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Reichesdorfer Bote

    Jahrgang 25, Ausgabe 44                                                                                                              April 2011  

 
 

 
Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis
Liebe Reichesdorfer
Ich danke dir, Mutter

Für unsere Jüngsten
Muttertagsfrühstück
Skitreffen 2011
Neuer Fünfziger im Umlauf
Hans Hügel ist auch schon fünfzig
Horst Meyndt
Reichesdorf
Hochzeiten
Gottvertrauen
Der Rattenfänger

Die fünf Gebote für Senioren

Anzeigen
Derhim
Wir laden ein
Hätzich
100 Jahre zurück
 

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Liebe Reichesdorfer, 

wir warten auf Eure Beiträge für den Reichesdorfer Boten.
Schreibt uns Eure Erinnerungen an Reichesdorf.
Schriebt uns über Euren Urlaub.
Schreibt uns über Treffen mit Reichesdorfern oder Veranstaltungen der Siebenbürger Sachsen.
Schreibt uns über alles was Euch auf dem Herzen liegt.
Anzeigen zu: Geburt, Taufe, Konfirmation, Geburtstag, Hochzeit, Tod.
Denn Ziel dieses Boten ist, nach dem Lesen ein bisschen wie zu Hause zu fühlen.
Wir alle wollen etwas mehr über unsere Landsleute erfahren, mit ihnen Freud und Leid teilen.
Bitte schreibt an Susanna Riemesch oder Heinrich Maiterth (Adressen siehe Impressum).
Denn dieser Bote kann nur mit Euch, durch Euch, und für Euch existieren.

   
                                                                                                                                        


Ich danke dir, Mutter

Vielen Dank
          Für die Gegenwart deiner Person, Mutter,
          So voll Schönheit, Güte und mütterlichem Stolz.
Vielen Dank
          Für die Kraft deiner Liebe,
          Die mich seit meiner Geburt wie ein schützender Mantel umhüllt.
Vielen Dank
          Für die Wärme deiner Brust,
          An die ich mich mit meinen Sorgen lehnen kann.
Vielen Dank,
          Dass du mich zum Lächeln bringst
          Wenn ich traurig bin und weinen muss.
Vielen Dank,
          Dass du an mich glaubst und mich aufbaust
          Wenn ich selbst mutlos bin und zu scheitern drohe.
Vielen Dank,
          Du hast mich gelehrt die kleinen Dinge im Leben zu schätzen,
          Dadurch kann ich demütig und dankbar sein.
Vielen Dank,
          Dass du mir vorgelebt und gezeigt hast,
          Wie kostbar eine Umarmung und ein liebes Wort sind.
Vielen Dank,
          Dass du mich darin unterrichtet hast
          Es tut mir leid’ zu sagen, wenn ich falsch liege.
Vielen Dank,
          Dass du mir den Glauben an die unsichtbaren Dinge beigebracht hast.
         Jetzt weiß ich, meine Träume sind in meiner Reichweite.
Vielen Dank
          Für all die schönen Erinnerungen, die wir teilen;
          Ich schätze sie und werde sie nie vergessen.

susi


c

Für unsere Jüngsten

Silbenrätsel

Aus den folgenden Silben sind Begriffe zusammenzusetzen, deren erste und letzte Buchstaben jeweils von oben nach unten gelesen, das Lösungswort ergeben.

an – an – ber – bow – da – el – gel – he – heul – i – mand – nie – ru – se – su – turn – ur – zug

1. Sportkleidung, 2. weinerliches Kind, 3. Verfasser, 4. englisch: Ellbogen, 5. Land in Afrika, 6. Stacheltier, 7. keiner.


Muttertagsfrühstück

Schon ganz früh - genaugenommen sehr viel früher als sonst üblich -kommen Marius und Bianca ins Schlafzimmer geschlichen. Sie wollen nur nachsehen, ob die Mama nicht endlich aufgewacht ist. Marius bleibt vorsichtig an der Tür stehen, während seine Schwester sich auf Zehenspitzen Mamas Bett nähert. Dabei stolpert sie über Mamas Hausschuhe und fällt direkt auf das Bett und fast auf Mama drauf, die sich knurrend auf die andere Seite dreht und einfach weiterschläft. Marius ruft: „Pschscht!“ und lässt versehentlich die Türklinke los.
Weil Papa gerade das Wohnzimmer lüftet, knallt die Tür mit einem lauten Rumms zu. Erschrocken fährt Mama hoch, und schon jubelt Marius:
„Mama ist wach, Mama ist wach!”
Da kommt auch schon Papa mit dem Frühstückstablett herein.
Eigentlich sollte Mama ja mal gründlich ausschlafen, aber so ein Frühstück im Bett, das ist doch eine tolle Überraschung zum Muttertag.
Da muss sie sich doch einfach freuen. Sie sagt zwar, dass sie lieber am Tisch sitzen würde, aber das geht in dem überschwänglichen Guten-Morgen-Sagen völlig unter; und da sie den Kindern nicht die Freude verderben will, lächelt sie und greift nach dem Teller.
Die drei setzen sich erwartungsvoll zu ihr aufs Bett und sehen ihr mit hungrigen Augen zu. So allein schmeckt’s Mama aber nicht so richtig, und sie gibt jedem etwas vom Brötchen ab.
Weil Papa seine Brötchenhälfte nicht so trocken herunterwürgen will, holt er sich rasch eine Tasse Kaffee und bringt den Kindern gleich ihren Kakao mit.
„Ist das hier gemütlich!”, lacht Bianca, zieht ihre Schuhe aus und kriecht zu Mama ins Bett.
Kakao tropft auf Mamas Bettdecke - nein, nein, den ganzen Inhalt der Tasse verschüttet sie nicht, ein paar Schlucke bleiben der Kleinen noch. Marius will auch zu Mama ins Bett und lässt dabei sein Brötchen fallen, natürlich mit der Marmeladenseite nach unten.
Papa bemüht sich, den Schaden mithilfe seines Taschentuchs zu beheben. „Alles wieder in Ordnung”, meint er und beißt herzhaft in sein Brötchen. Ein wahrer Krümelhagel rieselt auf Mama, denn es sind Aufgebackene von gestern.
„Macht nix”, sagt er und fegt sie mit seiner Hand von der Decke auf den Bettvorleger.
Mama seufzt: „Ich nehme nachher schnell den Staubsauger.”
„Ach, die paar Krümel! Lass nur, heute ist Muttertag, und da wird nicht gearbeitet”, antwortet Papa fröhlich.
Aber die richtige Ruhe, um ihren Kaffee zu trinken, hat Mama dann doch nicht.
Weil die Beiden in ihrem Bett unruhig hin- und herschaukeln, landet auch noch der eine oder andere Kaffee- oder Kakaotropfen auf dem Deckbett.
Nachdem alle fertig gefrühstückt haben, gibt’s eine zünftige Kissenschlacht, wobei in der Hitze des Gefechts die Nachttischlampe runterfällt.
„Scherben bringen Glück”, sagt Papa grinsend und bückt sich, um die Teile einzusammeln. Aber hat wohl zu schnell zugefasst. „Au!”, ruft er und hält seine blutende Hand hoch.
Nun darf Mama endlich aufstehen, Papas Schnittwunde verarzten, die Scherben beseitigen, die Splitter samt Krümel wegsaugen und das Bett abziehen.
Später sagt Bianca: „Muttertag ist schön, nur sollte es ihn viel öfters geben.” Da meint Mama mit einem verschmitzten Lächeln:
„Also, mir reicht ein Muttertag im Jahr vollkommen!”

Verfasser unbekannt


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Skitreffen 2011

Neulich war ich nach langer Zeit mal wieder mit meinen Mädels beim Feiern. Nach einem gemütlichen Abendessen landeten wir in einem Aschaffenburger Tanzlokal.
Ich guckte den Leuten beim Tanzen zu und ärgerte mich, dass ich keinen Tanzpartner zur Seite habe - aber beim genauen Beobachten der Paare auf der Tanzfläche machte ich dann die Feststellung: Die Tanzen zwar Fox - aber ganz anders als ich. Man sieht die Tanzschule in jedem Schritt.... Und dann plötzlich spricht mich jemand an - ein alter Bekannter - ein Stammgast aus der Kneipe in der ich arbeite - ein vertrautes Gesicht - ein Siebenbürger: Johann aus Seiden.
Erst Tanzen wir - es ist schön so zu Tanzen...fast wie mit meinem Papa - auch wenn da keiner rankommt! Und dann reden wir.... Und ich bin froh dass ich was zu Erzählen hab, etwas mitzuteilen, - dass er nachvollziehen kann.
Ich erzähle vom Reichesorfer Skitreffen - stattgefunden am Faschingswochenende im März diesen Jahres. Von den Leuten, von dem Essen, von dem Feiern......aber von Anfang an:

Im vergangenen Jahr konnte ich wegen einer Sportverletzung nicht an diesem jährlichen Event teilnehmen. Aber mir wurde alles haarklein berichtet - mein kleiner (großer) Bruder war damals bereits das 5. Mal dabei und wurde dafür sogar mit einigen anderen „Wiederholungstätern“ geehrt. So schlecht konnte es also nicht sein. Als ich dann die Bilder und sogar ein Video auf www.youtube.de gesehen habe, war ich endgültig überzeugt - und freute mich lange im Voraus auf das Skitreffen.
Gleich an dieser Stelle möchte ich mich - bestimmt auch im Namen aller Teilnehmer - bei Hari Hügel bedanken. Er hat durch aufwendige und vor allem frühzeitige Planung, das Treffen in einem solchen Umfang überhaupt erst möglich gemacht.
Er, mein Papa sowie viele Andere haben die Leute tatkräftig und ausdauernd motiviert sich zeitnah anzumelden. Sie haben die Organisation mit den Meschnern übernommen - die Hütte, die Schlafplätze und die Musik organisiert. Sie haben das Treffen überhaupt ermöglicht. Um so trauriger war es, dass mein Papa wegen eines Kuraufenthalts, der zeitlich nicht zu verschieben war, letztlich schweren Herzens nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnte.
Dafür haben sich 132 andere Reichesdorfer und Meschner gefunden, die zusammen ein paar schöne Stunden in den Bergen und im Schnee verbringen wollten.
Also wie gesagt, die Vorfreude war groß.
Am Freitagmittag haben wir - meine Mutter, mein Bruder und ich - uns auf den Weg nach Österreich ins Skigebiet Wildkogel gemacht. Nach gut 2,5 h Fahrt erreichten wir die Wildkogelbahn.
Aber im Gegenteil - es ging ganz einfach. Der nette Wildkogler half uns beim Einladen - und ab ging es - über die Mittelstation hinweg - ganz nach oben zur Bergstation.
Und auch dort oben war bereits alles organisiert. Wir mussten nur unser Gepäck ausladen - die Ski anschnallen - und alles andere lief quasi von selbst. 

Wir legten das kurze Stück zur Wolkensteinhütte auf den Brettern zurück. Während das Gepäck von unseren Gastleuten per Snowmobil transportiert wurde.
Unsere Cousins Kiki und Bob wurden sogar mit der motorisierten Schneekutsche von der Gondel bis zur Hütte kutschiert, weil sie so spät dran waren.
An der Hütte erwartete uns schon eine fröhliche Menschenmenge in leuchtendem gelb und orange.

Von Günter Untch wurden bedruckte Warnwesten - gelbe mit dem Reichesdorfer Wappen gespendet. Diese wurden gleich bei der Ankunft verteilt. Danke an Günter!
PS: Die Meschener hatten ihre eigenen Westen
Leider grenzten sich die beiden Gruppen nun auch sichtbar voneinander ab - man muss eben erst einmal miteinander warm werden.
In jedem Fall hatten alle von Beginn an Spaß.
Da die Zimmerbelegung auch bereits im Voraus organisiert und kommuniziert worden war - konnte nach dem Bezug der gemütlichen - und vor allem sauberen Herbergen - auch gleich zum gemütlichen Teil gewechselt werden.
Nach einem Geburtstagssekt von: -Günther Untch wurde die Stimmung schnell entspannt - und das gewohnte und vertraute Geratsche nahm seinen Lauf bis das Buffet eröffnet wurde. Nach der leckeren Stärkung gab es einen kurzen offiziellen Teil bei dem die Skifreunde geehrt wurden, die bereits zum 5. bzw. 10. Mal bei einem Skitreffen dabei sind.

Diese waren: 5 x dabei: Susi und Wilhelm Borger
5 x dabei: Hanni und Ernst Kloos
5 x dabei: Annemarie und Heinrich Maiterth

Die Dankesreden an die Organisatoren, Helfer und stillen Werber für das Skitreffen wurden kurz gehalten. Doch an dieser Stelle ist ein dickes Dankeschön an Alle zu wiederholen.
Im Anschluss wurde das Tanzparkett freigegeben. Hugo
und Anne Schneider haben für die musikalische Untermalung des Skitreffens gesorgt. Das „Duo memories 2“ spielte bis spät in die Nacht - und geübte Tänzer wie auch Tanzneulinge haben Stunde um Stunde ohne Ermüdungserscheinungen das Tanzbein geschwungen.
Mit seinen Knicklichtern trug Gusti zur allgemeinen Erheiterung bei und sorgte dafür, dass die Party nicht nur
lustig, sondern auch schön bunt wurde.
Nach einer durchfeierten Nacht weckte uns die Sonne schon früh von einem strahlendblauen Himmel.

Wenn beim ersten Augenaufschlag ein solches Bild erscheint fällt das Aufstehen trotz viel zu wenig Stunden Schlaf mehr als einfach. Auch wenn wir uns auf der Piste verteilten, war es ein schönes Bild, dass überall die gelben oder orangen Westen leuchteten. Wir gehörten zusammen - und waren doch überall verstreut.
Der Schnee war super und die Sonne lachte vom Himmel.
So ging der Vormittag schnell vorüber.

 

Zum Lunch trafen wir uns dann alle auf der Sonnenterasse der Wolkensteinhütte. Niemand kam auf die Idee Schnitzel mit Pommes oder Hamburger zu bestellen. Denn es gab etwas Besseres zum Essen - wir hatten unsere eigene Brotzeit dabei. Dietmar Schaas, der leider wegen einer Verletzung nicht bei uns sein konnte, spendete uns trotzdem die geräucherte Bratwurst. Ernst Weinrich stellte Grammeln und Fett zur Verfügung. Und die Meschner steuerten Brot und Zwiebeln bei: Wir genossen das Leben in vollen Zügen und so schmeckte es fast so gut, wie auf den Plastikstühlen vor der Alimentara.
Nach der Stärkung ging es wieder ab auf die Ski um den Schnee und das Wetter voll auszukosten. Nach dem sportlichen und geselligen Tag an der frischen Luft, war für mich erst einmal Pause angesagt. Ein bisschen Augenpflege vor dem Abendbrot. Das schmeckte dann aber wieder hervorragend. Und nach dem Abendessen ging es auch direkt wieder in den feucht fröhlichen Part über. Einige der Teilnehmer haben natürlich nicht vergessen, dass das Skitreffen am Faschingswochenende stattfand und haben die Faschingsutensilien einfach mitgebracht.

Am Samstagabend hatten wir zwar keine Live-Musik - doch trotzdem fasste Ernie der Heidi ganz schnell von hinten an die Schulter. Wir feierten unseren eigenen ganz spontanen Faschingsball und tanzten wieder bis tief in die Nacht hinein.
    
An dieser Stelle eine Anmerkung zu den Zweiflern, die Sorge haben, dass der musikalische Rahmen des Treffens zu schlagerlastig war: Heimattage in Dinkelsbühl oder Reichesdorfer Treffen in Friedrichroda: Jung und Alt tanzt bei diesen Gelegenheiten Fox.
    

Und auf welchem Faschingsball hat das rote Pferd sich nicht einfach umgekehrt? Fazit: Nicht zweifeln: es war Spitze! Und die, die noch nicht so geübt sind im Tanzen, sind dankbar, dass sie unbeobachtet und ungezwungen ein bisschen trainieren können .
Ohne erwähnenswerte Zwischenfälle - aber leider auch ohne wirkliche Annäherung zwischen Meschnern und Reichesdorfern ging auch die zweite Nacht dem Ende zu.
Am Sonntag versorgte unsere Hüttenwirtin mit Herz - Sonja Möschl - uns noch einmal mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet, damit wir gestärkt zu einem letzten Skitag aufbrechen konnten.
An dieser Stelle ist noch einmal ein dickes Dankeschön an Sonja und ihr ganzes Team fällig. Sie hat sich mehr als flexibel gezeigt und uns alle Freiheiten gelassen um das Treffen ganz nach unseren Wünschen zu gestalten. DANKE.

Wettertechnisch stand der Sonntag dem Vortag in nichts nach:
Am Nachmittag haben wir uns noch einmal alle auf der Sonnenterasse
der Wolkensteinhütte eingefunden: Hier war nichts mehr zu spüren von Annäherungsschwierigkeiten zwischen den orangen und gelben Teilnehmern. Wahrscheinlich brauchen die Reichesdorfer & Meschener eben nun mal 2 Tage um sich näher zu kommen.
Die Meschner versorgten alle mehr als großzügig mit Kaffee und Selbstgebackenem.Es war super lecker! Vielen Dank. Nach Kaffee und Kuchen brachen die ersten langsam zum Heimweg auf. Viele von uns hatten noch eine weite Heimreise vor sich. Aber ich denke in einem Punkt sind wir uns alle einig: Der Weg hat sich gelohnt UND wir freuen uns alle auf das Skitreffen im nächsten Jahr.

Vivianne Meyndt


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Neuer Fünfziger im Umlauf!

Mit einem 50-Euro-Schein hatte Hermann Hügel zu einem ganz besonderen Geburtstagsfest eingeladen – unter dem Motto:
„Achtung! Bald neuer Fünfziger im Umlauf!“.
Über 100 Verwandte, Bekannte, alte und neue Freunde, Nachbarn und Wegbegleiter kamen nach Dorsten, um mit Hermann ins nächste Jahrzehnt der 50er Jahre hineinzufeiern.

Schon um 14 Uhr ging es am 15. Januar los, die „Hügels“ verstehen es schließlich, gut und vor allem lange zu feiern.

Entsprechend lustig und gut gelaunt war die ganze Gesellschaft zehn Stunden später, nach reichlichem Erzählen, Essen und Trinken, als man um Mitternacht dem Geburtstagskind endlich gratulieren konnte.


Dazu hatte sich der frischgebackene „Fünfziger“ richtig in Schale geworfen:

Er trug ein sächsisches Trachtenhemd samt bestickter Krawatte – und seinen besten Freund, den Labrador Lucky, hatte er auch gleich mit verkleidet, mit Trachtenhütchen und Kleidchen. Die Schlange der Gratulanten war so lang, dass viele ihre Glückwünsche und Geschenke erst eine Stunde später los wurden.
Hermann zur Seite standen seine Frau Gredi und seine Tochter Elke, die ihre Eltern nur wenige Tage später zu Oma und Opa machte. Das Enkelkind Mia musste extra lange warten, damit es nicht vor Opas großem Tag das Licht der Welt per Kaiserschnitt erblickte.

Trotz dem ausgiebigen „Vorglühen“ ging die Party nach Mitternacht noch bis in die Morgenstunden weiter – und auch damit nicht genug! Gegen 4 Uhr mussten die letzten aufrechten Männer, die noch dabei waren, Gredis Auto mit vereinten Kräften aus dem Acker ziehen, in den sie sich unfreiwillig manövriert hatte – das sorgte im Nachhinein natürlich für viel Heiterkeit. Und nach nur wenigen Stunden Schlaf gab es am Sonntag die Fortsetzung mit Ciorba de burta. Allen Gästen von nah und fern wird Herrmanns 50. Geburtstag sicher noch lange in guter Erinnerung bleiben!

Heike Schuster-Mantsch


g

Mensch wie die Zeit vergeht:
Hans Hügel ist auch schon fünfzig
 

Am 13. 11. 2010 wurde Hans Hügel 50 Jahre. Geboren wurde er in Reichesdorf Nr.96. Durch die Heirat mit Edith Bruckner (R.107) aus der.3 Kinder hervorgingen, wechselte er zum Hofe der Großeltern; Anna und Johann Lang Nr.121.
Als ehemaliger Orgel-Schüler unseres
Herrn Pfarrer Hans Binder, hat er uns als Organist sowohl in der alten Heimat als auch zu unseren Heimattreffen in der neuen Heimat - manchen Gottesdienst, durch sein einfühlsames Können, verschönert.
Wir möchten ihm, auch auf diesem Wege, ganz herzlich danken und noch viele gesunde und schaffensfrohe Jahre im Kreise seiner lieben Familie wünschen und hoffen dass er uns noch oft mit seinem schönen Orgelspiel erfreut.
Zum Anlass der großen Feier des 50. Geburtstags, reimte sein Chorkollege und Freund, der Lauffener Steuerberater folgendes Gedicht: ??

Der Hügel Hans hat uns geladen

Der Hügel Hans hat uns geladen,
hat was zu feiern in diesen Tagen:
,,Ein halbes Jahrhundert" auf dieser Welt
ist wer 50 Jahre zählt.

Geladen hat er 100 Gäste,
er liebt keine kleinen Feste.
Wenn Frau, der Chef vom Hartmanns-Hause,
gibt's Platz für eine große Sause.

Von nah und fern, die Gäste eilen,
im Hause Hügel zu verweilen
wo Speis und Trank ganz unbegrenzt
im großen Saal man uns kredenzt.

Hans lernt ich kennen im Kirchenchor,
sitzt neben mir - 2. Tenor,
und wenn wir grade mal nicht singen,
geht die Rede von vielen Dingen.

So auch von seinem früheren Wirken,
in Reichesdorf - in Siebenbürgen.
Die Neugier wächst, es folgt die Tat:
Wir brechen auf zur großen Fahrt.

Alt der "Passat" und lang die Fahrt,
der Weg nach Reichesdorf ist hart.
Wenn man erreicht hat dann Sibiu,
schafft man den Rest des Wegs im Nu.

Doch zuerst ein Halt in Hermannstadt,
wo Hans' ne Rechnung offen hat
“Hotel Imperatul“ heißt die Stätte,
wo er so gern gegessen hätte.

Im Saal mit Stuck, als einzige Gäste
wurden wir bedient aufs Beste,
im barocken Speiseraum,
hat sich erfüllt ein Jugendtraum.

Trotz manchem tiefen Schlageloch,
sind wir angekommen doch,
wo Hund und Katz Pallukesch würgen,
in Hansens Heimat, Siebenbürgen.

Wir wohnten dann in "Villa Hügel" –
für uns als Camper - ein Vergnügen,
mit Hans-Onkel und Hanni-Tant,
machte Hans uns schnell bekannt.

Reichesdorf ist - Landleben pur:
Wasser vom Brunnen, als Beispiel nur
Der Tourist freut sich - wie museal,
für den der dort leben muss nicht ideal.

Mit Hügel Hans sein Heimatdorf erleben –
es kann nichts Schöneres geben:
Ein Schwätzchen hier, ein Schnäpschen dort –
man kennt ihn doch im ganzen Ort.

Er hat die Gabe des Plauderns mit jedem
tut mit Rumänen und Zigeunern reden,
eines hat sich nämlich geändert im Ort:
Rumänen und Zigeuner sind hier
die Sachsen sind fort!

Dass die Sachsen haben viel geleist
was sich an den Kirchenburgen und Häusern beweist.
Hans Schaas weiß davon viel zu berichten
vom "grünen Mann und anderen Geschichten.

An Kirchen interessiert Hans Hügel nur das Eine:
Gibt's ne Orgel oder gibt' s keine.
Und gibt es eine (wenn auch sehr verstimmt)
er flugs die Organisten-Bank erklimmt.

Statt die Geschichte der Kirche auszuloten,
zückt Hans die stets bereiten Noten.
Und jault die Orgel auch noch so schwach,
spielt er Toccata und Fuge d-moll von Bach.

Alt das Gemäuer, die Orgel verstimmt,
Hans - ganz im Glück - strahlend sein Spiel vernimmt
Wer ihn so gehört (wie ich als Begleiter)
weiß, in Hans steckt mehr als ein Facharbeiter.

Er liebt es, bescheiden aufzutreten,
gibt eher das "stille Licht" im Leben
Dabei ist er ein hochkompetenter Mann –
es gibt nur wenig was er nicht kann.

Ich schätze ihn sehr, fühl mich geehrt,
dass ich ihm bin eine Einladung wert.
Herzlichen Glückwunsch dem Jubilare
und noch recht viele gute Jahre!


h

Horst Meyndt

Unaufhaltsam, still und leise mehren sich die Jahreskreise.
Plötzlich macht im Gang der Zeit eine runde Zahl sich breit.
Ein jedes Jahr hat seinen Sinn, so wie es kommt, so nimm es hin.

Gefeiert wurde am 9 April dieses Jahres (obwohl der Geburtstag am 16 Februar war), witterungsbedingt musste der Termin verschoben werden. Freunde, Verwandte kamen aus allen Ecken Deutschlands um mit ihm, in der Waldklause / Gütersloh, seinen 70ten Geburtstag nachzufeiern.
Nach dem Begrüßungssekt und einer kurzen Ansprache des Jubilars wurde auch schon das Abendessen aufgetragen.

Zwischen den Menüs wurden seitens Hans Alzner und Hans-Heinrich Schuster einige selbstgereimte Verse zum Besten gegeben.
Beide hatten es sich zum Motto gemacht, an Ereignisse und sonstige Streiche aus seines Leben, in Versform zu erinnern.

Das Dessert war kaum gereicht, da wurde schon die Videowand aufgebaut. Es wurde sein Leben bildlich in einer PowerPoint Präsentation von Heinrich Maiterth beleuchtet. Dazwischen schalendes Gelächter zu einigen Bildern und Versen, die Horst in verschiedenen
Lebenssituationen zeigen mal lustig, mal ernst.

Ihm zu Ehren wurden ein paar Lieder gesungen. Zum Abschluss wurde noch ein Video mit entsprechender Musikuntermalung, als Hommage an unser Heimatdorf Reichesdorf gezeigt, da sah man viele feuchte Augen in der Runde.

Es folgten Tänzchen und Ehrentänzchen, als sich eine neue Rednerin und Käuferin eines „Heißen Höschens“ (Anna Hügel) ankündigte. Rhetorisch perfekter Vortrag in Reimform, brachte die ganze Geburtstagsgesellschaft zu tobendem Beifall.

 

Zu später Stunde wurde dann Horst`s -heiß geliebtes Klärchen uraufgeführt.
Sohn und Enkelkinder hatten das Liedchen eingeübt. Schon nach ein paar Takten sangen alle mit, „Klärchen ging einmal spazieren…..“

 

 

 

Heinrich Maiterth


i

Reichesdorf 

Ernst Kloos hat dieses Lied (Gedicht) aufgeschrieben, das ihm seine Oma Katharina Kloos diktiert hat. Das Lied hat sie von ihrer Oma gelernt, die es in ihrer Jugendzeit gesungen haben. Eine schöne Erinnerung an eine längst vergessene Zeit, aber wie passend auch in die heutige Zeit.

Auf Geisbergs sanften Höhen
stand ich in kurzer Zeit.
Betrachtete im Stillen
ein Dorf mit größter Freud.

Zwei Reihen Häuser stehen,
in der Mitte fließt ein Bach.
Die Leute sah ich gehen
in netter Bürgerstracht.

Ich wusste nicht den Namen
wie dieses Dörflein hieß.
Hat keine prächtigen Hallen
gleicht doch dem Paradies.

Oh Reichesdorf, schönes
Dörfchen sei ewig mir gegrüßt.
Nie werd ich dich vergessen
solang mein Herz mir glüht.


Katharina Kloos


j

Hochzeiten 2011 

Rosen - Hochzeit

 

Zum 10ten Hochzeitstag
(auch Hölzerne-Hochzeit) – am 23 März 2011 – unseren lieben Kindern:

Norbert und Sigrid Bundtzen (geb. Mattes)
Mit Denise, Laura und Theo

Die allerbesten Glück und Segenswünsche, von Euren Eltern Margarete und Andreas Mattes.


Zur Goldenen Hochzeit

 

Wir gratulieren dem Goldenen Hochzeits-Paar,
kaum zu glauben- fünfzig Jahr.
Ja, wenn man fest im Leben steht,
Die Zeit besonders schnell vergeht.
In guten und in bösen Tagen
Habt ihr euch immer gut vertragen.
Weil euer Bund sich hat bewährt,
Seid ihr mit einem goldenen Kranz geehrt.
Seht euch um im Freundeskreise!
Für die weitere Erdenreise
Wünschen wir zum Erdenglück
Dem Golden Paar ein großes Stück.

Liebe Glückwünsche zur Goldenen Hochzeit von Euren Kindern, Enkelkindern und dem Urenkel!


   


k

Gottvertrauen

Das Gottvertrauen unserer Vorfahren lässt sich auch aus der Aufschrift dieser Dachziegel ablesen. Vor 150 Jahre wurde sie wahrscheinlich auf dem „Retterbarch“ aus Lehm per Hand geformt, im noch grünen Zustand beschriftet und dann gebrannt. Die Schwestern dieser Dachziegel sind zum Großteil heute noch auf dem Dach des Hauses Nr. 31 in Reichesdorf.

Bei den Umbauten des Hauses 1976 wurde sie entdeckt und befindet sich seither in meiner Obhut und der Spruch wurde zu meinem Lebensmotto. Die Qualität der Arbeit ist nicht zu übersehen. Der Verfasser ist ein Urgroßvater meines Vaters.



„Misgönner hab ich viel
zuviel der Neider noch
viel mehr. Doch meinem
Gott ich trauen will und ihm
geben die Ehre“


Geschrieben den 22. Mai 1861
Reichesdorf, Peter Binder

Hans Alzner


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Der Rattenfänger

Gedanken, ( reservatio mentalis ) unzählige stürmen auf mich ein und sie bevorzugen die Nacht, besonders, nennen wir sie, "Karussellgedanken", solche die sich ständig im Kreise drehen, welche immer wieder kehren, vergleichsweise mit einem Hamster im Laufrad. Man kann diesen Gedanken weder ausweichen noch entfliehen. Es gibt Gedanken welche wir am liebsten von uns schieben würden und es geht nicht, die erbaulichen welche wir herbeisehnen wollen nicht kommen.
Die Gedanken die mich besuchen, ich könnte sagen heimsuchen, bevorzugen wie schon gesagt die Nacht. Dabei muss ich unwillkürlich an die Chronik meines Urgroßvaters Daniel Bruckner denken, wo ein Kapitel den Namen" Der Greis in schlaflosen Nächten" trägt.
Nun ist es ja nicht so dass man tagsüber gedankenlos herumirrt. Die meisten Gedanken am Tag sind bei den Jüngeren berufsorientiert, auf die ausgeübte Beschäftigung gerichtet. Auch auf die Ereignisse der Umwelt richten sich unsere Gedanken, welche oft laut und besitzergreifend uns in Anspruch nimmt.
Aber die Nacht hat es in sich, da kommen sie über einen, krallen sich fest und lassen nicht los. Manchmal wenn es angenehme Gedanken sind lassen uns diese in einen erquickenden Schlaf gleiten. Manche Gedanken lassen sich aber trotz aller Anstrengung, versuchter Autosuggestion, nicht aus dem Kopfe drängen. Das Gedankenkarussell beginnt sich zu drehen, unaufhaltsam. Plötzlich war er da" Der Rattenfänger von Hameln". Wie kam der denn in meinen Kopf? Weshalb ließ er das Bett für mich, welches in "gedankenlosen" Nächten weich und anschmiegsam ist, zu einem unleidlichen Möbelstück des häuslichen Inventars werden?
Nun gebe ich nach und meine Gedanken wandern mehr als ein halbes Jahrhundert zurück ins Reichesdorfer Schulhaus nach Siebenbürgen. Da sitze ich als Zehnjähriger und höre die Rattenfägersage zum ersten Mal. Sie übte damals einen nachhaltigen, schaurig-faszinierenden Reiz auf mich aus und beschäftigte für einige Zeit die Kinderphantasie von mir und meinen gleichaltrigen Schulkameraden.
Die Sage wird wohl nicht alle gleichermaßen beeindruckt haben, aber wir waren immerhin ein Grüppchen von mehreren die reges Interesse bekundeten und dieser Sage auf den Grund gehen wollten.
Herr Lehrer Mantsch erzählte uns anschaulich, dass im Jahre 1284, wie die Sage berichtet, ein wunderlicher Mann sich in dem Städtchen Hameln sehen ließ. Er gab sich als einen Rattenfänger aus und versprach gegen ein bestimmtes Entgelt, die Stadt von den zahlreichen Mäusen und Ratten zu befreien. Die Bürger der Stadt wurden mit ihm einig und alsbald ließ der Rattenfänger, welcher wegen seinem Rock aus buntem Tuch auch Bundting geheißen haben soll, sein Pfeifchen erklingen, worauf Ratten und Mäuse aus den Häusern hervorkrochen und ihm folgten. Als er meinte es seien keine mehr zurückgeblieben ging er durchs Stadttor hinaus und der ganze Haufen folgte ihm. Er führte diese Nager zur nahen Weser wo sie alle ertranken.
Nachdem die Bürger sich von dieser argen Plage befreit sahen, bereuten sie die versprochene Belohnung und sie verweigerten diese unter allerhand Ausflüchten dem Rattenfänger. Darauf verließ dieser zornig und verbittert die Stadt.
Die Sage berichtet weiter das eben dieser Rattenfänger am 26. Juni, nach dem Johannistag, wieder in Hameln erschien. Diesmal kam er in der Gestalt eines Jägers, erschrecklichen Angesichts, mit einem wunderlichen Hut. Er ließ seine Pfeife in den Gassen hören. Alsbald kamen diesmal nicht Ratten und Mäuse aus den Häusern, sondern Kinder, Knaben und Mägdlein vom vierten Jahre an, in großer Zahl gelaufen.
Die ganze Schar, so berichtet die Sage weiter, folgte ihm nach und er führte sie zur Stadt hinaus in einen Berg, wo er mit ihnen verschwand. Ein Kindermädchen hatte dieses gesehen, welches mit einem Kind auf dem Arm von fern nachgezogen war, danach aber umkehrte und die schreckliche Nachricht in der Stadt verbreitete.
Unsere Kinderaugen wurden immer größer und ein Frösteln ist uns wohl über den Rücken gelaufen. Der Berg bei Hameln in welchem die Kinder verschwanden heißt Koppenberg wo rechts und links zwei Steine in Kreuzform aufgerichtet worden sind.
Nun aber kam für uns das ganz Besondere dieser Sage, denn es wird berichtet, die entführten Kinder wären in eine Höhle geführt worden und in Siebenbürgen herausgekommen.
Im Stadtbuch von Hameln soll diese Begebenheit wie folgt aufgezeichnet sein:

Im Jahre 1284 na Christi Gebort
Tho Hameln worden ut gevort
Hundert XXX Kinder dasülvst geborn
Dorch einen Piper under der Koppn verlohm."

Im Klassenzimmer war es so still, so dass man sprichwörtlich das Fallen einer Stecknadel bestimmt gehört hätte.
Nun, nach einiger Zeit die Frage:" In Siebenbürgen herausgekommen", " Aus einem Berg herausgekommen "?
Siebenbürgen war für uns Kinder, die wir von Reichesdorf vielleicht bis Nimesch, Birthälm oder Hetzeldorf, im besten Falle bis nach Elisabethstadt oder Mediasch gekommen waren, unermesslich groß.
Von Hameln hatten wir zu jenem Zeitpunkt noch nie etwas gehört.
Nun sagte uns der Herr Lehrer, Hameln sei ein Städtchen in Deutschland, an der Weser, nicht weit von der großen Stadt Hannover entfernt.
Deutschland war für uns immerhin ein Begriff, denn viel Neues kam in jener Zeit von dort. Weniger konnten wir uns unter Niedersachsen und Hannover vorstellen. Letzteres sei eine große Stadt und die Weser ein Fluß so ähnlich wie unsere Koke!, sagte uns der Herr Lehrer.
Die erste urkundliche Erwähnung unseres Heimatortes Reichesdorf fällt in das Jahr 1283, das hatten wir im Heimatkundeunterricht erfahren. Schlussfolgerung: also gab es Reichesdorf schon als vor fast 700 Jahren die Kinder aus Hameln im Jahre 1284 entführt worden waren.
Unsere Überlegung: Hätten die Kinder aus Hameln nicht auch in Reichesdorf aus einem Berg herausgekommen sein? An Bergen mangelte es Reichesdorf wirklich nicht.. Unmöglich wäre es nicht aber unwahrscheinlich sagte uns der Herr Lehrer, welcher sich sichtlich an unserem Interesse und Aufgeregtheit weidete. Es sei ja nur eine Sage, sagte er.
Für uns Kinder konnte Sage Wahrheit also Realität sein. Nein, in diesem Falle war es für uns eine unumstößliche Wahrheit.
Die nächste Frage welche wir uns stellten war, aus welchem der zahlreichen Berge Reichesdorfs, die Kinder aus Hameln wohl herausgekommen waren?
Inzwischen stand fest, dass sie unbedingt aus einem Reichesdorfer Berg herausgekommen waren. An dieser Überzeugung war nicht zu rütteln. Erstens war Reichesdorf in Siebenbürgen, zweitens hatte es zahlreiche Berge die sich vorzüglich für so etwas eigneten und letzten Endes waren da noch die nahe beieinander liegenden Jahreszahlen 1283 und 1284.
Es bestand nicht der geringste Zweifel, nur mussten wir uns für einen der Berge entscheiden.
Dieses war nicht so leicht, aber schließlich entschieden wir uns für den Scheuernberg, welcher nicht nur der höchste Berg Reichesdorfs ist, sondern für unsere Nachforschung günstig, in der Nähe des Dorfes lag.
Wie schon gesagt, berichtet die Rattenfänger Sage von einem traurigen Ereignis, welches damals 1942, schon fast 700 Jahre zurücklag. Siebenhundert Jahre war für uns ein astronomischer Zeitbegriff .Ein Begriff für uns war wohl ein siebzigjähriger Greis, welcher gekrümmten Rückens, Folge jahrzehntelanger schwerer Feldarbeit, mit hängendem weißen Schnurrbart, auf seinen Stock gestützt durch die Dorfgasse ging oder sich auf der Bank vor seinem Haus ausruhte. Siebzig, zehnmal so viel war siebenhundert. Unmöglich! Der Rattenfänger von Hameln mit den von ihm entführten Kindern, war uns zeitlich viel näher als jener alte Mann.
Der Scheuernberg zeitigte trotz unserer wiederholten "Expeditionen" und minutiösen Untersuchungen, kein Resultat.
Nun wendeten wir uns dem sogenannten Passaturme (oder Paschaturme?) zu. Dieser fiel zwar in die Kategorie der niederen Berge, lag aber strategisch für unsere Nachforschungen noch viel günstiger als der Scheuernberg. Der Aufstieg zum Gaissberg lag sozusagen fast in der Dorfmitte und der Passaturm lag eben an diesem Pfad welcher auf den Gaissberg führte.
Nun, unsere Entscheidung war nicht in erster Reihe auf den Passaturm gefallen weil dieser so leicht für uns erreichbar war, sondern unsere Wahl wurde dadurch entschieden, weil es im Passaturm eine Art Höhle gab. Wir nannten diese Höhle Bärenkeller. Eigentlich war es keine richtige Höhle sondern eine große Nische, wahrscheinlich durch einen Erdrutsch im Bergrücken entstanden Für uns war es nun der Berg aus welchem die Hamelner Kinder zum Vorschein gekommen waren. Auch hier blieben unsere Nachforschungen, trotz vieler kindlicher Spekulationen, erfolglos.
So verlor diese Geschichte nach einiger Zeit für uns ihren Reiz so wie das bei Kindern oft der Fall ist, um dann in Vergessenheit zu geraten, da es immer wieder neue "Probleme" gab die wir zu bewältigen hatten.
Die Uhr vom nahen Kirchturme schlägt gut hörbar ,,Eins", es ist aber nicht jene von Reichesdorf. Guter Rattenfänger deine abscheuliche Tat sei dir meinerseits vergeben, verschwinde aus meinen Gedanken und lass mich schlafen. Doch das Gedankenkarussell vom Rattenfänger beherrscht drehte sich unaufhaltsam weiter. An Schlaf ist nicht zu denken, obwohl keine Umweltgeräusche die Nachtruhe stören.
Was der Rattenfänger in den verflossenen Jahrhunderten wohl getrieben haben mag, ist mir unbekannt?
Für Siebenbürgen scheint er in den Jahren meiner Kindheit und auch in späteren Jahren eine besondere Vorliebe gehabt zu haben .. Die schöne Landschaft, die fleißigen Menschen, die siebenbürgisch-sächsische Mundart mit ihren deutschen Lauten, haben ihm gefallen. Da waren ja auch noch die Nachkommen jener aus Hameln entführten Kinder die nun in Siebenbürgen lebten. Nun wurde der Rattenfänger in Siebenbürgen wieder aktiv. Allerdings erlagen seinen Pfeifentönen nun keine Ratten und Mäuse mehr. Die in der Weser ertränkten Nager, scheinen an ihre Nachkommen eine eindringliche Warnung hinterlassen zu haben, ja auf keine Pfeifentöne jemals wieder hereinzufallen.
Die Menschen, hätten ebenfalls gewarnt seinen müssen, aber ihnen ist tierischer Instinkt verloren gegangen, sie besitzen "nur" ihren Verstand (oder auch Unverstand). Im folgenden erlagen jetzt nicht nur unmündige Kinder sondern erwachsene Menschen der Rattenfänger Musik.
Als fern von Siebenbürgen, in jenem Land wo Hameln eine Stadt ist, vor nicht allzu langer Zeit ein von den Menschen vergöttertes Idol seinen Weg beschritt, einen neuen Weg für ein erwachendes, freies und erstarkendes Volk, da erinnerte sich dieses Idol nach einiger Zeit auch an den Rattenfänger. Er hatte einst mal den Volksbestand um die Anzahl von hundertdreißig Kindern verringert. Inzwischen, so die Rechnung, musste die Zahl der Nachkommen dieser entführten Kinder beträchtlich gewachsen sein. Das Idol brauchte damals viele Menschen für seinen "Drang nach Osten". Unser Idol, ja es war auch in Siebenbürgen unser verehrtes Idol, erteilte dem erprobten Rattenfänger, jetzt zum Menschenfänger umfunktioniert, den Auftrag, Auftrag ist falsch, den strengen Befehl auch aus dem fernen Siebenbürgen, nun allerdings erwachsene Menschenkinder herbei zu führen. Rattenfänger, nun schon längst nicht mehr in seinem alten zerschlissenen Jägerkostüm gekleidet, sondern in eine schmucke Uniform, kaum noch zu erkennen, schlug die Hacken zusammen, erhob den rechten Arm zum Gruß, machte eine zackige Kehrtwende und marschierte in Richtung Transsilvanien, ins Land jenseits der Wälder, in unser Siebenbürgen ....
Nun erklang die alte Pfeife, inzwischen hatten sich sowohl der Klangkörper als auch das Repertoire gewandelt. Zeitgemäß erklangen Fanfarenstöße und ein Lied wie" Ein junges Volk steht auf zum Sturm bereit" erfüllte die Luft. Diese Musik war noch viel schöner und betörender als die einstige Rattenfänger Melodie. Wir alle, wir Zehnjährigen nicht ausgenommen, waren von dieser Musik berauscht, wir erlagen ihr und es folgten ihr viele, sehr viele, allerdings nun erwachsene Kinder. Mit fliegenden Fahnen marschierten sie zum Dorf hinaus. Überhaupt gab es damals viele Fahnen. Wenige, sehr wenige sollten jemals die Heimat wieder sehen. Daran dachten wir aber nicht. Unser ganzes Problem bestand darin, noch nicht genügend erwachsen zu sein um mit marschieren zu können.
0, kluger Odysseus wo warst du? Niemand war da, der es dir hätte gleichtun können, der du bestimmt auch die Rattenfänger Musik erkannt und richtig eingeordnet hättest. Du schütztest deine Begleiter indem du ihre Ohren mit Wachs verklebtest und dich selber indem du dich an den Mast deines Schiffes mit starken Tauen fesseln liest. Zwar hörte Odysseus den lieblichen, verführerischen, verlockenden und betörenden Gesang der Sirenen, aber die starken Seile mit welchen er an den Mast gebunden war hinderten ihn daran diesem zu folgen. Seine Begleiter hörten dank der mit Wachs verklebten Ohren nichts von dieser Musik. Odysseus wusste dass diesem Gesang folgend den sicheren Tod bedeutet hätte. Aber Odysseus war nicht da und der Rattenfänger kehrte diesmal an der Spitze einer tausendfachen Menschenmenge zurück. Diesmal allerdings in umgekehrter Richtung. Die Route war diesmal von Siebenbürgen ins Land wo Hameln eine Stadt war.
Später kamen dann bei den Zurückgebliebenen, die Trauer, die Tränen, ja die Verzweiflung, denn die erwachsenen Menschenkinder waren fort. Auch das Idol verbreitete immer mehr Schrecken und Not und war schon bald kein Idol mehr. Es wollte zwar tausend Jahre alt werden , aber nach einem Dutzend Jahre war es vorbei.
Auf den ,,Drang nach Osten" folgte nun der ,,Drang von Osten". Auch im Osten gab es ein Idol, welches ersterem an Macht, Gewalt und Grausamkeit in nichts nachstand. Dieses war aber von Anfang nicht "unser Idol" und wir verabscheuten es. Besser wäre es für uns in Siebenbürgen gewesen wenn wir das auch mit ersterem getan hätten. Idole sind nachtragend und finden es nicht gut wenn man vor ihnen ein anderes Idol angebetet hat. Unser Ostidol nahm uns das auch sehr übel. Nun war es zu spät und wir mussten die Zeche zahlen.
Rattenfänger hatte sich gewandelt, er musste sich rehabilitieren sonst wäre es ihm an den Kragen gegangen. In neuer, diesmal erschreckender Gestalt sich neuer Methoden bedienend, geisterte er durch die sächsischen Dörfer und Städte, aber nicht durch Hameln, sondern wie schon erwähnt durch die Siebenbürgischen. Diesmal entlockte er seiner Pfeife keine betörende Musik, sondern drohende, erschreckende Töne. Und wieder folgten sie ihm, zwar widerwillig aber sie mussten ihm folgen, denn diesmal hatte Rattenfänger nebst seiner Pfeife auch Gewehr und Bajonett dabei. Dieses alles verleite seiner Musik Nachdruck und von freiwilliger Gefolgschaft konnte diesmal keine Rede sein. Wieder rollten Züge und aus dem Drang nach Osten wurde ein Sklavenzug der gen Osten fuhr. Zurück blieben trauernde alte Eltern und kleine weinenden Kinder. Viele kehrten auch von dort nicht mehr zurück.
Die Schläge der Turmuhr zähle ich schon nicht mehr. Das Gedankenkarussell dreht sich unentwegt weiter und vertreibt den Schlaf in unerreichbare Ferne.
o Rattenfänger, in welcher Gestalt und Verkleidung du auch auftreten magst, du bringst nichts Gutes.... nicht für Hameln und nicht für Siebenbürgen.
So vergingen die Jahre und auch das Ost-Idol musste abtreten und den Weg gehen, den alle Sterblichen einmal gehen müssen. Viele atmeten auf.
Doch Idole wird es auch weiterhin geben, sie sterben und lassen andere erstehen, also sollte man meinen dass sie unsterblich sind.
Uns sollte eines in nächster Nähe erstehen, diesmal im eigenen Land, im Land zu welchem auch Siebenbürgen gehört. Es war ebenso wie die andern Idole kein gutes und auch dieses war von Anfang an nicht unser Idol. Es liebte uns nicht sonderlich, es liebte überhaupt niemanden sondern war erfüllt von höchster Egomanie .Im Falle dieses Idols könnte man auch von viel Gedankenlosigkeit sprechen, von Gedanken welche in eine falsche Richtung führten. Umso mehr Jahre ins Land gingen, umso größer wurde sein Glaubwürdigkeitsdefizit.
Niemand dachte mehr an de Rattenfänger und niemand vermisste ihn, denn sein Auftauchen war immer mit Schandtaten verbunden.
Doch eines Tages erschien er wieder. Diesmal allerdings ganz gewandelt, wir möchten sagen sein äußeres Erscheinungsbild hatte sich zu seinem Vorteil verändert. Rattenfänger war nicht auf den ersten, und auch nicht auf den zweiten Blick zu erkennen und erst viel später sollten wir ihn an seinen Taten erkennen.
Diesmal erschien der alte Geselle in einem alt-neu-aussehenden Auto mit Mercedesstern. Das war noch lange nicht alles. Ein blütenweißes Nylonhemd mit entsprechender Krawatte, ein gut sitzender Anzug kleidete ihn vorzüglich. Er wirkte sehr gepflegt und ein unübersehbarer Duft von 4711 umgab ihn wie eine Aura. Er war nicht mit leeren Händen gekommen. Kaugummi, Kugelschreiber bei uns Siebenbürgern unter der Bezeichnung ,,Pix" bekannt, Nylonstrümpfe für die Damen die nun allerdings der Umstände halber zu Proletarierinnen geworden waren, Kaffee, Zigaretten, bevorzugte Marke "Kent", Jeans und sogar oben drauf noch Papiertaschentücher. Die Augen der inzwischen, dank eines ausgeklügelten Wirtschaftssystems des herrschenden Idols, verarmten Siebenbürger, wurden immer größer und runder und so mancher Mund blieb vor Staunen offen.
Er hatte es geschickt angestellt. Das alte Lockmittel die Pfeife hatte keinen Erfolg mehr, aber der gute Jacobs-Kaffee, nicht etwa Zichorie alias Cicoare, Menado oder Nechezol, nein, sondern wirklich echter duftender, aromatischer, wohlschmeckender Bohnenkaffee. Und die Kent ! Wer auch nur eine Schachtel davon besaß, genoss Ansehen und stärkte das sehr stark angeschlagene Selbstbewusstsein auf wundersame Art. Sogar Nichtraucher trugen gerne eine Schachtel Kent, wenn sie denn eine besaßen, gut sichtbar in der Brusttasche ihres Hemdes. Mit Kent war man wer!
Im Lande, wo auch Hameln liegt, gibt es für Jedermann einfach alles, nicht nur Kent und Kaffee, nicht nur wohlduftende Seifen und Shampoos, nicht nur Jeans und Coca-Cola, sondern noch viele, viel mehr. Es klang wie ein Märchen aus" Tausend und Einer Nacht", es war in den Ohren der lieblichste Sirenengesang und wieder war Odysseus mit seinem verhütenden Wachs nicht da, dafür aber mit seiner neuen und vorläufig letzten Masche der alt-neue Rattenfänger alias Bundting. Teilhaben können an alledem, nur einmal nach Herzenslust die Plastiktaschen füllen. " So kommt doch" so klang Rattenfängers Musik.
Das Idol war aber damit nicht einverstanden, obwohl wie schon erwähnt, es uns nicht besonders liebte, was ja bei egomanischer Veranlagung auch unmöglich gewesen wäre, ließ es uns doch dem Rattenfänger nicht folgen. Um der Wahrheit Genüge zu tun, muss man sagen, das unser Idol, welches nicht das unsere war, doch einige wenige ziehen ließ. Diesmal ging es von Reichesdorf, sage Siebenbürgen in Richtung Hameln, oder auch Stuttgart, München, Augsburg (Wir waren ja Augsburgischen Bekenntnisses), nach Dinkelsbühl und Drabenderhöhe. Niemand wollte in Richtung Potsdam, Dresden Leipzig oder Ilmenau fahren, denn da gab es ebenfalls ein Idol, welches mit dem aus unserer Heimat artverwandt zu sein schien. Von Idolen hatte man (hoffentlich) genug. Rattenfänger ging dieses alles zu langsam. Es sollten doch alle Nachfahren der Hamelner Kinder und nicht nur diese, in den Genuss von alledem kommen was es im neuen Schlaraffenland, in diesem Eldorado gab.
So kam er eines Tages zu unserm Idol, welches ich betone es noch einmal, nicht das unsere war und brachte ihm schöne Geschenke und gutes Geld mit. Er versprach noch mehr davon zu bringen. Das Idol freute sich darüber, denn es hatte auch gerne schöne Sachen und gutes Geld und so ließ es als Gegenleistung für Rattenfängers Großzügigkeit, immer mehr aus Siebenbürgen in Richtung Hameln fahren.
Schon ein altes Sprichwort sagt" Der Krug geht so lange zum Wasser bis er bricht". So brach eines Tages nach allzu langen Jahren, auch der Krug des betreffenden Idols. Nun war er über Nacht kein Idol mehr, es wurde beseitigt, es gab kein Idol mehr. Niemand weinte ihm Tränen nach, höchstens solche der Freude.
Nun war Rattenfänger überflüssig geworden. Seine Saat war aufgegangen. Eigeninitiative machte sich breit und die Zügen aus Siebenbürgen in Richtung Hameln, oder vielmehr Nürnberg, waren zum Bersten voll und Odysseus war nicht da, eine letzte Chance wahrnehmend.
Er war nicht da und ohne Zögern setzte sich alles von Reichesdorf, ja von Broos bis Draas in Bewegung. Da erschrak Rattenfänger zum ersten Mal, denn dieses war zu viel des Guten. Er stellte sich dem immer mehr chaotisch werdenden Zug in den Weg, aber vergebens. Der alte Verführer wurde überrannt, niedergetrampelt, sein letztes Stündlein schien geschlagen zu haben. Es erging ihm so ähnlich wie jenem Zauberlehrling, welcher die Herrschaft über die herbeigerufenen Geister verloren hatte.
Nun störte mich auch Bundting, der Rattenfänger nicht mehr. Das Gedankenkarussell drehte sich immer langsamer um dann nach einiger Zeit zum Stillstand zu kommen. Nun konnte auch der lange ersehnte Schlaf endlich kommen. Da graute aber schon der junge Morgen zum Fenster herein und es war nicht der Morgen Siebenbürgens sondern der aus Hameln.
Sollte man für Rattenfänger nicht ein warnendes Denkmal errichten? Was kann er aber jetzt noch tun?

 Heinrich Bruckner 


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Die fünf Gebote für Senioren

Das erste Gebot:
Ihr sollt nicht immer von Krankheiten reden!

Irgendwas plagt heut doch jeden,
ein bisschen Rheuma, schlechtes Gehör,
Verschlissene Knochen, das Gehen fällt schwer.
Der Kreislauf wird träger und schlechter das Sehen,
So wie einst kann man nicht mehr zum Tanzen gehen.
Ja, man ist alt, das Gedächtnis kriegt Sprünge,
Es kommen noch mehr unangenehme Dinge.
Trotzdem ist das Leben immer noch schön,
Man muss nur die kleinen Dinge seh’n:
Wie die Schneeglöckchen so tapfer ste’n,
Kinder sich beim Spiele dreh’n,
Osterglocken heraus sich schieben,
Die Sträucher sich schmücken mit neuen Trieben.
Und über allem lacht die Sonne.
Freunde, das Leben ist doch eine Wonne!

Das zweite Gebot:
Ihr sollt mit Eurer Rente nicht sparen!

Ihr habt sie er schuftet in vielen Jahren.
Jetzt gönnt Euch noch etwas Schönes im Leben,
Nicht alles sollt Ihr den Enkeln geben,
Ihr habt nach dem Krieg mit Nuss angefangen,
So ist es den Jungen noch nie ergangen.
Und immer ins gemachte Bett sich zu legen
Ist nicht unbedingt ein Segen
Haut mal auf die Pauke, macht es Euch schön,
Wer weiß, wie die nächsten Tage ausseh’n.
Doch noch lacht über allem die Sonne.
Freunde, das Leben ist doch eine Wonne!

Das dritte Gebot:
Ihr sollt Euch noch in der Welt umseh’n,

Nicht immer in den hiesigen Stadtgarten geh’n.
Fahrt ins Gebirge oder auch an die See,
Gönnt Euch die Sonne, das Wasser, den Schnee.
Es treibt Euch niemand, jetzt habt Ihr Zeit,
die Welt ist so schön und herrlich und weit.
Auch ins Ausland fahren ist kein Problem,
Mit Bus oder Bahn reist es sich bequem.
Man besichtigt dabei manche tolle Stadt
Und genießt, was das Hotel zu bieten hat.
Dann erfreut jeden wieder die heimische Sonne.
Freunde, das Leben ist doch eine Wonne!

Das vierte Gebot:
Auch dürft ihr niemals resignieren,

Lasst Euch vom Gerede der Leute nicht irritieren.
Seid Ihr noch zusammen, ein älteres Paar,
Seid dankbar dafür, es ist wunderbar.
Einsamkeit kann oft schrecklich sein,
Sucht die Gesellschaft, bleibt nicht allein.
Zusammen leben, zusammen reisen,
Zusammen ausgeh’n, zusammen speisen.
Gebt Wärme, genießt Gemütlichkeit,
vor allem auch die Zärtlichkeit.
Es gibt nichts Schöneres unter der Sonne.
Freunde, das Leben ist doch eine Wonne!

Das fünfte Gebot:
Eure Hände sollt nicht in den Schoß ihr legen,

Ihr sollt, so Ihr könnt, Geist und Glieder bewegen.
Geht Schwimmen und Wandern, macht Gymnastik und Tanz,
Dann bleibt Ihr fit und es gibt Euch Glanz.
Und so trainiert Ihr den Verstand:
Interessiert Euch für alles Neue im Land.
Die Welt dreht sich schneller als je zuvor,
Bei Diskussionen spitzt das Ohr,
Sprecht mit den Jungen, so lernt Ihr dazu,
Denn der Geist braucht Bewegung und nicht die Ruh’.
So steht Ihr noch lange und frisch in der Sonne.
Freunde, das Leben ist doch eine Wonne!

Verfasser unbekannt


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Maliah Lang

Was ist ein Kind?
Das was ein Haus glücklich macht
Die Liebe stärker,
Die Geduld größer,
Die Hände geschäftiger,
die Nächte kürzer,
die Tage länger
und die Zukunft heiter macht.

 

Jana und Hannes Lang:
am 6 Dezember 2010 ist unsere Tochter geboren.
„Herzlich Willkommen auf dieser Welt“
Sie wurde am 13 März in der evangelischen Kirche zu Gütersloh auf den Namen „Maliah Lang“ getauft.

 

 
Paula Maiterth

Da werden Hände sein, die dich tragen
Und Arme, in denen du sicher bist
Und Menschen, die ohne zu fragen, sagen
Dass Du willkommen bist!

Geburtsdatum: 08. 10. 2010
Gewicht: 3280g
Größe: 55 cm
Mutter: Kathrin Scherer
Vater : Frank Maiterth

 
Am 6 November 2010 heirateten unsere Kinder Elke und Alexander Höving standesamtlich im Schloss Lembeck. Bei Regen und Kälte gaben sie sich das Ja-Wort.
Danach, anschließend der standesamtlichen Trauung, beim schönsten, strahlenden Sonnenschein gab`s einen Sektempfang.

Alexander und Elke Hügel-Höving

             

Mia Höving

Am 17. Januar 2011 wurde unser kleiner Sonnenschein geboren,
Mia Höving: 2800g schwer und 52cm groß.
Es freuen sich die glücken Eltern Elke mit Alexander sowie die überglücklichen Großeltern Margarethe und Hermann Hügel


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Derhim

Mer woren Käind
Mer woren klien
As Motter ziuch...
und mir? -elin...
Wat turft sa sohn?
Wor wull sä gohn?
Nor asem Härrgott kaint sa klohn.

Ken Rußland verschafft
zem Hanger, zer Niut
zesummengerofft
zer Arbet - zem Diud.
Mer bliwen elin mer bliwen zeräck
Et ackerten undern as Woinertstäck.

Se nummen
net nor Feld, Wisen uch Bäsch,
se kummen
ent nummen Gedär, Stähl uch Däsch.
Se schimpften, se schleajen, geplustert wä Krohn
geschoindaner Sachs, kaindst tea dat verstohn?

Ech frejen dech, Fremder, "äs Himet esi?"
Äs Himet fir't Harz, net e bisken mih?...
Derhim äs et himesch
derhim äs et fen
Wä dankber ech bän - Ha himesch ze sen.

Edda Brandstetter


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Wir laden ein zum 12 Reichesdorfer Treffen

Auf viele Treffen blicken wir nun zurück,
auf manche Sorgen, manches Glück,
vieles ist geschehen in all den Jahren
für Alles lasst uns Danke sagen.

Bitte kommt zu unserm Treffen,
Ohne Euch, will ich nicht hoffen,
Ohne euch wär`s nicht zu machen,
Ohne Euch gäb´s nichts zu lachen.

Ohne Euch müssten wir der Freud' entsagen,
Darum seid Ihr alle herzlichst eingeladen,
Darum red' nicht drum rum, ich sag's Euch gleich,
Fürs nächste Treffen sind wir wirklich reif.

Wir laden euch alle herzlichst ein,
in Friedrichroda unser Gast zu sein,
Es sollen weder Fernsehröhren
noch Dias diesen Abend stören.

Euch bleiben auch erspart
die Fotos von der letzten Ferienfahrt,
wir wollen tanzen, plaudern, klönen
und uns diese Tage so verschönen.
Zum Freitag, oder Samstag laden wir Euch ein,

Reichesdorfer Treffen
27.05 bis 29.05.2011

gutgelaunt und locker sollt Ihr sein!

Natürlich gibt´s hier auch was zum Knabbern
und reichlich Flüssiges zum Schlabbern.
Und dies zu vermerken, kann nicht schaden:
Viele Reichesdorfer haben wir schon eingeladen.

Das ist es, was zu sagen war.
Wir hoffen, nun ist alles klar!
Vergesst ein paar Stunden des Tages Hast!
Kommt alle und seid unser Gast.

Die Reichesdorfer HOG 

Liebe Reichesdorfer hier eine kleine Übersicht über den Ablauf unseres Treffens:
Wir treffen uns am Freitag den 27Mai oder Samstag den28 Mai Freitag –Kein festgelegter Ablauf.
Samstag Kirche 14:00 (Da die Kirche in Friedrichroda renoviert werden soll werden Spenden nach dem Gottesdienst gesammelt)
Kaffee: ca: 16:00
Ansprache: ca: 17:00
Abendessen: ca: 19:00
Tanz ab: 20:00
Sonntag Abreise nach Frühstück, nach Lust und Laune


q

Hätzich

Än Draas, äm Hochzetszach såch em se gohn
und e jeden hirt em son:
„E Puer, wä dese Misch uch’t Fichen
fängt äm gånzem Lånd em nichen.“

En inzich Sach bäm Misch int stirt:
et wor uch wärlich anerhirt,
wä än iwerkun de Sucht,
dat hi ängnänenem rucht.

Za jeder Zegt, af jeder Ställ
halt de Pip hi än dem Mel
und rucht, net wä en Tirk ellin,
hi rucht mer nor wä ärer zwin!

Uch enzt, siguer äm Hochzetszach,
hi seng Pip äm Mel noch drach,
und all ruchän wul hi dron
än de Kirch uch ännengohn.

Nor glott äm lietzten Ugebläck
Zappt det Fichen än zeräck,
nåhm em de Pip-und wä der Blätz
verschwånd se ä sengem Pändelschlätz.

Dro geng allent, wä’t jo giht,
wonn em vir den Ielter tritt.
Wä’t jang Puer bekåm de Sejen,
såch em vum Fichen Ruch afstejen.

Der Palenhonz, di det erblackt,
vir Afriejung zesummenzackt.
Wä’n Dir riss hi seng Ugen af
Und mint ke senge Nober draf:

„En hätzich Frä äs’t allerbiest,
meng äs et uch imol gewiest.
Esi hätzich awer wor se net,
dat se vir Hätzt gerucht na hät!“

aus "Sachsesch Spaß vun Broos bäs Draas" von Karl Gustav Reich


r

100 Jahre zurück

Aus dem Protokollbuch der Marktgässer Nachbarschaft (wortgenau umgeschrieben von -Hans Alzner)

Protokoll

über die am 2-ten Februar 1911 abgehaltene Sitzung der marktgässer Nachbarschaft unter dem Vorsitze des Nachbarvater Andreas Drahser.

P.1 die Nachbarschaft beschloß, daß jedem Mitglied an der Nachbarschaftskasse, den Anteil erst nach ableben beider Theile ausgezahlt werden solle.
Der Antheil des Andreas Nemenz 14 sen wurde an Friedrich Kloos mit 11 K 60 hl ausgezahlt.
Weiters wurde die Schenkung an den neuen Saal von der Nachbarschaft 30 Kronen bewiligt.
P.2 Die Nachbarschaft nahm Samuel Kloos 21 als frisches Mitglied auf und bezahlte er die ganze Einrichtungsgebür.
Der Anteil seines Vaters, wurde ihm mit 6 Kr 08 Hl zurückgezahlt.
P.3 Der Nachbarvater berichtete nun über die der Nachbarschaft gehörigen Geräte und Gelder

Die Einnahmen am Sittage betrugen 149 K 44 H
In der Sparkasse angelegt 557 K 31 H
Aus der Sparkasse gehoben   53 K

Zusammen

759 K 75 H

Die Ausgaben betrugen u. zwar

In die Kirchenkasse abgeliefert  115 Kr
Antheil des Andreas Nemenz  14 sen 11 ‚,60 hl
Fleisch am Sittage   29 ,, 44 ,,
An den Saalbau geschenkt  30 ,, -
Für die Küche am Sittage  16 ,, 40 ,,

Summe der Ausgaben

202 Kr 44 Hl

Die Einnahmen betrugen

 759 Kr 75 Hl

Hiervon die Ausgaben sind

202 ,, 44 ,,

Verbleibt barer Vermögensstand  557 ,, 31 ,,

fünfhundertfünfzigsieben Kronen 31 Heller diese sind in der Kasse mit Büchlein angelegt.
Reichesdorf am 2-ten Februar 1911
Johann Lang

Wortgenau umgeschrieben von Hans Alzner723


Anzeigeschluss 30. April und 31. Oktober

 


1. Vorsitzender: Werner Meyndt   82515 Wolfratshausen  Tel 08171/20228 
 Kassier: Ernst Kloos 51674 Wiehl Tel 02262/305662
Schriftführer:  Susanna Riemesch  74226 Nordheim   Tel 07133/964816
 Margareta Mattes  30900 Wedemark - Elze   Tel 05130/4379
Herausgeber des Boten:  Heinrich Maiterth 33332 Gütersloh maiterth.heinrich@t-online.de 
Internet Hans-Christian Hienz  91550 Dinkelsbühl webmaster@reichesdorf.de
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Vorstandsmitglieder der Reichesdorfer HOG
Ernst Kloos, Gustav Hügel, Hans-Christian Hienz, Harald Hügel, Heinrich Hienz, Heinrich Maiterth (Neuenstein), Heinrich Maiterth (Gütersloh), Heinrich Waffenschmidt, Hermann Hügel, Martin Alzner, Susi Riemesch, Werner Meyndt


 

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