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Reichesdorfer Bote

    Jahrgang 22, Ausgabe 38                                                                                                              April 2008  

 
 

 
Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis
Wichtig, bitte beachten!
Zum Muttertag

Liebe Reichesdorfer Kinder...

Dorfspatzen
Liebe Reichesdorfer
Unser ganz besonderer Jubilar
Geburtstagsjubilare
Hans und Susi Wachsmann sind 70!
Wie es früher war
Hochzegd
Aus der Zeit kommunistischer Diktatur

Früher war alles besser

Hallo Werner
Liebe Landsleute
 

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Wichtig, bitte beachten!

Dieser Reichesdorfer Bote ist eine Gesamtausgabe. Alle bei uns gelisteten Haushalte erhalten den aktuellen Boten. Dies geschieht zum letzten Mal in dieser Form. Zukünftig wird der Reichesdorfer Bote nur noch an die Haushalte versandt, die den Mitgliedsbeitrag pünktlich entrichtet haben. Also, bitte, überweist eure Beiträge rechtzeitig, da es ansonsten aus finanziellen und organisatorischen Gründen nicht mehr möglich ist auf zufriedenstellende Art weiterzumachen! 

  Der Vorstand
                                                                                                                                          


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Zum Muttertag:

Das ist das Wunder deiner Gegenwart,
die kleinen Dinge freundlich zu beleben,
den Alltag zu veredeln und zu heben,
in Sinn und Licht auf wundersame Art.

Um deine Güte strahlt ein starker Glanz,
und tapfer bist du auch in dunklen Tagen.
Du bist bereit, das Bittere zu tragen,
und alles tust du opferfroh und ganz.

In deiner Nähe wird das Böse gut,
Licht ist auf allen deinen Wegen;
Du bist die Gnade und der Segen,
und deine Kinder sind in frommer Hut.

                                    
Helmut Schwabe


Dieses wunderschöne Gedicht wurde handschriftlich! verfasst von Steffen Schaas, 14 Jahre,    ( Sohn von Gitti und Dietmar)!
Danke, lieber Steffen!
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Liebe Reichesdorfer Kinder und die, die es noch werden wollen!

So oder ähnlich wie Steffens Gedicht könnte euer Beitrag im Reichesdorfer Boten aussehen!
Es wäre schön, eine Seite, oder auch mehr, zu haben, die von euch für euch gestaltet wird. Da könntet ihr eure Gedichte, selbstgemalten Bilder, Anekdoten aus eurem Alltag oder lustige und auch nachdenkliche Erlebnisse aus eurem Urlaub (in Reichesdorf?) rein tun.
Natürlich müsste diese Seite einen extra Namen haben! Wir bitten euch also um Vorschläge, wie unsere neue Seite heißen könnte! Wir freuen uns schon auf euer Interesse!

Der Vorstand


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Dorfspatzen



Ich saß im Auto, und dachte nach:
„Die Reichesdorfer Dorfspatzen
haben bei unserem letzten Treffen versagt!“
Wollten wie immer mal wieder schön zwitschern!
Dabei kamen wir beim Üben schon ins Schwitzen,
das lag bestimmt an diesen Hitzen.
Ich sagte gleich: “Das wird eine Blamage,
da kommen die Leute nur in Rage.
Die fahren gleich heim, die kommen nie wieder
und wir singen nie mehr die paar schönen Lieder“.
Bin guter Hoffnung, das wird wieder werden-
Und wir singen beim nächsten Treffen wie die Lerchen!
Ich glaub ich werd alt,
die Wehmut die plagt!
Das hatte ich noch nie in den 18 Jahren
und trotzdem hatten wir einen schönen Tag!
Mir hat es wie immer sehr gut gefallen
und hoffe auf ein Wiedersehen
Mit Gezwitscher im nächsten Jahr!

Ein fröhlicher und doch trauriger „Dorfspatz“. Käthe Schaas


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Liebe Reichesdorfer!

Seit nunmehr 20 Jahren besteht die Reichesdorfer HOG. Die Organisation und die Aktivitäten beruhten bis dahin auf dem Engagement von Einzelnen, die nach bestem Wissen und Gewissen die Geschicke der HOG Reichesdorf gelenkt haben.

Nach diesen 20 Jahren zeichnet sich nun ein Umbruch an den wir gemeinsam angehen müssen! Wie in dem vorherigen Reichesdorfer Boten angekündigt, sind zwei wesentliche Posten in der HOG zur Verfügung gestellt worden. Ich (Meck) habe meinen Posten auch aufgekündigt, wenn sich keine Nachfolger für diese freien Posten melden. Dieses ist erfolgt, wir haben vorläufig einen Kassenwart und eine Schriftführerin, so dass ich vorerst gerne weiter machen möchte. (Weitere Vorschläge und Anregungen zur Belegung unserer „Ämter“ sind erwünscht!)

Die Chance des Umbruchs sollten wir aber nutzen, grundsätzlich die Geschicke der HOG neu zu regeln. Dass dieses erforderlich ist, zeigen Beispiele aus anderen HOG’s die diese Umgestaltung schon früher durchgeführt haben und nun auf gut funktionierende Vereinstätigkeiten und Strukturen zurückgreifen können. Wir müssen den Wechsel, um in Zukunft bestehen zu können, von den Einzelaktivitäten und Verantwortlichkeiten auf mehrere Schultern verteilen. Dass dieses erfolgreich umgesetzt werden kann, davon bin ich felsenfest überzeugt!

Ich möchte hier einige (es sind mit Sicherheit nicht alle) „Baustellen“ kurz benennen:

  1. Organisationsform/Rechtsform der HOG: zurzeit sind wir kein eingetragener Verein, ohne Satzung und Regeln. Alle Aktivitäten laufen in Absprache und nach Einschätzung der Verantwortlichen. 

  2.  Integration der HOG Reichesdorf in die Siebenbürger HOG: Unsere HOG ist bis jetzt noch nicht Bestandteil der Siebenbürger HOG, somit können wir von den Vorteilen und Informationen nicht direkt profitieren. 

  3. Finanzen: Aufgrund der bestehenden Organisationsform können wir nicht als Verein agieren um beispielsweise Spenden gebührend berücksichtigen. Die Erhebung der Beiträge erfordert sehr viel Mühe und Zeit. Eine Erleichterung/Anpassung ist dringend erforderlich. 

  4. Mitglieder im HOG Reichesdorf: Nur ein Teil der Reichesdorfer sind Mitglieder in der HOG. Hier ist dringend eine Lösung erforderlich um in Zukunft handlungsfähig zu bleiben! 

  5. Pflege der Reichesdorfer Daten: Wir müssen hier eine klare Vorgehensweise finden wie dieses in Zukunft erfolgen soll. 

  6. Reichesdorfer Bote: Zu jedem Reichesdorfer Boten werden händeringend Beiträge gesammelt, dieses muss ebenfalls angegangen werden! 

  7. Jugendarbeit: Einen Blick auf die Altersstruktur der Mitglieder und der Besucher des Reichesdorfer Treffens zeigt, dass die Jugend extrem unterrepräsentiert ist. Ich erzähle nichts Neues, wenn ich sage: „Die Zukunft einer Gemeinschaft liegt in der Jugend“ die wir heute nur bedingt ansprechen und integrieren.

Es mag der Anschein erweckt worden sein, dass nichts funktioniert hat, diesem Eindruck möchte ich entgegen treten. Es gab und gibt viele Reichesdorfer die engagiert sind und das Ganze am Laufen halten, aber wir müssen besser werden und das Fundament unserer Gemeinschaft weiter ausbauen!

In den Gesprächen mit einigen von Euch/Ihnen während der letzten Wochen sind wir zum Schluss gekommen, dass wir ein Treffen haben sollten mit all den Reichesdorfern die bereit sind am Ausbau unserer HOG mitzuwirken und Verantwortung zu übernehmen.

Hiermit lade ich Euch ein, am 24. Mai 2008 um 10°° Uhr in Friedrichroda, im Thüringerwald, bei diesem Treffen dabei zu sein! (siehe unten) Viele werden jetzt denken, das machen die schon, die finden eine Lösung. NEIN ! DU bist zu diesem Zeitpunkt auch gefragt einen Betrag zu leisten. Auch DU BIST REICHESDORF!
Es wird keine Feier sein, sondern wir werden die oben genannten Themen ansprechen und versuchen Lösungsansätze zu finden. Den genauen Ablauf legen wir fest, sobald die Anzahl der Teilnehmer fest steht.
Sollte die Rückmeldung sehr gering sein, interpretiere ich dieses als Zeichen, dass an der Gemeinschaft der HOG Reichesdorf kein weiteres Interesse besteht und lege dann mein Amt, wie schon im Boten angekündigt, nieder.
Der Preis für die Übernachtung beträgt: im Doppelzimmer bei zwei Übernachtungen HP 70,00 € p. P. ÜF 60,00 € p. P. ; bei einer Übernachtung HP 42,50 € p. P. ÜF 30,00 € p. P. Im Einzelzimmer bei zwei Übernachtungen HP 86,00 € p. P. ÜF 76,00 € p. P. Im Einzelzimmer bei einer Übernachtung HP 50,50 € p. P. ÜF 38,00 € p. P. Dieses Treffen kann nicht finanziell bezuschusst werden. Alle Aufwendungen müssen von Euch / Ihnen selber getragen werden. Bitte meldet Euch bis zum 17.05.2008 bei mir an. Für die Übernachtung bucht, bitte, Eure Zimmer persönlich in folgendem Hotel :
Berghotel Friedrichroda Bergstraße 1
99894 Friedrichroda
Tel: 03623 354-0


In Erwartung einer hohen Teilnehmerzahl verbleibe ich freundlich
Euer Meck

 


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Unser ganz besonderer Jubilar

Am 11.Februar 2008 feierte Johann Schaas, in Reichesdorf Nr.87, seinen 75.Geburtstag.Der Vorstand der HOG Reichesdorf, hier in Deutschland, übermittelt dem Jubilar, im Namen aller ehemaligen Reichesdorfern, die allerbesten Glückwünsche. Gesundheit, Freude, Schaffenskraft und Gottes Segen mögen ihn auf seinem weiteren Lebensweg begleiten. Aber nicht nur Glückwünsche wollen wir übermitteln, sondern auch unseren Dank für seine aufopferungsvolle Tätigkeit in unserer alten Heimat. Unser Jubilar sorgt nun schon seit fast zwei Jahrzehnten für die Kirche, für den Friedhof, für das Pfarrhaus und noch vieles mehr. Es würde diesen Rahmen sprengen alle Einzelheiten hier aufzuzählen. Aber wir sind uns bewusst, dass Hans Schaas in Reichesdorf unser einziger Ansprechpartner ist und dank seiner vielfältigen Fähigkeiten überall gefragt ist. Das alles bedeutet viel Arbeit, Zeit und Opferbereitschaft. Wo er gebraucht wird ist er zur Stelle. Das alles sollten wir entsprechend würdigen und auch seine Frau Hanni, welche ihn tatkräftig unterstützt, in unseren Dank mit einschließen. Einen wohlbekannten Spruch, welcher für unseren Jubilar steht, wollen wir an dieser Stelle zitieren:

„Was du ererbt von deinen Vätern,
erwirb es, um es zu besitzen.“
(Wie wahr für Dich, lieber Hans Schaas!)

Wie oft mögen auch ihm Zweifel gekommen sein, wenn er sah wie unsere ehemalige Dorfgemeinschaft dahin schmolz. Wie oft wird er sich gefragt haben, ob er nicht auf „verlorenem Posten“ steht? Wir können es nicht genau wissen. Was wir aber sicher wissen ist die Tatsache, dass er allen Anfechtungen standhaft widerstanden hat und seinen Grundsätzen getreu geblieben ist.

So viel gibt´s, was beglücken kann
und Freude lässt entstehen;
es kommt auf Herz und Augen an,
dass sie, was Glück ist, sehen.
(Trojan)

Lieber Jubilar, nochmals wünschen wir Dir noch viele gesunde Jahre, zu Deinem und zu unserem Wohle.
In diesem Sinne, herzlichen Glückwunsch!

Der Vorstand


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Geburtstagsjubilare 2008

Zum 70.- Geburtstag

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Anna Binder, geb.Schuster  21.12.38 Mediasch
Hans Binder (Hetzeldorf)  05.10.38 Marktoberdorf
Johanna Binder,geb.Alzner  04.03.38 Barbing
Johanna Ehrmann, geb.Drotleff  14.10.38 Fürth
Regina Greger, geb.Kloos  18.12.38 Bruttig-Fankel
Anna Hügel, geb.Mattes  07.01.38 Dorsten
Peter Kloos  27.11.38 Nürnberg
Regina Maiterth, geb.Draser  18.09.38 Freudenberg
Rosina Meyndt, geb.Benn(Baaßen)  22.09.38 Geretsried
Adolf Müller (Nimesch)  14.04.38 Böhmenkirch
Johann Offner (Almen)  14.05.38 Wolfsburg
Ernst-Peter Streck  06.12.38 Lauf a.d.Pegnitz
Martin Untch (244)  08.11.38 Hochspeyer
Johann Wachsmann  16.01.38 Heilbronn
Susanna Wachsmann, geb.Theil  27.03.38 Heilbronn
Friedrich Weiß  20.02.38 Stuttgart
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Zum 75.- Geburtstag

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Willi Barthmes (Mediasch)  29.01.33 Geretsried
Michael Greger (21)  18.05.33 Haundorf
Regina Maiterth, geb.Drotleff  10.09.33 Augsburg
Andreas Mattes  04.11.33 Wedemark
Michael Roth  05.11.33 Cleebronn
Johann Schaas (22)  17.07.33 Nürnberg
Johann Schaas (87)  11.02.33 Reichesdorf
Anna Waffenschmidt, geb.Kloos  17.06.33 Rödental
Katharina Wagner, geb.Mantsch  15.03.33 Dachau
Regina Zimmer, geb.Schlosser  13.09.33 Landstuhl
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Zum 80.- Geburtstag

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Johann Greger  19.07.28 Lauffen a.N.
Andreas Hartmann  05.08.28 Lauffen a.N.
Martha Herberth, geb.Borger  23.02.28 Lengede
Katharina Ivan, geb.Neckel  15.08.28 Karlsruhe
Anna Nemenz (291)  21.08.28 Bergneustadt
Katharina Kotschy, geb.Gärtner Tenni  20.11.28 Nürnberg
Regina Schneider, geb.Offner 
04.05.28 Canada
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Zum 85.- Geburtstag

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Anna Alzner (4)  05.06.23 Wiehl
Johann Draser  30.09.23 Canada
Katharina Kloos, geb.Untch  11.06.23 Wiehl
Mathilde Korth, geb.Wagner  12.04.23 Hamburg
Regina Litschl, geb.Waffenschmidt(271)  04.02.23 U.S.A.
Regina Nemenz, geb.Broos(Nimesch)  16.07.23 Kassel
Katharina Rehner, geb.Untch (288)  29.10.23 Rimsting
Katharina Untch (147)  02.06.23 Halbs
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Zum 90.- Geburtstag und mehr . . .

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Anna Binder, geb.Schneider  31.03.18 Landshut
Peter Alzner  21.02.16 München
Regina Alzner, geb.Drotleff  26.01.15 U.S.A.
Anna Pinnes, geb.Löw  04.01.15 Coburg
Katharina Bruckner, geb.Löw  08.03.15 Dinkelsbühl
Katharina Schaas 16.09.14  Essingen
Anna Schaas, geb.Alzner  07.01.13 Essingen
Anna Hügel, geb.Alzner  27.12.12 Bietigheim

(soweit bekannt - erstellt von Marg. Mattes)


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Hans und Susi Wachsmann sind 70 geworden!

Am 12. April 2008 luden sie zu ihrer gemeinsamen Feier ein. Die meisten Gäste waren beim 60. Geburtstag der beiden schon dabei und versprachen sich damals: „In zehn Jahren wollen wir wieder miteinander feiern!“ So trafen wir uns also im Naturfreundehaus in Nordheim.

Das mit viel Vorfreude geplante Fest wurde zu einem unvergesslichen Ereignis! Die Wiedersehens freude war den strahlenden Gesichtern und so mancher Träne anzusehen.
Wir stellten fest: Spaß haben ist keine Frage des Alters, und Lachen ist eben die beste Medizin, immer! Wir wollen uns auf diesem Wege bei all den Gästen bedanken, die keine noch so weiten Strecken und lange Fahrtzeiten gescheut haben, um unseren Eltern die Ehre zu erweisen!

Ein Extradank an Kathi Mätz, Susi Schaas und Hanni Riemesch, die uns mit Reichesdorfer Pfirsichkuchen, Strietzel, Hauskuchen und Burzenländer Baumstrietzel kulinarisch verwöhnt haben! Liebe Eltern, euch wünschen wir Gesundheit und Zufriedenheit, und freuen uns auf euren 80-sten! 


Edda und Sussi samt Familien


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Wie es früher war

Winter 1954/1955 - mehrere Hochzeiten wurden vorbereitet und gefeiert. Freilich nicht wie vor dem 2. Weltkrieg, im „großen Saal“ mitten auf dem Marktplatz. Wir wurden bescheidener gemacht, durch Krieg, Enteignung und Deportation. Auch gehörte „uns“ der große Saal nicht mehr, - auch enteignet.
Doch die Jugend nahm ihren Lauf und gelangte zu ihrem Recht. Es wurden im eigenen Haus, soweit vorhanden, die „Stuben“ ausgeräumt, um Platz für die geladenen Gäste zu schaffen. Und wenn auch nicht mehr der „Jurcuti“ zum Tanz aufspielte, so war es ein Akkordeonspieler der gekonnt die Stimmung hochkommen ließ (wie es auch im nachfolgenden Gedicht der „Seppen-Jinnitant“ beschrieben wird).
Hochzeit - das wohl schönste aller Feste im Leben – hat unsere Jinnitant dazu bewogen, dieses Gedicht, u.a. zu schreiben. Es wurde zum ersten Mal von Johanna Nemenz Nr.199, Jahrgang 1949 (verh.Buchholzer, verst. 1997) auf der Hochzeit von Johann Greger Nr.27 und Regina Hienz Nr.154, am 12. Februar 1955, vorgetragen.


Marg. Mattes, im Apr.2008 


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Hochzegd

Of der Hochzegd senj mir hegt
bam Dränken uch bam geáden Essen
doch en Gläckwänsch für des gang Legd
terfen mir net vergàissen

Ollen Frengd hun sa gàroffen,
aüs der Fert uch aüs der Neht,
hun gákoucht, gábocken uch gábröden -
Cha, sa hun sech int gádráit. . . .

Uch en Musik hun sa faingden –
sa äs neá net glot äus Pretoá.
Der « Jurcuti » di äs verschwangden,
sengt des Zegd äs worden nouá.

Et äs uch nor en Harmonie –
ower dá Fess mócht sa eas wih.

Hoch! Det Broktpoor, et sol lewen.
Gásaunkt sellen sa, uch gläcklich seng:
Heier är zwej - iwert Göhr är droá. . . .
uch wot derhoinder kit – noch en lung Roá.


von Regina Drotleff Nr 192 geb. Draser
(zugeschickt von ihrem Sohn Karl Drotleff, Nordheim)


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Aus der Zeit kommunistischer Diktatur

Schon vor einiger Zeit habe ich, in rumänischer Sprache, das Buch „Cartea Neagra a Ceausismului- Romania intre anii 1965-1989 von Liviu Valenas, gelesen. Auf Seite 53 dieses Buches stieß ich dann auf ein Kapitel in welchem der Autor ein ausführliches Gespräch mit Egon Alzner aus Reichesdorf wiedergibt.
Dieses Gespräch beinhaltet für mich ein Stück Zeitgeschichte der jüngsten Vergangenheit, also habe ich mich entschlossen, mit Einwilligung des Autors und seines Gesprächpartners, dieses Kapitel ins Deutsche zu übersetzen, um es durch unseren „Reichesdorfer Boten“ dessen Lesern zugänglich zu machen.
Die Offenheit, mit welcher das Gespräch geführt wurde, hat mir gefallen, sowie die Erklärung nicht die Absicht zu haben etwas zu verbergen. Obwohl ich die geäußerte Weltanschauung von Egon Alzner nicht teile, muss ich sie, in einem freien demokratischen Rechtsstaat lebend, wo Meinungsfreiheit eine Selbstverständlichkeit ist, doch respektieren. Was uns heute hier in der Bundesrepublik als selbstverständlich erscheint, war während der kommunistischen Diktatur in unserer alten Heimat, die meisten von uns wissen es aus eigener Erfahrung, so nicht möglich. Schon lautes Denken konnte einen hinter Schloss und Riegel bringen! Zitieren möchte ich an dieser Stelle einen Ausspruch des berühmten französischen Philosophen Voltaire, welcher lautet: „Ich teile deine Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass du sie äußern kannst!“
Nun habe ich versucht, so gut oder auch so schlecht wie ich es konnte, das Kapitel:
“Securitatea la Cota 1400- Convorbiri cu Egon Alzner “(dt.- Der Sicherheitsdienst bei Cota 1400- Gespräche mit Egon Alzner) , aus dem Rumänischen zu übersetzen. Dabei gab es, trotz Wörterbuch, etliche Schwierigkeiten, weil es für viele Worte des rumänischen Sprachgebrauchs keine entsprechende oder exakt treffende Übersetzung gibt! So habe ich mich entschieden, einige rumänische Ausdrücke im Text der Übersetzung beizubehalten. Zum Beispiel „Cota 1400“, gemeint ist das Berghotel „Höhe 1400“ in Sinaia. In anderen Fällen, wo mir das übersetzte Wort nicht entsprechend erschien, habe ich in Klammern den rumänischen Ausdruck wiedergegeben. Um den Lesern eine Identifizierung des Fragenden und des Antwortenden zu erleichtern, habe ich die Initialen L.V.= Liviu Valenas und E.A.= Egon Alzner, an den Anfang von Fragen und Antworten gegeben, was so im Originaltext des Buches nicht vorkommt.
Hoffentlich kann sich der Leser, trotz einiger Mängel der Übersetzung, ein Bild davon machen wie es damals in Rumänien aussah, bzw. zuging und auch Überlegungen zu Parallelen finden und erstellen.

Heinrich Bruckner Übersetzung aus dem Rumänischen
„Das Schwarze Buch des Ceausismus- Rumänien zwischen den Jahren 1965-1989“ von Liviu Valenas (Saeculum Verlag I.O. Bukarest, 2004) Aus dem Kapitel ab Seite 53- Der Sicherheitsdienst bei „Cota 1400“, Gespräch mit Egon Alzner.

Egon Alzner wurde am 11.08 1942 in Reichesdorf (bei Birthälm) in eine bescheidene sächsische Familie geboren. Im Jahr 1958 beendete er eine 2jährige Berufschule für Bauwesen, er arbeitete dann im Handel und in der Gastronomie. Außerdem beendete er das Abendlyzeum mit Abitur in Agnetheln. Im Jahre 1970 absolvierte er, gemeinsam mit 47 weiteren, unter einigen hunderten ausgewählten, Kollegen, eine Spezialschule für Empfangschefs (Hotelwesen).
Nach einigen Jahren der Tätigkeit im Hotel „Rosmarin“ in Predeal, arbeitete er zwischen 1972-1994 im Berghotel „Cota 1400“. Im Jahr 1994 wanderte er in die Bundesrepublik Deutschland aus, wo er seither ein bescheidenes Rentnerdasein führt.

L.V.: Herr Egon Alzner, es bereitet mir Vergnügen uns an diesen Weihnachtstagen zu treffen, und ich möchte die Gelegenheit nutzen, Sie zu „verhören“ und etwas über Ihre Tätigkeit als Empfangsangestellter (receptioner) in einigen großen Hotels in Rumänien zu erfahren, da ich vermute, dass Sie Einiges erzählen können.
E.A.: Genau, ich habe etwas zu erzählen und ich versichere Ihnen, Sie werden staunen! Ab 1968, habe ich beim Empfang, in dem bekannten Hotel „Rosmarin“ in Predeal zu arbeiten begonnen. Ich weiß, Sie werden mich fragen, ob ich für den Sicherheits- Dienst (securitate) mitgearbeitet habe. Selbstverständlich habe ich das, und zwar habe ich, gleich als ich hinkam, damit begonnen, ich kann sagen- am ersten Tag. Am Empfang eines großen Hotels in Rumänien tätig zu sein, und nicht für den Sicherheitsdienst mitzuarbeiten, war unmöglich! Alle, die im Hotelwesen während der Ceausescuzeit gearbeitet haben, haben auch für den Sicherheitsdienst mitgearbeitet.
Wer sagt, er habe das nicht getan, der lügt! Ich habe einem Sicherheitsoffizier schriftliche Informationen (note informative) gegeben. Er ist inzwischen verstorben, Gott sei ihm gnädig. Ihn interessierte, ich solle eventuelle Spione entdecken (?), denn in dem Ort kehrten jene von der Staatsführung ein. Predeal war der von der Familie Ceausescu bevorzugte Luftkurort. Nicht nur die ehemalige Antonescu-Villa wurde von der Familie Ceausescu genutzt, sondern auch andere Hotels. Ins Hotel „Rosmarin“ kam Nicu Ceausescu um sich gemeinsam mit seinem guten Freund, Micky Voiciu, zu amüsieren.
L.V.: Micky Voiciu?
E.A.: Bitteschön, Madalin Voiciu, wir nannten ihn Micky. Jetzt ist er der Vertreter der Zigeuner im arlament, obwohl er kein Zigeuner ist. Was wollen Sie, Herr Valenas, er verdient so sein tägliches Brot.
L.V.: Wie waren die Freunde beim Zechen?
E.A.: Zu jener Zeit waren sie Gymnasiasten, in den letzten Gymnasialklassen. Sie vergnügten sich wie vernünftige Schüler, tranken ein paar Bier, soviel. Sie wurden mit einem Auto aus Bukarest gebracht, gefahren von einem Sicherheitsoffizier, dem Major Sandu Bota. Des Öfteren kamen mit ihnen auch die beiden Kinder von Paul Niculescu-Mizil, Serghie (Serji) und Mitea. Ich habe ihn, Nicu Ceausescu, nie als Trinker erlebt, jedenfalls nicht im „Rosmarin“. Zum großen Trinker bin allerdings, ich, hier in der Bundesrepublik geworden. Um 1968-1969 war Nicu ein schöner, ruhiger Junge. Die ganze Clique bestand aus vernünftigen Jugendlichen. Ich kann nichts anderes sagen, es wäre unaufrichtig von mir, etwas anderes zu behaupten. Verderben werden sie etwas später. Was hätten Sie gemacht, wenn Sie das Kind von Nicolae Ceausescu gewesen wären?
L.V.: Zum Glück war ich es nicht! Haben Sie Zoe Ceausescu gekannt?
E.A.: Ja, ich habe sie gekannt. Sie kam aber nicht ins „Rosmarin“, sie besuchte ein Hotel am Cioplea, um dort ihre sexuellen Probleme zu lösen. Diese Eskapaden scheinen ihre Eltern nicht interessiert zu haben.
L.V.: Wie lange haben Sie im „Rosmarin“ gearbeitet?
E.A.: Etwa zwei, drei Jahre. Im Jahre 1972 wurde ich zu einem großen Elite-Hotel, zum Berg- Hotel „Cota 1400“ in Sinaia versetzt, selbstverständlich als Empfangschef. Nach kurzer Zeit kam, der für dieses Hotel verantwortliche Sicherheitsoffizier, namens Braileanu, begleitet vom Arzt des „Cota 1400“ zu mir, um mich in Empfang zu nehmen.
L.V.: Arzt, sagten Sie?
E.A.: Genau, das sagte ich. Er hieß Patrascu. Bei uns, der „Cota 1400“, gab es ein medizinisches Kabinett, wir hatten einen Chefarzt. Dieser, Sie sind sich dessen bewusst, war sehr wichtig, vor ihm zitterte auch Braileanu. Später erfuhr ich dann, dass Patrascu der Psychologe des Sicherheitsdienstes von Sinaia war. Die beiden sprachen mich nicht im Hotel, sondern draußen, im Freien, beim Abstieg vom alpinen Rastplatz zum Hotel „Cota 1400“, an. Braileanu sagte mir unmissverständlich: „Du musst mit uns zusammen arbeiten, wenn du dieses nicht tust, fliegst du ab morgen von deiner Stelle, du verschwindest von hier!“ Ich sagte sofort: „Genosse Braileanu, Sie scherzen mit mir!“ „Genau so“, kam die Antwort. Patrascu war von der Härte Braileanu´s etwas entrüstet und sagte: „Einen Augenblick, Genosse Braileanu, wir sollten den Genossen Egon nicht so hart anfassen, er ist ein gutes Element… Vergebens! Was sollte ich machen, frage ich Sie? Diese hatten die Macht mich sofort hinauszuwerfen! Er sagte mir auch: „Solche wie dich finden wir zu Tausenden!“ Was hätte ich machen sollen?
L.V.: Können Sie mir diesen Braileanu beschreiben?
E.A.: Herr Valenas, ich weiß nicht für welchen Geheimdienst Sie arbeiten, aber ich sage Ihnen folgendes: Sie sind professioneller als die vom Sicherheitsdienst, ganz zu schweigen von den Amateuren des BND (Bundesnachrichtendienstes), welche mich hier, in der Bundesrepublik, eine ganze Woche befragt haben. Sie führen ein perfektes Verhör, Sie wissen genau, welche Fragen man stellen muss!
L.V.: Entschuldigung, aber ich führe kein Verhör, sondern ich schreibe ein Buch über die Ceausescuepoche! Herr Alzner, habe ich Sie verpflichtet sich zu äußern? Was hat Sie eigentlich bewogen, von niemandem gezwungen, zu sprechen?
E.A.: Nein, Sie haben mich nicht gezwungen. Ich sehe, dass Sie ein ehrlicher Mensch sind, obwohl meine politische und religiöse Überzeugung sich gänzlich von der Ihren unterscheidet. Ich erzähle Ihnen mit aller Offenheit alles, was Sie interessiert. Sie sollen aber wissen: die Tatsache, dass Sie es verstehen, einen Menschen zu überzeugen, sich zu öffnen, bedarf der Professionalität, und Sie, Herr Valenas, besitzen diese! Weshalb ich spreche? Weil ich nichts zu verbergen habe. Was sollte ich verbergen? Ich sage Ihnen die Wahrheit, und wenn jemandem die Wahrheit nicht zusagt, soll er es bleiben lassen…
Sie fragten mich nach Braileanu? (Anmerkung des Autors: Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um den deutschen Staatsbürger -2002- Stefan Brailer. Er hat eine Arbeitsvermittlung in Deutschland, in Karlsruhe; wurde Aktionär beim „Westkurier“, welcher in Reutlingen erscheint. Er wurde einer der Chefs der sogenannten „Internationalen Liga“ der Rumänen. In dieser Eigenschaft nahm er am 22. Nov. 2003 in Berlin, bei der von der Regierung Nastase organisierten Zusammenkunft der „Diaspora“, teil.)
Was ich weiß: Braileanu war Major des Sicherheitsdienstes von Sinaia, etwa 30 Jahre alt von guter Gestalt, ursprünglich von irgendwo aus der Muntenia stammend. Mehr weiß ich nicht über ihn.
L.V.: Haben Sie ihm etwas vorzuwerfen?
E.A.: Ja, das habe ich. Damals, bei jenem Gespräch zu dritt hat er mir gedroht, wenn ich nicht mitarbeite, so fliege ich. Ich habe versucht ich zu verteidigen: „Gibt es hier bei „Cota 1400“ militärische Geheimnisse? Davon verstehe ich nichts, davon verstehen Sie mehr!“ Braileanu hat mich sofort unterbrochen: „Lass das, nicht das interessiert mich, du weißt schon, was ich interessiert! Zum Beispiel Betty, und wenn du uns nicht alles sagst, wirst du große Unannehmlichkeiten haben!“ Betty, Gott vergebe ihr, sie arbeitete auch am Empfang im „Cota 1400“. Gut, was hätte ich tun sollen? Ich habe mich einverstanden erklärt mitzumachen.
L.V.: Was für einen konspirativen Namen haben Sie erhalten?
E.A.: „Alex“ hergeleitet vom Familiennamen Alzner. Mit dem Namen Alex habe ich alle schriftlichen Informationen unterschrieben.
L.V.: Wie viele schriftlichen Informationen haben Sie abgegeben?
E.A.: Etwa tausend.
L.V.: Wie? Tausend?
E.A.: Wieso wundern Sie sich, in fast 20 Jahren meiner Arbeit während der Ceausescuzeit… Ich habe auch noch nach der Revolution beim Berghotel „Cota 1400“ weitergearbeitet. Vielleicht waren es nicht tausend Informationen, hunderte habe ich jedenfalls geschrieben, ich habe sie nicht gezählt. Während einer Woche gab ich durchschnittlich etwa zwei Informationen ab, außer den täglichen Berichten über die Struktur (Zusammensetzung) der ausländischen Touristen. Die Erstellung dieser Informations- Berichte wurden mit der Zeit zur Routine. Hätte ich wenigstens Geld dafür erhalten! L.V.: Wenigstens eine Prämie werden Sie erhalten haben, das können Sie nicht verneinen!
E.A.: Ich gestehe, man hat mir Geld angeboten, aber ich habe abgelehnt.
L.V.: ?
E.A.: Hätte ich Geld angenommen, wäre ich in ei nen anderen Bereich gekommen, das wäre etwas anderes gewesen. Ich habe zu Braileanu gesagt: „Was wollen Sie? Jetzt soll ich mich kompromittieren, wollen Sie mich zum Schinder machen?“ Er hat daraufhin nicht mehr mit dem Geld beharrt… Ich will Ihnen aber etwas sagen: man soll alle die von mir abgegebenen Informationen veröffentlichen. Ich wünsche dieses, damit die Öffentlichkeit erfährt was ich geschrieben habe! Man soll sehen: habe ich jemanden zerstört, hat jemand wegen mir gelitten?
L.V.: Seien wir ehrlich, Sie haben doch sicherlich nicht über die Schneeschmelze bei der „Cota 1400“ berichtet…
E.A.: Sicherlich nicht. Ich musste Aufschluss über meine Kollegen vom Berghotel „Cota 1400“ geben. Ich hatte am Empfang noch drei Kolleginnen welche dort arbeiteten, die vom Haupt-Shop und die vom internen Shop sowie der Rest des Personals. Es war klar, dass wir alle vom „Cota 1400“ dem Sicherheitsdienst, gezwungenermaßen, berichten mussten! Wir wussten dies, besprachen das aber nie öffentlich. Also auch mich verfassten die Kolleginnen Berichte. So spielten wir nicht mit dem Feuer und berichteten so, dass niemand darunter zu leiden hatte. Andrerseits wären wir sonst alle geflogen. Es bestand also, mit anderen Worten, Solidarität unter uns. Nie haben wir in diesen Berichten etwas übertrieben. Dann musste ich den Tagesbericht über die Gruppen, welche zu uns ins Hotel kamen, schreiben- ihre Zusammensetzung, wie viele Deutsche, wie viele Bulgaren u. s. w.
Selbstverständlich auch worüber sie sprachen. Aber mit Beginn der 80er Jahre, hat sich der Sicherheitsdienst für etwas anderes interessiert: „Wie schildern die Reiseleiter dieser Ausländergruppen die Zustände in Rumäien?“ Ich wünsche, dass alle meine Informationen zugänglich gemacht werden, für jeden, der sie lesen will! Sie müssen vorhanden sein, denn in Sinaia wurde während der Revolution nichts zerstört. Man kann nicht sagen: sie sind im Dezember `89 verbrannt! Ja, einige haben schlimme Taten begangen und sie wollen nicht sprechen, sie wollen nicht um Verzeihung bitten und sie wollen nicht, dass man das, was sie geschrieben haben, erfährt. Ich persönlich habe mir nichts vorzuwerfen.
L.V.: Haben Sie mit Reiseleitern gesprochen und mit welchen?
E.A.: Zum Beispiel hatte die Firma TUI ihren eige nen westdeutschen Reiseleiter. Ich war bedeutend, weil ich der einzige im Hotel war, der die deutsche Sprache perfekt beherrschte.
L.V.: Das ist klar. Wem gaben Sie die schriftlichen Informationen?
E.A.: Ich merke, Sie sind neugierig… Arbeiten Sie wirklich für keinen Geheimdienst?
Im Hotel „Cota 1400“ hatten wir ein Geheimzimmer, welches nur von Braileanu genutzt wurde. Hier gaben wir unsere schriftlichen Informationen ab. Oft diktierte er sie mir selber und ich unterschrieb nur mit Alex.
L.V.: ?
E.A.: Wieso verstehen Sie nicht, ist das so schwer zu verstehen? Er brauchte eine gewisse Menge an Informationen- die Menge war wichtig, nicht die Qualität. Wurde die entsprechende Menge erreicht, waren alle zufrieden. Besonders die in Bukarest und Ploiesti mussten zufrieden sein. Genaugenommen machten wir, die Informanten, die Arbeit des Sicherheitsdienstes. In Sinaia wurde noch eine konspirative Villa genutzt, dort traf ich ebenfalls mit Braileanu zusammen, aber auch direkt mit dem Kommandanten des Sicherheitsdienstes von Sinaia, dem Oberst Serbulea. Ich kann sagen, er war ein besonderer Mensch. Sehr intelligent, sehr korrekt. Nach der Revolution hat er sich in den Ruhestand zurückgezogen. Niemand hat ihn wegen irgend etwas angeklagt, nicht einmal die „Revolutionäre“, die in jenen Tagen den Partei- Sekretär vom OJT (Kreisamt für Tourismus) Olt, den berüchtigten Mitrache, skalpieren wollten. (Er entkam nur, indem er durch einen Tunnel flüchtete). Oberst Serbulea war sehr bedeutend in der Struktur des Sicherheitsdienstes in Rumänien; er war verantwortlich für die drei Landkreise Prahova, Dambovita und noch für einen. Er war eine Kapazität in der Fachmaterie, aber, ich wiederhole, ein sehr korrekter Mensch. Ich kann ihm nichts vorwerfen. Im März 1990, also drei Monate nach der Liquidierung Ceausescus, sah ich ihn vor der orthodoxen Kirche in Sinaia. Serbulea! Wir haben uns umarmt. Er sagte mir während seiner Zeit als Chef des Sicherheitsdienstes von Sinaia: „Egonica (rumänische Koseform für Egon), solltest du irgendwelche Probleme bekommen, kannst du, wann immer, zu mir kommen, hörst du, sogar nachts!“ Fortsetzung im nächsten Boten


Heinrich Bruckner


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Früher war alles besser… doch es könnte so bleiben!

Der gute Reichesdorfer wusste immer, was er zu tun hatte. Es wurde rund um die Uhr gearbeitet- auf dem Acker, im Stall, in der Fabrik, im Büro, im Garten usw.
Es wurden Neugeborene freundlich eingeläutet und Verstorbene respektvoll und würdig verabschiedet. Man hat auch gefeiert: Verlobungen mit dem üblichen „Schiessen“- Geschirr zerschlagen war Frauensache, mit „carbit“ in Dosen taten es die Burschen.
Hochzeiten waren immer etwas Besonderes: das Zusammentragen von Lebensmitteln von allen hilfsbereiten Reichesdorfern, die zur Unterstützung dieser großen Feste dienten; und der anschließende Dank an die Spender, in Form einer „rosigen“ Hunklich.
Es gab den Kirchenchor und die Adjuvanten, ab und zu lustige Theatergruppen, auch der Tanz um die „Krone“ sollte nicht vergessen werden! Na, und in unserem schönen Saal hat man sich oft die Füße wundgetanzt!
Warum das alles so geordnet und wie selbstverständlich lief? Man lebte unter der „Schirmherrschaft“ der Kirche und des Glaubens, und man war durch die Nachbarschaften gut durchorganisiert. Es war Pflicht seine Kirchensteuern zu zahlen, es war Pflicht Gemeindearbeit zu leisten, es war Pflicht bei Beerdigungen Nachbarschaftshilfe zu leisten usw. Wann kam schon jemand auf den Gedanken, all das in Frage zu stellen? Jedem war halt bewusst, dass man in einer funktionierenden Gemeinschaft für die Gemeinschaft eintreten muss.

Vielleicht hat Hari Hügel etwas Ähnliches gemeint, als er bei unserem 10. Reichesdorfer Skiwochenende auf die momentane Situation unserer Heimatortgemeinschaft mit folgendem Zitat des früheren amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy einging: „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, frage, was du für dein Land tun kannst“!

Wo wollen wir in zehn Jahren sein? Wir sind im Umbruch und haben es selbst in der Hand, etwas für Reichesdorf zu tun.
Früher war es Pflicht, heute darf jeder selbst bestimmen, ob Reichesdorf auch in der neuen Heimat Bestand und Zukunft hat. Ich finde, es ist ein erhabenes Gefühl dazuzugehören, und der jungen Generation diese Kostbarkeit weiterzugeben.

So geschehen beim Skiwochenende: große und kleine Reichesdorfer trafen sich am Freitag, 1.Februar 2008 in unserer uns lieb gewordenen Hütte auf der Sattelbergalm in Österreich.
Die Begrüßung fiel, wie immer, sehr herzlich aus. Man verbringt gerne Zeit miteinander und freut 10 Reichesdorfer Bote sich, dass man auch Kinder kennenlernt, die man sonst nicht sieht.
Nachdem Hari und unser Vorsitzender Meck Werner Meyndt uns allen ins Gewissen geredet hatten, Reichesdorf nicht aufzugeben, sondern uns aktiv am Erhalt der HOG zu beteiligen, gingen sie zur Ehrung der Jubilare über. Schließlich muss Treue belohnt werden!
Fünfmal dabei waren: Sabine, Steffen, Brigitte und Dietmar Schaas, Tina und Ralf Greger, Marius Alzner, Käthe Untch, Elisabeth und Udo Riemesch. Zehnmal waren dabei: Edith, Hannes und Hans Hügel, Anne und Gustav Hügel, Harald Hügel und Werner Meyndt. Wir sind stolz, in euch solch treue Reichesdorfer Seelen zu haben!
Alle Jubilare und Jubilarinnen bekamen Urkunden, jede Menge Küsse und einen tosenden Applaus. Am nächsten Tag fuhren unsere Skifahrer in den Nachbarort, um die dortige Piste unsicher zu machen. Wir, die Skiverweigerer, machten uns aber auch einen schönen Tag. Wir holten die Schlitten raus, Rodeln war angesagt. (Wenn man die bergauf nur nicht immer ziehen müsste!)
Manche zogen es vor kleine Wanderungen zu unternehmen oder einfach nur in der Sonne zu entspannen. Es kam wohl jeder auf seine Kosten! Abends durften unsere Männer wieder grillen. Es ist immer wieder erstaunlich, mit welchem Enthusiasmus sie diese Tätigkeit verrichten, da es abends doch recht „frisch“ ist in den Bergen! (Danke Jungs!, weiter so!)
Es folgte eine ausgelassene Faschingsparty. Einige von uns hatten wieder lustige Kostüme dabei. So wurden fast alle verkleidet und geschminkt, um dann fröhlich und laut zu feiern. Natürlich hielten auch alle bis in die frühen Morgenstunden durch.Das Programm am Sonntag sah ähnlich aus. Es herrschte ein buntes Treiben, draußen im Schnee, oder auch am wärmenden Kaminfeuer.

Der Montag war dann etwas von Wehmut überschattet. Man musste wieder Abschied nehmen voneinander. Das viele Gepäck und wir wurden in Busse gequetscht, (das war `ne Gaudi!), und ab ging es, zu dem Parkplatz, wo unsere Autos auf die Heimfahrt warteten. Diejenigen, die noch einen Schlitten ergattern konnten, rodelten den Berg hinunter.
Dann wurde es Zeit „Auf Wiedersehen“ zu sagen. Es war ein Händeschütteln, Umarmen, Küsschen verteilen, dass einem warm ums Herz wurde! Es war klar: nächstes Jahr gibt es ein Wiedersehen! Wir bedanken uns für die Organisation des Treffens wieder recht herzlich bei Hari!
Natürlich sagen wir auch Danke an alle anderen, die bei der Vorbereitung und gelungenen Durchführung mitbeteiligt waren!

 Susi


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Hallo Werner, 

Habe eine Bitte an dich. Wir sind auf der Suche nach einem Wochenendhaus (Ferienhaus). Habe die Möglichkeiten vor Ort und Stelle, in Reichesdorf, fast ausgeschöpft. Kennst du Leute die noch das Haus in Reichesdorf im Eigentum haben und daran interessiert sind es zu verkaufen? Wenn ja lass dich bitte melden. Ansonsten sind wir OK.
Schone Grüsse aus Mediasch.
Kontakt, Tel: 0040 369 421564
e-mail: w_untch@yahoo.de 
Gruß Willi


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Liebe Landsleute,

und alle die die für den erhalt unserer H. O. G. stehen. Da die neue Bank keine Überweisungsträger vorbereitet bitten wir Euch auch ohne denselben Euren Beitrag für das Jahr 2008 an das in diesem Feld angegeben Konto mit Namen, Mitgliedsnummer (befindet sich auf dem Briefumschlag vor der Adresse) zu überweisen.

 

 

   Beitrag      

    Frieshofspflege    

Familie 15,00 €   5,00 €  
Einzelperson   7,50 €   2,50 €  

Bankverbindung: Ernst Kloos
Inland:     Konto Nr. 1001652443 / BLZ 12030000, Deutsche Kreditbank Berlin
Ausland: Konto Nr. (IBAN) DE 19 1203 0000 1001 652443 / BLZ (BIC) BYLADEM 1001

Euer Kassier  


Anzeigeschluss 30. April und 31. Oktober

 


1. Vorsitzender: Werner Meyndt   82515 Wolfratshausen  Tel 08171/20228 
 Kassier: Ernst Kloos 51674 Wiehl Tel 02262/305662
Schriftführer:  Susanna Riemesch  74226 Nordheim   Tel 07133/964816
 Margareta Mattes  30900 Wedemark - Elze   Tel 05130/4379
Herausgeber des Boten:  Werner Meyndt 82515 Wolfratshausen  werner.meyndt@reichesdorf.de 
Internet Hans-Christian Hienz  91550 Dinkelsbühl webmaster@reichesdorf.de

 

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