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Reichesdorfer Bote

    Jahrgang 20, Ausgabe 35                                                                                                    Dezember 2006 

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Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis
Ich hol' dir die Sterne vom Himmel
Klassentreffen 
Unsere "Traumpaare"
Gedankensplitter

Wie es früher war
Prolog
Todesanzeigen
Prof.Else Herberth
Nachruf für Gustav Hügel

Einladung
Reichesdorfer Kalender

Mitgliedsbeitrag
Im Internet gefunden



 

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Ich hol' dir die Sterne vom Himmel...

Irgendwann wollten wir alle das einmal für jemanden tun, und haben´s dann im Grau des Alltags einfach wieder vergessen.
Der Himmel ist hoch, die Sterne sind fern, doch manchmal ist da jemand der holt dir die Sterne vom Himmel. . .

Wenn ich mutlos bin, da ist einer der sagt: Du schaffst es.
Wenn ich traurig bin, da ist einer der meine Trauer aushalten kann. Wenn ich hasse, da ist einer der mir in Liebe begegnet.
Wenn ich verletze, da ist einer der sagt: Ich verzeihe dir.
Jedesmal, wenn das geschieht, kommt ein Stück Himmel auf unsere Erde, ein Stück vom Stern von Bethlehem.
Weihnacht ist nicht fern,
Weihnacht ist nah,
immer dann, wenn einer sagt:
Ich hol dir die Sterne vom Himmel.

(zugeschickt von Anni Schneider, geb. Mattes aus Ilsfeld)


b

Klassentreffen der Reichesdorfer Absolventen des Jahres 1972 der Birthälmer Volksschule

Unter dem Motto: „Wiedersehen macht Freude und Freunde zugleich!“ fand unser Klassentreffen in der Jugendherberge in Riedenburg im schönen Altmühltal statt.

Was angekündigt vor mehr als einem Jahr,
am 21. Juli 2006 wurde wahr,
unser Klassentreffen: alles klar
des Jahrgangs 1957, wunderbar!
Mit Freude hat es jeder vernommen,
und ist zu unserem Fest gekommen,
aus ganz Deutschland waren unsere Freunde da
sogar aus Amerika, hurraaa!!!

Am 21. Juli 2006: Freitag ab 17 Uhr trafen wir uns in der Jugendherberge in Riedenburg. Zur Begrüßung gab es Schnaps mit Pflaume, Hanklich und Salzgebäck.

Wie es bei den Reichesdorfern Brauch geworden ist, so wurde auch bei unserem Treffen von Hügel Gust die Reichesdorfer Fahne gehisst.
Mit viel Freude und Begeisterung sahen wir die mitgebrachten Bilder an.
Viele wunderschöne Erinnerungen wurden wachgerufen, an unsere Kinderzeit und Jugend die wir in Reichesdorf verbracht haben.

Eingeschult wurden wir am 15. September 1964 in Reichesdorf bei der Lehrerin Elise Huber.
Broos Simon
Fröhlich Regina geb. Pinnes
Greger Hans Gross Anna geb. Fröhlich
Hintz Regina geb. Alzner
Hügel Andreas
Hügel Gustav Maiterth Regina geb. Lang
Petri Katharina geb. Nemenz
Saperstein Regina geb. Mild
Schenker Regina geb. Hartmann
Schlosser Gredi geb. Borger
Rampelt Anna geb. Herberth
Wagner Michael
Weinrich Gustav
Wotsch Anna geb. Untch



O Schülerzeit, wie liegst du weit,
doch bist du unvergessen.
Vergangen sind nun 34 Jahr,
seit sie für uns zu Ende war,
seid auf der Schule auf der Bank
gemeinsam wir gesessen.

Das Haar ergraut, doch noch vertraut
sind Antlitz und Gebärden.
Zwar sind bei mancher schlanken Maid
die Hüften heute etwas breit.
Es nagt an uns der Zahn der Zeit;
so ist´s nun mal auf Erden.

Schmückt, ach Herrje, auch ein Toupet
anstatt des dicken Zopfes.
Wenn auch das strahlende Gebiss
heut meistens nur vom Zahnarzt ist,
nimm´s nicht so schwer, viel schlimmer wär
doch der Verlust des Kopfes.

In Riedenburg in der Jugendherberge sich fand
ein Treffpunkt für uns alle.
Und wenn wir uns im Kreis umsehn,
so sind wir immer noch ganz schön.
Denn lamentiert und resigniert
wird hier in keinem Falle.

Vom Sturm umbraust, vom Wind zerzaust,
verstreut in alle Lande,
von Schicksalsschlägen aufgewühlt
hat uns das Leben mitgespielt.
So leben wir und freuen uns hier
der neu geknüpften Bande,
im schönen deutschen Lande.

Nach dem Abendessen, plötzlich wurden wir wieder jung und nutzen unser Tanzbein mit viel Schwung.
Wir haben gesungen, getanzt und gelacht
ans Aufhören hatte niemand gedacht.
Zahlreiche Bilder und Filmaufnahmen wurden gemacht,

vom frühen Morgen bis tief in die Nacht!!!
Spät in der Nacht, fielen wir müde ins Bett,
das war für ein paar Stündchen auch ganz nett.

Morgens 830 Uhr wurden alle von der Glocke
der Jugendherberge zum Frühstück geweckt,
dass es schon hell war, hatte wirklich keiner gecheckt.

Dann stellte sich die Frage:
Was machen wir an diesem Tage?

Zur Aufmunterung unternahmen wir einen Spaziergang in das nahe gelegene Kristallmuseum Riedenburg und in die Fasslwirtschaft, die direkt am Museum liegt.

„Einen Schluck Bier in Ehren, konnte niemand verwehren.“

Beim Mittagessen waren wieder alle pünktlich dabei,
denn zu verspeisen gab es da Allerlei:
Suppe und Braten, Beilagen und Salate,
Getränke und als Nachtisch Eis,
denn bei der großen Hitze schwitzten alle mit viel Fleiß.

Nach dem Mittagessen fuhren wir mit unseren Autos nach Kelheim zur Schiffsanlegestelle. Von hier aus ging’s flussaufwärts mit dem Schiff auf der Donau, durch den Donaudurchbruch zum Kloster Weltenburg.



Der Donaudurchbruch offenbart den geologischen Entstehungsprozess dieses einzigartigen Flussabschnittes. Die „Weltenburger Enge“ wurde 1978 mit dem Europadiplom für besonders schutzwürdige Landschaft ausgezeichnet.

In Weltenburg besuchten wir das Kloster und den Biergarten der Klosterschenke um das süffige „Weltenburger Barock Dunkel“ zu kosten und uns mit Eis zu erfrischen.

Mit dem Schiff ging es am späten Nachmittag zurück nach Kelheim, in die sehenswerte Wittelsbacher Stadt. Anschließend spazierten wir zur Befreiungshalle.

Den imposanten Rundbau der Befreiungshalle auf dem Michelsberg ließ König Ludwig I. als Gedenkstätte, für die siegreichen Schlachten gegen Napoleon in den Befreiungskriegen 1813 – 1815 und als Mahnmahl für die Einheit Deutschlands errichten.

Im Innenraum bilden 34 Siegesgöttinnen aus weißem Marmor auf einem umlaufenden Sockel einen feierlichen Reigen. Sie symbolisieren die 34 deutschen Staaten des 1815 gegründeten deutschen Bundes.

Beeindruckt vom Erlebten trafen wir uns zum Abendessen. Erst nachher gab es Kaffee und Kuchen.

Vielen Dank an Anne und Gustav Hügel, die jedem von uns eine Uhr mit der Aufschrift „Jeder Mensch hat Wurzeln wie ein Baum“ und der Reichesdorfer Internetadresse „www.reichesdorf.de“ als Erinnerungsstück schenkten.

Der Höhepunkt des zweiten Abends war nochmals die gute Stimmung mit Tanz und Gesang. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück mussten wir uns leider schon verabschieden. Viel zu schnell verging die Zeit und jeder trat seine Heimreise an.

Es war ein gemütliches, lustiges und gelungenes Beisammensein, wir haben uns an unsere schöne Kindheit, Schulzeit und Jugend erinnert. Gerne denken wir an unser Treffen in Riedenburg zurück.

Besten Dank jedem Ehepaar
Gott erhalte es noch viele, viele Jahr.
Dass sie kamen zu unserm Feste
denn sie gaben das Allerbeste.

Herzlichen Dank unseren Klassenfreundinnen Regina Hintz geb. Alzner und Regina Sapperstein geb. Mild samt Ehemännern aus Amerika die zum Treffen da waren.

Vielen Dank allen Anwesenden, die zum Gelingen unseres Festes beigetragen.Dieses wollen Jinni und Hans die FRÖHLICHen sagen.
 

Nürnberg, August 2006 Regina Frölich geb. Pinnes


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Unsere "Traumpaare"

Danny und Elke Michalski, geb. Alzner (RNr.31) wurden am 22 Dez.2005 in Hannover standesamtlich getraut. Und Klein-Jacob ist schon sooo groß.

Am 08.Juli 2006 erblickte Ben-Christopher das Licht der Welt – nun sind sie eine „richtige Familie“ – Herzlichen Glückwunsch.

Eine richtige Familie sind auch Bernd und Dagmar Schuster, geb. Roth, Enkelin von Andreas und Gredi Kloos.(366) Kirchliche Trauung am 13.Mai 2oo6 in Nürnberg – Herzlichen Glückwunsch. 

Inge und Peter Schaas
(Reichesdorf Nr.87)
standesamtliche Trauung
am 16.09.2006 - Fürth

"Danke sagen wir allen, die uns mit netten Worten,
Aufmerksamkeiten, Glückwünschen und Geschenken anlässlich unserer Trauung erfreuten".

 (soweit bekannt)


 d

 

Gedankensplitter

Wo wir als Kinder gespielt
und in der Jugend gesungen,
die Glocken der Heimat
sind noch nicht verklungen.

Es sind schon einige Jahre vergangen,
seitdem wir nach Deutschland gegangen.
Ausgewandert aus dem Siebenbürger Land
nur mit dem Koffer in der Hand..

Wir mussten einen neuen Anfang wagen,
nur nicht klagen und verzagen!
Der eine hat Gaben,
der andere muss graben.

Das Leben ist ein Würfelspiel,
wir würfeln alle Tage,
kommt Freud oder Leid ?
Das ist die Frage.

Die Leute haben alle ein Plätzchen gefunden,
und kommen gut über die Runden.
Hier wird vieles „Groß“ geschrieben –
Ja, sogar übertrieben.

Wenn man nicht weiter weiß
so kostet es Müh und Schweiß.
Und nimmt dann den Besen in die Hand
man kommt auch so weiter in diesem Land.

Im Leben ist nicht alles eben,
es geht auch so manches daneben.
Drum seid auf der Hut
und verliert nicht den Mut.
So vergeht die Zeit – tagaus, tagein
doch können wir zufrieden sein.
Die Gesundheit ist der größte Schatz
hat man sie auf dem rechten Platz.

Nun können wir nur noch davon träumen
und dennoch nichts versäumen -
wo einst vertraute Heimatglocken erklangen
von wo wir fort gegangen.

Nürnberg, im Mai 2006 Regina Pinnes, geb. Moodt


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Wie es früher war
Reichesdorfer Pfarrer

Unsere evangelische Kirche hat im besonderen Maße , das Leben von unseren Siebenbürger Sachsen beeinflusst und bestimmt. Viele Sitten und Bräuche sind an den Ablauf des Kirchenjahres gebunden. Fast alle Einrichtungen in den sächsischen Dörfern – wie Nachbarschaften, Bruderschaften, Schwesternschaften und auch Vereine – haben ihren Bestand im kirchlichen Rahmen gehabt. Was von allergrößter Bedeutung für uns war, ist die Tatsache, dass die Schulen Einrichtungen der Kirchengemeinden waren. Besonders in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als endgültig die sächsische Selbstverwaltung aufgelöst wurde (1867 verlor Siebenbürgen seine Autonomie und wurde mit Ungarn vereinigt – die Verwaltungsautonomie des Sachsenbodens wurde 1876 aufgehoben) wuchs die Rolle der Kirche in der politischen Vertretung der Siebenbürger Sachsen. Die evangelische Kirche ist in dieser Zeit entschlossen gegen die Madjarisierung aufgetreten.
In Kirche und Schule wurde in deutscher Sprache gepredigt, bzw. unterrichtet. Durch die Schulreform von 1948, wurden auch die evangelischen Schulen der Siebenbürger Sachsen verstaatlicht.
Rückblickend auf die Vergangenheit, möchte ich heute ein paar evangelische Pfarrer, welche in unserer Heimatgemeinde Reichesdorf gelebt und gewirkt haben, vorstellen. Allerdings sind die überlie
ferten Daten eher als dürftig zu bezeichnen und so habe ich manches aus unserem Reichesdorfer Heimatbuch übernommen.

Pfarrer Josef Fabini, gebürtig aus Haschagen, wurde im Jahre 1845 zum Reichesdorfer Pfarrer gewählt und kam aus Waldhütten, wo er bis dahingewirkt hatte. Nach einer Zeit von nur 7 Jahren wurde er 1852 zum Mediascher Stadtpfarrer gewählt. Er verstarb am 16. Februar 1877, im 81.-ten Lebensjahr, als verdienter Mediascher Pfarrer.

 Für erwähnungswert halte ich, dass Pfarrer Fabini einen berühmten Sohn hatte und zwar Ludwig Fabini, Felzeugmeister (höchster Generalsrang) in der k.u.k. Armee. Geboren 1830 in Waldhütten, starb er 1906 in Igls bei Innsbruck. Sein Leichnam wurde nach Mediasch überführt und dort mit militärischen Ehren beigesetzt.

 

Über Pfarrer Lehrer wird uns eine überlieferte Anekdote erzählt. Ein, etwas leichtsinniger , Sohn von Pfarrer Lehrer, welcher im Ausland studierte, soll eines Tages seinem Vater ein Telegramm folgenden Wortlautes geschickt haben: „Lieber Vater, schicke mir 100 Gulden, um zu bezahlen meine Schulden.“ Seinerseits soll Pfarrer Lehrer an seinen Sohn ebenfalls ein Telegramm, mit folgendem Inhalt geschickt haben: „Lieber Sohn, schicke dir die Gulden, bezahle deine Schulden. Es folgt ein Brief, ein schwerer, dein Vater Carl Lehrer.“ Dieser Text war wohl eindeutig. Mein Vater konnte sich an ihn noch erinnern und sagte mir er sei ein strenger und energischer Herr gewesen. Manchen Bauern soll ein leichtes Frösteln über den Rücken gelaufen sein, wenn sie im Treppenhaus über die Stiegen zur Amtsstube empor gingen.



 

 

Pfarrer Josef Fröhlich war von 1901 – 1919 Seelsorger in unserer Heimatgemeinde Reichesdorf und zwar bis zu seiner Pensionierung. In Schäßburg geboren, absolvierte er dort das Gymnasium und studierte zwischen 1865 – 1868 Theologie und Philologie. Von l869 – 1881 war er Gymnasiallehrer in Schäßburg, von 1881 – 19o1 Pfarrer in Keisd.

Während seiner Amtszeit wurde in Reichesdorf im Jahre 1910 das große Gesellschaftshaus (Saal) durch seinen Schwiegersohn Baumeister Heinrich Crestel aus Birthälm erbaut.

 

 

Als letzten in dieser Reihe, möchte ich etwas über unseren langjährigen Herrn Pfarrer Andreas Herberth, welcher vor allem der älteren Generation noch bekannt sein dürfte, etwas schreiben. Allerdings ist das meiste in unserem Reichesdorfer Heimatbuch (Seite 164) nachzulesen. Pfarrer Andreas Herberth wurde am 21. September 1884 in Großprobstdorf geboren, wo er auch die Volksschule besuchte. Im nahen Mediasch ging er aufs Gymnasium, wo er auch sein Abitur machte. Anschließend studierte er in Klausenburg und Königsberg (Ostpreussen) Theologie und Philologie. Er war ein guter Sportler. Bei einem Schwimm und Tauchwettbewerb erhielt er damals in Königsberg einen ersten Preis.

Seine erste Gemeinde in welcher Andreas Herberth als Pfarrer wirkte, war Großkopisch. Im Jahre 1920 wurde er nach Reichesdorf gewählt und diente unserer Gemeinde über drei Jahrzehnte in guten Tagen, aber auch in schweren, harten Zeiten, als treuer Seelsorger, bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1954. Außer seiner seelsorgerischen Tätigkeit als Pfarrer, war er auch um die Jugend des Dorfes bemüht, mit welcher er Ausflüge ins Gebirge organisierte und Geräteturnen veranstaltete, wo er selber als sehr guter Turner beispielgebend war. Nach der Schulreform im Jahre 1948 unterrichtete er im Rahmen der Konfirmationszeit die „daheimgebliebenen“ Schüler, welche die Schulzeit ab der 6.ten Klasse abgebrochen hatten. In Reichesdorf gab es ab da keine 6.te und 7.te deutschsprachige Schulklasse – und es galt als eine „Unmöglichkeit“ in die rumänische Schule zu gehen. Bei seiner Präsentation im Jahre 1920 konnte seine Frau nicht dabei sein, da sie gerade einem Jungen, namens Hans (uns als Pfarrers Hansel bekannt) das Leben in Großkopisch geschenkt hatte. Kurz entschlossen packten einige Presbyterfrauen, von den guten Sachen die für die Präsentation vorbereitet waren in einige Körbe und fuhren, es war zur Winterszeit, mit dem Schlitten nach Großkopisch, zur Gevatter, welche diesmal die künftige Reichesdorfer Frau Pfarrer war, so dass auch sie, wenigstens auf diese Weise, an der Präsentation teilnehmen konnte. Während der Amtszeit von Herrn Pfarrer Herberth wurde der neue Friedhof in Reichesdorf angelegt. Das Friedhofsstatut (Seite l89 – 192 im Reichesdorfer Buch) hat Herr Pfarrer Herberth selber verfasst und in seiner unnachahmlichen, schönen, wie „gestochenen“ gotischen Handschrift geschrieben. Nach den guten Jahren der Zwischenkriegszeit, kamen dann nach 1944 die schweren Jahre mit viel Leid, Kummer und Unterdrückung (Enteignung, Russlanddeportation, Misshandlungen). In diesen Zeiten war Herr Pfarrer Herberth immer inmitten seiner Gemeinde und das nicht nur in der Kirche. Der Einsatz für seine Reichesdorfer brachte ihm 3 Monate Gefängnis (nebst Gustav Stolz und Johann Schlosser 44). Es waren Zeiten, deren Schwere wohl nur die Erlebnisgeneration kennt. Für die Reichesdorfer Weinbauern, war Herr Pfarrer Herberth, durch das Einrichten einer kleinen Wetterstation, von großer Hilfe. Nach seiner Pensionierung lebte Herr Pfarrer Herberth bei der Familie seiner Tochter, Frau Pfarrer Schuster in Frauendorf.
Am 10. Juni 1968 ist er in Mediasch gestorben und wurde auch dort im Familiengrab beigesetzt. Bei der Beerdigung waren viele Reichesdorfer dabei und gaben ihm das letzte Ehrengeleit. Die Reichesdorfer Adjuvanten umrahmten die Trauerfeier mit Musik und Gesang. Wir Siebenbürger Sachsen verdanken unseren Pfarrern und Lehrern sehr viel. In guten, aber besonders in schweren Zeiten bot die Kirche eine letzte Zufluchtsstätte, wo durch die Predigt, Gebet und Gesang, die oft von der Härte gebeugten Häupter sich wieder aufrichteten, in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, im Glauben an Gott.

Marlach 2006  Heinrich Bruckner


f

Prolog

Vorgetragen zu Weihnachten 1948 (1949?) von den Konfirmanden (195o), unter der Leitung von Herrn Pfarrer Andreas Herberth.

Erzähler: Am Heiligen Abend unter dem Weihnachtsbaum, sechs Kinder streichen die Fiedeln fein. Der Knabe lächelt, Maria kniet und über allen erhebt sich ein Lied.

Kinderchor: So nimm unsere Herzen zum Opfer denn hin wir geben sie gerne mit freudigem Sinn, und mache sie heilig und selig wie deins und mache sie auf ewig mit deinem in eins.

Erzähler: Stumm lauschen die Hörer dem lieblichen Spiel, fast sängen sie alle, es fehlte nicht viel. Sie waren ein Stündlein in seliger Rast, beim Kind in Bethlehem zu Gast.

Kinderchor: (summend leise) ...Und
mache sie heilig und selig wie deins Und mache sie auf ewig mit deinem in eins.

Erzähler: Als einer der Knaben schritt heimwärts Bald gesellte sich ihm eine dunkle Gestalt. Es hielt der Wandrer mit ihm Schritt.

Christus: Und ist es dir ernst mit deiner Bitt, dein Herz soll ich zum Opfer haben, so hieltest du mit geigen und singen an? Ich lag in der Krippe als Kindlein klein, nun aber, als Christus, bedarf ich dein. Die Menschen vergessen in ihrem Sinn, dass ich nicht so ein altes Märchen bin, ein Spiel, eine Rührung „es war einmal“, das jährlich beleuchtet des Christbaums Strahl. Sie gehen durch Kälte, durch Not und Nacht, und wissen nichts von der Liebe Macht. Sie wissen nicht dass ich l e b e und b i n!

Erzähler: Er schwieg, und der Jüngling erkannte ihn.

Jüngling: Was soll ich, Herr?

Christus: Bist du von den M e i n e n so will ich in dir, der Welt erscheinen. So soll man es spüren, wahr und frei, dass ich der Lebendige in dir sei. Dass ich der Liebende lebe in dir; sag, gibst du als Mann dich zum Dienste mir ?

Erzähler: Da stammelt der Knabe in seliger Glut:

Jüngling: Herr, schaffe im Herzen mir solch freudigen Mut, und mache es heilig und selig wie deins, und mache es auf ewig mit deinem in eins.

(zugeschickt von Johanna Untch. geb. Schaas Nr.87- Konfirmandin 1950)


g

TODESANZEIGEN 

"Der Mensch, den wir lieben, ist nicht mehr da wo er war,
aber überall wo wir sind und seiner gedenken."

(Augustinus)

 Johanna Kraibich
* geb. Untch 27.01.1921 25.11.2005

 

Reichesdorf Nr.365  

Ostervieck (SA)


Gustav Hügel
* 02.08.1931 06.02.2006

 

Reichesdorf Nr.74

Dorsten (NW)


Hans-Otto Herberth
* 16.01.1920 20.02.2006

 

Großkopisch / Sohn v. Pfr. A. Herberth

England


Regina Schaas

* geb. Untch 27.10.1920

    20.02.2006

 

Reichesdorf Nr. 97

Bieringen (BW)


Anna Wagner

*geb.Maiterth 30.08.1928

     04.03.2006

 

Reichesdorf Nr. 275

Waldbrunn (BY)


Werner-Rolf Kotschy

* 20.10.1954

    20.03.2006

 

Mediasch / Sohn v. Tenni Gärtner

Fulda (HE)


Georg Untch

13.06.1932

   12.05.2006

 

Reichesdorf Nr. 363

Lauffen a. N. (BW)


Martin Schaas

* 07.12.1928

   03.08.2006

 

Reichesdorf Nr.114

Schopfheim (BW)


Martin Drotleff

* 28.09.1929

   25.08.2006

 

Reichesdof Nr. 358

Stuttgart (BW)


Prof. Else Herberth

* 10.05.1914

   13.09.2006

 

Großkopisch (Pfarrers -Tochter)

Heilbronn (BW)


Samuel Pitters

* geb.Untch 04.11.1939

   22.09.2006

 

Reichesdof Nr. 15

Ispringen (BW)


Anna Stolz

* geb.Folberth 22.02.1929

   29.09.2006

 

Deutschkreuz-Schäsburg

Dachau (BY)


Hans-Georg Theil
28.01.1932 12.11.2006

 

Agnetheln (Ehem.v.Anna Hügel R.281

Bietingheim (BW)


Anna Schaas
* geb.Drotleff 02.09.1931 15.11.2006

 

Reichesdorf Nr. 103

Tunesien-Gütersloh (NW)


Johann Kloos
* 01.09.1937 22.11.2006

 

Reichesdorf Nr.304 

Reichenbach (BW)


Waffenschmidt Karl sen.

* 09.09.1930

01.12.2006

 

Reichesdorf Nr.308  

Rödental (BY)


 (soweit bekannt)


h

Prof. Else Herberth

Am 13. Sept.2006 verstarb Prof Else Herberth, im gesegneteten Alter von 92 Jahren, in Heilbronn. Die Jüngeren unter uns werden sich fragen, wer war Prof. Else Herberth?
Frau Prof. Else Herberth war die älteste Tochter von Herr Pfarrer Andreas Herberth, der über 30 Jahre in Reichesdorf gewirkt hat ( 1920 – 1955) Frau Prof.Else Herberth wurde am 10.05.1914 in Großkopisch
geboren. Als sie 6 Jahre alt war, übersiedelte die Pfarrerfamilie nach Reichesdorf. Von 1920 – 1924 besuchte sie in Reichesdorf die Volksschule und anschließend das Gymnasium in Mediasch und Hermannstadt. Von 1932 – 1937 studierte sie Germanistik, Romanistik und Geschichte an der Philologischen Universität in Bukarest Nach einem einjährigen Praktikum am Pädagogischen Universitätsseminar in Bukarest, unterrichtete sie dann als Gymnasiallehrerin in Hermannstadt von 1938-1944, in Mediasch von 1945-1948, in Birthälm an der Oberstufe der Allgemeinbildenden Schule von 1948-1954 und dann bis zu ihrer Pensionierung am Stefan-Ludwig Roth Gymnasium in Mediasch.
Sie war eine gewissenhafte, strenge aber gerechte Professorin, die versuchte ihren Schülern auch aus ihrem immensen Allgemeinwissen zu übermitteln – Wissen, dass in keinem „kommunistischen“ Lehrbuch stand.
1978 übersiedelte sie nach Deutschland, und fand in Heilbronn eine neue Heimat, im Kreise der Familien ihrer beiden Schwestern ( Pfr. G.Schuster und E.Kämpfer).
Als bekennende Reichesdorferin war für sie „Heimat“ immer Reichesdorf. Sie war Mitglied in unserer HOG. Wir werden ihr ein ehrendes Andenken bewahren.

(Ein ausführlicher Bericht über ihr Leben und Wirken ist in der Siebenb.Zeitung vom 31.Oktober 2006 erschienen) 

Hans Alzner


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Nachruf für Gustav Hügel

„Eine Stimme, die uns vertraut war, schweigt.
Ein Mensch, der für uns da war, lebt nicht mehr.
Vergangene Bilder ziehen in Gedanken vorbei.
Erinnerung ist das Einzige, das uns bleibt.“

Noch immer unfassbar für uns alle, erinnern wir auf diesem Wege, dass unser Freund Gustav Hügel uns am 6. Februar 2006 für immer verlassen hat. In unseren Herzen, Gedanken und Erinnerungen lebt er weiter.

Wer könnte die über 25 Jahre vergessen, in denen Gustav Hügel in Reichesdorf im Geschäft tätig war? Durch seine typische, vitale Art hat er viele Dinge für Reichesdorf „organisiert“, die es andernorts nicht zu kaufen gab.
Mit über 55 Jahren hatte Gust, wie ihn alle nannten, den Mut und die Kraft für einen Neuanfang in Deutschland. Ich erinnere mich noch genau an jenen 23. August 1987, als das ganze Dorf tränenreich von der Familie Hügel Abschied nahm. Damals hätte ich nicht gedacht, dass wir irgendwann wieder ganz in seiner Nähe wohnen würden.
Fast zwei Jahre lang lebte Familie Hügel dann in Elze. Im Frühjahr 1989 übernahm Gust die Küsterstelle der Martin-Luther-Kirche in Dorsten, wo er und die Seinen eine neue Heimat fanden. Durch sein gütiges und hilfsbereites Wesen war er schnell bekannt und beliebt bei Jung und Alt.
Im Jahr 1996 begann wieder ein neuer Lebensabschnitt: Der Abschied vom Arbeitsleben und vom Küsterhaus, ein Neubeginn im eigenen Heim. Seinen Hobbys konnte er jetzt unbeschwert nachgehen: Kaffeekränzchen, Kirchenchor, Garten. Am wichtigsten aber war ihm immer seine Familie, seine Kinder und Enkelkinder. Sein Haus stand immer offen für Familienmitglieder, Verwandte und Bekannte.
Wie hatte er sich im Krankenhaus über das Foto der kleinen Marlene – seiner jüngsten Enkelin – gefreut und gehofft, er könne sie bald sehen. Leider war es ihm nicht mehr vergönnt, da die Krankheit stärker war als er und ihn innerhalb weniger Wochen dahinraffte.

Uns bleibt das Mitgefühl für seine Frau Anna und seine Kinder sowie die Erinnerung an einen wert-vollen Menschen mit Herz, dem wir ein ehrendes Andenken bewahren.

Johanna Schuster


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In eigener Sache

Einladung

Hiermit sind alle Reichesdorfer am 28. April 2007 herzlichst zu unserem 10. Reichesdorfer Heimattreffen eingeladen. Um Anregungen die zur Gestaltung des Treffens beitragen wird Gebeten.

Der Vorstand


k

Hallo Reichesdorfer

Im Advent bei Kerzenschein
die Kindheit fällt dir wieder ein.
Ein Adventskranz mit seinen Kerzen
lässt Frieden strömen in unsere Herzen.
Des Jahres Hektik langsam schwindet
und Ruhe endlich Einkehr findet.
Ein Tag, er kann kaum schöner sein,
als mit dem Rreichesdorfer Kalender bei Kerzenschein.

Der Reichesdorfer Kalender ist fertig und kann bestellt werden.

Heinrich Maiterth
Frieda-Nadig-Str. 42
33332 Gütersloh

Tel. 05241 40407
Handy 0173 7010931

Vielen Dank all jenen die ihre Alben umgewälzt haben, und mir so zahlreich ihre Bilder für den Reichesdorfer Kalender zur Verfügung gestellt haben.
Sollten Euch noch Bilder in die Hände fallen die sich für den Kalender eignen, bitte mir zu-schicken.
Der Kalender kostet 10 € davon gehen 2 € von jedem gekauften Kalender an den Reichesdorfer Booten und 2 € sind Porto.

Ich wünsche Euch noch viel Spaß mit dem Reichesdorfer Kalender 2007
Heinrich Maiterth

Ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr wünscht Fam Maiterth aus Gütersloh.


L

Mitgliedsbeitrag 2006

Auch diesmal legen wir Überweisungsträger dem Boten bei, mit der Bitte die Mitgliedsbeiträge sowie den Beitrag für die Friedhofspflege zu überweisen. Bitte Mitgliedsnummer (siehe Adressaufkleber) auf dem Vordruck zu vermerken.

Zur Erinnerung hier nochmals die Beiträge:
Ehepaare- Beitrag € 10,00
Friedhofspflege € 2,50

Einzelpersonen € 5,00
Friedhofspflege € 1,25

Hiermit sei nochmals darauf hingewiesen, dass, sowohl der Mitgliedsbeitrag als auch die Friedhofspflege freiwillige Beiträge sind. Landsleute die den Boten nicht mehr erhalten wollen, sollten dies bitte einem der Vorstandsmitglieder mitteilen.

Euer Kasier


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Im Internet gefunden

Gemeindefest in Reichesdorf

Reichesdorf/Richis. - Eine Gedenktafel für die Opfer des Zweiten Weltkriegs und der Russland Deportation wird im Rahmen eine Gottesdienstes um 13 Uhr in der evangelischen Kirche in Reichesdorf eingeweiht. Im Anschluß an den Gottesdienst findet ein Gemeindefest statt, das von der Volkstanzgruppe des Schäßburger Jugendforums und den Probstdorfer Adjuvanten mitgestaltet wird. (BU)

Rekord beim Passamt

Hermannstadt. - Das Hermannstädter Passamt hat im August 5.301 Pässe ausgestellt. Im Vorjahr und vor zwei Jahren wurden in der gleichen Zeitspanne 3.800 bzw. 3.330 Pässe ausgestellt. Die Anzahl der Anträge hat z. Z. abgenommen, da die Urlaubszeit aus ist. Der stellvertretende Amtsleiter, Kommissar Costel Costea, bittet die Hermannstädter, die ihren Pass nicht abgeholt haben, es schnellstens zu tun, da 682 Pässe nicht abgeholt wurden. (RS)
Hermannstädter Zeitung Nr. 1998/22. September 2006


Anzeigeschluss 31. März und 31. Oktober

 


1. Vorsitzender: Werner Meyndt   82515 Wolfratshausen  Tel 08171/20228 
 Kassier: Hans Alzner 78333 Stockach Tel 07771/61563
Schriftführer:  Margareta Mattes  30900 Wedemark - Elze   Tel 05130/4379
Herausgeber des Boten:  Werner Meyndt 82515 Wolfratshausen  werner.meyndt@reichesdorf.de 
Internet Hans-Christian Hienz  91550 Dinkelsbühl webmaster@reichesdorf.de


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