten Einkommenseinbußen und drohen mit der Schließung der Fabriken. Ein Teuerungsfaktor ist aber auch der Wertverfall der Landeswährung im Vergleich zum Euro.

Denumirea satului pare sa provina din expresia germana " Reichesdorf " ( satul bogat ) , care exprima bunastarea locuitorilor sai, foarte buni gospodari. Bogatia sasilor de aici s-a manifestat si în bazilica construita în 1451 , în stilul arhitectural gotic , cea mai înpodobita cu sculpturi de piatra dintre toate edificile sacre rurale sasesti si considerat , pe buna dreptate , o "mica bijuterie" arhitectonica. Chiar la intrare se pot vedea citeva gauri in apropierea portalului , despre care se spune ca daca ai pacate , pentru aputea intra in biserica , trebuie sa-ti rotesti degetul in aceste gauri de cîte ori ai încalcat regulile.Altarul este realizat în stil baroc în 1775 , iar orga a fost amplasata în 1788 .Bazilica din Retis este printre putinele care nu a fost dotata cu constructii defensive , fiind situata pe teren plat , aparat de curtine inalte. 


Anzeigeschluss 31. März und 31. Oktober

 


1. Vorsitzender: Werner Meyndt   82515 Wolfratshausen  Tel 08171/20228 
 Kassier: Hans Alzner 78333 Stockach Tel 07771/61563
Schriftführer:  Margareta Mattes  30900 Wedemark - Elze   Tel 05130/4379
Herausgeber des Boten:  Werner Meyndt 82515 Wolfratshausen  werner.meyndt@reichesdorf.de 
Internet Hans-Christian Hienz  91550 Dinkelsbühl webmaster@reichesdorf.de


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