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Reichesdorfer Bote

    Jahrgang 24, Ausgabe 42                                                                                                              Mai 2010  

 
 

 
Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis
Wenn Du noch eine Mutter hast / Hände
Ein bisschen Geschichte
Eine Schachtel voller Küsse
Zum Muttertag
Meine zweite Heimat
Sachsentreffen in Dinkelsbühl
Wichtige Termine
Reichesdorfer Ski-Treffen
Sophia und Georg Lassner
Die geliehene Jugend

Wie es früher war

Arbeitsbescheinigung
Komm, lasst uns gehen
Für unsere Jüngsten
Hallo Radio 7-Bürgen
Zum 95 Geburtstag, Katharina Bruckner

Unsere Geburtstags-Jubilare
In eigener Sache
Online aktuell
Spenden zu Gunsten der Reichesdorfer HOG
Reichesdorfer Winterfeste
Frühjahrstage in Reichesdorf
Soxsesch-bleesch
 

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Liebe Reichesdorfer

Dieser Bote erscheint zum festen Termin: Muttertag.
Wollen wir ihn deshalb heute unseren Müttern widmen mit ein paar Gedichten und Geschichten.

Die Reichesdorfer HOG wünscht allen Müttern, alles Liebe alles Gute zum Muttertag.

Nur eine Mutter weiß allein,
Was lieben heißt und glücklich sein.

Unzählige Male ist dieses Gedicht am Muttertag, bei uns in der Kirche, von den Kindern vorgetragen worden.


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Wenn Du noch eine Mutter hast

Wenn Du noch eine Mutter hast
so danke Gott und sei zufrieden
nicht allen auf dem Erdenrund
ist dieses hohe Glück beschieden.

Sie ist dein Sein, sie ist Dein Werden
sie ist Dein allerhöchstes Gut
sie ist Dein größter Schatz auf Erden
der immer Dir nur Gutes tut.

Sie hat von ersten Tage an
für dich gelebt, in bangen Sorgen
sie brachte abends dich zur Ruh
und weckte küssend dich am Morgen.

Und warst du krank, sie pflegte dich
die dich in tiefem Schmerz geboren
und gaben alle dich schon auf
die Mutter gab dich nie verloren.
Wenn Du noch eine Mutter hast
dann sollst Du sie in Liebe pflegen
dass sie dereinst ihr müdes Haupt
in Frieden kann zur Ruhe legen.

Und hast Du keine Mutter mehr
und kannst du sie nicht mehr beglücken
so kannst du doch ihr frühes Grab
mit frischen Blumenkränzen schmücken.

Ein Muttergrab, ein heilig Grab
für Dich die ewig bleibende Stätte
oh wende Dich an diesen Ort
wenn dich um tobt des Lebens Wilde.

 Autor: Friedrich Wilhelm Kaulisch (1827-1881)


Weil Gott nicht überall sein konnte,
schuf er die Mutter!

 


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Hände

 

Es liegt der Blick zwischen den Weiten
An Erinn`rung blassen Strände,
sie denkt der weißen Rosen Zeiten,
in ihrem Schoß ruh`n müde Hände.

Sie haben einst geliebt, gescherzt,
der Rosen Zeit schien zu Ende,
Kinder gestreichelt und geherzt,
es waren liebevolle Hände.

Oft linderten sie Leid und Schmerz,
der Jugendherzen flammend` Brände,
und brannte auch das eigene Herz,
´ nie zeigten es die wehen Hände.

Wie sie auch hart und oft beschwerlich,
der schwarzen Rosen zeitlich Wende,
stets blieben zärtlich sie und ehrlich,
sie klagten nie, die treuen Hände.

Zeigen sie heute der Seele Beben,
Sind nicht so kraftvoll und behende,
ich möchte dankend sie liebkosen,
es sind der Mutter liebe Hände.

Harald Paal (Hetzeldorf)


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Ein bisschen Geschichte

Schon im 13. Jahrhundert soll vom englischen König Heinrich III der erste „Mothering Sunday“ eingeführt worden sein, um die Kirche als religiöse Mutter in den Mittelpunkt zu rücken. Auch erwachsene Kinder sollten an diesem Tag an ihre Eltern denken.
Erst 1917 ließ man die Tradition wieder aufleben. Die moderne Form des Muttertags hat ihren Ursprung aber in der Frauenbewegung in den USA und in England. Es war nämlich im Jahr 1865 die Amerikanerin Ann Marie Reeves Jarvis, die versuchte, eine Mütterbewegung namens Mothers Friendships Day zu begründen. Deren Tochter, Anna Jarvis, die am 2. Sonntag im Mai, dem 2. Todestag ihrer Mutter, im Jahr 1907 500 weiße Nelken vor einer Kirche verteilte, gilt jedoch als eigentliche Urheberin des Muttertages.
Hieraus stammt auch die Tradition mit den Blumen, die man seiner Mutter am Muttertag als klassisches Muttertagsgeschenk überreichen kann. 1914 wurde der 2. Sonntag im Mai aufgrund des Engagements von Anna Jarvis für die Errichtung eines Ehrentages für die Mutter, per Gesetz in den USA zum Feiertag. 1922 schließlich schwappte der Muttertagsgedanke auch nach Deutschland über.
Insbesondere im Nationalsozialismus war es so, dass dieser Tag besonders begangen wurde. Schließlich waren es letztlich die Mütter nach der Auffassung der Nationalsozialisten, die für Nachwuchs – Kanonenfutter – für den bevorstehenden großen Krieg des Dritten Reiches sorgen sollten. 1949 wurde der Muttertag in Deutschland auf den 2. Sonntag im Mai offiziell als Feiertag festgelegt. Es war dabei so, dass sich seit 1926 zahlreiche Initiativen für eine Festlegung des Muttertages als gesetzlichen Feiertages ausgesprochen haben. Diese Tradition ist heute noch immer so und in Deutschland wird der Muttertag am 2. Sonntag im Mai gefeiert.
Erstmals begangen wurde der Muttertag in Deutschland im Jahr 1923. Der Ursprung des Muttertages liegt in den USA bzw. in der Frauenbewegung.
Im Dritten Reich unter Adolf Hitler wurden die Mütter an ihrem Ehrentag sehr groß verehrt. Seit 1949 nun ist der Muttertag in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag, der immer auf den 2. Sonntag im Mai fällt.
An diesem Tag wird es in den meisten Familien so gehalten, dass entweder Vater oder Kinder die an diesem Tag die anfallende Hausarbeit übernehmen, sprich Betten machen, Kochen, Abspülen etc. Darüber hinaus ist es Tradition, dass man seiner Mutter als Geste des Dankes auch ein kleines Geschenk macht. Zu den klassischen Geschenken zum Muttertag gehören dabei Blumen, aber auch Pralinen. Im Gegensatz zum Muttertag wird in Deutschland der Vatertag unkonventioneller gefeiert. Das mag auch seinen Grund darin haben, dass der Vatertag sich seinen Platz mit einem christlichen Feiertag teilen muss – Christi Himmelfahrt. Den Eindruck, den viele Menschen vom Vatertag haben, zeichnet sich jedes Jahr aufs Neue wieder ab. Die Männer halten es an ihrem Ehrentag nämlich meist so, dass sie diesen Tag nicht mit ihrer Familie verbringen, sondern mit ihren Freunden – in bekannter Männerrunde - ein Bier trinken oder aber eine Wanderung machen.


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Eine Schachtel voller Küsse

Die Geschichte begann vor langer Zeit, als eine Mutter ihr 5- jähriges Kind bestraft, weil es einen wertvollen Gegenstand verloren hatte. Damals hatte sie nicht viel Geld.

Es war gerade Muttertag und an diesem Tag brachte das Kind der Mutter ein Geschenk mit den Worten:

„Das ist für Dich“.

Die Mutter war erst verlegen, doch dann ärgerte sie sich sehr, als sie sah, dass in der Schachtel nichts drinnen war. Sie sprach in hartem Ton: „weißt du nicht, dass, wenn man schon ein Geschenk macht, auch etwas drinnen sein soll!“ Das Kind schaute sie von unten mit Tränen an und sprach:

„Es ist etwas drinnen,
es ist voll mit meinen Küssen für dich!“


Die Mutter fühlte sich beschämt, ging in die Knie, um-armte das Kind und bat um Verzeihung.

Von nun an bewahrte die Mutter die Schachtel immer neben Ihrem Bett auf und immer, wenn es ihr mal nicht so gut ging, oder sie Mut brauchte dann öffnete sie die Schachtel und nahm einen Kuss heraus.

Jeder von uns hat eine Schachtel von seinen Kindern, von Freunden und von Gott.

Es gibt nichts Wichtigeres, das man besitzen kann.

Regina Meyndt Geretsried


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Zum Muttertag

Die vielen Falten in deinem Gesicht,
ich weiß woher sie kommen,
Du sorgtest immer dich um mich,
nie hab ichs ernst genommen.

Dein Rücken ist auch krumm geworden,
du musstest soviel tragen,
Du nahmst so manche Last von mir,
in Kinder- und auch Jugendtagen.

Nun leg ich meinen Arm um dich,
verspreche, ich werde dich beschützen,
Bis in das hohe Alter will ich jetzt,
dich immer unterstützen.

Du schaust mich an,
du glaubst mir nicht,
doch deine Augen strahlen.
Du weißt, der Wille ist wohl da,
wie in den Kindertagen.

eingesandt von Kathi Mätz


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Meine zweite Heimat  

Ich kam aus dem Siebenbürgerland
Ganz unbekannt in`s Hessenland.
Die Leute alle fragten mich:
„Wo kommst du her, wie heißt man dich?“

Ich sagte meinen Namen dann
Und auch das Land woher ich kam.-
Dein Land das ist uns unbekannt,
in unserem schönen Hessenland.

Ganz traurig ging ich dann
Zu meinem lieben, klugen Mann:
„Wie kommt es denn, dass niemand weiß,
wie meine liebe Heimat heißt?“

„Beruhige dich mein liebes Kind,
ich will dir`s sagen ganz geschwind.
Wer hier in die Schule gegangen ist,
der weiß auch wo Siebenbürgen ist.“

Nach achtzehn Jahren fuhr ich dann,
nach Hause mit meinem deutschen Mann.
Ein kleiner Junge an unserer Seite,
ach war das eine große Freude.

Wir fuhren mit dem Orient-Express
durch Wien und auch durch Budapest.
Bis wir kamen in das Land,
wo einst mal meine Wiege stand.

So ging die Reise weiter fort,
bis wir kamen in meinen Heimatort.
Wir standen vor dem Elternhaus,
das Tor, das ging ganz langsam auf.

Ich wusste nicht wie mir geschah,
sie standen Alle, Alle da.
Eltern, Onkel und auch Tanten
und auch alle Anverwandten.

Alle Kinder groß und klein
standen da mit Blümelein.
Auch der Chor, der sang noch Lieder,
in meine Heimat kam ich wieder.

Viele Freudentränen gab es dann,
als wir uns in die Arme nahmen.
Sie liebten meinen Mann so sehr
und unseren Jungen noch viel mehr.

Wir gingen dann in`s Haus hinein,
dort gab es Kuchen und auch Wein.
Sie fragten alle miteinand:
„Wie sind die Leut im Hessenland?“

„Ich konnt nur Gutes von euch sagen,
ihr habt mich ja auf Händen getragen.
Drum dank ich euch ihr lieben Leut,
dass ihr so gut zu mir bis heut,

in guten und in schweren Tagen
habt ihr geholfen mir alles tragen.
Nun weiß ich eines ganz gewiss,
dass hier meine zweite Heimat ist.

Elisa Schlag geb. Untch, Fronhausen 1990
früher Reichesdorf, Siebenbürgen


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Sachsentreffen in Dinkelsbühl

Es war in Dinkelsbühl und Pfingsten,
als hunderte Japaner linsten,
die Sachsen alle aufmarschiert,
die Herrschaften gar ungeniert
die heile Welt zusammenlogen -
da bin ich durch die Stadt gezogen.

Was war das nur für ein Helau,
obwohl die meisten noch nicht blau.
Von "Serves, ey Pula" bis "Grüß Gott",
"Noroc!" bis "Scheiss der of den Hot",
war alles in der Stadt vertreten,
nobles Volk und auch Proleten.

Ein "Servus Hans, wai gieht et nouch?"
mit "Komm mal wieder zu Besuch."
und "Ce mai faci, bai?" Hand in Hand -
hier bleibt auch keiner unerkannt.
Das Essen schmeckt, das Bier ist kühl...
"Bis nächstes Jahr in Dinkelsbühl."

Gedanken eines (????) zum Treffen der
Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl


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Wichtige Termine

Herzliche Einladung!  Zu unserem Besprechungstreffen im Berghotel in Friedrichroda am:

                                                    29.05.2010!!

Wie vor zwei Jahren möchten wir uns mit dem Thema Reichesdorfer HOG auseinandersetzen.
Jeder, der mitreden möchte, ist uns willkommen!
Zimmer sind vorbestellt und kosten 44.50 pro Person im Doppelzimmer. Anmeldungen nimmt Meck (Werner Meyndt) gerne entgegen.
Auch ein Skiwochenende wird es 2011 wieder geben. Es findet, wie in diesem Jahr, in der Skigegend Wildkogel statt. Es sind 50 Plätze vorbestellt, aber es kann noch aufgestockt werden…
Diese Nachricht bitte an alle Reichesdorfer Jugendlichen weiterleiten.
Die Einladungen hierfür wird Hari demnächst verschicken.

Susi


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Reichesdorfer Ski-Treffen


Es ist der 12. Februar, 11 Uhr, endlich Schulende. Schnell nach Hause, die Sachen sind gepackt, das Auto steht bereit, und dann geht es los. Neukirchen, wir kommen. „Auf! Papa gib Gas, wir wollen pünktlich dort sein.“ Und dann… Stunden danach ist es so weit.

Alle möglichen Sachen aus dem Auto auspacken, und dann geht es zur Talstation. Alles wird verstaut und wir fahren mit der Gondel hinauf zur Bergstation.

Von dort müssen wir den Weg zur Hütte „Wolkenstein“ finden, ohne zu wissen, wo es hingeht, einfach ins Ungewisse. Doch das Bauchgefühl weist uns den richtigen Weg, einfach geradeaus.

Mit rotem Gesicht und gefrorenen Fingern werden wir von den bereits Eingetroffenen herzliche empfangen. Während man sich begrüßt, wird einem selbstverständlich ein Getränk angeboten. Nach einer Stärkung bringen wir unser Gepäck auf unser Zimmer und teilen uns die Betten ein.

Die Kinder wollen natürlich auf dem Hochbett schlafen, und die Eltern müssen sich dann mit dem Übriggebliebenen zufrieden geben.

Danach geht es wieder nach unten, wo bald darauf das Abendessen stattfindet. Es gibt eine große Auswahl, und man kann sich so viel nehmen, wie man möchte, nur das Trinken müssen wir selbst bezahlen.
Nach dem Essen werden dann Tische und Bänke auf die Seite geschoben, um Platz zum Tanzen zu schaffen. Während die einen dann tanzen, unterhalten sich die anderen miteinander, bis sie müde und erschöpft auf ihre Zimmer gehen und sich schlafen legen. Und es geht der erste, stressige, aber auch tolle Tag auf der Hütte „Wolkenstein“ zu Ende.

Am nächsten Tag werden wie schon früh wach, und uns erwarten schöne Pisten und perfektes Wetter. Wir stehen langsam auf, ziehen uns dick an und gehen nach unten zum Frühstücken.

Dort gibt es frische Brötchen mit verschiedenen Beila-gen, Kakao für die Kinder, Kaffee für die Erwachsenen, oder auch schönen heißen Tee. Nach dem Frühstück geht es dann endlich los.

Die Kinder rennen in den Keller, ziehen sich die Ski-schuhe und die Helme an, nehmen sich ihre Ski und stürmen nach draußen, um die Pisten unsicher zu ma- chen. Danach kommen auch die anderen und machen sich fertig.

Die Kinder fahren eine Bahn nach der anderen und suchen sich, nachdem sie viele Strecken schon durchgenommen haben, neue, andere Wege neben den Pisten im Tiefschnee. So fliegt auch mancher auf den Hintern. Doch die Pisten warten, also keine Zeit zum Sitzen bleiben – aufstehen und weiter fahren. Während die Kinder nun immer noch Ski fahren, was das Zeug hält, haben die Erwachsenen nach kurzer Zeit an der nächstgelegenen Kneipe Halt und eine Spritzpause gemacht.

Als sich dann der Tag zum Mittag neigt, treffen sich alle an der Hütte „Wolkenstein“, um sich mit einem deftigen Gericht den Magen vollzuschlagen und um die vom Skifahren verbrannten Kalorien wieder gut zu machen.

Danach gilt es: Pause! Alle sitzen oder liegen draußen und sonnen sich in der warmen Sonne, die schon den ganzen Tag scheint. Ist das ganze Essen verdaut, machen sich alle wieder auf, um neue Pisten zu erkunden.

Als es dann Abend wird, kehren alle wieder zur Hütte „Wolkenstein“ zurück und machen sich für die nach kommenden Stunden frisch, denn der Abend ist ja noch lang.

Danach gehen alle in den uns neu zugewiesenen Aufenthaltsraum, wo eine Tanzfläche auf uns wartet. Doch bevor es zum Tanzen geht, gibt es, wie auch schon am vorigen Tag, ein leckeres Abendessen, das jedem schmeckt. Nach der Stärkung geht es dann auf die Tanzfläche, denn es läuft gute Musik, die zum Tanzen einlädt.

Es wird den ganzen Abend getanzt, und bald darauf kommen unerwartete Gäste, die keine Scheu haben und ohne Hemmungen mitmachen.

Uns macht es auch nichts aus, denn wir sind Sachsen, wir nehmen sie in unseren Kreis und feiern in die Nacht hinein, bis jeder erschöpft und müde ins Bett geht, um die Energie für den letzten Tag auf der Hütte „Wolkenstein“ aufzuladen.

Am nächsten Morgen, nachdem wir aufgestanden sind, gehen wir gleich zum Frühstück, denn wir wollen ja das letzte Essen in den Bergen so richtig auskosten.

Danach beginnt der Stress, weil man das ganze Gepäck aus den Zimmern in die Garage bringen muss, damit es ins Tal gebracht werden kann. „Haben wir auch alles?“, fragt sich jeder, nachdem das Zimmer leer ist. Doch zum Schluss ist alles bei seinen Leuten.

Danach geht das „Reichesdorfer Ski-Treffen“ seinem Ende entgegen, und viele (oder sogar die meisten) fangen schon an, sich voneinander zu verabschieden, denn man will ja die noch zur Verfügung stehende Zeit zum Skifahren nutzen, und man weiß ja nicht, ob man sich danach noch sehen wird.

Während die einen Ski fahren, fahren die anderen mit der Gondel oder den Skiern ins Tal, um sich von dort auf den Weg nach Hause zu machen.

So werden es nach und nach immer weniger Sachsen auf dem Berg „Wildkogel“, bis dann alle verschwunden sind. Und schon wieder ist ein Wochenende mit allen Bekannten vergangen. Schade.

Auf Wiedersehen und bis zum nächsten Mal!

Steffen Schaas


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Sophia und Georg Lassner 

Wir erinnern an den 5.ten Todestag von
Sophia Lassner (gest. 19-09-2004)
Und den 10.ten Todestag von Herren Rektor
Georg Lassner (gest. 28-05 1999)
Sie prägten das kulturelle Leben in unserer Heimat-Gemeinde Reichesdorf in den Jahren 1953-1986

Mit ihnen durch die härtesten Zeiten.
Was der Zweite Weltkrieg, die Verschleppung, die Deportation nach Russland den Menschen im Dorf angetan hatte, war grausam.

Hab und Gut waren weg, was überblieb war zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben.

Woran man sich noch gewöhnen musste, war mit der Angst umzugehen. Denn im eigenen Heim war man selbst nicht der Herr im Haus. Die zugezogenen Mieter sahen sich selbst gerne als die eigentlichen Eigentümer.

Verstört und ratlos saßen nun die Reichesdorfer da, auf den Trümmern ihrer Jahrhunderte altgewohnter Ordnung.

Zu Bruch ging das Brauchtum, das die Gemeinschaft über Jahrhunderte zusammen gehalten hatte.

In der Zeit hat niemand verstanden was da geschieht - dass man nicht mehr sein durfte was man war.

Die nach Russland deportierten Mädchen und Jungen, die Mütter und Väter, die ihre Kinder bei den Großeltern zurücklassen mussten, kamen traumatisiert von der Zwangsarbeit zurück.

Gegen ihren Willen mussten sie in der Sowjetunion zum Aufbau des Sozialismus ihren Beitrag leisten.

Für viele endete die Verschleppung mit dem Tod - andere mussten mit ihrer Gesundheit bezahlen.

Verlaust und ausgehungert, aber voller Ideale, kam der eine oder andere zurück, in der Hoffnung sein altes Leben fortzuführen. Was sie jedoch vorfanden war Armut, Angst und Ratlosigkeit.

Hab und Gut wurde ihnen weggenommen. In ihren Häusern, von Eltern und Großeltern aufgebaut, waren sie plötzlich nur noch geduldet, ohne Perspektive auf Besserung mussten sie als Tagelöhner in der kollektiven Genossenschaft oder Staatsgut ihr tägliches Brot verdienen.

Was sie nun zu Hause vorfanden entsprach bestimmt nicht ihren Erinnerungen und Vorstellungen an das dörfliche altgewohnte Leben.

In dieser Zeit, die von Trostlosigkeit, Armut und Angst geprägt war, fand sich 1953 die Familie Lassner in Reichesdorf ein.

Herr Lassner war zuvor in Holzmengen Lehrer und danach Rektor in seinem Heimatdorf Kleinschelken gewesen, bis man ihn dort für politisch unzuverlässig hielt.

In Reichesdorf angekommen, mussten sie erkennen, dass ihnen mit diesem Wechsel nur ein Schritt aus dem Regen in die Traufe gelungen war.

Sie wurden nicht mit der vierspännigen Kutsche abgeholt, wie es in Reichesdorf ehemals beim Empfang eines Lehrers üblich war.

Von ihrer Ankunft im Dorf wusste man nichts.

An einen späten Septemberabend des Jahres 1953, kamen sie an.

Vom „Sfat“ (Volksrat) wurde ihnen zwei völlig ver-dreckte Zimmer im Haus Nr.129 zugewiesen.

Als sich die Lassners mit der Wohnungszuteilung auf Nr.129 meldeten, empfing sie eine freundliche Zigeunerin, „Lele Mare“.

Derweil hatte Herr Lassner Gelegenheit, die Hilfsbereitschaft der Reichesdorfer kennen und schätzen zu lernen.

Frau Lassner war ausgebildete Krankenschwester.

Als Verschleppte war sie für fünf Jahre in Rußland. Dort lernte sie Tod und Leid kennen. Auch sie ist buchstäblich dem Tod von der Schippe gesprungen.

Sie war hart im Nehmen, hatte gelernt, allen Widrigkeiten entschlossen zu begegnen und sie zu meistern.

Es gelang ihr rasch, die Leute in Reichesdorf von ihrem Können und ihrer Einsatzbereitschaft als Krankenschwester zu überzeugen:

Bei Tag und Nacht, an Wochen- und Feiertagen lief sie das Dorf auf und ab, von einem Kranken zum anderen und war immer auch zuverlässig und rechtzeitig in der Krankenstation (Dispensar) anzutreffen.

Sie verteilte Medikamente, beruhigte und tröstete die Kranken und Besorgten, überwies Schwerkranke ins Krankenhaus.

Es gab Patienten, die gesund wurden, sobald Frau Lassner an Ihrem Bett stand.

Es ist nicht leicht, einen Gesunden zu trösten - und wer es versteht, einen Kranken wieder aufzurichten, hat etwas Besonderes erreicht.

Hatte der / die Kranke den letzten Seufzer getan, war Frau Lassners Arbeit noch nicht abgeschlossen, sie blieb und half, und vergaß nicht, noch ein Blumensträußchen in die gefalteten Hände des /der Toten zu legen.

Sie ließ sich Eines nicht nachsagen: Parteiisch zu sein. Sie behandelte und pflegte Freund wie Feind mit dem gleichen Diensteifer, was ihr die Anerkennung der Rumänen und Zigeuner einbrachte.

Indessen mühte sich Herr Lassner in der Schule um seine Schüler und gab sein Bestes - auch bei der Jugendarbeit, dem Chor, Theater, der Akkordeongruppe und den Adjuvanten.

Er, als Deutscher, stand oft da und konnte für die Reichesdorfer nichts ausrichten.

Ich gehe davon aus, dass es ihm auch schwer gemacht wurde.

Auf der einen Seite wollte er den Reichesdorfern sein Können beweisen, von der anderen Seite wurde er dafür gemaßregelt.

Um Interessen der sächsischen Bevölkerung durchzusetzen, musste er mit vielen Tricks arbeiten.

Es kam irgendwann der Tag, an dem sich das Ehepaar „zuarbeiten“ konnte.

Maßgeblich war Frau Lassner an der Gesundung der Ehefrau und des Kindes eines ansässigen Kommunisten beteiligt, was diesen ein bisschen weicher und zugänglicher machte. Eine Bitte von Herr und Frau Lassner an ihn gestellt, wurde öfter wohlwollend gesehen.

Dies kam vor allem, auch der sächsischen Bevölkerung zu Gute.

Es ging vor allem um das Überleben als ethnische Gruppe: Schulklasse, Theater- und Tanzveranstaltung, Adjuvanten, Ausflugsfahrten „JA oder NEIN“.

Alles war vom guten Willen und der Laune des „Dorfersten und der Partei“ abhängig.

Unter allem anderen beschlagnahmten die Herren der Stunde auch die Blasinstrumente unserer Adjuvanten, um sie an die „musikfreudigen Zigeuner“ zu verteilen.

Dieses bedeutete das Ende der goldenen Hörner und der Adjuvanten sowieso.

Dies zu unterbinden, kostete „Lotzi“, wie Herr Lassner liebevoll von den Reichesdorfern auch genannt wurde, viel Überredungskunst und Taktgefühl. Es gelang ihm schließlich die Instrumente zu retten.

Er erteilte den Zigeunern in der Schule Musikunterricht und Instrumentalunterricht, und den Adjuvanten blieb, was ihnen gehörte.

Es ist gefährlich, in solchen Zeiten zu leben, dabei die Kastanien für andere aus dem Feuer zu holen, ist gewagt und verlangt viel Geschick, wenn es gut gehen soll.

Es blieb den Lassners wirklich nichts geschenkt: planten sie eine deutsche Theater-Aufführung mit unserer Jugend, musste gleich auch ein rumänisches eingeübt werden. Wollten sie einen Chor aufstellen, mussten auch Rumänen und Zigeuner Mitglieder sein.

Die Situation wurde sehr heikel, denn die Lassners stießen damit bei unseren Sachsen auf Unverständnis.

Aber es blieb keine andere Wahl, deutsch zu singen, war nur unter diesen Bedingungen möglich.

(Links im Bild) Ein Menuett einstudiert von Fr. Lassner mit Jugendlichen.

Wäre man auf diesen Deal nicht eingegangen, wäre das deutsche und sächsische Lied in Reichesdorf schon einige Jahrzehnte früher verstummt.

Die gleichen Bedingungen galten auch für die Bälle. Was sich an einem solch „gemischten“ Ball zutrug, wissen wir heute noch.

Unter normalen Gegebenheiten ist es nicht immer leicht, mit den Leuten, die das Sagen haben, auszu-kommen; und nur eine geschickte Hand kann in heiklen Zeiten die Dreisten zähmen.

Es bleibt ein Rätsel, wie es damals doch immer wieder gelang, die Geselligkeit zu pflegen, deutsche Lieder, Tänze und Theaterstücke auf die Bühne zu bringen.

Wer erinnert sich nicht an den gelungenen Meyndt-Abend, mit dem den Lassners der Durchbruch in Reichesdorf endgültig gelang?

Wer hat die netten Stunden für Darbieter und Publikum bei den vielen übrigen Stücken vergessen? Wer erinnert sich nicht an:

„Der eingebildete Kranke.“
„Ich will heute Ballkönigin sein.“
„Der Kreuzeckbauer.“
„Säungdich äm Aren.“
„Ich bin der Herr im Haus.“
„Dornröschen“

Von all den gelungenen Bühnenstücken, dem Kronenfest, der Trachtenschau, der Tanz- und Akkordeon Gruppe aus und in Reichesdorf, berichtete die deutschsprachige Presse immer wieder voller Lob (in späteren Jahren).

Die gelungenen Theateraufführungen und angeschlossenen Tanzveranstaltungen sprachen sich schnell in den Nachbargemeinden um.

(Rechts im Bild) Die Laienspieler und Fr. Lassner bedanken sich bei einem dankbaren Publikum.

Von nah und fern kamen Jugendliche in Reichesdorf zusammen, zu unseren Veranstaltungen.

Es war auch die Gastfreundlichkeit der Reichesdorfer zu verdanken, dass die Veranstaltungen immer so gut besucht waren.

(Bild) Die Reichesdorfer Laiendarsteller in Birthälm
bei der „Cîntarea Romaniei“

Mit den einstudierten Stücken wurden dann auch Nachbargemeinden besucht, und den Menschen dort ein paar schöne Stunden bereitet.

Dass das Kronenfest wieder erlaubt wurde, war ihr Verdienst! Der Verdienst derer, die sich geschickt wie Seiltänzer auf dem gefährlichen Grat zwischen uns Sachsen und denen bewegten, die uns bestimmt nichts Gutes wollten:

In guten Zeiten fröhlich zu sein, ist nicht immer leicht, aber in schlechten dafür zu sorgen, dass auch andere fröhlich sind, das ist ein besonderes Verdienst.

Nachdem der pensionierte Rektor Ziegler als Organist ausfiel, spielte Herr Lassner, dem als Lehrer der Gottesdienstbesuch nicht gestattet war, versteckt und heimlich am Sonntag auch die Orgel.

Spitzel gab es überall. Und bespitzelt wurden auch die, die Feste und Unterhaltungen organisierten.

Es wäre sicher leichter gewesen, in dieser Richtung nichts mehr zu tun - darauf wartete man schon lange. Aber die Reichesdorfer gaben nicht auf, zumal sie bei Frau und Herrn Lassner immer volle Unterstützung fanden.


Reichesdorfer Jugend am „Peter & Paul“ beim Kronenfest

Das Wirken von Frau Lassner beschränkte sich nicht nur auf ihren Beruf und das Zupacken bei der Kulturarbeit. Sie war auch für alles, was sich um „Brauchtum“ drehte, aufgeschlossen. Wenn es darum ging, an Hochzeiten oder Nachbarschaftsfesten mit Späßen beizutragen, konnte man immer mit ihren Beiträgen rechnen.

Dafür reimten sie witzige Inhalte, die dann zur Belustigung aller gelesen, gesungen oder als Sketsche gespielt wurden. Sie nahm es sechs Jahre lang auch auf sich, sich als Vize-Bürgermeister (Vicepresedinte) von Reichesdorf, Birthälm und Kopisch, für die Interessen unserer Sachsen einzusetzen. Als Beispiel ist hier die Rückgabe der enteigneten Höfe zu nennen.

Während dieser Zeit wurden in Reichesdorf auch die Gehsteige gefestigt und Beton-Platen gegossen, wodurch die Optik des ganzen Dorfes an Ansehen gewann.

Im Juli 1986 durfte das Ehepaar Lassner zu ihrem Sohn Werner in die Bundesrepublik ausreisen.

Damit endeten 35 Jahre harter, aber segensreicher Tätigkeit in Reichesdorf, wo Frau Lassner hauptberuflich als leitende Krankenschwester und Herr Lassner als Lehrer und Rektor beschäftigt waren.

Vier Jahre danach folgten ihnen fast alle Reichesdorfer in den Westen.

Damit ging in Reichesdorf eine Ära zu Ende, die Ära des Deutschtums in Reichesdorf, aber auch in ganz Siebenbürgen. Geblieben sind Erinnerungen an eine Zeit voller Entbehrungen, Erinnerungen an Zusammenhalt, gemeinsame Feste, Bälle und Nachbarschaften.

Es war das Schicksal der Familie Lassner, in dieser entbehrungsreichsten Zeit ihr Leben und Leid mit den Reichesdorfern zu teilen und es war unser Glück und unser Segen gerade „SIE“ in dieser Zeit unter uns zu haben.

Zitate: Johanna Leonhard
Heinrich Maiterth


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Die geliehene Jugend

Offen gesagt, es stimmt mich traurig, dieses coole Gerede dieser sogenannten "Spaß"-Generation. Meint ihr, meine lieben Kinder, unsere Jugend sei nicht schön gewesen?

Bloß weil wir in einem anderen Land, unter anderen Umständen groß geworden sind und einen anderen Akzent haben? Lasst es euch sagen, die 70er Jahre in Siebenbürgen waren das Beste was uns passieren konnte.

Kein lästiger TV Müll auf 36 Kanälen, sondern täglich 2 Stunden Parteimüll auf einem Kanal, hat eh keiner eingeschaltet. (da kein Strom)

Sport haben wir nicht geglotzt - sondern haben noch selber "geklotzt" und in der verbliebenen Zeit lieber ein Buch gelesen und anschließend mit der freigesetzten Phantasie unsere Spiele selber gestaltet. Statt Videospielen, lieber Doktorspiele! Dafür haben wir gekämpft - und die Spannung kann uns keiner mehr nehmen.

Auch haben wir alle gemeinsam gegen ein Feindbild gekämpft. Wenigstens hatten wir eines und kannten die Richtung aus dem der Feind kam.

Wir mussten noch keine Angst haben, mit 25 wegen psychischen Problemen einen Psychiater aufzusuchen, zu Drogen zu greifen oder wegen Vereinsamung Zeitungsannoncen zu schalten.

Im Gegenteil, es gab legendäre Partys mit über 200 Personen, die sich alle kannten und mochten. Bei diesen Festen gab es noch richtig klare, gute Musik, handgemacht von Leuten die heute Superstars sind und mehr als ein Lied singen konnten.

Lieber mit CCR feiern, als diese digitale unpersönliche Computersauce von diesem schwindsüchtigen Barby-Puppen-Verschnitt: Britney Spears.

Wir hatten noch richtige Tonbänder, die 15 kg schweren Teslas aus dem Bruderland Tschechei, die wir mit viel Liebe hegten & pflegten.

Einfach herrlich, wenn man die Radioaufnahmen von Jimi Hendrix, Rolling Stones, The Who ohne fließende Übergänge und mit einem Rauschen genießen konnte.

Sie waren nämlich verboten! Ja verboten. Damals gab es noch Sender nach deren Hörern man fahndete und Musik war noch keine Wegwerfware, sondern etwas Heiliges, das man nicht nebenbei konsumierte, sondern zelebrierte.

"Put a smile on your face, it´s so nice to be happy!", war unser Motto, das wir uns reinzogen und für das wir kämpften. Dafür waren keine Viva Musikvideos oder irgendwelche öden Werbespots nötig, die uns die Mode diktieren wollten.

Nein jeder hatte Gelegenheit sein äußeres Bild selber zu bestimmen. Heute seid ihr freiwillig alle in grau oder schwarz gekleidet, mit denselben Rucksäcken und Turnschuhen. Hauptsache teuer und uniform!

Bei uns war das teuerste auch die Pflicht-Schuluniform, aber die saß wenigstens richtig am Körper, nicht wie eure Hosen die entweder bis ans Knie hängen oder verkehrt herum angezogen werden.

Zu unser Zeit fiel einer auf, wenn er keine Haare auf dem Kopf hatte: als Sträfling oder Soldat!

Wir prügelten uns nicht mit den Bullen, wegen unserer langen Haare, für das Recht auf Individualismus, um nicht als Schaf in der Herde zu vegetieren.

Diese Tiere waren auch die einzigen die ein Nasen-Piercing hatten und die kleinen bunten Bildchen malten wir uns nicht auf die Haut, sondern hängten sie in die Kirchen oder Galerien.

Und weil ihr, liebe Kinder, gerade einsam in Euren sicheren - von uns aufgebauten Häusern - vor der Glotze sitzt, Euren aus der Karibik mitgebrachten Sonnenbrand auskuriert, oder mit dem großen Unbekannten im Chat einen schwachsinnigen Dialog führt, lasst euch gesagt sein: wir hatten Spaß an unserer Jugend, denn wir hatten uns!

Dass es für euch anderes gekommen ist, das wollten wir nicht und dafür entschuldige ich mich bei Euch allen. Aber es bleibt euch überlassen, das Beste aus eurem Leben zu machen und ich hoffe ihr nehmt unsere Hilfe an, denn die Zeiten kommen sicher wieder, irgendwann....

Manche finden's zum Lachen, in meinen Augen ist es eher etwas zum Nachdenken

Ein gestresster Vater.



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Wie es früher war
Ein Foto aus alter Zeit

Dieses Foto entstand im Winter 1931/32 im Zusammenhang mit einer Schlittenfahrt nach Elisabethstadt.

Vorne: von links nach rechts:
Regina Hügel, geb.David (R96)
Anna Alzner, geb. Pinnes (R.143)
Martin Kloos, (R.310/d)
Paul Pinnes, (R.79)
Regina Alzner, geb. Drotleff (R.310/a) USA
Regina Alzner, geb. Alzner (R.32)

Hinten: von links ach rechts:
Andreas Greger, (R.255)
Katharina Untch, geb. Ergas (R.244)
Katharina Kloos, geb. Untch (R.310/d)
Samuel Kloos (R.125)
Anna Pinnes, geb. Löw (R.79)
Margarethe Kloos, geb. Draser (R.106)
Peter Kloos (R.106)

Eine Schlittenfahrt die ist lustig....."- doch es wird ein Rätsel bleiben warum diese Jugendlichen so ernst sind.
Drei Freundinnen: Regina Alzner (USA), Katharina Bruckner (fehlt auf dem Bild) Dinkelsbühl, und Anna Pinnes feiern dieses Jahr ihren 95.ten Geburtstag.
Herzlichen Glückwunsch, auch auf diesem Weg und noch viele gesunde Jahre im Kreise der Familie, wünscht der Vorstand. 

PS. Foto: Martin Untch (R.244) Hochspeyer



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Arbeitsbescheinigung: 

A R B E I T S B E S C H E I N I G U N G

Hiermit wird bescheinigt, das Frau Anna Alzner, Leiterin des Sommerkindergartens, wohnhaft in der Gemeinde Reichesdorf, Kreis Groß-Kokel, in von der örtlichen Kirchengemeinde A.B. betriebenen Sommerkindergarten vom 01.April 1940 bis 31.Oktober 1941 als Helferin, und von 01.April 1945 bis 31.August 1948 als Leiterin beschäftigt war und ihren Pflichten stets gewissenhaft, zur vollen Zufriedenheit sowohl der arbeitgebenden Behörde wie auch der Eltern, nachgekommen ist.
Die Obengenannte besitzt die besondere Gabe, in die Seele der Kinder einzudringen und deren Welt zu verstehen. Dank dieser Tatsache war die Disziplin in, von Frau Anna Alzner
geleiteten Sommerkindergarten, stets mustergültig, und alle Kinder besuchten diesen Kindergarten mit großer Regelmäßigkeit und Freude. 
Das Verhalten der Obengenannten war, während der ganzen Dauer ihrer Tätigkeit tadellos.
Diese Bescheinigung wurde für die Verwendung bei Bedarf ausgestellt.
Reichesdorf den 10.August 1949
Das evangelische Pfarramt A.B.Reichesdorf
gez.Andreas Herberth Pfarrer
(Siegel des Pfarramtes)

                                                                             

Auf Wunsch von Anna Alzner,
im Wiesengrund 1, 51675 Wiehl,
früher Reichesdorf Nr.4, später Mediasch,
veröffentlichen wir ihre Arbeitsbescheinigung, ausgestellt von dem damaligen Herren Pfarrer Andreas Herberth. 

Als der liebe Gott die Kindergartentante schuf

Als der liebe Gott die Kindergartentante schuf, machte er bereits den sechsten Tag Überstunden. Da erschien der Engel und sagte: "Herr, Ihr bastelt aber schon lange an dieser Figur!"

Der liebe Gott sprach: "Hast Du die speziellen Wünsche auf der Bestellung gesehen? Sie soll pflegeleicht, aber nicht aus Papier sein, sie soll 160 bewegliche Teile haben, sie soll Nerven wie Drahtseile haben, und einen Schoß, auf dem zehn Kinder gleichzeitig Platz haben. Sie soll einen Rücken haben, auf dem sich alles abladen lässt, und sie soll in einer überwiegend gebückten Haltung leben können. Ihr Zuspruch soll alles heilen, von der Beule bis zum Seelenschmerz, sie soll sechs Paar Hände haben."

Da schüttelte der Engel den Kopf und sagte: "Sechs Paar Hände, das wird kaum gehen!" "Die Hände machen mir keine Kopfschmerzen", sagte der liebe Gott, "aber die drei Paar Augen, die die Kindergartentante haben muss." "Gehören die denn zum Standardmodell?" fragte der Engel.

Der liebe Gott nickte: "Ein Paar, das durch geschlossene Türen blickt, während sie fragt: Was macht ihr denn da drüben? - obwohl sie es längst weiß. Ein zweites Paar im Hinterkopf, mit dem sie sieht, was sie nicht sehen soll, aber wissen muss. Und natürlich zwei Augen hier vorn, aus denen sie ein Kind ansehen kann, das sich unmöglich benimmt, und die trotzdem sagen: Ich verstehe dich und habe dich sehr lieb - ohne dass sie ein einziges Wort spricht."

"O Herr", sagte der Engel und zupfte ihn leise am Ärmel, "geht schlafen und macht morgen weiter."
"Ich kann nicht", sagte der Herr, "denn ich bin nahe daran, etwas zu schaffen, das mir einigermaßen ähnelt. Ich habe bereits geschafft, dass sie sich selbst heilt, wenn sie krank ist, dass sie zwanzig Kinder mit einem einzigen Geburtstagskuchen zufrieden stellt, dass sie einen Sechsjährigen dazu bringt, sich vor dem Essen die Hände zu waschen, einen Dreijährigen davon überzeugt, dass Knete nicht essbar ist, und übermitteln kann, dass von mir Füße überwiegend zum Laufen und nicht zum Treten gedacht waren."

Der Engel ging langsam um das Modell der Kinder-Gartentante herum. "Zu weich", seufzte er. "Aber zäh", sagte der liebe Gott energisch. "Du glaubst gar nicht, was diese Tante alles leisten und aushalten kann!" "Kann sie denken?" "Nicht nur denken, sondern sogar urteilen und Kompromisse schließen", sagte der liebe Gott, "und vergessen!"

Schließlich beugte sich der Engel vor und fuhr mit einem Finger über die Wange des Modells. "Da ist ein Leck", sagte der Engel. "Ich habe euch ja gesagt. Ihr versucht, zuviel in das Modell hineinzupacken!" "Das ist kein Leck", sagte der liebe Gott, "das ist eine Träne." "Wofür ist sie?" "Sie fließt bei Freude, Trauer, Enttäuschung, Schmerz und Verlassenheit." "Ihr seid ein Genie!" sagte der Engel. Da blickte der liebe Gott versonnen: "Die Träne", sagte er, "ist das Überlaufventil."

Sehr treffend hat Pfarrer „Andreas Herberth“, -Anna Alzner ins Zeugnis geschrieben und ihre Eigenschaften gewürdigt. Gewiss hat sie viele der oben genannten Eigenschaften, die der liebe Gott den Kindergartentanten geschenkt hat.

Denn aus all ihren Schützlingen sind nachher gestandene Frauen und Männer geworden, die ihr Leben heute sicher im Griff haben. Ein Sprichwort sagt: -In den ersten sieben Jahren lernt, was man fürs Leben braucht (bestimmt sind sie, auch vom Kindergarten und ihren Erzieherinnen geprägt).

Heinrich Maiterth


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Komm, lasst uns gehen
Als Jakobspilger von Niederbayern nach Santiago de Compostela

Es sollte ein schöner Tagesausflug werden, jener sonnige Samstag im Mai 1987. Und es wurde eine Fußpilgerreise fast 5000 km, quer durch Europa die 20 Jahre dauern sollte

Meine Freunde riefen mir zu: "Komm, lasst uns gehen von Parzham nach Altötting, um so das niederbayerische Hügelland und seine Gastlichkeit kennen zu lernen. Am Tagesziel angekommen reifte nach der Abendandacht in der Wallfahrtskirche, der Gedanke nach Assisi und Rom weiterzugehen.

Als wir Rom am Palmsonntag 1994 erreichten, Ostern den Segen "Urbi et orbi" am Petersplatz empfangen hatten, sollte ein weiteres Ziel; ,unser Pilgerherz höher schlagen lassen: der Jakobsweg nach Santiago de Compostela, am "Ende der Welt“:

Die Neugierde und freudige Erregung ein solch hohes Ziel anzustreben, ließ mich alle greifbaren Berichte, Bücher und Reportagen über den Jakobsweg lesen. So kommt es, dass auf den ersten Blick der als Weltkulturerbe der UNESCO gezeichnete Weg, eine. Fülle von Geschichte und Geschichten aufzuweisen hat. Jeder auch noch so kleine Ort auf meiner Pilgerreise, erzählte mir von der Reise jener abertausenden Pilger des frühen Mittelalters.

Die Kirchen, Kathedralen und Kapellen entlang des Weges sind in Stein gemeißelter Glaube und Prachtstücke mittelalterlicher Architektur, Malerei und Steinmetzkunst. Dabei bin ich von der kleinen Klause des Schweizer Landesheiligen Nikolaus von der Flühe oder dem kleinen Kirchlein am Dyke de Saint Michel in Le Puy in Frankreich, genauso überwältigt gewesen wie von der Kathedrale de Johann von Köln in Burgos oder gar der barocken Kathedrale von Santiago. Wie stark muss der Glaube alt dieser Menschen gewesen sein, das ganze Hab und Gut, Frau und Kind zurückzulassen und unter extremen Bedingungen zu Fuß und hungrig den weiten Weg nach Santiago zu gehen um zu beten? Und wie klein und nichtig ist mein Glaube in einer säkularisierten Gesellschaft...?

(Rechts) Wegweiser auf dem Jakobsweg durch Südfrankreich entlang der Via podensis.

Der Vergleich mit der biblischen Geschichte Jesu am See Genezareth drängt sich mir auf: Jesus steigt hinab zu den Fischern am See und ruft Ihnen zu: "Folgt mir nach!" Und es ist Petrus, der ihm als erster folgt und Netze, Kahn und Familie bedingungslos zurücklässt und Jesus nachfolgt.

Meine Fußpilgerreise auf dem Jakobsweg ist aber auch ein Stück meiner eigenen Geschichte durch die Zeit und den Raum: Ich entdecke entlang des Weges immer wieder „Kraftpunkte“. Das sind zum einen Orte, die einen besonderen Eindruck hinterlassen haben dank der persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen, die ich damit verbinde. Zum anderen sind es die Begegnungen mit den Menschen entlang des Jakobsweges. Es ist später Abend und es regnet, wir haben uns verlaufen in Savoyen und es ist stockfinster als wir das Dorf Tour en Bourg erreichen. Der ganze Ort ist dunkel, nur in einem Häuschen brennt ein mattes Licht, wir klopfen an und es ist Monique Joly, die Jakobspilger aufnimmt. Die Herzenswärme, die von der Begegnung ausgeht, wird mir noch lange Kraft geben.

Ob in der Basilika von Einsiedeln oder in dem Pilger-kirchlein von Le Puy im französischen Zentralmassiv, ob im Kreuzgang der Kathedrale von Pamplona oder im Gebetsraum der kunstvollsten Kathedrale der Neugotik in Burgas - überall konnte ich diese erholsame Kraft spüren.

Und dann sind es wieder die Menschen, die mir entlang des Weges begegnet sind, mit denen ich im gemeinsamen Pilgern auf ein Ziel hin, Tag um Tag neue Erfahrungen gemacht und von jedem etwas gelernt habe.

Da ist Britta aus Holland, die ganz allein ihren Weg durch Frankreich geht. und Lynn aus Südafrika, die Europa zum ersten Mal besucht und mit wandert, oder Willi aus Irland, der Pass und Geldbeutel verloren hat und mit uns geht. Da ist auch noch das "Moar-Annerl" eine Mittsechsziger-Bäuerin aus dem Salzburger Land, die ihr Leben lang nur einen Wunsch gehegt hat: Einmal nach Santiaga zu pilgern! Und nun, da ihre fünf Kinder erwachsen sind, geht sie in Begleitung der jüngsten Tochter den Weg.

Das wohl beeindruckendes Erlebnis war die Abendandacht in der kleinen, steinernen grauen Pilgerkapelle am Cebreiro-Pass in Galizien. Nach einem anstrengenden Fußmarsch und kräftezehrenden Anstieg, treffen sich die Pilger zur Abendandacht und anschließend liest jeder in seiner Sprache das Pilgergebet.

Gemeinsam mit Freunden durch die Landschaft von Kastilien und Leon pilgern. 

Die Wärme die von diesem Ort ausgeht und das gemeinsame Gebet hallen noch heute in mir wider.

In dieser österlichen Zeit taucht vor meinem geistigen Auge die Geschichte der Emmaus jünger auf. Der Karfreitag ist vorbei, die schrecklichen Ereignisse aus Jerusalem sind noch ganz frisch in der Erinnerung der Menschen. Da machen sich zwei Jünger Jesu auf nach Emmaus. Sie nehmen einen Begleiter, der sich zu ihnen gesellt, erst gar nicht richtig wahr. Erst spät am Abend beim Brechen des Brotes erkennen sie ihn und merken, dass es Jesus war, der sie den ganzen Weg begleitet hatte.

Heute nach all den Pilgerjahren kann ich auch ähnliche Erfahrung machen. Meinen ganzen langen Pilgerweg und gleichzeitig meinen Lebensweg hat mich unbemerkt und leise immer Einer begleitet und meine Schritte gelenkt. Und der Jakobsweg hat mein Leben entscheidend geprägt und bereichert. Welche Pilgerreise wohl als nächstes ansteht?

Ich grüße Sie recht herzlich mit einem irischen Reisesegen in der Fassung von Jörg Zink:

Gesegnet seien Deine Wege,
der Tag erhelle dein Gesicht.
Ein frischer Wind dein Herz bewege,
es segne Regen dich und Licht.
Bis wir uns dereinst wieder sehen,
führt auch dein Weg durch Flut und Brand,
wird Gott verborgen mit dir gehen
und halten dich in seiner Hand.

Dr. Werner Lassner


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Für unsere Jüngsten
Ludwig, das schreckhafte Gespenst

 

Ludwig hatte schon viel in seinem Leben erlebt. Als junger Geist war er in einem Schloss aufgewachsen, das hoch auf einem Berg - von Wäldern umgeben - stand. Seine Eltern waren erfahrene Schlossgespenster. Sein Vater Hugo war 1768 erster Meister im Kettenrasseln geworden und seine Mutter Elfriede hatte den Gruselpreis im Gespensterheulen gewonnen. Da war sie noch ein ganz junges Gespenst, vielleicht so 396 Jahre alt.

Ein Schlossgespenst muss die Schlossbewohner und ihre Besucher erschrecken. Das ist eigentlich ihre Hauptaufgabe. Schlossgespenster huschen durch die langen Gänge und Flure des Schlosses, schweben lautlos die Treppen hoch und rasseln dann ganz plötzlich mit ihren Gespensterketten. Oder sie schlüpfen durch das Schlüsselloch in die Kammer der Hofdame und schweben zum Fenster, um dort mit den schweren Vorhängen zu rascheln und dazu zu heulen. Die Hofdame fällt in Ohnmacht und das Gespenst verzieht sich, um einen anderen Menschen zu erschrecken.

Wie gesagt, Elfriede und Hugo, Ludwigs Eltern, waren besonders gute Gespenster. Alle Schlossbewohner fürchteten sich vor ihnen und auch weit über seine Grenzen hinaus war das Schloss als gruseliges Gespensterschloss bekannt.

Aber Ludwig konnte sich so gar nicht mit dem Spuken und Erschrecken anfreunden. Wenn er seine Mutter Gespensterlieder heulen hörte, bekam er fast selber Angst und ihm taten die Schlossbewohner leid, die sich jedes Mal erschreckten, wenn sie ihn sahen. Einmal bekam Ludwig eine Rasselkette zum Geburtstag geschenkt, aber jedes Mal, wenn er damit rasselte, bekam er eine Gänsehaut. (Habt ihr schon mal ein Gespenst mit Gänsehaut gesehen?) So ließ er die Kette mit der Zeit immer öfter in seiner Gespenstertruhe liegen und bald benutzte er sie gar nicht mehr. Seine Eltern waren sehr erbost. So würde nie ein richtiges Gespenst aus ihm werden! Ein Gespenst, das sich vor sich selber gruselt? Hat man so etwas schon gesehen?

„Wir wollen nichts mehr mit dir zu tun haben! So eine Schande!“, so schimpften sie auf ihn ein. Ludwig schwebte traurig durch das Schloss. Was sollte er bloß tun? Eine Zeit lang wohnte er in der Schlossküche. Da gefiel es ihm gut. Hier roch es immer nach köstlichen Braten und süßen Kuchen. Ab und zu ließ er mal eine Schüssel fallen oder warf ein paar Eier aus dem Regal, um das Spuken nicht ganz zu verlernen. Aber die Köche kannten bald alle seine Streiche und lachten über Ludwig und die Küchenjungen schimpften nur, weil sie die ganze Schweinerei vom Boden wischen mussten. Das gefiel Ludwig nun bald auch nicht mehr. Er wollte einfach ein fröhliches Gespenst sein und sich mit anderen freuen können. Nachdenklich entschwand er aus dem Küchenfenster. Was sollte nur aus ihm werden?

Vielleicht versuche ich es als Waldgeist, dachte Ludwig bei sich und schwebte in den Schlosswald. Es war Frühling und Ludwig sah auf dem Waldboden die Kleinen Buschwindröschen sprießen. An den Bäumen zeigten sich kleine grüne Spitzen, die im Sommer dichte Blätterkronen werden sollten. Mit großen Augen schwebte Ludwig durch den Wald und bewunderte alles.

Er machte auch Bekanntschaft mit den Tieren des Waldes, mit Eichhörnchen, Hasen und Rehen. Sie beschnupperten ihn und wunderten sich ein wenig über das neue Tier im Wald, aber sie hatten keine Angst und gewöhnten sich bald an den freundlichen Mitbewohner.

Im Morgennebel tanzte Ludwig mit den Elfen auf der Waldlichtung und ihr Gesang gefiel ihm viel besser als das Heulen seiner Mutter. Wenn Menschen in den Wald kamen, versteckte sich Ludwig, denn er wollte ja niemanden erschrecken. Mit den Tieren spielte er und manchmal konnte er sogar helfen, ein verirrtes Tierkind wieder zu seiner Mutter zu bringen. So verbrachte Ludwig den ganzen Sommer.

(Was Ludwig im Winter so treibt, das erfahrt ihr im nächsten Reichesdorfer Boten!)


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Hallo Radio 7-Bürgen

Mit den Siebenbürgern ist es halt so`ne Sache, sie sprechen sehr gut deutsch, nur die Betonierung ist etwas komisch. Dies gilt sowohl für Heruntergekommene, als auch für Zurückgebliebene.

Alle waren ja in der Schule und so war niemand in der Not nur 3 Kreuze machen zu müssen. Früher haben sie auf der Kollektiv, der Ar und in der Livada gearbeitet und mit den Rumänen reden müssen. Dabei hat man so manche Wörter vermischt.

Mancher erinnert sich oft und gerne an diese Zeit.

Am 1. Mai haben die Adjuvanten auf dem Tanzboden einen geblasen bis es kracht oder auf dem Ball eine flotte Formation gespielt. Am Morgen mußte man dann vom Ball direkt in die Arbeit. Gar mancher fand sich seine Baske nicht mehr.

Aus Müdigkeit hat mal ein Adjuvant sein Flügelhorn so wiedergeschlagen, das es eine Beule hatte.

Wenn Fremde zu Gast kamen, waren schon die Becher auf der Tatze in der Küche und der Hanklichteig ging auf und kam schon raus aus dem Waidling. Zu Mittag gibt es Tocana in der man den ganzen Vormittag gerädert hat, damit sie nicht anhängt.

Vorher gibt’s eine Scheibe gute Hühnersuppe.

Die besseren Leute hatten eine eigene Maschine. Sie fuhren auch ans Schwarze Meer. Und wenn sie zurückkamen waren sie schön abgebrannt. Wenn der 6er Bus voll war, ließen sie auch ihre Verwandten mitfahren. Sie sagten: wir warten auf euch, macht euch fertig und kommt. Auf dem Weg haben sie schnell noch Geld gewonnen.

Die Oma meint: macht bitte das Fenster auf, es ist so eine eingetane Luft hier. Auf dem Weg in die Stadt hat man an einem Maisfeld eine Pause gemacht, da die Frauen alle auf die Seite mussten. Da waren auf dem Feld eine ganze Menge Multerhaufen.

Die Kinder hatten viel Freiheit. Sie wollten nicht immer folgen. Sie gingen mit bloßem Kopf heraus, auch wenn es kalt ist. Aber so brauchte es ihnen. Jungs wollen sich immer bringen. Auch im Winter winzeln sie sich im Schnee, bis er zergeht. Andere sahen blass aus und die mussten dann in die Luft gehen.

Kinder haben es bei Oma und Opa schön. Sie gehen oft über den Schrank und holen sich die Süßigkeiten raus. Seid schön bedankt sagen dann die größeren, und Oma sagt leise: na nicht um was.

Plötzlich ruft Opa: schau deine Mutter ist um dich ge-kommen, pack die Zuckerchen schnell ein. Als die Mutter merkt, sagt sie: Du, ich verbrenn dir eins, das du Wasser heischt, wenn du so viel Süßes ist.

Wenn beide in Rente sind, ändert sich alles im Haus. Oma beschwert sich: Seit Vater in Pension ist, habe ich keinen Frieden mehr zu Hause. Er ist mir ständig zwischen den Beinen. Mir tut auch alles weh. Joi, das Leben ist auch eines der schwersten. Es ist nicht Spaß mim Altwerden. Zu Hause hatten die Siebenbürger alle einen großen Garten, von der Scheune bis zum Bodenzaun. Da wächst alles was man braucht: Krauskraut, Maulaffen, Ägrisch, Bertram, Kompost und Tausendschönchen. Es fliegen Maikäfer, Coloradokäfer, Herrgottöchschen herum.

Wo der Kleine ein Käfer zertrampelt hat ruft Oma: schäm dich bis in dein Herz hinein.

Der Frühling ist meine Lieblingsjahreszeit wenn die Lorbeeren in weiß und lila blühen.

Wenn man draußen gegrillt hat, wirft man die Knochen über den Blanken zu Nachbars Hund. Abends klaubt man alles zusammen, die Kinder tun sich was an und legen sich um.

Opa sucht seinen Augenspiegel. Die Kleine sagt: Otta du schaust nicht mehr gut, du musst schauen, das du zum Augenarzt gehst. Dann wirst du schauen, das du an einem Auge nicht gut schaust. Oma sagt: nicht mehr mach mich lachen, aber so braucht es ihm.

Neulich an Ostern waren die Jungs bespritzen und haben rote Eier bekommen, bis ihnen das Rosenwasser ausgegangen ist.

Letzte Woche war Vater auf einer Leiche, die sich aber so in die Länge gezogen hat, dass es einem wie eine Ewigkeit vorkam, bis es Tränenbrot gab.

Als man eingereicht hat musste man viel Zeit haben.

Die Fräuleins gingen hundertmal in den Ämtern an dir vorbei und brachten die Fische von einem Zimmer ins andere.

Ohne Kent und Schmieren ging gar nichts. Wir waren auch in der Stadt und haben uns abgenommen. Wir brauchen ein neues Bild für den Pass. Bei euch war das ja nicht anders, obwohl wir ja viel hinter euch gekommen sind.

Aber auch das Stutzen war geplant vor dem Rommen. Die Zöpfe packte man sich in eine ledige Schachtel und nahm sie mit nach Deutschland für das Gehelle. Aber Dauerwellen machte man sich jedes Mal nur unten.

Zuerst hat man in einer Sozialwohnung gewohnt, aber man hat sich da auch bedreht. Dann haben die Kinder sich mutiert. Sie haben ein neues Haus gebaut. Man hat es letzte Woche beworfen. Aus dem alten Wohnzimmer haben sie den Teppichboden gewonnen und inwendig frisch gestrichen, dann haben sie den Aren schön gewischt.

Eines Tages bin ich auf den Aufboden gekrochen und da ist mir die Schlucht auf den Kopf gefallen. Jetzt habe ich eine große Schramme am Kopf.

Mein Nachbar sagt: mein Freund, verfriss dich nicht. Es geht uns gut in Deutschland.

Wir können ein Schwein abtun, mein Schwiegersohn packt sich jeden Tag ein Fettbrot ein. Er hat schon oft geschimmert davon, aber so braucht es ihm. Er ist auch sehr auseinander gegangen. Abends stopft er ein Bier nach dem anderen auf und dann geben wir es uns.

Auf dem Amt musste man auch sagen, was man im Leben so gemacht hat und das Heimweh wurde groß und die Augen haben einem gezährt. Opa sagt: Wissen sie, wir hängen schon noch an unseren Häusern. Ich war ein großer Wirt, habe jeden Tag die Götter gefüttert und getränkt, in der Früh die vielen Hennen getastet.

Am Abend hatten wir eine Menge Eier aufgehoben. Meine Frau hat mir jeden Abend den Wein auf der Tatze gebracht.

Man fragt uns nach der Konfession. Ich sagte: Echipenchef und später Schlosser.

Sie soll mehr was eintragen. Am ersten Arbeitstag wollte ich zeigen wie die dt. Pünktlichkeit ist und sagte zur Sekretärin: Kündigen sie dem Chef, das ich am Montag anfange. Als ich dann da war, waren sie noch in weitem Feld mit der Arbeit.

Einmal sind die Kinder um uns gekommen und wir sind in die Maschine gekrochen und sind ans Meer gefahren. Mein Schwiegersohn hatte seinen Augenspiegel nicht dabei und hatte nicht die große Fase an, dann haben wir mit einem Auto tamponiert.

Der hätte ja auch klaxonieren können, aber er hat den Motor ambaliert.

Im Urlaub unten hat man es ja beit mit den Rumänen, nur mit der Nachbarin, der mit dem schlimmen Mund, haben wir uns gut versanden. Der Nachbar wird sich wundern, wenn er sieht wie meine Frau sich ausgekleidet hat und ich im guten Anzug.

Meine Frau war gestern in der Stadt beim C&A und hat sich einen schönen schwarzen Schoß gekauft. Der alte war ihr im Schluß zu eng und ist nach jedem Anziehen verkrüppelt. Die Verkäuferin meint: einen Rock brauchen sie. Ich sagte: der passt mir auch nicht mehr über die Brust, aber ich lass ihn vorne offen. Für mich gab`s ein neues Majo. Ein paar seidene Perlonstrümpfe kaufte sie auch. Ihr sind die Maschen herunter gerannt, weil sie ein Elsternauge an der Zeh hatte.

Um wie viel ist es, sagt Vater und sieht sich das Fußballspiel an. Meine Stunde ist stehen geblieben, ich habe sie nicht aufgezogen.

Nach dem Spiel schreit er: ich dreh den Fernseher ab, ich bin so vergiftet, die Bayern haben wieder unterm Hund gespielt. Geärgert nahm er sein Bizykel und ist in eine Kondi gefahren.

Gestern war ich beim Arzt. Ich habe mich verzirkt. Der Doktor hat mir mit einem Griff den Hals wieder in die Stelle getan. Ich musste so schwitzen. Ich war ein Wasser.

In Hermannstadt bin ich mit der Tramwai in den Jungen Wald gefahren. Auf dem Weg habe ich mir Samen von „Jungen Herren“ gekauft. In Deutschland hatten sie keinen und haben mich in eine Samenbank geschickt, die weit weg war. Aber ich wollte ja nur ein Paar für meine Schwiegermutter.

Ja so ist das mit den 7 Bürgern. Mehr was du sagst, du wirst verstanden, wenn es auch mit Händen und Füssen sein muss und manchmal viel umering reden musst.


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Herzlichen Glückwunsch zum 95 Geburtstag

Katharina Bruckner
Geboren 08.03.1915 in Reichesdorf geb. Löw
Wohnhaft in Dinkelsbühl

95 –Jahre sind es wert,
dass man Dich besonders ehrt.
Darum wollen wir Dir heute sagen,
es ist schön, das wir Dich haben!

Die Jahre sind vorbei,
nicht alle sorgenfrei.
Doch mit Lebensmut und Kraft
hast Du alles gut geschafft!

Drum wollen wir keine Zeit verlieren,
zu diesem schönen Wiegenfeste Dir gratulieren.
Wir wünschen Dir noch viele Jahre
Gesundheit, Glück und frohe Tage,

für alles, was Du für uns gemacht,
sei Dir heut herzlich Dank gebracht.

Es gratulieren Dir von Herzen
Katharina, Hein und Hans-Christian Hienz
Hanni, Bettina und Martin Wagner

Natürlich schließt sich auch die Reichesdorfer HOG den Glückwünschen an, -noch viele heitere und sonnige Tage im Kreise der Familie, mit viel Gesundheit verbunden.


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Unsere Geburtstags-Jubilare 2010

Glücklich wenn die Tage fließen,
wechselnd zwischen Freud und Leid
zwischen Schaffen und Genießen,
zwischen Welt und Einsamkeit.
(A. Bigalke)

In diesem Sinne, allen Jubilaren herzlichen Glückwunsch:

Zum 70.ten Geburtstag

Erika Alzner , geb.Untch 20.10.40 Stockach
Margarethe Bodendorfer, geb.Kloos 20.12.40 Kornwestheim
Samuel Hügel 05.02.40 Fürth
Anneliese Hügel, geb.Alzner 29.11.40 Fürth
Regina Schaas 09.08.40 Künzelsau
Johann Schneider (147) 16.10.40 Halbs
Simon Waffenschmidt 23.10.40 Graz / A
Karl Weinrich 07.02.40 Walldürn
Alfred Weiss 20.05.40 Heltau / RO

Zum 75.- Geburtstag

Margareta Mattes, geb.Untch 20.02.35 Wedemark
Johann Mattes 15.06.35 Ilsfeld
Regina Schlosser 09.06.35 Geretsried
Samuel Schneider (Tobsdorf) 27.03.35 Laufen a.N.
Anna Johanna Stein, geb.Groß 23.06.35 Maßbach
Anna Untch, geb.Weinrich 11.01.35 Laufen a.N.

Zum 80.- Geburtstag

Anna Borger, geb.Binder 22.05.30 Körle
Charlotte Drotleff, geb.Steiner 17.07.30 Augsburg
Paul Fröhlich 29.12.30 Rattingen
Wilhelm Greger 29.12.30 Dorsten
Charlotte Gärtner, geb.Schmidt (Mediasch) 31.03.30 Fulda
Andreas Kloos 01.08.30 Nürnberg
Katharina Kloos, geb. Greger 11.05.30 Traunreut
Heinz-Friedel Luitz (Bubi) 14.01.30 Marktoberdorf
Anna Löprich, geb.Schlosser 13.10.30 Schwabmünchen
Lorenz Maiterth 28.11.30 Augsburg
Katharina Mantsch, geb.Wagner 22.12.30 Heilsbronn
Georg Nemenz 14.08.30 Recklinghausen
Katharina Nemenz, geb. Alzner 05.03.30 Recklinghausen
Anna Schaas, geb. Pinnes 13.03.30 Schopfheim
Regina Schlosser, geb.Kloos 21.10.30 Lauffen a.N.
Emil Weiss 22.10.30 Reichenbach a.d.Fils

Zum 85.- Geburtstag

Anna David  04.10.25 Mediasch / RO
Margarethe Dressler, geb.Stolz 06.10.25 Freiburg
Johann Ergas 05.04.25 Flörsheim
Katharina Eder (Susann), geb.Drotleff 10.05.25 Bergen
Katharina Glaser, geb. Waffenschnidt 28.09.25 Darmstadt
Katharina Lang, geb. Löw 27.07.25 Geretsried
Anna Mantsch, geb. Untch 24.02.25 Traunreut
Martin Nemenz 12.06.25 Gummersbach
Regina Roth, geb. Nemenz 29.01.25 Willinghausen
Katharina Waffenschmidt, geb. Alzner 19.01.25 Mettmann

Zum 90.- Geburtstag und mehr . . .

Anna Biringer, geb.Brotscheck  10.04.20 Emmering
Regina Meyndt, geb. Lang 29.12.20 Geretsried
Katharina Streck, geb. Alzner 24.09.20 Nürnberg
Steve Zink (Ehemann von Margarethe Waffenschmidt) 23.20.20 Kanada
Anna Binder, geb. Nemenz 30.10.19 Gütersloh
Johann Fleischer (Ehem. v. Anni Stolz) 02.04.19 Karlsruhe
Gustav Schuller (Nimesch) 13.11.19 Neuss
Walter Schneider (Lehrer. Ehemann von Regina Offner) 25.03.18 Kanada
Peter Alzner 21.02.16 München
Regina Alzner, geb. Drotleff 26.01.15 U.S.A.
Anna Pinnes, geb. Löw 04.02.15 Coburg
Katharina Bruckner, geb. Löw 08.03.15 Dinkelsbühl
Katharina Schaas 16.09.14 Essingen
Anna Hügel, geb. Alzner 27.12.12. Bietigheim

 soweit bekannt, erstellt von M. Mattes


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In eigener Sache:

Liebe Reichesdorfer

Der Reichesdorfer Bote lebt eigentlich nur aus den Erinnerungen einiger unserer Landsleute.

Es sind nun über 20 Jahre her seit wir aus Reichesdorf ausgewandert sind.

In jener schweren Zeit, in der wir da gelebt haben, miteinander gefeiert haben, Freud und Leid miteinander geteilt haben, brauchten wir noch keinen Reichesdorfer Boten.

Denn jeder im Dorf wusste über jeden Bescheid, man konnte sich mit dem einen oder anderen freuen oder auch sein Leid teilen.

Heute, -da sind wir in ganz Deutschland verteilt, ja sogar auf fremden Kontinenten leben wir Reichesdorfer.

Wie sollen wir Neuigkeiten austauschen.

Telefonisch klappt so was nicht, aber wir haben den Boten der die Neuigkeiten zu der Mehrheit der Reichesdorfer in alle Welt bringt.

Unser Bote ist nun über 23 Jahre alt, hat uns oft schönes und auch trauriges verkündet.

Für die Rubrik „Wie es früher war“ suchen wir kleine und auch größere Erzählungen unserer Landsleute.

Dazu gehören auch (wie in diesen Boten gebracht) alte Fotos mit Personenauflistung, vielleicht auch eine Beschreibung des Anlasses.

Diese Fotos mit Beschreibung werden danach auch im unser Archiv aufgenommen.

Erzählt uns von Hochzeiten, Bällen, Kronenfesten Nachbarschaften sowie auch von privaten Festen von damals, denn in Reichesdorf ging es ja immer lustig zu. Habt ihr ein Foto dazu, umso schöner.

Erzählt auch von traurigen Anlässen, die sollten auch nicht in Vergessenheit geraten.

Unsere Jubilare möchten wir auch gebührend erwähnen.

Von den silbernen, goldenen oder sonstige Hochzeiten würden wir gerne mehr berichten. Bitten schickt uns (mir) ein paar Bilder und ein paar Sätze dazu.

Sollte das schreiben schwer fallen ruft mich an und erzählt mir was zu dem Ereignis.

Wir werden es in unserem nächsten Boten bringen, denn auch wir wollen uns mit euch freuen.

Ein Kompliment muss ich Steffen Schaas aussprechen für den Bericht über das Ski-Treffen im Winter dieses Jahres. Ich hoffe dass er uns auch weiterhin Berichte zukommen lässt.

Eine Bitte an die Jüngeren unserer Landleute: Wir würden auch gerne wissen: ob ihr, oder wen ihr geheiratet habt, wie eure Hochzeitsparty war. Habt ihr schon Nachwuchs? Wie heißt er / sie?

Denn ihr seid alle Reichesdorfer.

Die Anzahl der Älteren wird immer kleiner und das ganze Wissen, Erzählungen geht verloren.

Eine Bitte an die jüngeren Reichesdorfer, ein bisschen in der Vergangenheit ihrer Eltern und Großeltern zu recherchieren, bestimmt finden sich Ereignisse, Begegnungen, Katastrophen usw. die man dokumentieren sollte.

Und wenn diese Geschichten, Erzählungen noch so klein und unbedeutend scheinen, sind sie ein paar Notizen wert.

Fazit: Mit dem Reichesdorfer Boten wollen wir nicht nur in Erinnerungen schwelgen, sondern auch die Gegenwart wahrnehmen.

Lasst auch andere an eurer Freud und Leid teilhaben.

Bitte helft alle mit, diesen Boten zu gestalten.

Heinrich Maiterth


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Liebe Reichesdorfer!

Ab dieser Ausgabe kommt online aktuell!
Wie der Name schon sagt, hier erfahrt ihr das neueste was online aktuell ist.

  • Ganz frisch auf der Homepage sind Bilder und Video vom Skiwochenende von Neukirchen am Großvenediger!

  • Neu ist auch im Forum die Rubrik: Verschenken, Verkaufen, Tauschen.

Tipp: Alle Ausgaben vom Reichesdorfer Boten auf einem Klick!

Hans-Christian


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Spenden zu Gunsten der Reichesdorfer HOG 

(beim Reichesdorfer Treffen)
Ernst Greger 10€
Martin Mätz 10€
Imre Szekely 10€
Andreas Mattes 2,50€
Simon Waffenschmidt 5€
Andreas Herberth 5€
Harald Hügel 5€
Martin Alzner 30€
Heinrich Maiterth (Neuenstein) 10€
Hermann Hügel 10€
Heinrich Hienz 10€
Hans Lang 10€
Hannes Meyndt 10€
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Reichesdorfer Winterfeste
Zwei Theatergruppen wetteifern / Sittag am 1. Februar 

az. Mediasch. - Im grossen, schönen Kulturheimsaal wurde ein Programm geboten - mit Theater und Tanz danach. Da war wieder was los für die Jugend und nicht nur für sie. Diese Reichesdorfer Abende, sie werden von der Jugend gestaltet, wirken frisch und echt, sind unterhaltsam und allen Jahrgängen zugänglich. Das hat Tradition im Dorf und ist vor allem dem Rentnerehepaar Sofia und Georg Lassner zu verdanken. Drei Jahrzehnte Kulturarbeit mit einer stets bereitwilligen Reichesdorfer Jugend hat reiche Früchte getragen.

Diese gute Zusammenarbeit wird nun von Renate Meitert und Kulturheimleiterin Hanni Schuster fortgesetzt, nach wie vor vom Ehepaar Lassner tatkräftig unterstützt. Bei der Letzten Aufführung traten sieben Mädchen auf - alle Schülerinnen am Mediascher Lyzeum: Edda Hügel, Edith Greger, Käthe Mätz, Astrid Kloos, Grete Roth, Roswitha Methert und Susanne Wachsmann - , sie spielten "Heiratsbüro Fortuna". Jugendliche boten unter Orchesterchef Hans Bielz und mit der von Hans Hügel gespielten elektronischen Orgel beste Tanzmusik. Der Saal war voll und das bedeutet in Reichesdorf so bei 400 Personen.
Für den 11. Januar wird der nächste Kulturabend vorbereitet. Und wieder stehen Theater, Tänze und Ball auf dem Programm. Innerhalb von wenigen Wochen zwei Aufführungen - das ist allerhand. Man muss aber auch wissen, dass Reichesdorf zwei Theatergruppen besitzt: die Jugend - und die Seniorengruppe. Letztere bereiten sich für eine "gewichtigeres" Stück vor und will damit beim Landesfestival "Cintarea Romäniei" mitmachen. Ein Dutzend Jugendliche und etwas mehr "Senioren" im Wettstreit - das hat in Reichesdorf zum Aufschwung der Kulturarbeit geführt.
Und so wie Alt-Rektor Georg Lassner Ende der 50er Jahre als "Belohung" mit der Jugend-Theatergruppe zum Bilea-See Ausflüge machte geschieht das jetzt mit den Töchtern und Söhnen der "Senioren", bloß in anderer Richtung: Nach Baisoara, dem schönen Luftkur- und neuerdings auch Wintersportort in den Westkarpaten, soll ein kollektiver Ausflug mit allen Reichesdorfer "Theaterleuten"führen.
Anneliese Hügel beteiligte sich als Mitglied der Theatergruppe vor bald 30 Jahren am Gemeinschafsausflug zum Bilea, ihre Töchter Edda und Anneliese, die in der Kränzchen-Jugendtheatergruppe eifrig mitmachen, freuen sich jetzt schon auf den gemeinsamen Ausflug nach Baisoara. So auch Harald Hügel, dessen Vater, Gustav Hügel, vor bald drei Jahrzehnten auch dabei war. Solche Beispiele können noch angeführt werden.
Das nächste Reichesdorfer Brauchtumsfest im Winter - der Sittag (1.Februar) - ist zugleich auch das schönste und traditionsreichste. Neun Nachbarschaften bereiten sich emsig darauf vor.

Reichesdorfer Winderfeste:
Kommentar zu diesem Bericht

Das ist ein Ausschnitt aus dem „Neuen Weg“, vermutlich aus dem Sommer/ Herbst 1984.
„ Heiratsbüro Fortuna“ hatten wir im Juni 1984 aufgeführt. Der Verfasser des Artikels hat einiges durchei-nander gebracht- zum Beispiel: Roswitha und Grete hatten nicht mitgespielt, sondern Gerda, Susi Schneider und Lisbeth Lang.
Und der Heiratskandidat, um den es in dem Stück ging (den sich die Heiratsvermittlerin dann schnappte), war Gerhard Mätz.
Auch waren wir nicht „alle Schülerinnen am Mediascher Lyzeum“!
Das war eine tolle Zeit, an die ich mich gerne erinnere! 

Susi


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Frühjahrstage in Reichesdorf
Alle Kräfte auf dem Hattert und im Weinberg 

Viele Fuhrwerke auf den Strassen. Mit Saatkartoffeln, Pflug oder auch mit der Egge beladen, ziehen sie frühmorgens zum Dorf hinaus. Über dem Dorf aber, auf den terrassierten Süd-Steilhängen, binden flinke Hände die Reben - eine Arbeit, die in Reichesdorf, ebenso wie das Kartoffelsetzen, jedes Jahr im April drei Wochen hindurch vollzogen wird. Der Weinbau, der hier schon immer wichtig war, steht dem Feldbau auch heute um nichts nach.

Die Zahl der Gespanne, die an diesen Apriltagen im Einsatz stehen, ist beeindruckend: Rund 30 aus der LPG und der SLB-Weinbaufarm sowie über 50 aus den Eigenwirtschaften. Es gilt, in kurzer Zeit rund 300 Hektar mit Kartoffeln, Hanf, Flachs, Zucker-und Futterrüben sowie mit Mais zu bestellen: Für eine Flachland - LPG eine Spielerei, doch für Reichesdorf, wo das Frühjar ja immer etwas später kommt und die Landtechnik schwerer eingesetzt werden kann, bedeutet das für jung und alt immer Grosseinsatz.

Zuverlässige Hände

Wenn man auf dem Reichesdorfer Hattert etwa 100 Mann alleine beim Kartoffelsetzen und andere 150 in den SLB- Weinpflanzungen antrifft, ist das also nicht verwunderlich. Die 250 "Mann" sind jedoch zumeist Frauen, beim Rebenbinden und auch beim Kartoffelsetzen. Farmleiter Agronom Valentin Popa, der seine Leute auf genau 128 Hektar Rebpflanzungen verteilt hat, zählt einige der zuverlässigsten Kräfte auf: Katharina Schuller, Johanna Schaas, Juliana Zlätar, Katharina Mätz, Victoria Popa, Vizebürgermeister Horst Meyndt, den ebenso wie Farmleiter Popa ein anhaltender doch höchst willkommener Regenguss vom Anbaufeld ins Dorf zwang meint, man stünde ganz gut mit dem Anbau. Da habe auch das bisher sehr gute Wetter mitgeholfen.

Immer wieder wird auf die zahlreichen Gespanne hingewiesen, die jetzt im Einsatz stehen. Das sind nicht nur Pferde-, sondern auch Ochsen -und Büffelgespanne, zugkräftiges Vieh. Zugochsen besitzt in Reichesdorf nicht nur die SLB - Farm und die LPG: Friedrich Wälther und Heinrich Meitert z.B. haben je ein Paar im Stall stehen.

Auf Meiterts Hof werden außerdem noch zwei Milchkühe gefüttert. Der Vizebürgermeister zählt auf: In 26 Höfen je zwei, in neun sogar je drei und in anderen zahlreichen je ein Stück Milchrind. Für nicht weniger als 2000 hl Kuh -und Büffelmilch sind in Reichesdorf für 1985 Lieferverträge mit dem Staat abgeschlossen worden. Hinzu kommen noch 40 Tonnen Rind- und Schweinefleisch.

Zwei Wagner und ein Baumeister

Zu den Männern die im Dorf arbeiten, gehören mehrere Meister: Martin Mätz, Wagnermeister und Zimmermann sorgt mit Michael Roth dafür das alle Fuhrwerke nicht bloß die der Reichesdorfer Farm sondern das ganzen SLB Dumbräveni - das sind nicht weniger als 12 Farmen - in gutem Zustand, also immer fahrtüchtig sind. Neue Leiterwagen werden von den beiden Wagnermeistern auch gebaut und neue Holzstiele für Feld- und Gartengeräte müssen auch immer da sein.

Johann Greger, Leiter der Bau-Dienstleistung des Birthälmer Volksrates, gießt mit Andreas Schlosser, Gustav Weinrich, Georg Untch und Hans-Georg Kloos Betonrohre- Kanalisations- und Brunnen-rohre, Beton-Zaunpfähle und einiges mehr. Dieser sehr tüchtigen Baugruppe fallen jedoch noch eine Menge anderer Arbeiten zu: Instandhaltung der Brücken, Reparaturen an den Verwaltungsgebäuden, Schulen, Kindergärten, Genossenschaftsgebäuden, Kulturheimen, Ambulatorien, alles auf dem recht großen Gemeindegebiet Birthälm. In 15 Jahren hat Meister Johann Greger fünf Brücken in Reichesdorf, sieben in Birthälm und drei in Grosskopisch instand gesetzt oder neu gebaut. Hinzu kommen noch ein gutes Dutzend Betonstege und kürzlich auch ein Neubau mit zwölf Wohnungen in Birthälm.
Zahlreiche Reichesdorfer Häuser haben fließendes Wasser. Etwa 150 Pumpen stehen dafür in Betrieb- ein nicht zu unterschätzender Energieverbrauch. Leitungswasser durch Gefälle ist die Alternative für Stromeinsparung im Dorf. zwei Quellen auf Reichesdorfer Hatter können nämlich das nötige Trinkwasser nicht nur für die Haus-,sondern auch für die Stallwirtschaft sichern. Auf der letzten Bürgerversammlung ist wieder über das neue, ins Auge gefasste Wasserversorgungssystem gesprochen worden. Der Vizebürgermeister, der sich für die Durchführung des Projekts einsetzt hofft das mit den Arbeiten bald begonnen wird. Eine vom Gemeindevolksrad ausgearbeitete Studie wurde dem Kreisvolksrat Sibiu zur Genehmigung vorgelegt. Die Arbeiten selbst würden sich hauptsächlich auf den Bau von zwei Sammelbecken und dem Verlegen der Zufuhr-Leitungsrohre beziehen.

Neuer Weg. 19.April 1985
(Beide Artikel wurden uns von Kathi Mätz zur Verfügung gestellt) 

Frühjahrstage in Reichesdorf
Kommentar zu diesem Bericht

Wenn man den Bericht liest, glaubt man er würde aus den 20ger Jahren stammen. Schmunzeln muss man über die Beschreibung der Arbeitsvorgänge der Feldarbeiten. Wir wissen alle wie, und wie gerne man die Arbeiten ausführte und noch besser wissen wir wie gut sie bezahlt wurden. Hätte nicht jeder sein eignes kleines Stück Land, oder Garten bearbeitet, hätten wenige Schweine zu Weihnachten geschlachtet werden können und so manchen guten Tropfen Wein hätte es gar nicht gegeben.

Die im Bericht angegeben Mengen an Fleisch und Milch hätten jeden bäuerlichen Betrieb im Westen erblassen lassen müssen. Nur wo ist das Ganze abgeblieben? -Schade dass man diese Frage damals nicht stellen durfte.

In welchen Häusern wohl diese 150 Pumpen gestanden haben, ist mir ein Rätsel?

Kommentare zu diesen Zeitungsartikeln sind erwünscht. 

Heinrich Maiterth

 


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Diese Verse sind bestimmt nicht aus jener Zeit und sollen auch keine Anspielung auf die Berichte des Neuen Wegs sein. 

Såksesch-bleesch.

Der Wyzleew Tare wor en Zeddeng Schreiwer
de Kommunisten håtten gärren Iwerdreiwer.

Bam „Neuer Weg“ schriw hia en Lijen ännen,
da däckest Krumpirren wet de Kollektiv gewännen.

Fuer des Meeren word hia honoriert,
Der Preşedinte håt e Farken dråf spendiert.

Dem Secretar de la Partid gefeal der Tric,
esi word der Tare „Membru-onorific“.

Der Activist wor “Onofrei a lu Cătrinţă”
să nu lipsască unu la şedinţă.

Der Brigadir die hess Laurenţiu Moţ,
furăm la şedintă, la recoltă furăm toţi.

“Musca pe Căciulă” hess der Preşedinte
Stim cu toţii, cînd deschide gura minte.

“Viaţă nouă˝ hess de Kollektiv,
Dot wor äm Bleesche Luund dertiw.

Der Wyzleew as nea uch keen Detschluund kun,
ba aser Zeddeng huet hia uch de Nues dertunn.

Hie schreiwt noch änj oald ast zesummen,
når sot hia nichem Brigadir bäm Nummen.

Der Preşedinte hiisst ä letzter Zegt „Präses“
De Såksen wässen nicher wot dot äs.

Fremdwiarter ze amkrammen äs doch doof,
Neologismen nit en jeed Sprooch åf.

 


 


1. Vorsitzender: Werner Meyndt   82515 Wolfratshausen  Tel 08171/20228 
 Kassier: Ernst Kloos 51674 Wiehl Tel 02262/305662
Schriftführer:  Susanna Riemesch  74226 Nordheim   Tel 07133/964816
Herausgeber des Boten:  Heinrich Maiterth 33332 Gütersloh maiterth.heinrich@t-online.de 
Internet Hans-Christian Hienz  91550 Dinkelsbühl webmaster@reichesdorf.de
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Vorstandsmitglieder der Reichesdorfer HOG
Ernst Kloos, Gustav Hügel, Hans-Christian Hienz, Harald Hügel, Heinrich Hienz, Heinrich Maiterth (Cleebronn), Heinrich Maiterth (Gütersloh), Heinrich Waffenschmidt, Hermann Hügel, Martin Alzner, Susi Riemesch, Werner Meyndt



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