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Reichesdorfer Bote

    Jahrgang 24, Ausgabe 43                                                                                                         Dezember 2010  

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Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis
Grüß Gott, liebe Nachbarn!
Weihnachten daheim
Weihnachten in Russland
Die vier Kerzen am Adventskranz
Die Erinnerung bleibt
Weihnachtsbräuche unserer Nachbarn
Für unsere Jüngsten
Gepflogenheiten, Bräuche rund ums Heiraten in Siebenbürgen
Die Zivilehe
Rubrik: Wie es früher war
Klassentreffen Jahrgang 55 in Scheinfeld
Stellungnahme
Die Subtraktion
Anzeige Reichesdorfer Kalender
Ich bin ehrlich
Wir laden ein
Das Dorf
Konfirmanden
Hochzeiten (Hochzeitsjubilare)
Die Verstorbenen unserer Heimat
Begräbnis-Choral der Adjuvanten
Die Rose
Reichesdorfer auf dem Musikantendampfer 
Einladung zur Eröffnung


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Grüß Gott, liebe Nachbarn!

Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. (Neues Testament, Johannes 13,34).
Uns dies zu vermitteln, könnte einer der Gründe sein, warum Gott seinen Sohn auf die Erde gesandt hat. Es liegt nahe, dass es den Menschen damals schon schwer fiel, miteinander in Frieden zu leben. Neid, Missgunst und vor allem Machtgehabe verhinderten wohl schon immer ein friedliches Untereinander.
Es hat sich nur bedingt, wenn überhaupt, etwas geändert: Immer noch hetzt der Mensch seinen eigenen Vorteilen nach, meist ohne Rücksicht auf andere; dubiose Finanzmanager vergiften die Wirtschaft; machthungrige Regierungschefs und Terroristen aller Art züchten Soldaten um ihre blutigen Ziele zu verfolgen; große Konzerne zerstören aus Profitgier unsere Umwelt.
Doch es bleiben uns, dem gemeinen Volk, die Hände gebunden in diese Vorgänge einzugreifen. Ganz tatenlos dürfen wir aber nicht zuschauen! Es gibt in unserem unmittelbaren Lebensumfeld Menschen anderer Herkunft, anderer Religion, denen wir heute noch die Hand reichen können, um an der Gestaltung einer toleranteren, friedlicheren und gerechteren Zukunft mitzuwirken!
Indem wir fortwährend uns üben, es mit allerlei Mitmenschen auszuhalten, üben wir uns unbewusst darin, uns selber auszuhalten: was eigentlich die unbegreiflichste Leistung des Menschen ist. ( Friedrich Nietzsche).
Da ist die türkische Familie im Erdgeschoss. Ich habe immer noch nicht verstanden, warum die Frau sich unter einem überdimensionalen Kopftuch versteckt, der Mann die Einkaufstasche nicht tragen kann, der Sohn verwöhnt wird und die Tochter nichts zu sagen hat. Oder die Italiener gegenüber – immer habe ich das Gefühl, da sie lautstark gestikulieren, dass sie nur am Zanken sind. Auch der schwäbische Nachbar gibt mir zu denken: tagsüber ist er nur am Arbeiten und abends ist er dann so gestresst, dass ihm die Muße fehlt, sich mit mir noch abzugeben.
Wie soll ich mich da verhalten? Soll ich alle ignorieren, weil ich sie nicht verstehe, sie so anders sind als ich? Soll ich mich meinen Nachbarn, meinen Mitmenschen verschließen, sie dafür bestrafen, dass sie andere Sitten haben, anders erzogen wurden, eine andere Lebensweise haben? Oder kann ich versuchen sie zu akzeptieren, so wie sie sind, ohne sie zu bewerten? Mit einem freundlichen Gruß vielleicht? Wäre ein guter Anfang. Beim nächsten Mal kann ich vielleicht auch übers Wetter reden, über die Angebote im Supermarkt, über den letzten Elternabend in der Schule. Ach ja, die Kinder, die könnten doch mal zusammen zum Spielplatz gehen! Ja, jetzt, in der Vorweihnachtszeit, ist es gut, damit anzufangen!
Es ist nicht einfach, aber es geht. Auf Menschen zugehen, ihnen zuhören, etwas von mir zu geben, um entgegenzunehmen. Kleinigkeiten reichen schon – ein Gruß, ein Lächeln, ein wenig Zeit. Dafür tut sich bei mir ein Gefühl der Zufriedenheit auf – ich habe etwas bewegt!
Wir sollten uns öfter fragen was wichtig für uns ist, vor allem jetzt. Schließen wir uns jenen an, die gehetzt und gestresst durch den Advent rasen und sich an Weihnachten erschöpft fragen, wozu dieses Fest eigentlich gedacht ist? Oder gehen wir lieber mal in uns, fragen unser Herz, was ihm in dieser Zeit gut tut? Was Gott damit bezweckte? Ob wir auch in ein paar Wochen oder sogar Monaten noch den Zauber der Heiligen Nacht verstehen?
Kostbare Zeit mit lieben Mitmenschen verbringen, sich darauf besinnen, dass für ein gutes Miteinander Verständnis, Rücksicht und Nachsicht unabdinglich sind, und Geben meist seliger denn Nehmen ist, das könnte es sein!

Der Vorstand wünscht allen Reichesdorfern und jenen, die es noch werden wollen, gesegnete Christfeiertage und ein gesundes, mit Zufriedenheit erfülltes Neues Jahr!

Susi


Weihnachten daheim

Leise rieselt der Schnee hernieder,
Dann sieht alles friedlich aus
Und mir kommt Erinnerung wieder
An das Weihnachtsfest zu Haus.
Federleicht schweben meine Gedanken
Wie die Flocken fort,
über Grenzen über Schranken
bis in meinen Heimatort.
Immer bleibt die Erinnerung
Es war einfach wunderbar
Die erwartungsvolle Stimmung
Wenn zu Hause Weihnachten war.
Ganz bezaubert sieht es aus
Unser Dorf ist ganz in weiß,
Überall ist Schnee und Eis
Es ist Weihnachten zu Haus.
Jedes Jahr zur Heiligen Nacht
Hört man die Glocken klingen,
Sieht den hellen Kerzenschein,
Möchte Weihnachtslieder singen
Und wie einst zu Hause sein.


Elise Schlag (geb. Untch) Fronhausen


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Weihnacht
in Russland

 
Wenn die stille heilige Nacht,
auf der Erd sich niedersenkt,
euer liebes Kind in Russland
sehnsuchtsvoll an alle denkt.
Möchte heute so gerne
bei euch in der Heimat sein,
doch ich weil in Russland
weit von euch allein.
Wenn euch stumm die Kerzen
am heiligen Abend Grüßen
werden wir im dunkeln Schacht
schwer arbeiten müssen.
Wir laden Kohlen in Waggon
wenn ihr hört von Gottessohn.

 

Sara Binder-Schenker Bodendorf.


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Die vier Kerzen am Adventskranz

Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war still, so still, dass man hörte, wie die Kerzen zu sprechen begannen.
Die erste Kerze seufzte und sagte:
Ich heiße Frieden.
Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden. Sie wollen mich nicht.
Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz.
Die zweite Kerze flackerte und sprach:
Ich heiße Glauben.
Aber ich bin überflüssig geworden. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen, und es macht keinen Sinn mehr, dass ich brenne.
Ein Luftzug wehte durch den Raum, und die Kerze war aus.
Leise und sehr traurig meldete sich die dritte Kerze zu Wort:
Ich heiße Liebe.
Und ich habe keine Kraft mehr zu brennen, denn die Menschen stellen mich an die Seite.
Sie sehen nur sich selbst, und nicht die anderen, die sie lieb haben sollten.
Mit einem letzten Aufflackern verlosch auch diese Flamme.
Da kam ein Kind ein das Zimmer, sah die Kerzen an und fing fast an zu weinen.
Es sprach:" Aber, Ihr sollt doch brennen und nicht ausgehen, wir brauchen doch Euer Licht!"
Da meldete sich die vierte Kerze und sprach: "Hab keine Angst, denn solange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße Hoffnung!"
Mit einem Streichholz nahm das Kind das Licht von dieser Kerze und zündete damit all die anderen Lichter wieder an.

 


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Die Erinnerung bleibt

Man könnte einen Roman schreiben, doch nicht übertreiben.
Kaum zu glauben aber wahr, es sind schon 2o Jahr,
daß wir aus dem Siebenbürgenland gegangen,
und in Deutschland neu angefangen.

Wir wussten nicht, was uns erwartet,
doch fast alle waren bereit und sind gestartet.
Die fleißigen Hände dürfen nicht ruhn,
sie haben immer was zu tun.

Die Leute haben sich zusammengerafft
und ein jeder hat sich ein zu Hause geschafft.
Im Leben, da ist nicht alles eben,
so manchen Sturm muß man erleben.

Durch Regenpfützen weiter gehen,
um die Sonne erneut zu sehen.
Schau nach vorne, nicht zurück,
vielleicht hast du ein wenig Glück.

In der Landwirtschaft arbeiteten wir für unser tägliches Brot,
immer mit den Gedanken man käme in Not.
Es waren wenige Landwirtschaftsmaschinen,
die Pferde, Ochsen, Kühe und Büffeltiere mussten dienen.

An den Wagen wurden die Tiere gespannt,
dann fuhr man zur Arbeit, hinaus aufs Land.
Um das Unkraut zu vertilgen mit fleißiger Hand,
vielen war diese mühsame Arbeit bekannt.

Ob auf dem Kartoffelfeld, Maisfeld oder Weingarten
stets wollte man nach der Arbeit trachten.
Manchmal ging es mit der Ernte daneben,
weil Sturm, Regen oder Hagel machten die Ähren eben.

War es mal knapp am Brot,
so half man sich aus der Not.
Aus Maismehl wurde Palukes gemacht,
die mit Schafskäse wie eine Torte lacht.

Wenn auch jedes Menschenglück,
wie ein Traum vorübertreibt.
Die Erinnerung zurück
an unsere schönen Zeiten bleibt.
Was ist im Leben so vieles geschehen,
Kopf hoch es wird immer weitergehen
und nun auf Wiedersehen,
nur die Erinnerung bleibt.


Regina Pinnes (geb.Moodt) 26. Mai 2010 )


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Weihnachtsbräuche unserer Nachbarn aus aller Welt

Polen – Heu unter dem Weihnachtsbaum
In Polen ist die Adventszeit eine Zeit der Besinnung. Die Kinder verzichten auf Süßigkeiten. Auch die Erwachsenen versuchen weniger zu rauchen oder zu trinken. Am 24. Dezember wird den ganzen Tag gefastet. Das Festmahl beginnt sobald der erste Stern am Himmel zu sehen ist. Zum Festtagsschmaus wird traditionell ein Gedeck mehr aufgelegt, um einen „unerwarteten Gast“ bewirten zu können. Bevor man isst, werden die Weihnachtsoblaten ausgeteilt. Damit will die Familie zeigen, dass sie auch in Zukunft das Leben miteinander teilen wollen. Die Kinder in Polen glauben, dass das Christkind auf einem Esel aus dem Himmel zu den Menschen kommt. Deshalb liegt unter dem Weihnachtsbaum immer ein wenig Heu.
Griechenland – Trommel- und Glockenklang in den Straßen
In Griechenland ziehen die Kinder am 24. Dezember mit Trommeln und Glocken durch die Straßen und singen die „Kalanda“. Das sind Lobgesänge, die Glück bringen sollen. Die Kinder werden dafür mit kleinen Geschenken belohnt. Am Heiligen Abend sind die Tische mit Nüssen, Mandeln, Rosinen und getrockneten Feigen gedeckt, denn am 24. Dezember wird noch gefastet. Am 1. Januar legt der heilige Vassilios, der Heilige des Lernens, den Kindern Geschenke vor ihr Bett.
Italien – Krippe ist wichtiger als Tannenbaum
Die Weihnachtszeit beginnt in Italien am 6. Dezember und endet am 6.Januar. Weit wichtiger als der Tannenbaum ist für die Italiener die Krippe, eine Erinnerung an den Heiligen Franz von Assisi, der die erste Krippenszene nachstellen ließ. Am Heiligen Abend wird gefastet. Erst nach der Mitternachtsmesse gibt es ein Festessen, bei dem als Abschluss Pannetone, das ist ein Hefekuchen mit Rosinen, nicht fehlen dürfen. Am 25. Dezember wird die Ankunft des „Bambinello Gesu“ gefeiert. Das traditionelle Gericht ist „pollo al riso“, Huhn mit Reis. Kinder in Italien werden am 6. Januar von „La Befana“ beschenkt. Der Legende nach ist La Befana eine alte Frau, die sich zu spät auf den Weg zur Krippe gemacht hat. Seitdem irrt sie umher und hinterlässt in jedem Haus Geschenke, in der Hoffnung, dort das Christkind zu finden.
Mexiko
Mit den Spaniern kamen vor 300 Jahren auch die Weihnachtsbräuche nach Mexiko. Doch ein Teil ihrer eigenen Tradition konnten die Ureinwohner beibehalten. So wurden die Feste um die Ankunft des Gottes Huitzilopochtli später zu Ehren von Josef und Maria gefeiert. Dazu gehören die "Psadas". Bunte Umzüge, bei denen die Herbergssuche nachgestellt wird. Der spannendste Teil Weihnachtens für mexikanische Kinder ist die Pinata. Dabei wird ein Tongefäss mit Früchten und Süßigkeiten gefüllt und aufgehängt. Mit verbundenen Augen versuchen Kinder oder Erwachsene, den Topf zu zerschlagen.
Australien
Weiße Weihnachten ist in Australien nicht möglich. Denn dort ist an Weihnachten Hochsommer. Tannenbäume sind selten und teuer, deshalb stellt hier fast jeder einen Plastiktannenbaum auf. Der Hitze wegen feiert man im Freien. Man trifft sich auf Wiesen, im Wald oder am Strand, wo man dann bis in die Nacht beieinander sitzt, Weihnachtslieder singt und Lagerfeuer entzündet.
Indonesien
Weihnachten in den Tropen: Keine verschneiten Tannenwälder, keine glühweingeschwängerten Weihnachtsmärkte in den Fußgängerzonen, keine langen dunklen Abende. Hier scheint die Sonne und nachmittags gibt es ein heftiges Gewitter. In Sumatra ist im Dezember Regenzeit. Man feiert Weihnachten tagsüber, nicht abends wie bei uns. Diese Weihnachtsfeiern sind verbunden mit der Übergabe von Weihnachtsgeschenken, und zwar in Form von Naturalien. Reis oder Nudeln werden von der Bevölkerung säckeweise gespendet, ebenso Konserven, Kleidung oder Bettwäsche.
Kenia
Zur Weihnachtszeit herrscht im südlich des Äquators gelegenen Kenia Hochsommer. Weihnachtsmänner schwitzen unter ihren weißen Bärten und Hoteliers sprühen für die Touristen Kunstschnee auf die Restaurant-Scheiben. Am Heiligen Abend trifft sich die Familie zu einem großen Festmahl. Danach haben die Kinder zu tun: sie müssen das Haus reinigen, dekorieren und das Essen für den nächsten Tag vorbereiten. Das Fladenbrot Chapati und Fleisch in allen Varianten kommt auf den Tisch. Besonders beliebt ist Hühnerfleisch. Denn Hähnchen sind für die meisten Kenianer nur selten erschwinglich. Ähnlich wie Hühner gelten Ziegen als kenianische Weihnachts-Delikatesse. Die Tiere werden bereits Monate vorher gekauft, denn dann sind Preise noch niedrig. Am Morgen des 25. Dezembers wird eine Ziege geschlachtet, deren Fleisch in der Familie verteilt wird. Danach geht man von Haus zu Haus, um überall fröhliche Weihnachten zu wünschen und Geschenke auszutauschen. Zum Ausklang des Festes wird bis in den Morgen ausgelassen getanzt.
Rumänien
Die Rumänen sind weihnachtliche Frühstarter. Schon in der Nacht vom 23. zum 24. Dezember singen Kinder in den Dörfern traditionelle Weihnachtslieder. "Colindatori" nennen sich diese Gruppen auf Rumänisch. Natürlich werden ihre Mühen mit allerlei Süßigkeiten und Früchten belohnt, insbesondere mit dem sehr beliebten Nusskuchen, am besten noch warm aus dem Ofen direkt zum Fenster hinaus gereicht.
Wie in anderen Osteuropäischen Ländern auch wird in Rumänien am 24. Dezember, dem "Mos Ajun", bis in die Abendstunden hinein gefastet. Eine der traditionellen Speisen, die dann aufgetischt werden, ist Kohlrouladen mit Polenta, was gerne mit einem "tzuika", einem starken Hausbrand, runtergespült wird. Die Geistlichen tragen ein am Heiligabend ein Heiligenbild von Tür zu Tür und wünschen frohe Weihnachten.
Island
Vielleicht liegt es an den langen Nächten in diesem Teil der Erde - jedenfalls sind die Ortschaften in Island zu Weihnachten ein einziges Lichtermeer. Lampen, beleuchte Figuren etc. scheinen von fast jedem Fenster, von Balkonen und Dächern.
Schon Anfang Dezember beginnen die Isländer das große Fest vorzubereiten. Unter anderem backen sie, was das Zeug hält, würzige Plätzchen mit Gingerschnaps und natürlich "laufabraud", das traditionelle Weihnachtsgebäck aus Wasser und Mehl, in heißem Öl ausgebacken. Jeder der flachen Küchlein wird kunstvoll belegt.
Typisch für Island sind auch die "Yulemen"; dreizehn seltsame Trolle, die dreizehn Tage vor Heiligabend die Bevölkerung heimsuchen. In früheren Tagen spielten sie den Menschen oft üble, teilweise sogar brutale Streiche, ähnlich dem in Deutschland bekannten Knecht Ruprecht. Heute gebärden sich die Yulemen zahmer und bringen sogar kleine Geschenke - wenn die Kinder brav waren.
St. Thorlakur's Day, der Tag vor Heiligabend, steht ganz im Zeichen der letzten Vorbereitungen. Der Weihnachtsbaum wird geschmückt und an dem ausgiebigen Festmahl gefeilt. Der Morgen des 24. Dezember gehört in Island den Verstorbenen. Die Menschen strömen auf die Friedhöfe, um Ihrer zu gedenken. Dabei werden viele große Kerzen angezündet, die auf den Gräbern die ganze Nacht brennen. Um sechs Uhr abends läuten die Kirchenglocken das Weihnachtsfest offiziell ein. Die Familie sitzt neben dem geschmückten Baum und Geschenke werden überreicht.
Malta
Jedes Jahr an Heiligabend zieht schon am frühen Morgen eine Prozession durch die Straßen und Gassen der kleinen Republik, bei der das Jesuskind gezeigt wird. Dazu werden Weihnachtslieder auf maltesisch gesungen.
Bei den Mitternachtsmessen auf Malta und Gozo führen Kinder das Wort. Eine alte Tradition will, dass an diesem Festtag in der Kirche die Kleinen die Predigt halten.
Die beliebteste Leckerei in der Weihnachtszeit sind Nüsse im Schokomantel. Das bekannteste Weihnachtslied heißt "Ninni la Tibkix Izjed (Schlaf' ein und weine nicht mehr). Es stammt aus dem 18 Jahrhundert und aus der Feder eines maltesischen Jesuiten.
Russland
Seit dem 11. Jahrhundert hat die Verehrung für St. Nikolaus in Russland und in der orthodoxen Kirche Tradition.
Nach der kommunistischen Revolution wurde Nikolaus durch Großväterchen Frost - Dyed Maroz - ersetzt (obwohl einiges an der Figur gleich blieb, wie die rote Robe, der weiße Bart, die schwarzen Stiefel). Seine Helferin heißt Schneeflöckchen (Snegorochka).
Ein ähnliches Schicksal widerfuhr Babuschka (Babushka). Die Legende besagt, dass sie den Hl. Drei Königen Quartier und Speise versagt hatte und sich deshalb für immer auf die Suche nach dem Christkind begeben muss. Auf ihren Reisen besucht sie Kinder, weshalb sie auch ihren Platz in den russischen Weihnachtstraditionen erworben hat.
Da die russische orthodoxe Kirche den Julianischen Kalender verwendet, fällt das Weihnachtsfest nicht auf den 25. Dezember, sondern auf den 7. Januar (das Jahr ist nach Rechnung des Julianischen Kalender geringfügig kürzer, sodass sich alle 125 Jahre ein Tag Differenz ergibt). Zum Zeitpunkt der kommunistischen Revolution, mit welcher der gregorianische Kalender in Russland eingeführt wurde, betrug die Differenz zwischen den beiden Kalendern 13 Tage.
Die christlichen Feiertage wurden abgeschafft. Das Neujahrsfest wurde zum zentralen Feiertag erklärt, der Weihnachtsbaum wurde zum Neujahrsbaum. Die Geschenke bringt Großväterchen Frost.
Obwohl im letzten Jahrzehnt auch in Russland wieder die Freiheit für religiöse Feiern gegeben ist, hat Weihnachten in der Bevölkerung nicht den Stellenwert, wie in den meisten anderen christlichen Ländern.
Die Weihnachtszeit im Rahmen der orthodoxen Kirche ist eher eine Fastenzeit. Das bedeutet, dass fleischlose Kost angesagt ist.
Zentrale Speise ist Kutya, ein porridge-ähnliches Gericht aus Weizen- und anderen Getreidekörnen (sie stehen für Hoffnung) sowie Honig und Mohn (Freude und Erfolg). Natürlich fehlt zu Weihnachten auch Borschtsch nicht auf dem Speiseplan.
Am 11. Januar, in Russland Neujahr, endet die Weihnachtszeit.
Schweden
In Schweden wird der 13. Dezember besonders gefeiert. Ein weiß gekleidetes Mädchen, die Lussibrud ( Lucienbraut) trägt einen Kranz mit brennenden Kerzen auf dem Kopf und weckt in der Familie die Schlafenden und bringt ihnen das Frühstück, zu diesem gehört auch das skandinavische Safranbrot.
In allen Städten und Dörfern wird eine Lucia-Braut gewählt.
Bis ins 16. Jahrhundert galt die vorausgehende Nacht als die längste des Jahres, mit Lucia begann die Zeit des Lichtes.
Dieser Brauch ist in Schweden 1780 erstmals dokumentiert.
In allen skandinavischen Ländern feiert man das Julfest.
In der Vorweihnachtszeit wird gebastelt, geputzt und gebacken. Man erzählt sich dass die kleinen Hausgeister, die Tomare, den Menschen, nicht nur im Laufe des Jahres sondern auch in der Vorweihnachtszeit, hilfreich zur Seite stehen. Als Dank stellt man ihnen am Heiligen Abend einen süßen Milchbrei vor die Tür, denn man glaubt, dass ein versäumtes Dankeschön der Familie Unglück bringt.
Heiligabend nach einem Saunabad versammelt sich die Familie um den Lichterbaum, der mitten in der Wohnstube steht. Nach einem guten Essen mit Julschinken und allen möglichen Köstlichkeiten tanzen alle um den Baum und singen Weihnachtslieder. Bescherung ist erst nach diesem Weihnachtsreigen. Die Fenster der Wohnstube sind oft geöffnet, denn es kann sein dass hin und wieder ein Julklapp, ein Geschenkpäckchen eines Freundes oder Nachbarn, ins Haus geflogen kommt.
Am frühen Weihnachtsmorgen besuchen die Familien die Christmette. Zu Hause bewacht der Julbock, ein Ziegenbock aus Stroh, den Weihnachtsbaum und hält die bösen Geister fern.


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Für unsere Jüngsten
Erinnert ihr euch noch an Ludwig, das schreckhafte Gespenst? Hier geht nun die Geschichte weiter…

Es wurde Herbst. Die Tiere legten sich Wintervorräte an und richteten ihre Höhlen und Nester mit weichem Moos und Blättern ein. Die Vögel flogen gen Süden und die Igel verkrochen sich unter den Laubhaufen. Ludwig wurde immer einsamer. Viele Tiere hielten schon Winterschlaf und die anderen waren damit beschäftigt, sich Vorräte anzulegen.
Keiner hatte mehr Zeit zum Spielen. Da schwebte Ludwig zwischen den Bäumen umher und wusste sich keinen Rat mehr. Auch ihm war kalt und ungemütlich. Gerne hätte er sich in seiner Gespenstertruhe verkrochen, aber die stand ja im Schloss - und dort konnte er sich nicht mehr blicken lassen. Als es dämmerte, sah er zwei große gelbe Kreise leuchten. Er bekam einen gehörigen Schreck, denn er dachte, es sei ein anderer Waldgeist, aber dann erkannte er die Eule.
„Was hängst du hier so traurig herum?“, fragte die Eule. „Gehört sich das für ein Gespenst?“ „Ach“, seufzte Ludwig und ihm war fast zum Heulen zumute. „Es war so schön, mit den Tieren zu spielen und mit den Elfen zu tanzen, aber jetzt hat niemand mehr Zeit für mich. Und außerdem friere ich und müde bin ich auch.“
„Tja“, sagte die weise Eule, nachdem sie Ludwigs Leid gehört hatte. „Du brauchst einen Platz für den Winter! Hast du schon einmal daran gedacht, ein Hausgeist zu werden?“ „Ein Hausgeist?“, fragte Ludwig verwundert. „Aber die Menschen haben doch dann Angst vor mir!“ „Es gibt auch gute Hausgeister“, antwortete die Eule.
„Manche Menschen wissen das. Die haben dann auch keine Angst vor ihnen. Vielleicht solltest du dich im Dorf umsehen und dir eine Familie aussuche, am besten mit vielen Kindern. Da ist immer etwas los und es wird dir nicht langweilig.“ Ludwig schwebte um die alte Eiche, in der die Eule wohnte, und dachte nach. Dann bedankte er sich und flog zu dem hohlen Baum, in dem er die Nächte verbrachte.
Morgen, dachte er, morgen werde ich mich im Dorf umschauen. Aber dazu kam es nicht mehr. In der Nacht fiel der erste Schnee und als Ludwig erwachte, war der ganze Wald wie verzaubert. Bibbernd erhob sich Ludwig aus seiner dunklen Ecke und flog schwerfällig durch den Wald. Es war so kalt, dass ihm das Schweben schwer fiel. Immer wieder plumpste er zu Boden und irgendwann schaffte er es gar nicht mehr, aufzustehen. Er kroch zu einem Strauch, um wenigstens ein bisschen geschützt zu sein, und legte sich wimmernd nieder. Er wusste nicht, wie lange er dort gelegen hatte, als er plötzlich Stimmen hörte.
Es waren Stimmen von Menschenkindern, die laut jubelnd und jauchzend durch den Schnee liefen. Sie zogen einen Schlitten hinter sich her und bewarfen sich mit Schneebällen. Auf einmal hielten sie in ihrem Jubel inne. Ludwig merkte, dass sie näher kamen. „Oh, was ist denn das?“, hörte er sie fragen. „Das ist, glaube ich, ein Gespenst!“ Das war die Stimme eines großen Mädchens mit Zöpfen.
Ludwig schaute auf. Hatten denn die Kinder keine Angst vor ihm? Die Kinder freuten sich. „Schaut mal, es guckt uns an! Was ist denn los mit dir? Warum bist du hier im Schnee?“, fragten sie ihn.
Ludwig seufzte und erzählte dann sein ganzes Leid. Wie einsam er im Winter war und dass es ihm bei dieser Kälte schwer fiel, zu fliegen. Und dass er sich eigentlich eine Unterkunft für den Winter suchen wollte. Da rief das kleinste Mädchen: „Aber du kannst doch zu uns kommen! Ein Gespenst braucht ja nicht so viel Platz und ich hätte noch Platz in meiner Schublade.“ „Das ist eine gute Idee!“, riefen die anderen Kinder und schon setzten sie Ludwig auf ihren Schlitten und zogen ihn nach Hause. Ludwig wusste gar nicht, wie ihm geschah.
Die Kinder hatten keine Angst vor ihm und wollten ihn sogar im Winter bei sich haben! Glücklich räkelte er sich auf dem Schlitten, bis sie angekommen waren.
Im Haus gab es für Ludwig viel zu entdecken, hier würde es bestimmt nicht langweilig werden. Und er verbrachte einen wunderbaren Winter als Hausgeist mit den Kindern. Sie spielten wilde Spiele und erzählten sich Gespenstergeschichten.
Dann kam der Frühling und es wurde wärmer. Ludwig zog wieder in den Wald und lebte dort den Sommer über. Die Kinder kamen ihn oft besuchen. Aber den Herbst und den Winter verbrachte Ludwig von nun an immer gemütlich mit den Kindern im Haus.
 


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Gepflogenheiten, Bräuche rund ums Heiraten in Siebenbürgen und ein besonderer Augenmerk auf Hochzeiten in Reichesdorf

In dieser Ausgabe des Reichesdorfer Boten werden wir uns mit den Gepflogenheiten den Sitten und Bräuchen, rund ums Heiraten in Siebenbürgen beschäftigen. Artikel zu diesem Thema habe ich aus dem: „Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatbuch“ von Carl Göllner, Internet Beiträge, Reichesdorfer Buch. Es wird berichtet über Gebräuche im Laufe der Jahrhunderte.
Vieles wird uns bekannt vorkommen, denn auch bei uns in Reichesdorf wurden einige diese Gepflogenheiten ausgeübt, besser gesagt zelebriert.
Denken wir mal an die Verlobungsfeiern, bei denen viel Glas und Porzellan zu Bruch ging. Abends, wenn die jungen Burschen ihr „Schießen“ dem jungen Paar mit einem „Ständchen“ darbrachten.
Auch ein Beitrag von einer Hochzeit aus dem Jahre 1919 in Reichesdorf habe ich gefunden, wo von Bräuchen berichtet, die wir nicht kennen.

Sächsische Hochzeit im "alten" Siebenbürgen
(Interessantes rund um´s Heiraten bei den Siebenbürger Sachsen) Aus dem Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatbuch von Carl Göllner

Sobald ein Mädchen konfirmiert wurde, noch ehe sie "1000 Wochen alt geworden", dachte man daran, sie zu versorgen, denn:
´S ist eine Waar´,
gib sie dar,
je länger man sie hält,
je weniger sie gefällt.
Dabei beruhigte die Eltern und Tochter das zuversichtliche Sprichwort, dass "jeder Sack sein Bändchen", "jedes Töpfchen sein Deckelchen finden wird".

Die Ehe war in alter Zeit ein Kauf und bis heute ist unter den Siebenbürger Sachsen auf dem Lande der Ausdruck "kaufen" für heiraten üblich und mancherorts wird wie beim Kauf noch der "Almesch" getrunken. So forderte Honterus im Reformationsbüchlein (1547): "Auf das auch niemand zwo lebendige haußfrawen geben werden, oder zu verbotner ehe greif, soll kein ehelich kaufen geschehen, allein man hab sie vorhyn beide mit iren namen offemberlich außgerufen."

Den Brautwerber und den zukünftigen Schwiegersohn empfing der Hausvater am Familientisch sitztend und hörte die Werbung an. Eine solch ist uns aus Nadesch aus dem 17. Jahrhundert bekannt: "Da hielt ich im Namen des Freyers bey den Eltern, Freunden und auch der Dirne selbst an, umb ein gut Beschiedt, ja oder nein; aber der Vatter gab uns diese Antwort: wir solten uns ein wenig gedulden, er wolte uns ein guttes Beschiedt geben. Auf solches behielt er uns zum essen da, und als man zu Tisch gehen solt, hielt ich abermal umb ein gewisses Beschiedt an, aber sie wolten keine Antwort geben, biß wir nicht gegessen hatten. Da wolt ich länger nicht abstehen, sondern begehret, sie solten uns etwas gewisses sagen, zu was wir uns gehalten solten. Der Vater, Mutter und Bruder billigten die Werbung und gaben uns allen vier die Hände drüber.

Darnach rief man auch die Dirn hinein, und ich sagte selbst zu ihr: No, liebes Kind, sihe ihn eben an, ob du ihn lieben kanst oder nicht, denn wo du ihn nicht würdest können lieben, wer es besser es würde sich jetzt zerschlagen, denn es ist nicht heut genommen und morgen gelassen, sondern der Todt wirdt euch darnach scheiden. Und der Werber redet auch darzu, sie solte sich woll bedenken. Da gab die Jungfer diese Antwort von ihr: Ich will das nicht umdrehen, was mein Vater und Mutter gemacht haben, sondern will auch dabei stehen, und gab mir und auch dem Breutigam die Handt darüber; über das gab ihr der Breutigam ein Ring zum Zeichen der Verlöbnuß, in Gegenwart unser aller, welchen sie auch von ihm empfinge; und trunken darnach einen Gruß oder Becher Wein darüber zur Bekräftigung."

Wie das Wetter beim Ringwechsel, so soll das zukünftige Leben des Brautpaares sein: Sturm deutet auf Trennung durch Scheidung oder Tod.

Ist die Braut "vertrunken" folgt die Verlobungsfeier. Dann werden die Vorbereitungen zur Hochzeit getroffen, die man möglichst bald zu feiern gedenkt, denn "langer Brautstand, kurzes Eheglück". Allerdings durfte keine Hochzeit zwischen Ostern und Pfingsten stattfinden, da sie sonst nicht Glück bringt.

Nun laden die beiden Mütter oder der "Biderknecht" die Gäste zum fest ein, das fast überall am Mittwoch gefeiert wurde. Die Vorbereitungen dazu begannen in der vorhergehenden Woche schon am Montag in aller Frühe, wenn die Burschen in den Wald um das Hochzeitsholz fuhren.

Am nächsten Tag eilten die Frauen mit großen Schellen durch die Dorfgassen; die Frauen der "Gegenpart" wurden geweckt, um beim Backen zu helfen. Erhielten sie nicht den erwarteten Trunk, so wurde unter fürchterlichem Spektakel das Lied angestimmt:

Wach auf mein Herz und schlinge
Ein Glas von Branntwein,
Mach´ es nur gut süße,
Das es hinein fließe.

Am folgenden Tag wurde feineres Gebäck (Hanklich, Stritzel) gebacken und Geflügel und Schweine geschlachtet, die dann im großen "Hochzeitsdäpen" gargekocht wurden.

Besonders hoch schlugen die Wogen der Frauen am Polterabend. Da half kein Bitten - die Braut war verschwunden. Im Brauthaus entgegnete man dem Bräutigam "Ihr könnt kommen, es ist hier keine Braut!" Nun suchte der Bräutigam zur Belustigung der Anwesenden unter dem Tisch, hinter dem Ofen und sogar im leeren Krautfaß.

Am Hochzeitstag erscheint früh am Morgen im Brauthaus ein Bursche, der die Morgengaben des Bräutigam übergibt. Es sind in der Regel ein paar Schuhe mit "Kreiselröhren", in denen die Braut getraut wird, ferner Taschentücher, Bänder, eine Haube, Äpfel und Nüsse. In einigen Dörfern hatte sich die eine "Partei" rechts vom Eingang, die anderen links im Hof aufgestellt, um sich gegenseitig in die Freundschaft aufzunehmen. Von jeder Seite tritt eine Frau vor; die aus der Familie des Bräutigams hält in einem Tuch ein Paar neue Schuhe verdeckt, in einem anderen einen alten Schuh, während die Frau der Bratpartei für den Bräutigam ein Hemd und eine Schürze verhüllt überreicht. Beide Parteien bieten nun einen Tauschhandel an. Die eine preist ihre schönen schwarzen Rosse (die Schuhe), die der Farbe wegen weit gesucht und gerühmt sind, die anderen die weißen Rosse (Hemd und Schürze), "denn diese tragen goldene Ketten". Nach langem Hin-- und Herhandeln und zur allgemeinen Belustigung verlost jede Partei das unbrauchbare Geschenk, die Bräutigamsfrau die Schürze, die Braufrau den alten Schuh. Doch Ende gut, alles gut, der Bräutigam geht im neuen Hemd, die Braut in den neuen Schuhen zum Altar. Weitere Belustigungen folgen. So findet der Brautzug das Tor des Hochzeitshauses verschlossen. Die Freunde der Braut verteidigen das Tor mit langen Ruten. Die Freunde des Bräutigam beginnen ebenfalls mit langen Ruten den Angriff und dringen gewaltsam in den Hof ein. Der Kampf endet mit dem Sieg des Bräutigams, doch bleiben noch zwei Frauen als Wachposten. Die eine wäscht jeden Eintretenden mit Wasser, die andere reibt ihn mit einem Handtuch ab. Dafür wird ein "Eintrittszoll" entrichtet.

Nach der Trauung wird im Hof ein Tisch aufgestellt, auf dem man dem jungen Ehepaar "gowt", die Hochzeitsgaben überreicht. Auch hier treiben die Burschen ihren Scherz und "gowen" ein Feld mitten im Bach und einen schönen Weingarten auf dem Turmdach. Nach dem "gowen" trägt der junge Ehemann seine Frau auf den Armen über die Türschwelle in das Haus.

Es folgt das Hochzeitsmahl, bei dem jede Familie zeigt, was sie sich leisten kann. Und dies geschieht durch Genüsse aus Küche und Keller, die vor allem die männlichen Hochzeitsgäste befriedigen. Üppigkeit des Hochzeitsessens ist sprichwörtlich geworden: "Wuert bäs te dich frängderst, derno bekist te uch Tort", vertröstet man in der Stadt das um Backwerk bettelnde Kind, und "brewlen" (hochzeiten) ist die Bezeichnung für ein üppiges Mahl überhaupt geworden.
Die Hochzeitsfreuden fanden mit dem "Ausschuhen" der Jungfrau durch die Brautknechte und mit dem "Bortenabtanzen" einen vorläufigen Abschluss. Die Frauen schlossen einen Kreis, nahmen die Braut in die Mitte, wirbelten sie herum, bis ihr der Borten vom Kopf rissen. Weinend lief sie davon, die Frauen folgten ihr und stimmten das Lied an: "Der Stand, in den ich trete"

Der zweite Hochzeitstag, der "Jungfrauentag", war eigentlich nur eine Fortsetzung der Lustbarkeiten des Hochzeitsmahles: Essen; Trinken und Tanzen. Am Jungfrauentag erschienen in einigen Orten die ganze Hochzeitsgesellschaft beim Frühstück auf "Krautsuppenweichbrot" (Gechwichpert mät Wurst gesattelt).

Wer am Jungfrauentag in Alzen zuerst ins Hochzeitshaus trat, nahm die Musikanten und einen Besen, um die "Gäste zusammenzukehren". Nach dem Frühstück kamen die Frauen mit Rosmarin, Wasser und einem reinen Tuch, um die Männer zu waschen. Während des Waschens erläuterten sie:

Mer sellen ich e kiejt weschen,
Dad er besser kennt essen.
Oft hält eine Frau ein berußtes Tuch versteckt und streicht mit diesem rasch über das Gesicht eines frisch gewaschenen Mannes, der, so geschwärzt, ausgelacht wird.

Nun erscheint auch die junge Frau, sie trägt zu ersten Mal ihren Ehrenschmuck, das "Gebockelsel", mit dem die Mutter sie mit Hilfe älterer Freundinnen schmückte. Die "geschloderte" (geschleierte) junge Frau wird in Keisd mit zwei anderen Frauen hinter einen Vorhang gestellt und der Ehemann hat nun seine Frau zu suchen. Dabei wird er oft irre geleitet. Erkennt er sie nicht, wird er ausgelacht und muß zur strafe den Frauen einen Eimer Wein zahlen. Gegen Mittag geht die "geschoderte" Frau in die Kirche, wo sie "eingeleitet" wird. Danach folgen noch allerlei Belustigungen, Tanz und Vermummung. So nehmen die Frauen abends beim Bartscheren Ziegeln statt Seife, einen Wacholderzweig statt des Pinsels, einen abgenagten Knochen an Stelle des Rasiermessers und rasierten den männlichen Hochzeitsgästen den Bart ab, wofür sie von jedem einige Kreuzer erhalten. Diese werden acht Tage später verjubelt.

In Rode wird am Jungfrauentag Hab und Gut der jungen Frauen aus deren Vaterhaus abgeholt (de Trun owhuelen). Die junge Frau fährt ins Elternhaus vom Zuge des jungen Mannes begleitet. Vor dem Hause angelangt, bleibt sie auf dem Wagen sitzen, während der Mann hineingeht und die Truhe fordert. Diese wird zur Braut auf dem Wagen geladen. Bei ihrer Fahrt durchs Dorf werden der jungen Frau noch allerlei Haus- und Wirtschaftsgegenstände auf den Wagen gelegt.

Erst am dritten Tag gingen die Belustigungen zu Ende. Die Gäste versammelten sich zum "Übriggebliebenen". Die Köchinnen saßen jetzt an der Ehrentafel. Während man das "Knowlenglawent" verzehrte, wurden die junge Bäuerin in dem sechspännigen Wagen, geleitet von Vermummten und nochmals mit Musik durch die Gassen geführt. Im Namen der Gäste verabschiedete sich schließlich der Brautknecht vom Ehepaar.

In der Stadt musste man die Hochzeit in der Kanzlei des Bürgermeisters vorher anmelden. Hier erhielt der Hochzeitsvater einen Zettel, der die Anzahl der standesgemäß erlaubten Gäste und die Ausgaben genau festsetzte. Bei Hochzeiten von Handwerkern sollten nach einer Bestimmung des Hermannstädter Rats aus dem Jahre 1685 nur Kraut mit Fleisch, "ein Gebrädt, zwei anderen gekochten Speisen, Reis und Käsebrodt", sowie ein Achtel Wein serviert werden. Die Schäßburger "Artikel" führen diesbezüglich eine noch klarere Sprache. Es solle alles vermieden werden, "was das Essen über Gebühr verzögere, sondern Schlag zehn Uhr soll der Hochzeitsvater das Kraut auf den Tisch setzten lassen bei Strafe von zehn Gulden, wer da, sei werde essen, der Abwesende komme dahinter". Besonders eiferten die Behörden gegen das von Handwerkern gekaufte Backwerk. Bei Hochzeiten von Handwerkern durfte man nur Striezel, "Hanklich" und Faschingskrapfen verzehren.

Dann ließ der Hermannstädter Rat wissen, das der Tanz um acht Uhr aufbrechen müsse, und die Musikanten, "welche länger aufwarten", müssen fünf Gulden Strafe zahlen. Für die Sträuße durften nur "hiesige Blumen verwendet werden: "In specia sei der Rosmarin gewährt" und die "künstlichen, seidenen und Drahtblumen dürfen nicht gebraucht, auch vergoldet darf nicht werden".

Eine Kommission kontrollierte die genaue Einhaltung dieser Verfügung im Hochzeitshaus und verhängte im gegebenen falle Strafen. Wer die nötigen Mittel besaß, bezahlte sie und feierte die Feste wie es ihm beliebt. So bewirtete zum Beispiel der Komes Albert Huet die Hochzeitsgäste an fünfzig Tischen. Doch blättern wir in seinem Tagebuch: "Man hat den ersten Tag an fünfzig Tischen gekocht, die Geste sein in sechs Häusern gesessen. Allhier zu mir, sein gesessen die Braut mit den Frawen und Jungfrawen, zum Königsrichter die Herrn Gesandten und der ganze Rath, zum Bierkoch die Kroner und Andere. Zum Hannes Weidner die Priesterschaft und die Hannen und Richter von den Dörfern, zum Georg Hecht die Stadtleut, zum Veit Roth etliche Pauern, zum Hans Fritschen sein die Walachen gesessen.

Das ganze Kapitel (Die Geistlichen des Kirchenbezirks) ist auch erschienen mit einem schönen weißen Teppich, dazu sonsten sind viel schöne Teppich und silberne Löffel auch Faß Wein, Wildpret und dergleichen verehrt worden. Am Montag ist ein Ringenrennen gehalten worden, die Kleinoter (Preise) sein gewest ein Teppich, drei silberne Löffel, den anderen Löffel gewannen des Simon Goltschmit sein Sohn von Kron, den dritten Löffel gewann jung Tartler von Kron, Peter Ludwig meiner Frau Patt ritt mit zum Ring, machet uns alle fröhlich, bracht vier Spieß."

Welche Mengen bei solchen Festen verzehrt wurden, geht aus dem Hausbuch des Mühlbacher Stadtpfarrers Mathias Victor (Bedner) hervor: "Anno 1678 den 25. Februar habe ich meiner Tochter Susanna Hochzeit gemacht und ausgegeben: vier Kälber zu 2 Floren (Gulden), zwei Ochsen zu je vier Floren usw. ..207 Floren." Zu dieser Zeit zahlte man bloß 300 Floren für das ansehnlichste Haus in Mühlbach.

Da galt keine Hochzeitsordnung mehr.

Aus dem Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatbuch von Carl Göllner

Brautstand und Hochzeit

Die Heiratswilligen machen sich Gedanken, wann der große Tag, noch vor der Fastenzeit sein soll. Der Bursche verschwindet vorzeitig aus seinem Kränzchen und hält um die Hand seiner Auserwählten an. Er geht „Fragen“ (Frejen) sagt man im Dorf.

Am nächsten Tag hat die Nachricht, wie ein Lauffeuer das Dorf durcheilt. Der Verlobungstermin war immer an einem Samstag. Am frühen Nachmittag dieses Tages erscheint der Bräutigam mit seinem Wortmann und späteren Trauzeugen im Haus der Braut und bittet offiziell um die Hand der Tochter und erhält auch offiziell das „Jawort“ durch den Wortmann der Braut.

Man bewirtet die „Parteien“ mit Striezel, Hanklich und Wein. Eine Stunde später, erscheinen die Mädchen der Schwesterschaft bewaffnet mit alten Glasgefäßen, zum Polterabend im Hause der Braut. Sie singen folgendes Lied, das von einem unserem Reichesdorfer Heimatdichter:

„Georg Meyndt“ getextet und komponiert wurde:

Et schallt e Klang durch as Gemin                                        

Et schallt e Klang durch as Gemin,
dat äs e fradig Lokt!
Et wiß et alles griß uch klin:
em scheßt, et wid en Brokt.
Wi sil et sen? Wi sil et sen?
Mer wässen’t alle gat,
wo hegt en Brokt ze hischen äs,
si bäst gewäß nor ta’t.
De Riew dä wäll en Haldung hun,
wel’t andersch glat net git.
Em bängt sä un en Stiewel un,
dat sä uch Weimern drit.
Ta bäst de Riew - ta bäst de Riew -
der Stiewel äs uch hä.
Bängd dech un än, ämschläng ä fiest,
ent wärd seng Brokt, seng Frä.
Wat uch ech andert gäre wed,
ir hud et na erlangt.
Em wiß et sächer dat et ech
net äm de Zakonft bangt.
Nor de Gesangd - nor de Gesangd -
git Gott der Herr ech dien,
mer wat det Schäcksal mät sich brängt,
ir kennt et af ech nien.
Der Kranz än aser Hand die drit
en Zedel ugefächt..
Herr gäw! dat än Erfällung git,
dat wat der Zedel sprächt.
Dro net vergießt! Dro net vergießt!
wä gläcklich ir uch segd!
Dinkt uch un as, dinkt gärn zeräck
un as hisch Jugendzegd.
Braut singt: Ech danken ech dat ir set kun
za desem Ugebläck.
Uch hinfirt niet meng Frängdscheft un,
ent net benegd me Gläck.
Sed fri, sed fri - sed fri, sed fri -
si lang ir lädich segd!
Der Herrgott die äm Hemmel äs,
di wiß se schin ir Zegd.
Liewt wil, ir schatzig Stuwe meng,
än dien ech hu gehoust.
Ech sal na uch en Wirtä’ sen,
na bald af ijä Foust.
Hawt Dank! Hawt Dank! –
Hawt Dank, hawt Dank,
dä ir ä Frad uch Schmerz
fir mech gesorgt, meng Vueterhand,
meng traet Motterherz.
Chor: Det Schessen nit noch nichen Angd.
Na kit as Palwer drun,
mir nien as Bissen än de Hängd,
dä mir vum Depner hun.
Scheßt, dat et kracht!
Scheßt, dat et kracht!
Ir Wirtscheft sal gedan!
Esefelt Gälde selt er hun,
wä wat hä Scherwe loan!

Beide, Braut und Bräutigam räumen dann die Scherben weg und machen sich, zum Abendgebet auf dem Pfarrhof, fertig. Die Braut steckt zur Kirchentracht auf einer Seite des Rockes ein seidenes Tuch fest, die hintere weiße Schleife des Bortens wird nach vorne gelegt und zu einem hübschen Knoten geschlungen. Der Bräutigam erhält von der Braut ein weißes Sträußchen (eine Art Myrthe) das sie an seinem Kragen und der Pelzmütze befestigt.
Diese Zeichen des Brautstandes werden bis zur Hochzeit getragen, die auch vor der Fastenzeit stattfindet. Zum Gebet geht das Brautpaar in Begleitung der Wortmänner und der Eltern. Nach ihrer Rückkehr finden sich die Burschen zum Polterabend (Schießen) ein, sie benützen Schießpulver und laute Kracher. Mit Striezel und Wein wird die Verlobungsfeier verlängert.

Die Hochzeit wurde aus organisatorischen Gründen frühzeitig angemeldet, denn der Gemeindesaal war in den Wintermonaten gewöhnlich ausgebucht, so auch die Musikkapelle. Auch der Herr Pfarrer hatte Hochkonjunktur, alles musste jetzt bis zur Fastenzeit erledigt werden.

Für jede Hochzeit war der Gemeindesaal eine Woche besetzt. Im Haus der Braut war reges Treiben: die Aussteuer musste fertig gestellt werden, die Liste der zu ladenden Gäste und der nötigen Lebensmittel musste erstellt werden. Dann machten sich die Eltern der Brautleute auf den Weg, die Verwandten und Freunde einzuladen. Die Jugendlichen wurden vom Brautpaar selbst eingeladen, auch wählten sie sich die „Brautmädel“ und „Brautburschen“ aus. Letztere wurden in die Hochzeitsvorbereitungen mit einbezogen. Sie trugen als Zeichen ihrer Würde Brautstöckchen aus wildem Stachelbeerbaum die mit farbigen Bändern geziert waren. Diese Zeichen trugen sie immer, wenn sie im Auftrag des Hochzeitshauses durchs Dorf gingen.

Zu den Backtagen sammelten die Brautmädel die vorher im Dorf bestellte Milch ein, sie nahmen auch andere Gaben wie: Eier, Rahm, Speck und Hühner an, die einzelne Wirte dem Hochzeitshaus schenkten. Und da konnte man alles gebrauchen, wenn man bedenkt, daß in den dreißiger Jahren zu großen Hochzeiten bis zu 300 Personen geladen waren. Es hatte sich der Brauch eingebürgert, den Hochzeitlichen mit Spenden zu helfen. Nicht nur Verwandte und Nachbarn leisteten eine kleine Hilfe, sondern aus dem ganzen Dorf kamen, vor allen Dingen Lebensmittel zusammen. Man hielt auch Übersicht über diese Spenden: nicht das „Was“ war wichtig, die Hausnummer des Spenders wurde notiert um ihn später mit einer Hanklich zu entlohnen.

Die Hochzeit verlief nach einem festgelegten Programm: Mit Hilfe der Brautburschen und Brautmädchen und den nächsten Angehörigen wurden am Montag die notwendigsten Sachen in den Gemeindesaal geschafft: Backtröge, Backholz, Mehl, Wein, Eier und vieles anderes mehr. Am Dienstag war Schlachttag: Schweine und Hühner wurden vorbereitet. Die Hühner wurden von den Brautburschen und jungen Männern, durch einen besonderen Schnitt durch den geöffneten Schnabel, geschlachtet, damit der Hals wegen seines begehrten zarten Fleisches später unbeschädigt serviert werden konnte. Die Frauen standen an langen Tischen im Hof des Gemeindesaals und rupften die frisch geschlachteten Hühner und richteten sie für den Kochtopf her. Die Hähne mussten gleich ihre Schwanzfedern (nur die langen, gekrümmten) hergeben, eine begehrte Trophäe für Hochzeitsteilnehmer, die am Hut oder Pelzkappe getragen wurde.

Am Mittwoch wurde Brot gebacken, der Kreis der Helferinnen aus der Familie wurde immer größer, es war ein fröhliches Schaffen und man wurde gut bewirtet.

Am Donnerstag wurde Hanklich gebacken, das ist ein besonders guter, dünner Hefeteig mit dickem Rahmguss. Und da war eine ganze Menge zu backen, denn in jedes Haus das eine Spende (auch wenn sie bescheiden war) geschickt hatte, wurde von den Brautmädeln je eine Hanklich getragen. Mit großen Körben voll Hanklich in der einen Hand, in der andern das Brautstöckchen - Zeichen ihres Amtes -, gingen sie durchs Dorf. Wie freuten sich da die Kinder etwas von der Hochzeit abzubekommen.

Am Freitag war großer Backertag mit vielen fleißigen Helferinnen: Hanklich für den eigenen Gebrauch, Striezel mit Nüssen und Rosinen, und Kuchen wurden gebacken. In Reichesdorf gehörte der fast traditionell gewordene Pfirsichkuchen immer auf den Hochzeitstisch. Die Rezepte waren hochzeitlich und deuteten auf eine reiche Reserve hin.

Die Vorbereitung des Hochzeitsessens verlief in der großen Küche paralell mit den andern Vorbereitungen. Ein besonders Ereignis war es für die Kinder die hochzeitlich waren, die durften nach der Schule in den Saal kommen, erhielten Mittagessen und Hanklich. Am Abend kamen dann auch die Männer der helfenden Frauen dazu und das eigentliche Hochzeitsfest wurde so eröffnet. Im Saal hatten die Burschen und Männer die Tische und Stühle aufgestellt und das Decken der Tische fiel auch in ihren Aufgabenbereich. In späteren Jahren, nach 1938, musste sich das Brautpaar 14 Tage vor der Hochzeit, einer Blutanalyse unterziehen, dann fand in der Woche der Hochzeitsvorbereitung auch die standesamtliche Trauung, vor dem Gemeinderichter und in Anwesenheit der Trauzeugen statt.

Am Samstag um 10 Uhr waren alle geladenen Gäste in ihrer besten Kleidung im Gemeindesaal versammelt. Es folgte der Handschlag, ein alter Brauch der den Willen bekräftigte aus zwei Familien eine einzige, geschart um das junge Paar, zu bilden. Die beiden Familien stellten sich in je einer Reihe, dem Verwandtschaftsgrad nach, gegenüber auf. Nach einer kurzen Ansprache des Wortmannes begrüßte man sich und vollzog die Vereinigung zu einer Großfamilie. Dann formierte sich der Hochzeitszug und unter Glockengeläute ging man zum Gotteshaus, um der kirchlichen Trauung beizuwohnen. Voran gingen die Trauzeugen, gefolgt vom Bräutigam in Begleitung der Brautburschen, dann folgte die Braut begleitet von den Brautmädchen. Im Hochzeitszug folgten dann junge, gebockelte Frauen und die übrigen Hochzeitsgäste, dem Verwandtschaftsgrad nach. Bei Eintritt in die Kirche begann der Organist mit dem Orgelspiel, die Hochzeitsgemeinde sang den Choral: Jesu geh’ voran. Die Trauzeremonie beginnt: Der Bräutigam kommt von der Männerseite und holt von der Frauenseite die Braut und führt sie vor den Altar. Der Chor singt unterdessen: „Herr vor dein Antlitz treten zwei.....“. Es folgt die Trauformel nach evangelischem Brauch, der Ringwechsel und die Ansprache des Pfarrers, mit Gebet und Segen. Als verheiratetes Paar verlassen sie die Kirche und draußen empfängt sie Musik. Bei gutem Wetter wird vor der Kirche, auf dem Marktplatz, ein Tänzchen geboten. Im Festsaal steht schon ein langer Gabentisch bereit, an ein Ende stellt sich das Brautpaar, flankiert von zwei gebockelten Frauen. Der Wortmann spricht kurz von der neuen Familie die heute ins Leben gerufen wurde und davon, dass jeder Anfang schwer ist und Hilfe braucht, er fordert die Gäste auf das junge Paar mit Gaben zu unterstützen. Die Gäste stellen sich auf: zuerst die Eltern, dann folgen die Männer dem Alter nach, dann die Frauen und Mädchen. Ein beschauliches Bild! Die Gaben der Männer bestehen hauptsächlich aus Geld, das in einen Teller, der vor dem Brautpaar auf dem Tisch steht, gelegt wird. (Sichtbar, immer ohne Umschlag). Die Frauen und Mädchen bringen Geschenke, Gegenstände die für den Hausgebrauch gedacht sind. Die Gaben werden dann an den neuen Wohnort des Paares gebracht.

Die Gäste haben inzwischen an den Tischen Platz genommen. Auch hier gab es in Reichesdorf in den Vorkriegsjahren eine Sitzordnung: die Männer an der Seite der Straße zu, die Frauen an der Hofseite, immer dem Alter nach, an der Bühne beginnend. Vorne quer vor der Bühne stand der Tisch des jungen Paares mit den Brautmädchen und den engsten Jugendfreunden. In der Mitte noch zwei Tischreihen mit jüngeren verheirateten Paaren, Mädeln und Kindern. Die Musikkapelle, hatte auf ihrer Empore gegenüber der Bühne Platz genommen und spielte Tischmusik.

Das Mittagessen wurde aufgetragen. Die Brautburschen, gewöhnlich vier bis sechs, trugen die Suppe auf und sorgten für die Getränke. Vor dem Essen wurde ein Tischgebet gesprochen. Beim Auftragen des Hühnerbratens mit Sauce und Brot sind mehrere hilfsbereite junge Frauen zur Stelle. Nach dem Hühnerbraten folgte warmer Pfirsichkuchen, Hanklich und Striezel. Es kommt nach dem guten Essen und einem guten Wein Stimmung unter die Gäste und es dauert nicht mehr lange und das junge Paar eröffnet den Tanz, dem sich alle Tanzlustigen anschließen. Und bald heißt es wieder Platz nehmen zum Abendessen: es gibt Rinderbraten von einem Jungtier, gefolgt von Kuchen und Striezel. Die Blaskapelle hat sich inzwischen auch gestärkt und kann nun die Stimmung anheizen - es wird getanzt. Die ganze Zeit über ist die Braut mit der Tracht und dem Borten (Zeichen der Mädchenwürde) bekleidet, der aber nicht mehr zu ihrem jetzigen Stand (getraute Frau) passt. Aus diesem Grunde setzen ihre noch unverheirateten Freundinnen gegen 20 Uhr, die Braut auf einen Stuhl in die Saalmitte und umringen sie und singen folgendes Lied, während sie im Kreis tanzen:

Ir Medcher schleßt de Rohn,
as Frängdan wird verzohn,
mir messe sa amroinen,
zer Ürdnung sa nä zwoinen.
Cha, cha, cha, cha.
Eroo mät dem Bürten
dem Maschken vum Zeipche,
mehr werd dir ewenich
uch däck det Kreiipchen.             
Doot meß nä alles dervun,
doot stiht dir netmi un.
Mir nehn en, mir nehn en,
mir frejen net vil!
De Zeep af det Hiift
uch de Krunzepill!
Et äs nä alles verba,
em hiist dech nä Gangfraa!
Der Hunnen hoot gekreht,
tä bäst nä nimmi en Meed,
sängt tä äm host geschwüren,
host tä det Recht verlüren
Cha, cha, cha, cha
Eroo mät dem Bürten
uch af det Geschlijer,
mehr refst tä zehälf
uch deng schatzich Schwijer.
Sa wird jö net glech zarr’n,
sa hoot dech enst noch garn.
Eroo mät dem Bürten,
nä hirscht tä noch net!
En Meed mät em Muun,
doot git et jö net!
em hiist dech nä Gangfraa!

In diesem Lied sprechen die Mädchen die Ungereimtheit an, eine jung vermählte Frau die den Borten, das Zeichen der Mädchen trägt, sie fordern: herunter mit dem Borten, den Schlupfen in den Zöpfen ... ein Mädchen mit einem Mann, das gibt es doch nicht ... es ist nun alles vorbei, du bist eine junge Frau... und nehmen ihr den Borten vom Kopf. Mitternacht nähert sich - man kann es kaum glauben - laufen da nicht schon wieder die Brautburschen mit den Schüsseln durch den Saal? Es stimmt! Die Krautwickel werden aufgetragen. Der Appetit scheint vorhanden zu sein. Also dann guten Appetit!

Der erste Hochzeitstag geht zur Neige, die Reihen im Saal lichten sich, man will sich für den morgigen, zweiten Hochzeitstag ausruhen, der besonderes für die Männer anstrengend ist. Da gibt es strenge Regeln und ein Gericht das für die Einhaltung zuständig ist und Übertretungen bestraft, mit Schnaps - trockenen oder feuchten, nach Wahl. Hauptsache pünktlich muss man sein. Wer zu früh kommt wird wie der Verspätete bestraft. Da entkommt keiner der Strafe, denn nur eine Uhr gilt, die der Richter und die hat ihre eigene Gangart handeingestellt. Nach dem Richterspruch: drei „feuchte“ und drei „trockene“, wird zuerst eingeschenkt und getrunken (starker Schnaps), dann wird der Verurteilte, rittlinks auf eine Bank die vor dem Richtertisch steht gesetzt, ein Holzklotz wird ihm vor den Bauch gelegt und er muß sich darüber bücken. Die Gerichtsdiener schenken dann den „Trockenen“ ein, drei Schläge mit dem ausgedienten Brautstöckchen. Diese Prozedur muß jeder verheiratete oder konfirmierte Mann unter Gelächter im Saal über sich ergehen lassen.

Dann gibt es Frühstück: Kaffee und Kuchen, Hühnerlebertokana, Gech – uch Wenwichbert. Dann erinnert man sich, daß nicht alle im Saal erschienen sind, die müssen von zu Hause abgeholt werden. Die ganze Gesellschaft, groß und klein, zum Teil verkleidet, voran die Blaskapelle, zieht aus, die Sünder werden geholt. (Sie sind dorfbekannt, in jeder Familie gibt es solche Witzbolde die immer zu spät kommen und so für Gaudi sorgen). Um die Stimmung anzuheizen ist jeder Gag gefragt und erlaubt: auf den Wagen oder Schlitten gebunden, im Schubkarren, oder mit einem Strick am Fuß und mit einem Gefäß mit Maiskörnern gelockt (wie man es bei Schweinen macht), wird der Sünder vors Gericht gezerrt und verurteilt. Der hat natürlich schon zuhause Maßnahmen ergriffen um den „Trocknen“ der auf ihn wartet, zu verkraften - ein Kissen in der Hose. Aber das wachsame Auge des Richters merkt alles: vor aller Augen Hose runter und Kissen raus und den „Trocknen“ drauf. Auf diesen Zügen durchs Dorf ist immer Wein dabei und die Leute auf der Straße können den Hochzeitswein, von dem es genug gibt kosten. So beginnt der zweite Hochzeitstag.

Aber Hochzeit ohne junges Paar geht auch nicht. Dann setzt sich der ganze Zug erneut in Bewegung um das junge Paar zu holen. Die junge Frau trägt nun Schleier und ist gebockelt. Zwei Brautburschen nehmen die junge Frau, andere zwei den jungen Mann auf ihre Schultern und mit Musik und viel Tam-Tam geht es in den Saal. Um 11,30 ist Jungfrauenkirche angesagt. Die junge Frau mit noch zwei ebenfalls gebockelten Frauen, gehen zum Jungfrauengottesdienst.

Bis zur Kirchentür werden sie von den Brautburschen begleitet. Im Gotteshaus folgt die Einsegnung. Draußen wartet schon die ganze Gesellschaft: Hochzeitsgäste und Schaulustige und die junge Frau wird nach einem Tanz wieder in den Saal geleitet. Im rechten Augenblick wird diese aber entführt und in einem Haus, zusammen mit andern jungen gebockelten Frauen unter einem großen Leintuch versteckt. Der junge Mann muss dann unter den vielen Zeichen die aus diesem Versteck kommen, das mit seiner Frau verabredete erkennen, um nicht mit der falschen Frau in den Festsaal zurückkehren zu müssen, oder etwas springen lassen. Man hat sich aber immer geeinigt.

Es folgte das Mittagessen und so wie der Tag mit Fröhlichkeit begonnen hatte, so ging es weiter. Und der Wein tat seine Wirkung und auch die älteren Semester vergaßen den Alltag, erinnerten sich alter Bräuche und tanzten auf. Ich sehe sie heute vor meinem geistigen Auge: alte, ehrwürdige Bauern in Stiefeln, die ihren Löffeltanz vorführen und gut gelaunte Frauen die ihnen im Vorübergehen, aus Gaudi, Sauce auf die Stiefelschäfte schmieren. Das alles und noch vieles Andere gehörte zur Hochzeit in Reichesdorf. Da wurden auch Volkstänze aufgeführt: „Af der Hochzet bröcht et vill ...“ oder „Es gingen zwei Alte wandern ...“, „Es fuhr ein Mann um Heu ...“ usw.

Und mit dem Abendessen und Tanz klang dann die Hochzeit aus. Am Montag wurde dann wieder alles weggeräumt, der Festsaal, Küche und Backhaus gesäubert und übergeben.

Der nüchterne Alltag hatte alle wieder!

Reichesdorfer Buch / Mathilda Korth (geb. Wagner HNr.82)  


i

Die Zivilehe
(Vorgelesen bei gemütlichen Abenden des Reichedorfer Gesangvereins) Verfasser unbekannt

Az eb adta! (es hat gegeben) Hätt vergessen bald,
daß heute neucher Fall –
Noch in Praxis nie gewesen –
im Gemeindeamtlokal.
Zivilehe soll ich schließen,
Soll ich stellen Pfarrer dar;
In Matrikel soll ich schreiben
Heut dem ersten Ehepaar.
Bizony! (ja) Wenn ich recht bedenke,
Ist daß wirklich großer Ehr,
Was Regierung hat gegeben
In den Händen dem Notär.
Pfarrer ist beseitigt worden!
Nur wer will muß zu ihm gehn;
Aber Eheschließen muß in Kanzelei geschen;
Igaz! (wahrlich) Denn wie weiß der Pfarrer Unterschied von Mein und Dein
In der Ehe! – muß das alles mit Kontrakt bekräftigt sein.
Fragt er er nur in seinem Predigt: Ob der Hans dem Kathi liebt;
Und wenn „Ja!“ die beiden sagen, er seinen áldás (Segen) giebt.
Engedelemet kérek! (bitte um Verständnis) Is das nit genug noch! Kommt daß Zeit,
Wo – wenn Liebe is verflossen – gibts in Ehestanden Streit.
Denn ist der Hans zur Kathi gegangen is er nit aus Lieb allein;
Nein! – Hat ´wußt, daß Kathi einmal erben wird nur ganz allein.
Vater hat vier schönen Ochsen. Wird ihr geben davon zwei
Gleich nach Hochzeit und zum Fressen, was sie brauchen, Stroh und Heu.
Hat zwein Häuser in Gemeinde. Eins der Kathi gleich gebührt.
Ist zwar etwas noch zerumpelt. No! Wird Frühjahr repariert.
Hat auch Acker, Wiesen Garten; - fünfzig Joch zusammen ist.
Hat Weingarten auch, was kleine Phylloxera nit frißt.
Hat in Sparkass tausend Gulden, in daß Keller altem Wein
Tausend Eimer und im Speckturm, Speck von sieben dicken Schwein.
Alles, alles einst der Kathi! – Hans hat nomme sie zur Braut.
Hat zwar bissel kleinen Buckel, ej! das man von vorn nit schaut.
Doch wenn Hochzeit is vorüber, einer Wochen geht’s noch gut;
Denn da habens noch zu essen, was von Hochzeit bleiben thut.
Aber wenn is aufgezehrt letztes Rest vom Stritzelbrot,
Müssens Lieb auf Seiten geben, müssen schauen, was thut not.
Hans ist zwar a fescher Kerl, doch von Eltern hat er nix;
Hat nur Urlaubsspaß von honvéd (Soldat) und a Schachterl Schurrbartwichs.
Kommandiert er: futo lépés! (schneller Schritt) Soll sie laufen gleich nach Haus
Zu ihr Vater, soll verlangen: „Was versprochen, jetzt heraus!“
Kommt sie lang nit – geht er selber – hört von weitem, wie sie schrein.
Schwiegermutter führt dem Primstimm, Alter fällt mit Baßstimm drein.
„Was? Elender Hungerleider, will er schon uns schreiben vor?
Aber kannst ihm sagen: Hat er sich gelegt aufs falsche Ohr!“
„Brauchen selber, was wir haben. Haben selber nit genug.
Bis wir alle Schulden zahlen, beißen selbst im Hungertuch.“
„Hans soll gehen, in den Taglohnarbeit sich verdingen! – Wenn muß sein,
Sind in Stand wir unser Tochter auch erhalten noch allein.“ –
Kathi steht da, schweigt und weint. – Doch der Hans er kehrt sich um:
„Schöner Musik! Donnerwetter, war ich wirklich dumm!“
„Hätt ich lassen schriftlich geben mir Kontrakt auf alles das,
Was versprochen Schwiegereltern, hätt´ in Händen was;
Könnt`verklagen sie bei Richter, daß er gleich sie vorzitiert,
Weil sie haben mich betrogen und mir Tochter angeschmiert.“
Und was ist nun End vom Liedel? Gehen zum Pfarrer ganzes Jahr
Um Versöhnung. Doch sie bleiben immer Ehescheidungspaar.
Pfarrer will Versöhnung haben. In die Ochsen und die Schwein,
Was man hat dem Hans versprochen, kann er sich nicht mischen ein.
Liebe haben sich geschworen alle zwei für Ewigkeit,
Und bis das wird aufgehoben, braucht es wirklich lange Zeit.
Kathi sitz zu Haus bei Eltern. Kleiner Hans ist auch schon da.
Großer Hans? – Ja! – Ist der lang schon fahren nach Amerika.
Die Geschichte ist sehr traurig! Traurig ist sie aber wahr!
Un da kann nix anders helfen, als die Zivileh` das ist klar –
Kommen Väter von die beiden; wenn nicht haben: Mütter zwei,
Tutor auch und noch vier Zeugen in der Gemeindekanzelei.
Brautpaar muß auch gegenwertig – um Personenbeschreibung – sei.
Auch nicht schlecht! Notär der Braut schauen kann ins Aug`hinein.
Wenn dann Handel ist geschlossen, wird geschrieben auf Papier;
Brautleut, Bäter unterschreiben und Zeugen alle vier.
Richter steht und saget Formel, was Notär ihm aufdiktiert
Helyes! (korrigieren) Und es ist das Brautpaar zivilrechtlich kopuliert.
Utasitás (Vorschrift) sagt mir, was ich in Matrikel schreiben soll;
Muß er nur sorgen, daß nit verwechsel sie mit Viehpaßprotokoll.
Einer Hauptpunkt is zu merken: Brautpaar muß erklären gleich,
Wie sie wollen Kinder bringen einmal in den Himmelreich.
Ob sie wünschen, daß sie sollen beten vor dem Kruzifix.
Oder ob sie wollen glauben alle mit einander nix.
Wenn in Kanzelei gewesen, können gehen auch zu Haus.
Denn von Kirchen saget leider der Gesetzbuch gar nix aus.
Sajnálom! (es tut mir leid) Ich sag es selber: is nit recht, bedauere sehr,
Daß Kolatschen und nicht Pfarrer, sondern alles kriegt Notär.
Andererseits is doch auch richtig; denn wenn Hochzeit ist vorbei
Und is alles aufgegessen, hat Notär den Schererei.
Kommt dann Hans zu ihm geloffen: „Bitt ich schön zum schauen nach
In Kontrakt, was hat versprochen Schwiegerherr am Hochzeitstag!“
Find man alles schön beschrieben: Ochsen, Wagen, Heu und Stroh,
Wein und Speck und Sau mit Ferkel, Acker, Wiesen so und so.
„ Geh nur, wenn er nicht will geben, bring ihm her in die Kanzelei.
Schwiegermutter laß zu Hause; besser, wann is nit dabei.“
Schwiegervater wird er immer, wann is er selber Herr im Haus
Ehrlich geben, was versprochen; - aber – wann schaut andres aus –
Wann hat Schwiegermutter Hosen, braucht Notär sich nit zu freun;
Denn dann wird in jedem Wochen, siebenmal Gerichtstag sein.
Statt zwei Ochsen wird sie geben nur zwei kleiner Büffelkalb;
Speck wie Finger, Frucht verschimpelt, Wein gemischt mit Wasser halb.
Sau mit Ferkel giebt sie keinem, will ihm aber geben dann,
Wann, was jetzt sind kleiner Ferkel, fangen selbst zum Ferkeln an.
Acker wird sie geben wollen Vierteljoch bei Kuckukssteig.
Wiesen drunten bei den Mühlen, wo ist großer Kradderteich.
Aber wird ich zu ihr sagen: „Lieber Frau Gevatterin!
Olyan nincs! (so was gibt es nicht) Das gibt’s nimmer schlagen S´ Zirkel au dem Sinn!
Hier steht schwarz auf weiß geschrieben in Kontrakt, was schuldig sind
Ihrer Tochter mitzugiften. Rucken S` nur heraus geschwind!
Denn wann wollens nit, so mach ich nicht viel Spaß und kurz Gedicht,
Mach dem Hans der Klageschriften. Hilft dann schon Bezirksgericht.“
Freilich muß dann Kathi selber fest sich halten an dem Hans;
Denn wann halt sie bei ihr Eltern, kommens beide auf den Tanz.
Richter sagt: Mitsammen leben oder scheiden – eins von zwei!
Wollts von Tisch geschieden leben, auch ihr Bett zerschieden sei. –
Und dann kommen Advokaten, reißen Ehe außeinand`.
Schwiegermutter zahlet Spesen, was Gericht hat zuerkannt.
Haltet Tochter dann bei Ochsen und bei Ferkel zu Haus,
Bis ein zweiter dummer Kerl kommt und bitt zur Frau sie aus.
Horch! sie kommen! Krieg ich trema. Hilf mir heil`ger Weckerlé,
Das ich erstem Ziviltrauung nicht mit Schand und Spott besteh.

Mediascher Wochenblatt 

Dieser Bericht ist eine Abschrift aus dem „Mediascher Wochenblatt“, Erschienen um 1895. Laut Bericht ist er „Vorgelesen bei gemütlichen Abenden des Reichedorfer Gesangvereins“, zu dieser Zeit war noch Georg Meyndt der Chorleiter. Ob er ihn wohl vorgelesen hat? (Heinrich Maiterth)
Das Gedicht ist eine Art Satire oder auch Parodie darauf, wie wohl ein ungarischer Notär (oder Standesbeamter) Deutsch gesprochen hat. Man muss wissen dass bis 1918 die Staatssprache in Siebenbürgen das ungarische war und dass die standesamtliche Eheschließung in dieser Sprache vollzogen wurde, so wie in unsern Jahren dieses in Rumänisch geschah.
Nun hat der "Dichter" dieses parodiert indem er einem ungarischen Sachwalter diese Worte in den Mund legte. Es ist treffend. So hätte wohl ein ungarischer Notär, der des deutschen wohl mächtig gewesen wäre, aber keineswegs die deutsche Grammatik beherrschte, gesprochen.
Damals haben die Menschen die ungarischen Worte verstanden, da ja in der Schule auch die ungarische Sprache erlernt werden musste.
Da von uns, heute kaum jemand mehr des Ungarischen mächtig ist, erachte ich es für richtig, hinter die ungarischen Worte im Gedicht, in Klammer den deutschen Ausdruck zu setzen. Zu diesem Zweck schicke ich Dir die entsprechende Übersetzung.
Mit den besten Wünschen für Dich und Deine Familie, grüßt Euch

Heinrich Bruckner


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Rubrik: Wie es früher war: Hochzeit in Reichesdorf

Aus den Tagebücher. des Prof. Dr. Otto Folberth - Direktor am "Stefan Ludwig Roth Gymnasium "Mediasch“ in den 30 - 4o-er Jahren des vorigen Jahrhunderts erschienen im Internet. Eingesandt von Regina Meyndt, geb. Hügel (R.96).

Auszug aus dem Tagebuch N. 11

8 März 1919

Ich war auf einer großen Bauernhochzeit in Reichesdorf, der schönsten sächsischen Gemeinde der Mediascher Umgebung, wo ein prächtiger, selbstbewusster Menschenschlag gedeiht. Es baut hier jeder Bauer Wein an und dieser ist besonders in den letzten Jahren die Quelle ihres Reichtums geworden. Es gibt unter den Reichesdorfer Bauern Millionäre.

Der allgemeine Wohlstand hier datiert aber schon aus alter Zeit. Die Leute arbeiten so viel und schwer, dass Pfarrer und Lehrer sie von der Arbeit abhalten müssen. Es scheint mir, als hätten die in früheren Jahrzehnten sehr zahlreichen Auswanderer dieses Dorfes nach Amerika, die nach einiger Zeit mit Geld beladen nach Hause kamen, diesen Geist der schweren Wettarbeit hierher verpflanzt.

Da - wie schon erwähnt, die Leute hier vom Weinbau leben, wird natürlich auch sehr viel und bei allen Gelegenheiten getrunken. Darum vertragen sie ungeheure Mengen, ich habe auf der Hochzeit mein Wunder daran sehen können, wo drei Tage lang eigentlich ununterbrochen getrunken wurde und es trotzdem keinen Besoffenen gab.

Immer wieder muss der Städter, der aufs Dorf geht, über die hohe Intelligenz unserer Bauern staunen.

Ich habe noch nie das Gefühl gehabt, zu ihnen herabsteigen zu müssen, um mit ihnen ein Gespräch zu führen. Man kann mit ihnen über die fernsten Dinge reden. Wenn man mit dem Worte "Volk" die Plebs, den Pöbel bezeichnet, so kann man es auf uns Sachsen nicht mehr sagen, denn wir haben in diesem Sinne unter uns kein Volk. Unser Bauer ist seinem eigenen sozialen Empfinden nach Herr und seinem innersten Wesen nach Aristokrate.

Doch zur Hochzeit! Ich kam gerade am ,,Polterabend", also am Tage vor der Hochzeit an. Die zahlreichen Hochzeitsgäste (ungefähr 200 Personen) versammelten sich im "Gemeindesaal", wo die ganze Hochzeit abgehalten wurde. An diesem Abend lernte man sich kennen, außer Spiel und Gesang, die in Reichesdorf auf das schönste gepflegt werden, gab es nichts Besonderes.

Ich schlief die Nacht in einer großen geräumigen Bauernstube, an deren Deckbalken Drähte gespannt waren, an denen noch einzeln Traubenpaare hingen. An den Wänden Lutherbildnisse, Photographien und in einer Ecke lehnte eine Gitarre. Im Glasschrank Gläser und Porzellan. Und auf der Kommode Bücher. Das Hochzeitsfest begann im Saal mit einem reichen Vor-Essen. "Gechwichpert", "Honchwichpert", "Wengwichpert" kam auf den Tisch und nachher die Leberchen der geschlachteten Hühner (ungefähr 70).

Sämtliche Speisen werden in der großen Küche von den Frauen zubereitet und von den "Bidderpurschen", die weiße Schürzen und weiße Tücher haben, aufgetragen. So viel ich erfahren konnte, wurde an Fleisch verbraucht: 100 kg Rindfleisch, 2 Schweine, 70 Hühner. Im Saal standen 3 Fass Wein (ca. 600 Liter) bereit, die fetten Speisen hinunterzuspülen und den Tänzern und Tänzerinnen den Durst zu löschen.

Es folgte der ernste Teil der Hochzeit: die gegenseitige Aufnahme der beiden Familien unter einander, die Professor Draser mit einer weihvollen Rede begleitete. Dann ging man in die Kirche, wo Pfarrer Fröhlich die Trauung vollzog.

Zu meinem Bedauern stellte ich fest, dass die Reichesdorfer die•alte sächsische Bauerntracht der Kirchenpelze abgelegt haben. Höchstens noch an den Stiefeln kann man die Bauern von den vollkommen "Ausgekleideten" unterscheiden. Nur die Brautmädchen und die Braut trugen den samtenen "Biurten" mit den goldenen Borten und den farbigen Bändern auf dem Kopf; die "Bidderpurschen" aber als Abzeichen eine sorgfältig zubereitete Rute des "riuden Ajresch" in der Hand. Und zwar wird diesen die äußere Rinde ganz abgeschält, die innere aber in kleinen, kurzen Franzehen so aufgestülpt, dass sie aus einer Entfernung eine dottergelbe Farbe zeigen. Überdies ist die Rute noch mit farbigen Bändchen versehen. Sie wird von den "Bidderpurschen" bei jeder wichtigen Vorkommenheit in der Hand getragen.

Dem Kirchgang folgt ein Tanz im Freien und diesem das "Göwen", bei dem jeder Hochzeitsgast der Braut ein Geschenk darbringt. Gewöhnlich erhält sie auf diese Art ihre neue Kücheneinrichtung und noch dazu eine hübsche Summe Geld, diesmal: 4800 Kronen. Die Braut dankt jedem Schenkenden mit einem Kuss.

Nun erst setzt man sich zum großen Festessen an die langen Tische. Es währt so lange, dass die ungeduldige Jugend zwischen den einzelnen Gängen Reigen und Tänze aufführt und dadurch immer neue Kraft für neue Speisen sammelt. Von den Letzteren ist gewiss am erwähnenswertesten das sächsische Kraut.

Der Wein fließt schon in Strömen, an einzelnen Tafeln erheben sich die Gesänge und von dem staubigen Tanzboden dringt das Gekreisch und Gejohle der zahlreichen hochzeitlichen Kinderschaar ununterbrochen polternd an unser Ohr. Es kommt vor, dass dann irgendwoher plötzlich eine laute Kommandostimme etwas ruft, worauf die Musik schweigt und allmählich auch das Lärmen der Kinder sich etwas legt. Es ist dann ein Redner zu einem Toaste aufgestanden, um ein neues Heil auf Brautpaar oder Gäste aufzubringen.

Während die sechs Brautmädchen nach dem Essen nach Hause gehen durften, um den auf die Stirne drückenden "Biurten" abzulegen, muss die Braut selbst ihn bis Mitternacht auf dem Kopfe tragen. Erst dann wird er ihr unter dem Gesang der Brautmädchen, die die in der Mitte des Saales Sitzende umkreisen, feierlich auf immer von der Stirne gehoben. Damit ist der Hochzeitstag beendet. Braut und Bräutigam begeben sich nach Hause.

Der Jungfrauentag ist der ausgelassenen Freude gewidmet. Wer nicht pünktlich in der Früh erscheint, und wer immer es sei, wird auf die Bank gelegt und kriegt "Drechen Pali", das heißt einige Hiebe aufs Abendblatt. Ulk mit dem bekränzten Esel Wenn alle versammelt sind, wird die junge Frau mit Musik abgeholt und auf den Schultern der "Bidderpurschen" in den Saal getragen. Nach Flasche süßen Wein als Entgelt für die dienenden Weiber und die übrigen Gäste tanzen vor dem Haus. Schließlich wird die junge Frau freigegeben und von ihrem Mann umarmt und ebenfalls im Kreise geschwungen.

Plötzlich verschwindet sie wieder und ihre neuen Freundinnen, die jungen Frauen, entfuhren sie abermals - in ein anderes Haus. Hier wird sie von ihnen auf die Art versteckt, dass sich die jungen Frauen in eine Reihe auf die Stühle setzen und sich mit Leintüchern zudecken lassen. Nach einer kurzen Spanne Zeit folgt ihnen nun der junge Mann mit den Hochzeitsgästen nach. Er muss nun seine Frau unter den Vermummten herausfinden, wenn nicht, mit der erwählten Falschen unter dem Gespött der Gäste durch das Dorf wandern. Dieser traf zum Glück seine. Ulk mit dem Meschener Reiber.

Nun setzte man sich zum zweiten großen Mittagessen, das in ähnlicher Weise wie das erste verlief Nur war die Stimmung noch fröhlicher und wuchs mehr und mehr an. Obwohl genug und zu viel Mädel aus Hermannstadt und Mediasch anwesend waren, setzte ich mich doch stets unter die prächtigen, natürlichen, sangesfrohen Reichesdorferinnen, von denen ich eine, die Enni oder Eno hieß, Ännchen von Tharau nannte und mit der es fast ein Abenteuer abgesetzt hätte. Ich habe von ihnen dass reizende Kussspiel gelernt, bei dem man wenigstens auf seine Kosten kommt. Auf den Spaziergängen durchs Dorf kamen wir in mehrere Bauernhäuser hinein, wo weiter gespielt wurde, wo sie mir einen Webstuhl zeigten usw. usw.

Auch prächtige Gestalten, sächsische Köpfe, habe ich mir eingeprägt. Den großen blonden Richter mit den aufgeklärten, hellen Augen, ein Sprössling der Stolzischen Familie. Den 75-jährigen Pfarrer Fröhlich, der mir, als ich am Tisch beim Glase Wein ihm gegenüber sitze, eine Menge Anekdoten erzählt.

Zum Beispiel: Ein altes Ehepaar nähert sich seiner goldenen Hochzeit. Der Pfarrer begegnet der Frau und frägt sie, ob sie nicht wenigstens eine stille Feier in der Kirche wünsche, ein Dankgebet vor dem Altar? Da schlägt ihn die Frau, deren Mann nebenbei auch Imker war und so das Schwerteil der Wirtschaft auf seiner Frau lastete, barsch ab: sie wolle niemandem danken, auch heute noch tue es ihr sehr leid, dass sie ihrem Mann damals das Ja-Wort gegeben habe.

Oder: Das Begräbnis eines Säufers, nach dessen Beendigung ein Bauer, und ebenfalls starker Trinker, an den Pfarrer herantritt und ihm sagt: "Herr Vater, heute habt Ihr auch mir die Leichenrede gehalten!"

 


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Klassentreffen Jahrgang 55 in Scheinfeld

„Kinder wie die Zeit vergeht“: diesen Satz kennt doch jeder und tatsächlich war es wieder so weit, schon fünf Jahre vorbei? Ja man musste nicht groß nachrechnen es stimmte tatsächlich. Diese und ähnliche Gedanken gingen mir durch den Kopf als ich die Einladung von unserem Klassenkameraden Hans Schneider aus Birthälm in den Händen hielt.

Die Einladung kam noch vor Weihnachten, also hatte jeder Zeit seinen Urlaub zu planen, sich für das Klassentreffen anzumelden und seine Enkelkinder rechtzeitig zu Mama und Papa zu bringen.

Wir, das ist Jahrgang 1955. Wir scheinen die Fünf als Glückszahl gewählt zu haben, wer gut rechnen kann, wird wissen dass wir heuer alle 55 Jahre alt werden und alle fünf Jahre treffen wir uns, aber nicht zu fünft sondern so viele wie kommen wollen oder können. Insgesamt waren dann 23 Personen anwesend.

Am 17. Juli war es soweit, am Samstag um 15 Uhr begannen wir mit dem Kaffee trinken.

Mein Mann und ich waren schon früher da, fast die ersten, dann kamen nach und nach alle angemeldeten Klassenfreunde und -freundinnen aus Reichesdorf, aus Birthälm und aus Groß Kopisch. Koffer wurden ausgeladen und jeder bekam ein Zimmer im Kloster Schwarzenberg. Kaffee, Kuchen oder Melone wurden aufgetischt und schon hörte man sächsisch sprechen, lachen und erzählen.

Das Wetter war fantastisch, nicht zu heiß und nicht zu kalt und der Klostergarten lud immer wieder ein zum entspannen und spazieren gehen.

Nach 2 Stunden kennen lernen oder wieder kennen lernen, einige waren zum ersten mal dabei, wurde es sehr ernst oder sollte es zumindest werden. Klassenstunde: alle erzählten etwas aus ihrem Leben. Die größte Neuigkeit dabei war, dass einige von uns schon Oma oder Opa geworden sind. Alle waren so stolz darauf, dass sie strahlten. Bis jetzt wussten wir noch nicht, dass das Dasein als Oma so toll sein kann. Jeder prahlte damit, dass er die schönsten und klügsten Enkelkinder der Welt hat, was ja auch stimmte. Schneider Hans leitete die Klassenstunde und musste ab und zu eingreifen und uns beim erzählen bremsen, sonst wären wir jetzt noch in Scheinfeld. 18 Uhr gab es Abendessen und dann kam das Highlight des Abends.

Wir begaben uns in den Klosterkeller wo wir bei Sekt, Wein, Wasser oder Bier bis sehr spät zusammensaßen, erzählten und lachten. Wir haben zwar nicht auf den Tischen getanzt, lustig war es trotzdem. 

Morgens, acht Uhr, nach ziemlich kurzer Nachtruhe gab es Frühstück. Zwei Tassen Kaffee machten alle müden Geister munter. Dann ging es los nach Scheinfeld in den Gottesdienst, der von Hans Schneider gehalten wurde, und zwar zu Fuß. Nach ein paar Irrwegen durch dichten Wald und ein paar Pfützen kamen alle in der Kirche an. Der Heimweg ging wieder durch den Wald zurück und zwar bergauf, aber auch das schafften alle locker. Nach einem ausführlichen Fotoshooting, mal nur Männer, dann nur Frauen, dann bitte alle zusammen rücken damit alle auf´s Bild passen, kam schon der Duft des Mittagessens aus der Küche. Unsere Koffer waren schon in Autos und Motorrad verstaut, wir ließen es uns schmecken, denn wir hatten ja teilweise einen recht langen Weg vor uns. Somit war unser Klassentreffen schon fast wieder vorbei. Noch ein Küsschen, ein Händedruck und Tschüs bis bald in fünf Jahren in Scheinfeld.

Auf diesem Wege herzlichen Dank den Organisatoren die die Mühe nicht scheuen und uns anschreiben und sich bemühen damit immer wieder ein unvergessliches Klassentreffen zustande kommen kann. Für uns waren es zwei wunderschöne Tage an die wir gerne zurückdenken.

 

Anneliese Hann


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Stellungnahme

Im "Reichesdorfer Bote" Ausgabe Mai 2010, wird im Beitrag über "Sophia und Georg Lassner (S. 5) auf Seite 6 u.a. folgendes gebracht.

Ich zitiere:
"An einem späten Septemberabend 1953, kamen sie an. Vom "Sfat" (Volksrat) wurden ihnen zwei völlig verdreckte Zimmer im Haus Nr.129 zugewiesen".

Soweit das im Boten, nur teilweise gebrachte Zitat, entnommen unserm Reichesdorfer Heimatbuch, Seite 340

Diese Zeilen könnten nun vom Leser interpretiert werden.

Viele oder auch einige werden nicht wissen welches in Reichesdorf das Haus mit der Nr.129 ist. Bestimmt wissen aber auch viele, vor allem der älteren Generation, dass es mein Elternhaus, das Haus der Familie Bruckner war.

Nun glaube ich kaum dass jemand die Familie Bruckner mit dreckigen Zimmern assoziiert d.h. In Verbindung bringt. Um jede falsche Interpretation auszuschalten vervollständige ich obiges Teilzitat, mit dem ganzen Abschnitt, wie er im Reichesdorfer Buch auf Seite 340 zu lesen ist.

Da heißt es weiter:

"Die Eigentümerfamilie Bruckner war schon lange vom Hof gejagt worden und wartete dringend auf den Tag, an dem sie wieder nach Hause kommen sollte, der aber rückte immer weiter weg von ihren Hoffnungen".

Tatsache ist, dass wir im September 1952 (also ein Jahr bevor Familie Lassner die Wohnung in meinem Elternhaus bezog) das Haus räumen mussten. Ein zusätzliches Beispiel kommunistischer Willkür.

Buchstäblich auf die Straße gesetzt, fanden wir für vier Jahre Unterkunft im Hirschtal bei Familie Waffenschmidt Nr.252, welche uns obdachlos gewordene wohl aus menschlichem Mitleid aufnahmen. Ich gedenke ihrer in Dankbarkeit.

Daraus geht eindeutig hervor dass andere Menschen mein Elternhaus bewohnt hatten und in besagten Zustand zurück ließen. 

Heinrich Bruckner;


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DE SUBTRAKTION
Gustav Schuster Dutz

Et sprächt der Lihrer ken de Pitz:
„E Pitz, paß af menj Froch!
Wonn te vun elf foaf uef saolt zähn,
So, wevel bleiwt der noch?“

Der Pitz stiht wä en Trelesch do,
Det Bleat änt Hift em stecht.
„Na Pitz, dink doch e kitzken no!“
Der Pitz dinkt noh und – schwecht.

Der Lihrer sprächt: „E Pitz, gäf uecht,
Net loß glech hen de Läpp!
Wonn te vun elf Lei foaf verlest,
Wat bleiwt der noch äm Schäpp?

Dem Pitz, demm giht e Lächt af. „Näst!
Näst!“ sprächt e. „Pitz, menj Froch!“
„Ich wiß, awer’t bleiwt dennich näst,
Dänn’t Schäpp huet dro e Loch!“


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Reichesdorfer Kalender 2011

Ich wünsche Dir nun eine Zeit
voll Ruhe und Besinnlichkeit.
Ich wünsche Dir mit diesem Gedicht
ein ruhiges Fest mit Kerzenlicht.
Ich wünsche Dir die Weihnachtstage
voller Liebe - ohne Klage.
Ich lass es bei wenigen Worten bleiben:
Ich wünsche Euch allen, frohe Weihnachtstage!

Der Kalender ist fertig und kann bestellt werden:
Telefonisch unter 05241 40407
0176  67808465 oder
maiterth.heinrich@tonline.de

Vielen Dank all jenen die ihre Alben umgewälzt haben, mir so zahlreich ihre Bilder für den Reichesdorfer Kalender zur Verfügung gestellt haben.

DVD 1 Kirchenführung mit Hans Schaas. Er erzählt über das Leben in Reichesdorf, über das Auf und Ab der Reichesdorfer im Laufe der Jahrhunderte. Viele uns bekannten Anekdoten und Erzählungen werden zum Besten gegeben. Auch die Geschichte der Gemeinde kommt dabei nicht zu kurz. Anschließend noch ein paar schöne Bilder aus und um Reichesdorf, das Ganze untermahlt mit Musik. (ca. 90 min) 

DVD-2 Impressionen aus Reichesdorf. Eine DVD mit bewegten Bildern, sowie Fotos der Gemeinde. Ich lade hier zu einem virtuellen Spaziergang ein. Wir gehen durch die Gassen des Dorfes, wir besuchen den Friedhof, wir laufen über den Hattert und bewundern das, was die Natur geschaffen hat. Die DVD ist untertitelt, so dass jeder weiß wo ich in dem Moment stehe, oder was da zu sehen ist. Natürlich ist auch diese DVD mit Musik untermahlt. (ca. 90 min)  Interessenten sollten sich bei mir melden Tel: 05241 40407 Handy 0176 67808465 oder Mail maiterth.heinrich@tonline.de


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Ich bin ehrlich

Schon wieder was zum Ärgern, hab ich doch glatt das von der Reichesdorfer HOG ausgerufene Treffen verpasst. Und jetzt les ich auch noch einen Bericht, den mir so ein Kerl zugeschickt hat, was ich alles wohl verpasst habe.

Mist! -da habe ich mich wieder falsch entschieden. Scheint ja echt gemütlich gewesen zu sein.

Aber trotzdem danke an die Reichesdorfer HOG, das motiviert mich das nächste Mal die richtige Wahl zu Treffen.

Jetzt kann ich es kaum erwarten bis das nächste Treffen in Friedrichroda im Berghotel stattfindet.

Euer Stubenhocker (Bockeskodder)


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Wir laden ein

Auf viele Treffen blicken wir nun zurück,
auf manche Sorgen, manches Glück,
vieles ist geschehen in all den Jahren
für Alles lasst uns Danke sagen.

Bitte kommt zu unserm Treffen,
Ohne Euch, will ich nicht hoffen,
Ohne euch wär nichts zu machen,
Ohne Euch gäb´s nichts zu lachen.

Ohne Euch müssten wir der Freud' entsagen,
Darum seid Ihr alle herzlichst eingeladen,
Darum red' nicht drum rum, ich sag's Euch gleich,
Fürs nächste Treffen sind wir wirklich reif.

Wir laden euch alle herzlichst ein,
in Friedrichroda unser Gast zu sein,
Es sollen weder Fernsehröhren
noch Dias diesen Abend stören.

Euch bleiben auch erspart
die Fotos von der letzten Ferienfahrt,
wir wollen tanzen, plaudern, klönen
und uns diese Tage so verschönen.
Zum Freitag, oder Samstag laden wir Euch ein,

Reichesdorfer Treffen
27.05 bis 29.05.2011

gutgelaunt und locker sollt Ihr sein!
Natürlich gibt´s hier auch was zum Knabbern
und reichlich Flüssiges zum Schlabbern.
Und dies zu vermerken, kann nicht schaden:
Viele Reichesdorfer haben wir schon eingeladen.

Das ist es, was zu sagen war.
Wir hoffen, nun ist alles klar!
Vergesst ein paar Stunden des Tages Hast!
Kommt alle und seid unser Gast.

Die Reichesdorfer HOG


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Zu meiner großen Überraschung fand ich ein Gedicht im Internet wo mich der Name Reichesdorf in dem Gedicht aufmerksam machte. Der Name des Autors Wilhelm Braisch sagte mir nichts, da mir aber das Gedicht gefiel suchte ich mir seine Email-Adresse und fragte nach ob ich es im Boten bringen dürfte.
Dabei stellten wir fest dass seine Wurzeln auch in Reichesdorf liegen.
Seine Mutter Regina Braisch ist eine geb. Löw aus Reichesdorf.
Da er seine Gedichte in 2 kleine Heftchen veröffentlicht hat, habe ich mir sie bestellt.
Ich bin angenehm überrascht über seine Kunst, Worte in Reime zu fassen.
Sollte jemand Interesse daran habe sie können über seine Email Adresse: braischwilhelm@web.de bestellt werden.


Das Dorf

Fruchtbare Äcker, Obstgärten und saftige Reben
Belohnte der Reichesdorfer emsiges Streben.
Kirch-Burg zwischen Bergen – wahrlich ne Pracht
Eigentlich ein Ort, über welchem die Sonne lacht.

Aber das Dorfleben das fand ich zu billig
vor lauter Langeweile wurde ich mutwillig.
Die Pubertät machte sich in mir breit;
ich suchte oft die Gelegenheit zum Streit.

Mit blutjungen Jahren zog es mich hinaus
viel zu eng fand ich’s, Dorf - wollte dort raus.
Das gereizte Schicksal traf Schlag auf Schlag
fürs Lehrgeld zahlte ich einen hohen Betrag.

Neugierde drängte – ich blickte nicht zurück
suchte in der Ferne hungrig nach Glück.
Es war ein Zauber – der Ruf der Fremde halt
Doch ich merkte recht bald – es wurde mir kalt.

Glaubte ich wäre aus einem besonderen Holz
doch zur Rückkehr hinderte mich mein Stolz.
Ich fiel oft hin und weinte – aber auch heiter
mein Ehrgeiz trieb mich aber immer weiter.

Das Böse, griff nach mir mit eisiger Hand
Hunger raubte mir fast meinen Verstand.
Mein Gewissen baute mir mit Mühe `ne Wand;

Schließlich hielt Charakter der Versuchung stand.

Die Erfahrung der Fabel bringt uns das Wissen:
„Wenn du nicht beißt, dann wirst du gebissen!“
Doch nicht viel anrichten kann ein Dorf-Pudel
und so - lernte ich eben das Heulen im Rudel.

Konnte nun schauen meine Zukunft – die Weite
Früh genug erkannte ich aber, es war die „dunkle Seite“.
Gemerkt, dass ich nicht gehörte zu deren Artgenossen
da wurde ich gedrängt, geprügelt und gestoßen.

Müde, erschöpft von so manch „blutigen Runden“
suchte ich Geborgenheit zum Lecken meine Wunden.
Ich kehrte zurück ins Dorf, von Erkenntnissen munter
Und merkte erschrocken – das Dorf geht unter!


Wilhelm Braisch


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Konfirmanden 2010

Am 18.04.2010 feierten wir mit Katharina Nemenz das Fest der Konfirmation 

Für deinen Lebensweg wünschen wir dir
auch auf diesem Wege Gesundheit, Glück,
Erfolg und Gottes Segen!
Deine Eltern, Schwester, Kusinen,
Großeltern und Taufpatinnen!

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Hochzeiten 2010 

"Wo ich als Kind gespielt,
in meiner Jugend gesungen,
die Glocken der Heimat
sind noch nicht verklungen.“"

Grüne Hochzeit 
Uwe und Alla Wagner
(geb. Schleichmann)
am 08.05.2010
in Teisnach

Hier im Foto mit ihren Trauzeugen.
Enkelsohn von Michael und Katharina Wagner (geb Mantsch)



Alexander und Elke Höving,
geb. Hügel am 06.11.2010 in Dorsten


Nachtrag: Paul und Katharina Zikeli, (geb. Schlosser)
am 30.03.2009 in Geretsried


Adelheid und Kurt Oelschlegel

Herzlichen Dank für die lieben Glückwünsche und die vielen Geschenke anlässlich unserer Hochzeit 05.12.2009


Tochter von Fritz Wälther und Anni (geb. Pinnes)


Kristall – Hochzeit (15 Jahre)


Walter und Margit Alzner, (geb. Braun)
am 19.08.2010 in Stockach


Michael und Krista Greger, (geb. Haner)
am 05.08.2010 in OHIO / USA


Harald und Bianca Hügel, (geb. Meyer)
am 10.06.2010 in Stansdorf / Berlin


Karl-Heinz und Edda Nemenz, (geb. Wachsmann)
am 15.12.2010 in Nordheim


Silber – Hochzeit (25 Jahre)


Hermann und Margarethe Hügel, (geb. Kartmann)
am 18.01.2010 in Dorsten


Albert und Katharina Schaas. (geb. Kloos)
am 11.04.2010 in Kelsterbach


Simon-Samuel und Regina Schenker, (geb. Hartmann)
am 02.02.2010 in Laufen a.N.


Johann und Olga Untch, (geb. Cseder)
am 05.08 2010 in Bad Reichenhall


Martin und Johanna Wagner, (geb. Hienz)
am 26.01.2010 in Karlsfeld


Nachtrag:
Karl und Rosina Waffenschmidt, (geb. Untch)
am 12.02.2009 in Bergisch-Gladbach


Gerhard und Anna Waedt, (geb. Untch)
am 04.08.2009 in Köln


Rubin-Hochzeit (40 Jahre)


Werner und Annemarie Schullerus, (geb. Meyndt)
am 16.11.2010 in Dorsten


Helmut und Regina Weinhold, (geb. Nemenz)
am 21.12.2010 in Bad Nauheim


Johann und Ingrid-Edda Waffenschmidt, (geb. Kessler)
am 20.01.2010 in Brakenheim


Gold-Hochzeit (50 Jahre)


Heinrich-Martin und Anna Bruckner (geb. Femengel)
am 04.03.2010 in Schöntal


Johann und Anna Mattes (geb. Drotleff)
am 04.02.2010 in Ilsfeld

Ein seltenes Glück ward Euch gewährt,
ein Fest vom Himmel, nicht vielen beschert.
Es ist ein Segen, den Gott Euch gegeben,
das Fest der goldenen Hochzeit zu erleben.

Fünfzig Jahre treu verbunden,
in frohen und schweren Stunden.
Gott möge auch im weiteren Leben
Euch Freude und Gesundheit geben.
Genießt gemeinsam noch jeden Tag,
den Euch der Herrgott schenken mag.

Herzlichen Glückwunsch
von Tochter Anna mit Hugo Schneider
und den Enkelkindern Stefan und Johannes..


Peter und Margarethe Lang, (geb. Schuster)
am 30.10.2010 in Ingolstadt

Diamant Hochzeit (60 Jahre)


Gustav und Regina Bardon, (geb. Waffenschmidt)
am 11.02.2010 in Wiehl


Christian und Karoline-Charlotte Gärtner, (geb.Schmidt)
am 14.10.2010 in Fulda


Arthur-Michael und Anna Mantsch, (geb.Untch)
am 11.01.2010 in Traunreut

Eduard und Ilse-Margarethe Theiss, (geb.Wagner)
am 22.04.2010 in Rastatt


Stefan und Margarethe Zink, (geb. Waffenschmidt)
am 01.07.2010 in Canada


Eine sehr schöne Geste finde ich, wenn unsere Jubilare sich uns zeigen
Danke für die Bilder..


t 

Todes- Anzeigen 2010  

Walter Ziegler
*01.03.1923 05.04.1980
Sohn v. Hr. Rektor Ziegler

 

Marienburg 

Wilhelmsdorf / HE

Maria Barth
* geb. Brotscheck  27.11.1928 04.05.1995

 

Reichesdorf -Hermannstadt

München / BY

Martin Fröhlich
*10.11.1927 07.12.1995

 

Reichesdorf Nr.129

Friedbergg / HE

Hans-Werner Alzner

* 09.10.1964

30.08.1996

 

Reichesdorf Nr. 298

Mehren / RP.

Georg Schlottner
*  25.05.1931 08.07.2006
Fam H-G. Kloos Reichesdorf Nr. 271

 

Birthälm

Stadtbergen / BY.

Katharina Schlottner

* geb. Schneider 13.05.1933

16.10.2009

Fam H-G. Kloos Reichesdorf Nr. 271

 

Tobsdorf

Stadtbergen / BY

Wilhelm Görmer
* 02.09.1919 10.10.2009
(Ehem.v. Anna Draser R.Nr.362)

 

Osterwieck / ST

Anna Schaas
* geb.Alzner 07.01.1913 13.12.2009

Reichesdorf Nr. 151

Essingen / BW

Andreas Weinrich
* 27.08.1926 27.12.2009

 
Reichesdorf Nr. 247

Aschaffenburg / BY

Katharina Untch
*  02.06.1923 12.01.2010

 
Reichesdorf Nr. 147

Halbs / RP.

Martin Hügel
* 28.12.1934 25.03.2010

 
Magarei - Reichesdorf Nr. 70

Lichtenstein / BW

Lorenz Maiterth

*  28.11.1930

17.04.2010

 
Reichesdorf Nr.148

Augsburg / BY

Johann Widmann

* 10.09.1920

21.04.2010

 
Roseln-Reichesdorf

Lahstedt / NS.

Maria Untch

* geb. Greil 13.03.1938

27.05.2010

Ehef. v. Martin Untch, Reichesdorf Nr. 244

 
Donnersmarkt

Hochspeyer /RP.

Julius-Johann Bahmüller

* 23.01.1942

01.06.2010

 
Reichesdorf Nr.47

Weißbach / BW.

Johann Ungar
*  24.11.1922 31.08.2010

 
Reichesdorf Nr.277-Birthälm

Offenbach / HE.

Anna Görmer

geb. Draser 09.10.1924

19.07.2010

 
Reichesdorf Nr.361

Osterwieck / ST.

Georg Eder

*  03.05.1927

04.09.2010

Ehem.v. Kath."Susann" Drotleff

 
Reichesdorf Nr. 251

Bergen / BY.

Rita (Litzi) Luitz
15.08.1928 31.08.2010

 
Neudorf -Reichesdorf Nr. 138

Kaufbeuren / BY

Anna Untch

* geb. Drotleff 05.11.1921

31.10.2010

Reichesdorf Nr.233-Mediasch

Traunreut / BY.

Katharina Bruckner

* geb. Löw 08.03.1915

04.10.2010

Reichesdorf Nr.307

Dinkelsbühl / BY.

Regina Weinrich
geb. Hügel 06.01.1939 16.10.2010

Reichesdorf Nr.98

Morsbach / NRW.

Anna Theil

* geb. Hügel 09.02.1934

16.10.2010

Reichesdorf Nr.281

Bietigheim-Bissingen / BW.

Dieter Schürle

14.06.2010
Ehem.v. Katharina "Trenni" Hügel

Reichesdorf Nr.101

Inzingen  / BY.

Regina Meyndt
geb. Lang  29.12.1920 04.11.2010

Reichesdorf Nr. 139

Geretsried / BY.

Andreas Alzner

* 25.01.1931

10.11.2010

Reichesdorf Nr.302

OHIO / USA.

Anna Nemenz

* geb. Fritsch  18.06.1926

17.11.2010
Ehefr. v. Martin Nemenz

Arkeden - Reichesdorf Nr.291

Gummersbach / NRW.

soweit bekannt - erstellt v.M.   Mattes / Wedemark


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Begräbnis-Choral der Adjuvanten

Wo findet die Seele die Heimat, die Ruh?
Wer deckt sie mit schützenden Fittichen zu?
Ach bietet die Welt keine Freistatt mir an,

wo Sünde nicht herrschen nicht anfechten kann?
Nein, nein, nein, hier ist sie nicht,
die Heimat der Seele ist droben im Licht.
Verlasse die Erde die Heimat zu sehn,
die Heimat der Seele so herrlich so schön:

Jerusalem droben von Golde erbaut,
ist dieses die Seele der Heimat, der Braut?
Ja, ja, ja, dieses allein kann Ruhplatz

und Heimat der Seele nur sein.
Wie selig die Ruhe bei Jesus im Licht.
Tod, Sünde und Schmerzen, die kennt man nicht.
Das Rauschen der Harfen, der liebliche Klang,
bewillkommt die Seele mit süßem Gesang:

Ruh, Ruh, himmlische Ruh
im Schoße des Mittlers, ich eile dir zu.
Bei aller Verwirrung und Klage allhier
ist mir, o mein Heiland, so wohl doch bei dir.

Wohl bin ich im Kreise der Deinen zu Haus,
doch streck ich mit ihnen nach droben mich aus.
Heim, heim, ja ach nur heim! So komm,
o mein Heiland, und hole mich heim.

Fr-L. Lörgens
(eingeschickt von Andreas Herberth –Organist / Jembke


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Die Rose

Im Garten sah ich frisch und schön
die aufgeblühte Rose stehen;
und wer sie sah und wer sie fand,
gleich mir entzücket vor ihr stand.

Der Gärtner kam in raschem Gang;
da ward mir für die Rose bang.
Ich stand und sah, wie plötzlich - ach!
Des Gärtners Hand die Rose brach.

Du harter Mann, was machest du?"
Rief ich dem Gärtner zürnend zu;
"die Rose, die so herrlich stand,
bricht ohne` Erbarmen deine Hand!

Der Sturm könnt sie entblättern hier",
sprach drauf der Gärtner mild zu mir.
„ Für sie, die hier gefährdet stand,
Weiß ich ein sichres, bessres Land.

In jenes Land versetz ich sie;
denn dort erreicht der Sturm sie nie.
Wirst du sie einst dort wiedersehen,
so blüht sie hundertmal so schön!"

(Johann Peter Hebel, 1760-1826)


Lisbeth – Unvergessen!
(10. März 1969 – 29. Mai 2000)

Susi


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Reichesdorfer auf dem Musikantendampfer mit Maxi Ahrland
Ein schönes Geburtstagsgeschenk

       
Meine Kinder Anna und Stefan Reinerth, Edith und Hans Hügel, sowie Karl-Heinz, schenkten mir zum Geburtstag eine Karte zum Musikantendampfer mit Maxi Arland.

Sonntag, den 27.Juni fuhren Schaas, Susi und ich von Schöntal nach Massenbachhausen.

Von dort fuhren wir mit vielen anderen Leuten mit einem Bus durch den schönen Odenwald bis Miltenberg, wo uns das Schiff erwartete.
Von 14 bis 15 Uhr war Einlass ins Schiff. Alles ging sehr geregelt nach deutscher Ordnung. Es waren 850 Personen, jeder hatte seinen Platz. Es blieben aber noch breite Gänge, in denen die Sänger hin und her gingen.

Maxi Arland begrüßte pünktlich alle Gäste und sagte "Schiff ahoi, ich bin euer Kapitän!" und sang "Nimm mich mit Kapitän auf die Reise". Das ganze Schiff sang mit.

Außer ihm sangen noch Oliver Thomas, Mara Kaiser, Katharina Herz, Mario Steffen und Heike Sander. Alle sangen abwechselnd schöne bekannte Lieder.
Die Fahrt war auf dem Main. wir fuhren zwischen Berg und Wald Richtung Aschaffenburg. Vor der Schleuse wendete das Schiff wieder zurück nach Miltenberg, wo unser Bus auf uns wartete.
       
Im Schiff gab es Essen und Trinken von netter Bedienung. Es war ein wunderschöner Sonntag, den wir nie vergessen werden. 

Schaas Susi, Karl-Heinz, Anna Reinerth und ich, Anna Hügel.


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Einladung zur Eröffnung des Lebensmittelladens
(Haus 7 Wohnhaus von Georg Meyndt)

Es ladet Sie ein die Firma SC 13V Kira SRL aus Reichesdorf zur Eröffnung eines neuen Lebensmittelgeschäfts am Donnerstag den 02.12.2010.
Vor einigen Monaten haben wir auf legalem Weg das Haus Nr.7 in Reichesdorf erworben. Das Rathaus in Birthälm bietete uns das Haus an, welches sich in einem katastrophalen Zustand befand. Da wir schon einige Häuser in Reischesdorf renoviert haben, hatten wir uns gedacht, dass wir das Haus Nr.7 erwerben, renovieren und unser Lebensmittelgeschäft, das sich daneben befindet vergrößern wollen. Auch Dorfeinwohner verdienen ein sauberes, modernes Geschäft in dem man alles findet was man braucht, umso teure Busfahrten nach Mediasch zu sparen.

Leider wurden uns so einige Steine in den Weg gelegt, gleich zu Beginn während der Renovierungsarbeiten. Es war uns wichtig von Anfang an, das Haus zu restaurieren und es wieder neu aufleben zu lassen. Schließlich ist es ein bedeutsames Gebäude für so manche Menschen. Die Konkurrenz und der Neid in so einem kleinen Dort kann groß sein und so mancher holländischer, sächsischer und rurnänischer Bürger versucht eben alles daran zu setzten, engagierte Menschen die Gutes für die Allgemeinheit tun möchten zu manipulieren. So war es dann, trotzaller Beschwerden die wir ja hatten, haben wir jetzt alle benötigten Genehmigungen um unseren Laden zu eröffnen. Das bestätigt ein wieder ein rumänisches Sprichwort ,,nicht alles was fliegt, kann man essen“.

Wir erwarten Sie ganz herzlich zu unsrer Eröffnung am 02.12.2010 in Reichesdorf.


Anzeigeschluss 30. April und 31. Oktober

 


1. Vorsitzender: Werner Meyndt   82515 Wolfratshausen  Tel 08171/20228 
 Kassier: Ernst Kloos 51674 Wiehl Tel 02262/305662
Schriftführer:  Susanna Riemesch  74226 Nordheim   Tel 07133/964816
Herausgeber des Boten:  Heinrich Maiterth 33332 Gütersloh maiterth.heinrich@t-online.de 
Internet Hans-Christian Hienz  91550 Dinkelsbühl webmaster@reichesdorf.de
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Vorstandsmitglieder der Reichesdorfer HOG
Ernst Kloos, Gustav Hügel, Hans-Christian Hienz, Harald Hügel, Heinrich Hienz, Heinrich Maiterth (Neuenstein), Heinrich Maiterth (Gütersloh), Heinrich Waffenschmidt, Hermann Hügel, Martin Alzner, Susi Riemesch, Werner Meyndt



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