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Reichesdorfer Bote

    Jahrgang 25, Ausgabe 45                                                                                                         Dezember 2011  

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Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis
Gedanken zur Weihnachtszeit
Mein Weihnachtswunsch an..
Gebet zum Jahresende
Neujahrsbräuche rund um den Globus

Wie es früher war
Nikki und das Zaubereinhorn
Reichesdorfer Treffen
Reichesdorfer Treffen / Predigt

Mediascher Ackerbauschule
Transilvanian Brunch in Reichesdorf
Versuri de of
Freibrief der Siebenbürger Sachsen
70sten Geburtstag von Emilie Untch (MIlli)

Informationen zum Verband
Lieber Sachs, liebe Sächsin, 
Liebe Reichsdorferinen, liebe Reichesdorfer


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Gedanken zur Weihnachtszeit
(Weihnachten in unserer Zeit)

Wo ist denn nur die Zeit geblieben,
denk ich und schau auf meine Uhr.
Nun kommen die Tage, die alle lieben,
doch von Ruhe noch keine Spur.

Es müssen noch Weihnachtsgeschenke her.
Das Richtige zu finden ist oft sehr schwer.
Wir hetzen herum, als würden wir gejagt
und keiner nach den Sorgen der Mitmenschen fragt.

Ich denk an meine Kindheit zurück.
Da genoss man die Zeit, Stück für Stück.

Abend saß man zusammen, bei Kerzenschein.
Tannenzweige kamen in den Herd hinein.
Man sprach miteinander, sang Weihnachtslieder.
Diese Zeit kommt wohl nie mehr wieder.

Die Leute hatten nicht viel Geld,
und man umarmte die ganze Welt,
wenn ein Schlitten unterm Weihnachtsbaum stand,
darauf das vermisste Püppchen, in neuem Gewand.

Heut´ müssen große Geschenke her,
ein Schlitten tut es längst nicht mehr.
Und der Stress, den wir uns selber machen,
lässt keine Zeit für "sentimentale Sachen".

Wir Menschen machten Weihnachten
zu dem, was es heut´ ist.
Und irgendwann hat man vergessen
warum es überhaupt Weihnachten gibt.


Mein Weihnachtswunsch an und für dich, Mensch

Ich wünsche dir allzeit Freisicht!
Du bist einmalig in dieser Welt. So manches, was dich ausmacht, wurde dir in die Wiege gelegt: deine Schönheit, deine Begabungen und einiges mehr. Doch den Sinn deines Daseins musst du dir selbst verdienen. Halte dir stets ein Ziel vor den Augen und gehe unbeirrt deinen Weg.

Lass jedoch Vorsicht walten!
Nicht jeder beschrittene Weg ist der richtige. Nicht jeder, dem du begegnest, ist dir wohlgesonnen- sei wachsam, wem du dein Vertrauen schenkst. Aber auch du selber läufst Gefahr, anderen einen Schaden zuzufügen, verletzend zu sein. Überlege genau, was dein nächstes Wort oder deine nächste Tat ist.

Nimm Rücksicht!
Übe dich darin auf deinem Weg nicht nur die Ellbogen zu benutzen. Achte auf die, die kleiner und erschrockener sind. Reiche gerne eine unterstützende Hand und sprich Mut zu. Wenn du selber mal nicht weiterweißt, dann gib ruhig mal jemandem die Gelegenheit, dir zur Seite zu stehen- dein Vertrauen wird ihn ehren.

Lass die Einsicht zu!
So manches, was du dir vornimmst, wird scheitern. Du wirst feststellen, dass manche Ziele nicht zu erreichen sind, ohne dass du Schaden nehmen würdest. Schalte ruhig einen Gang zurück, gönne dir eine Pause. Du bist verwundbar und darfst dieses wunderbare Geschenk, deine Gesundheit, nicht um jeden Preis verschwenden. Sei nett zu dir.

Habe Zuversicht!
Ich habe die Zuversicht, dass dir all das gelingen kann - auf dass du am Abend deines Lebens ruhig in dir zurückblicken kannst!

Die Mitglieder des Vorstands
               wünschen allen Reichesdorfern ein ruhiges,
                            besinnliches Weihnachtsfest und ein glückliches,
                                                                                      gesundes Neujahr

 Susi


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Gebet zum Jahresende
Von Grete Lienert- Zultner

Das Jahr klingt aus, es ist entschwunden
Wie flüchtiger Rauch im Wind verweht.
Des alten Jahres letzte Stunden
Leg ich vor dich, Herr, im Gebet.

Rückschauend geh ich seine Wogen
Durch Lust und Leid, in Sein und Schein.
Hinströmen…rinnen…fortgezogen
Es blieb bestehen dein Wort allein.

Lass mir dein Wort, mein Herr, zur Stütze!
Mach mich zum Hören wach, bereit.
Gib mir noch Zeit, Herr, dass ich nütze
Die Spanne Zeit zur Ewigkeit!

Eingesandt von Heinrich Bruckner


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Neujahrsbräuche rund um den Globus

Die Juden und der Islam gehen nach Mondjahren, die Iraner hingegen nach Sonnenjahren.
In China, Korea und Vietnam begrüßt man das neue Jahr zwischen Ende Januar und Ende Februar.
GUS-Staaten feiern erst, wenn bei uns die HL Drei Könige einher ziehen...

Afghanistan und Iran
Am 21. März, zum Frühlingsbeginn findet die Neujahrsfeier statt!
Kinder dürfen sich für diesen Feiertag neue Kleider kaufen, welche sie dann zum ersten Mal am Neujahrstag anziehen. Nach dem Motto, frisch und sauber ins neue Jahr hinein.

Amerika
Freunde, Verwandte und Nachbarn werden besucht mit dem Neujahrswunsch "Das Allerbeste für das neu begonnene Jahr".

Argentinien
Am 31. Dezember werden alten Unterlagen und Papiere entsorgt, weg mit unnötigem Ballast. Jene werden klein zerschnitten und als Papierschnitzelchen aus den Fenstern geworfen. Dieser Brauch soll frank und frei für das neue Jahr machen.

Asien: China, Korea und Vietnam
Neujahrsfeier findet erst im Februar, genau am Tag des ersten Vollmondes nach dem 21. Januar, entsprechend dem variablen Mondkalender, statt! Dann wird 3 Wochen lange gefeiert!
Vor den Feierlichkeiten werden die bösen Geister mit Bambuszweigen aus dem Haus gefegt. Überall hängen rote Papierstreifen und goldene Glückszeichen. Damit das Glück nicht etwa draußen bleibt, werden in der Neujahrsnacht bereits um 23 Uhr alle Fenster und Türen geöffnet.
Das anschließende Feuerwerk vertreibt den bösen "Drachen Nien". In einigen Regionen ist es Brauch, dass die ledigen jungen Frauen Mandarinen ins Meer werfen, um im kommenden Jahr einen guten Ehemann zu finden. Es soll funktionieren, jedenfalls dann, wenn der Name und die Adresse des Mädchens auf der Frucht vermerkt ist, und die Mandarine im Netz der Fischer landet, welche schon darauf warten :-)

Brasilien
Am Vorabend des neuen Jahres tragen die Leute weiße Kleidung um Glück und Frieden für das neue Jahr zu erhoffen. Um Mitternacht werden Blumen ins Meer geworfen, Kerzen in den Sand gesteckt.

China
Neujahr ist das größte Fest des chinesischen Kulturkreises! Es dauert 3 Tage lang und wird mittels prächtigen Drachen- und Löwenumzügen gefeiert. Nach alter Tradition vor Beginn des Neujahrsfestes wird das Haus mit Bambuszweigen gesäubert, die die bösen Geister vertreiben. Würde man erst während der Neujahrstage säubern, bestünde die Gefahr auch das Glück hinaus zukehren. Die Chinesen öffnen am 31.12. ab 23 Uhr alle Fenster, um das neue Jahr herein zu lassen.

England
Dreieckige Törtchen mit Hackfleisch gefüllt werden selbst gebacken. Diese werden als Geschenke weiter gereicht. Am Neujahrstag besuchen sich Nachbarn zu Kuchen und Tee.
In London geht es meist ohne Knallerei besinnlich zu. Dort ist es Brauch, um Mitternacht das Lied "Auld Lang Syne" zu singen. In den englischen Pubs ist um 1.00 Uhr Schluss mit feiern, wegen der Sperrstunde.

Griechenland
Hier hat das selbst gebackene Basiliusbrot Tradition, in welches einzelne Münzen einbacken werden. Wer sie beim Essen nicht verschluckt oder sich eine Zahnplombe beschädigt, darf für im neuen Jahr mit viel Glück rechnen.

Israel
Rosh Hashana, auf Deutsch Jahresbeginn, soll zur Umkehr anregen.
Damit das auch ja niemand vergisst, wird während des Gottesdienstes auf einem Widderhorn geblasen.
Das jüdische Neujahrsfest leitet 10 Tage des Gedenkens an die Erschaffung der Welt im Jahre 3761 vor Christi ein. Man wünscht sich gegenseitig: "Mögest du für ein gutes Jahr eingeschrieben sein.“ Denn nach dem jüdischen Glauben führt Gott über jedes Menschengeschöpf Buch.
Aber so ganz ohne Aberglauben geht's auch in Israel nicht: Süße Äpfel mit Honig und Honigkuchen werden zum Essen serviert, damit das Neue Jahr "süß“ werde. Oft wird auch eine süße Speise aus Möhren gereicht, die auf jiddisch "Meren" heißen, was auch "wachsen, zunehmen (mehren)" bedeutet. Symbol für den Wunsch, dass ihre Vorzüge und Verdienste im kommenden Jahr ihre Mängel überwiegen mögen.

Italien
In Italien tragen Männer wie Frauen, die für das neue Jahr auf besonderes Liebesglück erhoffen, rote Unterwäsche. Auch in Chile und Spanien wird versucht, so die Liebe im neuen Jahr zu beeinflussen.

Japan
Neujahrsfest dauert bis zum 7. Januar.
Punkt Mitternacht hört man aus den Tempeln Japans 108 Glockenschläge. Sie sollen die 108 Begierden des Menschen und 108 Übel des alten Jahres vertreiben.
Die ersten 3 Tage gelten als Ruhetage. Man verbringt sie gemeinsam mit der Familie. Zuvor wird das Haus gründlich geputzt, an den Türen werden so genannte Torkieferbäume aufgestellt.
"Glück und langes Leben" verheißt das Essen von "Mochi Klößen (Kloßnudeln)". Mochi ist aus gestampftem Klebreis, dessen Verspeisen ein langes und glückliches Leben garantieren soll. Öfter kommt es in Japan zu Zwischenfällen, denn der zähe und trockene Mochi bleibt bei so manchem Glücksuchendem im Halse stecken und kostete das Leben.
Eine Woche davor wird bei gesellschaftlichen Treffen Reiskuchen gebacken.

Österreich
In Wien darf natürlich der Walzer nicht fehlen.
Im Dreivierteltakt tanzen die Wiener vor dem Rathaus ins Neue Jahr. Eigene Silvesterpfade werden mit Silvesterstände bestückt und ziehen sich kreuz und quer im 1. Wiener Bezirk, vorbei am Stephansdom mit seiner Pummerin (Kirchenglocke). Steht man unter dem Stephansdom, kann man um Mitternacht den ohrenbetäubend lauten Glockenschlag nicht vernehmen, vor lauter Knallerei der Silvesterpfadbesucher!!
In den Alpenregionen gehen die Neujahrsänger von Tür zu Tür, bis zum frühen Morgen. Nach altem Brauchtum werden Wohnräume und Stallungen „ausgeräuchert“, um böse Dämonen zu vertreiben. Mancherorts ziehen zu diesem Zweck auch noch düstere Gestalten mit schaurigen Masken durch die Dörfer, Perchten genannt.

Russland
Russen feiern Weihnachten und Silvester an einem Tag!
Die Silvester-Bräuche fallen in die dortige russisch-orthodoxe Weihnachtszeit im Januar. Zu diesen Bräuchen zählt Wahrsagerei mit geschmolzenem Wachs (wie bei uns das Bleigießen).
Borschtsch und Kutya werden als Symbol der Hoffnung, sowie Honig und Mohn, für Freude und Erfolg gegessen.
Wenn die Uhr am Roten Platz in Moskau 12 Mal geschlagen hat, ist es für die Menschen an der Zeit anzustoßen. In den GUS Staaten gibt es sogar 11 Silvester, weil das Land so groß ist und daher viele Zeitzonen hat!
Das größte Feuerwerk-Spektakel wird am Roten Platz im Moskau veranstaltet.
Für die Kinder kommt Väterchen Frost oder Großmama Babouschka am .Januar und bringt Geschenke mit.

Schottland
Hier isst man Schwarze Laibe (Black Bun), oder Haggis (gefüllte Schafsmägen), dazu Whisky als Getränk. Kurz nach Mitternacht sollte ein groß gewachsener junger Mann mit einer Flasche Whiskey, einem Wecken Rosinenbrot und einem Stück schwarzer Kohle in der Hand vor Ihrer Haustür stehen. Wenn er herein gebeten wird, bringt er im kommenden Jahr Glück. So besagt es ein altes Brauchtum. - Um Mitternacht begrüßt man das neue Jahr nicht etwa mit Sekt oder Champagner, sondern mit einer Mischung aus Whisky, Starkbier und Eiern, dem so genannten "Hot Pint".

Schweiz
Statt Feuerwerk gibt es die Silvesterfeuer.
Es steht das Erhellen der Nacht im Vordergrund, nicht die Knallerei, welche dabei entsteht.

Spanien
Fiesta ist auch zu Silvester angesagt.
Entweder treffen sich Freunde und Familienangehörige auf der Plaza - oder vor dem TV.
Kurz vor Mitternacht schlägt die Turmuhr 12 Mal. Wer bei jedem Gongschlag jeweils eine der 12 mitgebrachten Trauben verzehrt, darf sich dabei etwas wünschen. Die Wünsche gehen aber nur dann in Erfüllung, wenn bei den exakten 12 Gongschlägen alle 12 Trauben gegessen sind! Andernfalls, droht Unheil. - 1909 war der Ursprung des Brauches. Die damalige sehr üppige Weinernte brachte einen Winzer auf die Idee mit dem Traubenessen.
Ein goldener Ring vor dem mitternächtigen Anstoßen ins Sektglas gelegt, bringt Glück fürs neue Jahr.
Auf ganz andere Art und Weise wollen die Spanierinnen ihr (Liebes) Glück beeinflussen. Wie ihre Geschlechtsgenossinnen in Chile und Italien, tragen sie rote Dessous zu Silvester und am ersten Neujahrstag.

Ungarn
Hier gehört u.a. die "Nachtschwärmer-Suppe" mit Sauerkraut und Würstchen traditionell zu Silvester dazu.

Auf hoher See
Feuerwerk auf Schiffen ist generell tabu!
Begründung, im Notfall könnte es leicht zur Verwechslungen mit den SOS-Leuchtraketen, die in Notfällen abgeschossen werden, kommen.
Wie läutet man nun auf Schiffen das neue Jahr ein? Die Nebelhörner tuten! So wünschen sich die Seeleute gegenseitig ein Frohes Neues Jahr!
  
   

aus dem unerschöpflichen Internetl 


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Wie es früher war

Schon nach dem ersten Weltkrieg (1914 -1918) verblieben viele unserer Landsleute außerhalb von Siebenbürgen, welches nun zu Rumänien gehörte. Jährlich veranstaltete der Verein der Siebenbürger Sachsen in Wien Weihnachtsfeste, wo neben der Christbescherung an bedürftige Kinder auch der Heimat gedacht wurde.
Folgendes Lied wurde dann auf die Melodie „Siebenbürgen, Land des Segens“ gesungen:


Siebenbürgen, ferne Heimat,
Doppelt fern zur Weihnachtszeit,
Dir soll unser Lied nun gelten,
Liebste aller Gotteswelten,
Dir sei unser Gruß geweiht.

Siebenbürgen, wenn die Glocken
Üb‘rall künden Weihnachtsfreud,
Lass uns deiner still gedenken
Weihnachtsfrieden soll sich senken
Auch auf deine Fluren heut.

Siebenbürgen, süße Heimat,
In der stillen, heil‘gen Nacht,
Wenn wir unter Weihnachtsbäumen
Von dem Heil der Völker träumen,
Sei zuerst an dich gedacht.

Heinrich Bruckner


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Für unsere Kleinsten
Nikki und das Zaubereinhorn


Nikki, der Elf, klopfte vorsichtig an die Tür, auf der groß und breit „Büro des Weihnachtsmanns“ geschrieben stand. Der Weihnachtsmann würde bestimmt nicht glücklich über das sein, was er ihm gleich zu sagen hatte, daher war er etwas nervös.
Als es „Herein!“ von drinnen tönte, öffnete Nikki vorsichtig die Tür. Dahinter lag ein kleiner Raum mit weißen Wänden, an denen Regale standen. Überall gab es Bücher über Weihnachten und den Nordpol.
Die Frau des Weihnachtsmanns staubte gerade eines der Regale ab und dekorierte es weihnachtlich.
In der Mitte des Zimmers stand ein großer Tisch mit einem riesigen Stapel Papiere in allen möglichen Farben. Einige davon waren sogar auf dem Boden verstreut. Nikki musste vorsichtig sein, auf keines zu treten, als er zu dem Bürotisch ging. An diesem Tisch saß nämlich der Weihnachtsmann, und der war sein Chef. Schlimm genug also, dass er die schlechten Neuigkeiten so kurz vor Weihnachten ausgerechnet ihm überbringen musste.
„So Nikki, was kann ich für dich tun?“, fragte der Weihnachtsmann freundlich. Er hatte keine Mütze auf dem Kopf, und seine Glatze glänzte. Sein weißer, langer Bart war ungekämmt und stand wirr in alle Richtungen. Auch seinen berühmten Anzug trug er nicht, den würde er erst anziehen, wenn er die Geschenke verteilte. Aber er trug ein normales Hemd und eine normale Hose.

Nikki setzte sich auf den kleinen Stuhl, der bereitstand. Plötzlich war er sich gar nicht mehr sicher, ob er dem Weihnachtsmann so etwas wirklich sagen sollte… Doch, er musste es tun. Schließlich war es wichtig für das Weihnachtsfest!

„Herr Weihnachtsmann“, fing Nikki an. Der Weihnachtsmann setzte kurz einen Stempel auf einen der Zettel; das waren die Wunschzettel der Kinder, und der Stempel bedeutete, dass er erfüllt wurde. „Das Einhorn…“, wollte Nikki fortfahren, aber der Weihnachtsmann sprach ihm dazwischen: „Ich weiß schon. Das, von dem ich dir gesagt habe, du sollst es füttern, richtig?“ Der Weihnachtsmann lachte. „Aber wir haben ja auch kein anderes.“

„Genau. Wegen dem Einhorn…“ Nikki rutschte auf dem Stuhl hin und her. „Ich wollte ihm heute Futter bringen, und als ich kam, war es… naja, weg.“
„Weg?“, fragte der Weihnachtsmann und blickte auf.
„Weg?“, wiederholte die Weihnachtsfrau und hängte einen kleinen goldenen Stern auf.
„Weg“, sagte auch Nikki noch einmal.
„Weg.“ Der Weihnachtsmann lehnte sich in seinem Bürostuhl zurück und sah Nikki durch seine kleine Brille an. „Was soll das heißen?“, fragte er. Irgendwie hatte Nikki das Gefühl, dass er wütend wurde.
„Ich… als ich heute morgen in den Stall gegangen bin, um die Rentiere und das Einhorn zu füttern, war es weg. Ausgebrochen, hat mir Rudolph gesagt.“
Einen Moment war es still, bevor der Weihnachtsmann fragte: „Weißt du eigentlich, wie wichtig das Einhorn für mich ist?“
Nikki schluckte und nickte. Das Einhorn brachte mit dem Zauberstaub aus seinem Horn die Rentiere und den Schlitten zum Fliegen, damit der Weihnachtsmann die Geschenke verteilen konnte. Es wurde jedes Jahr aufs Neue aus der Märchenwelt geliefert.

„Wir können doch ein neues bestellen“, schlug Nikki leise vor.

Nun stand der Weihnachtsmann auf, schrie schon fast: „Ein neues bestellen? Eins zu liefern dauert Wochen! Heiligabend ist aber schon morgen. Wenn ich jetzt ein Einhorn bestelle, kommt das nie rechtzeitig an!“ Der Weihnachtsmann war jetzt so wütend, dass sein Gesicht ganz rot wurde.

„Klaus, achte auf deinen Blutdruck“, sagte die Weihnachtsfrau ganz ruhig. Sie sah ein bisschen wie eine liebe Großmutter aus und benahm sich auch so.

„Du hast recht, Liebling. Tut mir leid.“ Der Weihnachtsmann setzte sich wieder. Erst, als er sich beruhigt hatte, redete er weiter: „Was soll ich jetzt nur machen?“ Es klang wie eine Frage, die er niemandem so wirklich stellte.

Nikki wusste nicht, was er antworten sollte. Das Einhorn zu verlieren war der größte Fehler, den er tun konnte. Bisher hatte er in der Märchenwelt gelebt. Aber er träumte schon, seitdem er ein kleiner Elfenjunge gewesen war, einmal beim Weihnachtsmann am Nordpol arbeiten zu dürfen. Nun war er endlich hier, und das Erste, was er tat, war, das Zaubereinhorn zu verlieren. Es würde ihn nicht wundern, wenn der Weihnachtsmann ihn gleich wieder feuern würde.

Der Weihnachtsmann seufzte. Er griff nach dem dunkelblauen Telefon mit den gelben Sternen. „An alle Elfen“, sagte er in den Hörer. Er gab eine Durchsage in alle Gebäude des Nordpols, wo die Elfen arbeiteten. „Ein dringender Notfall! Das Zaubereinhorn ist verschwunden. Sucht sofort in allen Bereichen nach ihm, und wenn ihr es nicht findet, auch draußen. Das ist eine sehr wichtige Aufgabe, deswegen lasst alles andere warten!“ Er legte wieder auf und sah zu Nikki rüber.

„Soll ich auch suchen?“, fragte er vorsichtig.

„Nein“, antwortete der Weihnachtsmann. „Du hast schon genug angerichtet. Geh in den Aufenthaltsraum und lass die anderen Elfen ihre Arbeit tun.“
Nikki nickte traurig und verließ das Büro des Weihnachtsmanns.

Nach sechs Stunden war das Einhorn noch immer nicht gefunden. In der Spielzeugfabrik war es nicht. Auch im Verpackungsbereich hatte es niemand gesehen. In der Dekomanufaktur, wo man Dekoartikel herstellte, wäre es bestimmt sofort aufgefallen. Ebenso in den Wohnungen, wo die Elfen wohnten. Auch nicht in der Buchhaltung, wo alle Wunschzettel aus jedem Jahr von jedem Kind aufbewahrt wurden, war es zu finden.
Als man es in den Gebäuden nicht gefunden hatte, suchte man auch draußen. Mit kleinen weißen, zottigen Schneehunden sollte nach dem Einhorn geschnuppert werden.
Nikki saß im Aufenthaltsraum. Das war ein großes, gemütliches Wohnzimmer mit Weihnachtsmusik und vielen Sitzmöbeln. Es gab flauschige Sofas, weiche Stühle und kuschelige Sessel. In so einen Sessel hatte sich Nikki gesetzt und starrte durch ein Fenster nach draußen. Am Nordpol ist es im Winter immer Nacht, deswegen war alles dunkel draußen. Doch der weiße Schnee leuchtete im Sternenlicht, sodass er die Elfen als Schatten darauf erkennen konnte.

„So werden sie das arme Einhorn bestimmt nicht finden“, meinte die Weihnachtsfrau. Nach dem Büro ihres Mannes staubte sie nun auch im Aufenthaltsraum ab. Eigentlich musste sie das gar nicht tun, weil die Elfen das machen sollten, aber es machte ihr Spaß. Sie war eben eine Großmutter, die sich gerne um andere kümmerte. Sie buk sogar immer wieder Zimtsterne, die in einer Schüssel auf dem Tisch standen.

„Warum denn?“, fragte Nikki. „Die Schneehunde haben sehr gute Nasen.“

„Das stimmt schon“, bestätigte die Weihnachtsfrau. Mit einem langen Eisenstab stocherte sie im Kaminfeuer rum und legte Holz nach. Im Aufenthaltsraum war es immer schön warm. „Aber hier schneit es doch immer. Da verschwindet jede Spur sofort. Und das Einhorn ist ganz weiß. Wenn es irgendwo da draußen ist, kann man es vor lauter Schnee doch gar nicht sehen.“

Nikki seufzte und sah wieder aus dem Fenster. Die Weihnachtsfrau hatte mal wieder Recht. „Ich frage mich aber immer noch, warum es abgehauen ist. Ich habe ihm immer genug zum Futtern gegeben, Hunger hatte es also keinen.“

„Was hast du ihm denn gegeben?“, fragte die Weihnachtsfrau.

„Heu“, sagte Nikki gleich, „genau wie den Rentieren.“

„Heu?“ Die Weihnachtsfrau blickte überrascht auf. Plötzlich lachte sie. „Dann kann ich es verstehen! Nikki, das Einhorn kommt aus der Märchenwelt, von den großen Wiesen, wo es immer Blumen in Hülle und Fülle hat. Mit Heu gibt es sich nicht zufrieden. Als der Weihnachtsmann sagte, du sollst es füttern, hättest du in die Märchenwelt gehen müssen. Um Blumen zu kaufen, verstehst du?“

„Dann ist es weggelaufen, weil ich ihm nicht das Richtige zu Fressen gegeben habe?“, fragte Nikki. Wie hatte er nur so ein Schussel sein können! Jeder Babyelf wusste, dass Einhörner nur Blumen fraßen.
Die Weihnachtsfrau schüttelte den Kopf. „Nicht ganz“, sagte sie. „Vielleicht ist es ausgebrochen, um nach Blumen zu suchen. Eigentlich ist es gewohnt, überall Blumen um sich zu haben. Deswegen hat es vielleicht draußen danach gesucht. Bestimmt hat es sich verirrt, weil alles weiß und gleich aussieht hier am Nordpol.“
„Dann kann es überall sein!“ Nikki war verzweifelt. In nur wenigen Stunden musste der Weihnachtsmann mit seinem Schlitten losfliegen. Aber ohne den Zauberstaub war das unmöglich. Zum ersten Mal musste Weihnachten für die Kinder in der Welt ausfallen, weil Nikki seine Aufgabe vermasselt hatte. Er wünschte, den Elfen bei ihrer Suche irgendwie helfen zu können, aber der Weihnachtsmann hatte es ihm verboten.

Nikki blickte aus dem Fenster, wo die Elfen mit den Schneehunden schon verschwunden waren. Bestimmt waren sie schon weit weg und suchten dort nach dem Einhorn.
Auf einem schneeweißen Hügel erkannte Nikki etwas aufblitzen. Zuerst dachte er, es sei ein Stern am Nachthimmel. Aber nein, es blinkte und funkelte wie eine Signalleuchte. Nikki wunderte sich über diesen seltsamen Stern, aber dann fiel ihm ein, was das war: Es war die Lampe, die den Eingang zum magischen Gewächshausgarten beleuchtete. Dort wurden Tannenbäume, Geschenkschleifensträucher und Weihnachtssterne angepflanzt.
„Aber natürlich!“, rief Nikki und sprang aus dem Sessel. Weihnachtssterne waren Blumen, die im Winter wachsen konnten. „Wenn ich ein hungriges Einhorn wäre, würde ich zuerst dorthin gehen, wo es Blumen gibt!“ Nikki hüpfte vor Freude. Die Weihnachtsfrau wunderte sich, sagte aber nichts. „Ich muss weg“, sagte Nikki und rannte aus dem Aufenthaltsraum.

Auch wenn der Weihnachtsmann ihm verboten hatte, nach dem Einhorn zu suchen, würde er jetzt trotzdem mithelfen!

Bevor Nikki rausging, zog er sich einen warmen Mantel an. So schnell er konnte, rannte er durch die kalte Nacht zum Gewächshaus rüber. Das Gewächshaus war eine große Kuppel aus Glas, das im Sternenlicht so sehr funkelte, dass man nicht hineinschauen konnte. Es war ein bisschen wie ein Iglu, und am Eingang hing eine weißblaue Lampe. Es war die, die Nikki vom Aufenthaltsraum aus gesehen hatte.

Wie er sich das gedacht hatte, war die Tür offen. Vorsichtig schob Nikki sich in den magischen Garten. Hier konnte er den Mantel wieder ausziehen, da das Glas das Sternenlicht in Wärme umwandelte. Da es der einzige Platz am Nordpol war, an dem Pflanzen wuchsen, musste es immer schön warm sein.

Alle Tannenbäume waren bereits weg, weil sie in der ganzen Welt als Weihnachtsbäume verkauft werden mussten. Auch die Geschenkschleifensträucher waren kahl. Nur ein paar Weihnachtssterne mit ihren großen roten Blüten standen noch hier. Und dazwischen das …!
„Einhorn!“, rief Nikki glücklich und lief auf das Einhorn zu. Es sah wie ein kleines Pferd aus, ganz weiß mit silbernen Hufen und einem schönen, kristallblauen Horn auf der Stirn. Es schnaubte beleidigt und drehte sich von Nikki weg. Ohne ihn zu beachten, kaute es auf einer roten Weihnachtssternblüte rum. „Es tut mir leid“, sagte Nikki traurig. „Ich habe nicht daran gedacht, dass ihr Einhörner kein Heu fresst. Ich will es in Zukunft besser machen. Aber der Weihnachtsmann braucht dich jetzt! Ohne deinen Zauberstaub kann sein Schlitten nicht fliegen. Stell dir doch nur mal vor, wie traurig dann alle Kinder sind, wenn sie morgen keine Geschenke haben!“

Das Einhorn sah ihn an. Jetzt würde es mit ihm kommen, das wusste er. Nikki nahm eine Handvoll Weihnachtssterne mit und sagte: „Ich werde dir die leckersten Rosen aus der Märchenwelt holen, die ich finden kann!“
„Die Rentiere sind angeschirrt, Herr Weihnachtsmann!“ Ein Elf zog die Zügel von Rudolph, dem Rentier mit der roten Nase ganz vorne am Gespann, fest. Die neun Rentiere des Weihnachtsmanns waren vor den großen Schlitten gespannt. Ein riesiger Sack mit hunderten Flicken war dort mit Seilen festgebunden, damit er nicht rausfiel. Dort waren alle Geschenke für alle Kinder der Welt drin, die sich was gewünscht hatten.
Nikki stand neben dem Weihnachtsmann und dem Einhorn auf der Startstrecke. Von hier würde der Schlitten gleich losfliegen. Es war alles bereit.
„Ich bin froh, dass du das Einhorn doch noch gefunden hast“, sagte der Weihnachtsmann und streichelte das kleine weiße Pferd. Das Einhorn fraß mal wieder Weihnachtssternblüten. Das war wohl sein neues Lieblingsessen – Rosen aus der Märchenwelt wollte es schon gar nicht mehr haben. „Niemand hat es im Gewächshaus
erwartet, weil das abgeschlossen war. Aber Einhörner können Schlösser aufzaubern. So konnte es auch aus dem Stall ausbrechen.
“ Nikki nickte. „Ich werde es ab sofort richtig füttern“, versprach er. „Wenn ich nicht gefeuert werde“, meinte er noch kleinlaut.
„Wirst du nicht“, sagte der Weihnachtsmann freundlich. Er sah jetzt wirklich ganz wie der Weihnachtsmann aus:

Ein pelziger roter Wintermantel mit schwarzen Stiefeln, flauschigem Weihnachtsmannbart und der Bommelmütze auf dem Kopf. Er war wieder ganz freundlich, und nicht mehr wütend wie in seinem Büro.
„Ich werde dich nicht feuern“, sagte er weiter, „wenn du mir sagst, was du aus dieser Sache gelernt hast.“
Nikki wusste nicht, was sein Chef meinte. „Dass… Einhörner nur Blumen mögen?“, versuchte er, eine gute Antwort zu geben.
Das Einhorn wieherte, und Nikki fand, es klang wie Lachen. Auch der Weihnachtsmann lachte. „Versuch es noch mal.“
Jetzt dachte Nikki schon ein bisschen genauer nach. Schließlich sagte er: „Egal wie ausweglos eine Sache scheint, es gibt immer einen Stern, der einem wieder raushilft.
“ So wie die Lampe am Gewächshauseingang, dachte er.
„Schon besser“, meinte der Weihnachtsmann. Von seinem Zuhause kam gerade seine Weihnachtsfrau herbei. Sie brachte ihm eine Dose mit Vesper für unterwegs. „Danke, Liebling“, sagte er zu ihr und gab ihr einen Kuss auf die Wange. Nikki musste kichern.
Ein Elf kam zu ihnen und führte das Einhorn zum Schlitten rüber. Es wusste schon, was es tun musste: Es hob den Kopf mit dem wunderschönen Horn, das im Mondlicht glitzerte und funkelte. Zauberstaub, der wie tausende winziger Sterne aussah, kam daraus hervor und verteilte sich über die Rentiere und den Schlitten. Jetzt glitzerten die Beine der Rentiere und die langen Kufen des Schlittens, als wären sie mit Eis bedeckt.
Der Weihnachtsmann und drei Hilfselfen stiegen in den Schlitten. Nikki lief ihnen hinterher. „Ähm, Herr Weihnachtsmann?“, fragte er. Der Weihnachtsmann nahm die Zügel in die Hände und sah zu Nikki runter. „Darf ich vielleicht… mitkommen? Ich weiß, ich habe viel angestellt, aber könntest du ein Auge zudrücken?“
Der Weihnachtsmann schüttelte den Kopf. Nikki war enttäuscht. „Mit mir mitzukommen und Geschenke verteilen ist eine große Ehre“, erklärte der Weihnachtsmann. „Diese drei Elfen hier haben es sich lange erarbeitet, bei mir mitzufliegen. Mein Schlitten kann nicht noch mehr mitnehmen, sonst bricht er zusammen. Wenn du im nächsten Jahr fleißig bist und dir viel Mühe gibst, bist du vielleicht einer dieser drei, die nächstes Mal mitkommen.“ Er zwinkerte.
„Ich werde mich anstrengen!“, versprach Nikki und nickte eifrig. Er trat zurück, um nicht umgeworfen zu werden, denn der Schlitten startete jetzt.
Der Weihnachtsmann ließ die Zügel knallen, und die Rentiere liefen los. Die goldenen Glöckchen, die überall am Reitgeschirr angebracht waren, klingelten leise. Immer schneller und schneller wurden die Rentiere, bis der Zauberstaub sie zum Fliegen brachte. Wie ein glitzernder Schleier zog der Staub hinterher. Nikki fand, dass es wunderschön aussah. Der Weihnachtsmann ließ sein weltberühmtes „Hohoho!“ hören und winkte den Elfen zum Abschied, die sich um die Startbahn versammelt hatten. Das Einhorn wieherte froh.

Nikki streichelte und umarmte es. Die beiden waren Freunde geworden.

 Elisabeth Riemesch

Liebe Reichesdorfer, diese überaus nette Weihnachtsgeschichte samt Illustration stammt aus der Feder unserer Reichesdorfer Jungautorin Elisabeth Riemesch. Im Lauf ihres jungen Lebens hat sie so einiges schon zu Papier gebracht, und ich war der Meinung, dass sie uns die eine oder andere Geschichte zur Verfügung stellen könnte.
Außer Geschichten für Kinder schreibt Elisabeth auch in die Richtungen Fantasy, Mystery und Science-Fiction.
Wir dürfen gespannt sein auf ihr nächstes Werk!


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HOG Reichesdorf
Reichesdorf
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Welch große Freude unter den 173 angereisten Reichesdorfern/innen als am 27. Mai 2011 der Start zum 12-ten Reichesdorfer Treffen gegeben wurde. Zum 2-ten Mal im schönen thüringischen Städtchen Friedrichroda. Am Freitagabend begrüßten sich die Ersten. Auch am Samstagmorgen wollten die freudigen Umarmungen kein Ende nehmen.

Um 14 Uhr riefen uns die Glocken der St. Blasius Kirche zum Gottesdienst, gestaltet von Pfarrer Harald Schneider (Enkel des Reichesdorfer Pfarrers Heinrich Schneider 1957-1970). Der Leitgedanken des Gottesdienstes war „Vertraut den neuen Wegen“ Für den musikalischen Teil sorgte Hans Hügel an der Orgel und auch als Leiter des Chores. Trotz weniger Proben gelang es ihm einen wunderbaren Klangkörper zu formen.

Reichesdorfer in ihrer Tracht

Den Ausklang des Gottesdienstes gestalteten musikalisch Hans Hügel an der Orgel und Hugo Simon mit der Trompete. Eine kleine Gruppe von Trachtenträgern erinnerte an die gepflegte Reichesdorfer Tracht. Zurück im Festsaal des Ahorn-Berghotels begann nun der gemütliche Teil unseres Treffens. Vorstandsvorsitzender Werner Meyndt begrüßte die große Anzahl der Reichesdorfer/innen die den weiten Weg nach Friedrichroda in Kauf genommen hatten, um Freunde und ehemalige Nachbarn wieder zu sehen und mit ihnen zu feiern. Der Vorschlag nächstes Jahr ein Treffen in Reichesdorf zu feiern fand nur geteilte Zustimmung – wird noch abgeklärt.
Des Weiteren dankte er allen Vorstandsmitgliedern die zur Vorbereitung des Treffens mitgeholfen hatten.

Nachdem die ersten Erinnerungen und aktuelle Themen ausgetauscht waren gab es einen neuen Höhepunkt des Abends. Harald Hügel bat um Aufmerksamkeit als der 13-jährige Marius Alzner (Ein Ur-Urenkel von G. Meyndt) mit seiner Trompete das Podium betrat und hervorragend, drei Lieder die uns Reichesdorfern besonders am Herzen liegen vortrug. (Brennchen um granen Rhin, Motterharz und Rechesdref men harz Gemin).Es blieben wenige Augen trocken. Nach tosendem Applaus gab es als Zugabe noch das Siebenbürgerlied.

Marius Alzner

Die beiden Musiker heizten nun die Stimmung gekonnt ein, das Fest dauerte bis in die Morgenstunden.
Am Sonntag beim Abschied, gaben wir uns das Versprechen: -in zwei Jahren wollen wir wieder alle dabei sein.
Am Sonntag beim Abschied gab es das Versprechen in zwei Jahren wollen wir wieder alle dabei sein.
Fehlen sollte dann nur die Reichesdorfer, die aus gesundheitlichen Gründen die Reise nicht antreten können. Gewiss war es unser aller Wunsch uns in der neuen Heimat zu integrieren, doch vergessen sollten wir nicht unsere alte Heimat mit ihren Sitten und Bräuchen und was unsere Vorfahren geleistet haben.
Ohne Ihr Wirken wären wir heute nicht in der Lage uns als deutsche in der Heimat, aus der unsere Vorfahren vor über 800 Jahren ausgewandert sind, zurück zu kehren und zu behaupten.
Ein Spruch von Altbundespräsident Richard von Weizsäcker lautet „ Wer vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart“ In diesem Sinne wünsche ich allen Reichesdorfern/innen ein Wiedersehen in bester Gesundheit, spätestens in zwei Jahren.

Hans Alzner


h

Reichesdorfer Treffen / Predigt

1 Könige 8,22 – 24.26 – 28:22.
Und Salomo trat vor den Altar des HERRN angesichts der ganzen Gemeinde Israel und breitete seine Hände aus gen Himmel und sprach: HERR, Gott Israels, es ist kein Gott weder droben im Himmel noch unten auf Erden dir gleich, der du hältst den Bund und die Barmherzigkeit deinen Knechten, die vor dir wandeln von ganzem Herzen, der du gehalten hast deinem Knecht, meinem Vater David, was du ihm zugesagt hast.
Mit deinem Mund hast du es geredet, und mit deiner Hand hast du es erfüllt, wie es offenbar ist an diesem Tage.
26. Nun, Gott Israels, lass dein Wort wahr werden, das du deinem Knecht, meinem Vater David, zugesagt hast.
27. Aber sollte Gott wirklich auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen - wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe?
28. Wende dich aber zum Gebet deines Knechts und zu seinem Flehen, HERR, mein Gott, damit du hörest das Flehen und Gebet deines Knechts heute vor dir.
Liebe Festgemeinde,
Als vor 3000 Jahren zur Zeit Salomos der Tempel gebaut wurde, da gab es nur den einen Tempel.
Und für die Menschen, die ihn gebaut hatten, gab es nur den einen Gott, ihren Gott. Ein Gott, ein Volk, eine Religion, ein Tempel.
Ein klarer Fall. Scheinbar jedenfalls – wenn alle die anderen Völker, Götter und Tempel ausgeblendet werden.
3000 Jahre später ist die Welt eine andere. Den Jerusalemer Tempel gibt es nicht mehr. Wir können und wollen die Augen nicht davor verschließen, dass es unzählige Völker, Religionen, Konfessionen, Weltanschauungen und Stätten der Gottesverehrung wie Kirchen und Tempel gibt. Auch wenn sich vieles verändert hat, stellt sich uns und vielen anderen nach wie vor die Frage: Wo wohnt Gott?
Zunächst einmal ist festzuhalten, dass nach wie vor Menschen so von Gott reden, als würde er wohnen.
Sie sprechen zum Beispiel in aller Selbstverständlichkeit vom Haus Gottes und meinen ihre Kirche.
Friedrichroda ist heute unsere Kirche und die aus Reichesdorf wird es immer bleiben.
Mancher mag einwenden: Führt nicht schon die Frage auf eine falsche Fährte? Wohnt Gott tatsächlich in einem Tempel oder einer Kirche? Wohnt er überhaupt irgendwo, wie wir wohnen? Wem sich die Frage nach dem Wohnen nicht stellt, der fragt sich dann vielleicht: Wo ist Gott? Oben? Salomo betete zwar damals mit nach oben erhobenen Händen – in der Annahme, Gott sei da oben. Auch wenn wir es nicht hundertprozentig wissen, so ahnen wir es doch: Gott ist nicht einfach oben im Himmel zu lokalisieren. Er hat weder oben noch unten seinen Wohnort, an dem man ihn erreichen und festhalten kann. Aber wo ist er dann?
Hören Sie dazu folgendes kleine Gespräch zwischen einem Rabbi und einem Jungen. Der Rabbi sagte zu dem Jungen: „Ich gebe dir einen Gulden, wenn du mir sagst, wo Gott wohnt?“ Der Junge sagte daraufhin zum Rabbi: „Und ich gebe dir zwei Gulden, wenn du mir sagen kannst, wo er nicht wohnt.“
Dies kleine Gespräch zeigt, dass die Frage eigentlich nicht zu beantworten ist. Gott ist jedenfalls nicht nur hier oder da, sondern hier und da.
Er ist oben im Himmel, aber auch unten auf Erden. Er ist bei uns, aber auch bei den anderen. Er ist überall, wo er sein will, und nicht nur da, wo wir ihn gerne hätten. Er hat versprochen, bei uns zu sein, lässt sich aber nicht festlegen.
Er war im Tempel, aber nicht nur dort. Er ist hier in der Kirche, aber auch in der ganzen Welt.
Ich weiß: Das ist ein wenig unbefriedigend und auch verunsichernd.
Wir hätten es gerne – wenn schon nicht schwarz auf weiß – so doch verbindlicher. Aber darauf, wie wir uns das denken und uns das wünschen, lässt Gott sich nicht festlegen. Gott ist immer mehr und anders als wir von ihm denken. Das fängt schon mit seinem Namen an. Nicht einmal auf den lässt er sich festlegen. Als Mose ihn danach fragte, bekam er von Gott diese vieldeutige, geheimnisvolle Antwort: Ich werde sein, der ich sein werde.
Das heißt doch: Ich lege mich nicht fest. Und ich lasse mich nicht festlegen. Aber ich werde für euch da sein, wie ich immer für euch da gewesen bin.
Immer wieder höre ich die geradezu warnenden Frage des biblischen Textes: Aber sollte Gott wirklich auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller Himmel-Himmel können dich nicht fassen – wie sollte es dann dies Haus tun? Dieser Hinweis ist zwar 3000 Jahre alt, hat aber nichts von seiner Aktualität verloren.
Ganz im Gegenteil.
Gerade wir wissen, welch Staubkorn unsere Erde in der Milchstraße ist. Und die wiederum ist im unvorstellbar großen Universum nur eine von unzählig vielen Galaxien.
Von daher haben wir eine gewisse Ahnung davon, wie groß der Himmel und aller Himmel-Himmel sind, wie unvorstellbar groß.
Und da sollte sich Gott ausgerechnet und ausschließlich unsere Erde ausgesucht haben, um darauf zu wohnen? Welch kindlich naive Vorstellung. Das mit dem Wohnen ist eben nicht wörtlich zu verstehen, sondern im übertragenen Sinn und bildlich.
Die Frage lautet also: Ist er bei uns? Ja, natürlich ist er bei uns. Und in Christus ist er uns in ganz einzigartiger Weise nahe gekommen. Aber nicht nur uns. Jedenfalls nicht ausschließlich.
Wer so dächte, würde den unfassbar großen Gott, der alles gemacht hat, was wir in seiner Größe nicht fassen können, unendlich klein, ja geradezu winzig machen.
Christi Himmelfahrt steht vor der Tür. Und heißt es dort nicht, dass Christus gen Himmel fuhr, dass er in den Himmel aufgehoben wurde, dass er also nach oben ging?
Richtig. So steht es dort. Wie hätten die Menschen das, was sie erlebten, auch anders ausdrücken sollen, als mit den Möglichkeiten ihrer Zeit. Sie taten es im Rahmen ihrer Vorstellungen von der Welt. Da gab es noch so ein Oben.
Aber wenn sie denn von oben und Himmel sprachen, dann meinten sie ja nicht den blauen Wolkenhimmel, sondern den güldenen Himmel, im Englischen nicht den sky, sondern den heaven, eben den Himmel Gottes.
Eigentlich wollten sie doch nur sagen, dass Christus zu Gott beziehungsweise in Gottes Herrlichkeit heimgekehrt war.

Wenn wir uns also fragen, wo Gott ist, dann sollten wir nicht sagen: Gott ist, wo der Himmel ist. Wir sollten es umdrehen und sagen: Der Himmel ist da, wo Gott ist. Wenn denn Gott bei uns ist, wovon wir ausgehen, dann ist auch der Himmel nicht nur oben und sonst wie weit weg von uns, sondern bei uns, um uns, in uns.

Dazu noch eine Geschichte: Ein Rabbi war zu Gast bei gelehrten Männern. Er überraschte sie mit der Frage: „Wo wohnt Gott?“ Sie lachten über ihn. „Was redet er! Ist doch die Welt seiner Herrlichkeit voll?“ – Er aber beantwortete seine eigene Frage: „Gott wohnt, wo man ihn einlässt.“

Es geht also nicht um eine wie auch immer aussehende Wohnung, sondern um Gottes Sein bei uns Menschen. Gott wohnt, wo man ihn einlässt.
Dies wird in Psalm 139 so ausgedrückt: Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, Herr, nicht schon wüsstest. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen.
Gott ist mitsamt seinem Himmel immer und überall da. Manchmal merken wir das nicht. Manchmal ist uns es nicht bewusst.
Manchmal haben wir den Eindruck, wir seien von Gott und allen guten Geistern verlassen. Das sind trostlose Tage, Tage der Gottesfinsternis.
Und doch gilt auch für diese Tage, was uns Christus versprochen hat: Ich bin bei euch alle Tage.
Was sich in diesen Worten ausdrückt, verdichtet sich für uns hier und da in alltäglichen Erfahrungen. Das, was unsichtbar um uns ist, wird uns gelegentlich bewusst, sichtbar, spürbar.
An dieser Stelle komme ich noch einmal auf die Geschehnisse rund um die Tempeleinweihung durch Salomo zu sprechen.
Im Zuge der Einweihungsfeierlichkeiten machten die Menschen eine Erfahrung, die sie mit folgenden Worten wiedergaben: Da erfüllte die Wolke beziehungsweise die Herrlichkeit des Herrn den Tempel.
Damit wollten sie zum Ausdruck bringen, wie sich in jenem Augenblick die meist unsichtbare Gegenwart Gottes zu etwas geradezu Sichtbaren verdichtete. Nicht nur der Raum, auch sie waren ganz erfüllt.
Kein Wunder. Diese Wolke, die in der Bibel für die Gegenwart und Herrlichkeit Gottes steht, ist es dann auch, die Christus aufnimmt, wie es die Geschichte von der Himmelfahrt beschreibt.
Diese Wolke möge es sein, die uns aufnimmt – und das nicht erst am Ende unserer Tage, sondern schon jetzt.
Möge Gott uns diese Wolke seiner Herrlichkeit und Gegenwart immer wieder sehen lassen. Mögen wir in ihr aufgehoben und geborgen sein. Mögen wir dank der darin verborgenen Macht und Kraft ein Stück Himmel auf Erden erleben.

Ich schließe mit den Worten eines Kinderliedes (EG-Nr. 622): „Weißt du, wo der Himmel ist, außen oder innen? Eine Handbreit rechts und links? Du bist mitten drinnen.
Amen.

Predigt von Pfarrer Harald Schneider


I

Erinnerung an meine Schulzeit an der Mediascher Ackerbauschule
Andreas Alzner

Wenn man älter wird, lebt man mehr in der Vergangenheit, von der Erinnerung und in diesen Wintertagen, wo man sich weniger draußen bewegen und arbeiten kann, gehen meine Gedanken zurück in meine Kinder und Jugendjahre.

Ich bin dann in Gedanken oft in Reichesdorf, in meinem Elternhaus. Meine Eltern sind dann gegenwärtig, Erlebnisse aus der Zeit als Kind und Schuljunge werden wach. Wie in einem Film ziehen die Ereignisse – freudige und auch traurige an meinem geistigen Auge vorbei und einige sind so tief in meiner Erinnerung eingeprägt, dass ich nicht an ihnen vorbeikomme. So ist es auch mit der Erinnerung an meine Schulzeit an der Mediascher Ackerbauschule. Es waren meine letzten Schuljahre, aber ich war auch zugleich Schüler des letzten Jahrganges, der diese Schule besucht hat.

Denn politische Ereignisse und Missgunst der neuen Staatsmacht gegenüber allem, was deutsch war, hat 1945 zu deren Auflösung geführt. Die Schule wäre wohl noch von Nöten gewesen, aber, dass eine so erfolgreiche, deutsche Lehranstalt weiterbesteht, dass wollte die neue kommunistische Staatsführung nicht zulassen, zumal diese Schule auch noch der evangelischen Kirche unterstellt war.
Alle diese Ereignisse haben sich tief in meinem Gedächtnis eingeprägt und ich schreibe hier diese Eindrücke nieder. Nach Beendigung der Volksschule in Reichesdorf war ich besonders froh, als meine Eltern es mir ermöglichten, die Ackerbauschule zu besuchen. Zwischen September 1943 und Juni 1944 war ich Schüler der Ackerbauschule in Hermannstadt.
Für mein Praktikum wählte ich nach Beendigung des erstens Jahrgangs die Ackerbauschule in Mediasch. Das war im Monat August 1944. Die Reichesdorfer Martin Fröhlich (der die Ackerbauschule in Mediasch besucht hatte), Gerda Ziegler und Anni Bruckner (die Schülerinnen der Haushaltungsschule Mediasch waren) hatten ihr Praktikum schon Mitte Juli abgelegt. Ich war von Anfang an von dieser Schule sehr begeistert, denn sie hatte im Vergleich zur Ackerbauschule in Hermannstadt eine größere landwirtschaftliche Nutzfläche: Ackerland, Weinberge, Baumschule, und hatte auch einen größeren und besseren Viehbestand.
Die Möglichkeiten, landwirtschaftliche Kenntnisse zu erwerben, waren hier besser als die, die mir im 1. Jahrgang in Hermannstadt geboten worden waren. Bald sollte ich merken, dass auch die Lehrer hier Menschen näher waren und besonders unser Direktor, Herr Peter Herberth, war für uns wie ein Vater, der uns mit Rat und Tat in allen Lebenslagen zur Seite stand. Schon zu Beginn des Praktikums Anfang August 1944 merkte ich, dass ihn etwas bedrückte. Viel wussten wir von den Kriegsereignissen nicht, aber uns war bekannt, dass sich die deutschen Truppen aus Russland zurück zogen.
Das sagten uns auch die deutschen Soldaten, die in unserer Schule einquartiert waren und hier auch Wache hielten.
Eines Tages sprach mich Herr Direktor Herberth an und gab Anweisungen, dass ich zusammen mit anderen Schülern bei Nacht die Schule und die Wirtschaftsgebäude beaufsichtigen soll.
Es hatte schon Anschläge von bösen Menschen auf die Einrichtungen der Schule gegeben.
Als sich dann am 23. August 1944 Rumänien aus dem Bündnis mit Deutschland löste und mit Russland gegen die einstigen Verbündeten kämpfte, wurde mir klar, was unseren Direktor bedrück hatte.
Es war die Sorge um seine Schule und um die Zöglinge, die man ihm anvertraut hatte. Wir sprachen mit den deutschen Soldaten, die waren, überzeugt, dass nun der Krieg bald zu Ende sein würde.
Diese waren auch bereit, uns mitzunehmen, und wir bereit mitzugehen. Wohin und was auf uns zukam, das wussten wir nicht.
Aber mit 17 Jahren und mit der damaligen Erziehung war man begeistert und glaubte immer noch an einen Sieg Deutschlands und man wollte unbedingt dabei sein. Wir packten unsere Sachen; die Soldaten hatten uns einen Treffpunkt genannt.
Als wir gerade abhauen wollten, stand unser Direktor vor uns und gebot uns, zu bleiben. Er machte uns klar, dass er noch die Verantwortung für uns unseren Eltern gegenüber trage und mahnte uns, uns nicht ins Verderben zu stürzen, da wir noch jung und unerfahren seien.
Er hatte Recht, denn von den Kollegen, die damals dennoch weggingen, haben wir nichts mehr gehört.
Das Praktikum ging zu Ende, wir durften nach Hause fahren. Für uns aus den umliegenden Dörfern von Mediasch war es einfach, wir machten uns zu Fuß auf den Weg. Im Land herrschte jedoch durch den Kriegszustand ein großes Durcheinander. Der Zugverkehr war fast lahm gelegt.

Unsere Kollegen aus dem Banat konnten nicht nach Hause fahren und in der Schule gab es keine Bleibe mehr. So nahm ich zwei Schüler mit nach Reichesdorf. Hier blieben sie ein paar Tage, bis sich die Lage etwas gebessert hatte und sie die Heimreise antreten konnten.
Es herrschte in allem ein großes Durcheinander. Es kamen Einberufungen zum Arbeitsdienst (man nannte es auch Zwangsarbeit).
Anfang September 1944 mussten wir uns beim Militärbezirk in unserer Kreisstadt Schässburg melden.
Die ersten russischen Soldaten trafen ein. Großes Durcheinander, niemand wusste, wie es weiter gehen soll.

So hieß es dann, die Schüler melden sich in ihrer Schule. Ich fuhr nach Mediasch und schrieb mich für das zweite Schuljahr ein.
Der Unterricht begann Ende September 1944.
Am Anfang lief alles in guter Ordnung.
Wir waren sehr beschäftigt, das Vieh zu versorgen und die Ernte einzufahren. Auch mussten wir uns für den Unterricht vorbereiten. Dann kamen neue Verordnungen. Wir mussten uns erneut in Schäßburg melden. Direktor Herberth begleitete uns.
Nach zweitägiger Verhandlung hatte er uns freibekommen.
Sein Einsatz, seine Überzeugungskraft, hatte geholfen, mussten wir doch die Ernte einbringen und das Vieh versorgen.
Auch sind die Rumänen käuflich! Neben der Schule, der Arbeit in der Wirtschaft mussten wir auch im Krankenhaus Dienst tun, verwundete Soldaten betreuen. Es folgten die Winterferien. Anfang Januar 1945 begann erneut der Unterricht. Aber die Lage war getrübt und unsicher. Man sprach von bevorstehenden Deportationen der deutschen Bevölkerung zur Zwangsarbeit nach Russland.
Aber niemand wusste Genaues. Woher sollte man auch etwas erfahren? Die Radios hatten man uns weggenommen, man wusste nichts über den Kriegsverlauf. Überall waren die Russen. An einem Morgen, ich glaube es war der 14. Januar 1945, stand unser Direktor in unserem Schlafzimmer und sagte: „Jungs, jetzt kann ich leider nichts mehr für euch tun, ihr müsst nach Russland zur Zwangsarbeit!“ „Hin gehen wir nicht“, war unsere Antwort. In der Kantine war für jeden Schüler ein Esspaket vorbereitet.
Das holten wir ab und wollten mit Fröhlich Marz abhauen, nach Hause, keiner wusste, was richtig war. Auch erfuhren wir, dass einige Schüler schon von den Russen eingefangen worden waren. Es gab kein Entkommen. So suchten wir uns ein Versteck. Auf dem Weg trafen wir den Obergärtner, Herrn Botradi, er gab jedem von uns ein Päckchen mit Esswaren und wünschte uns Glück für die kommenden Tage.
So harrten wir bei klirrender Kälte auf dem Heuboden aus, unsere Lebensmittel waren zu Stein gefroren. Wir wussten nicht, was auf uns zukommen würde. Durch einen Verbindungsmann erfuhren wir, dass unsere Reichesdorfer Landsleute, die zur Zwangsarbeit eingezogen worden waren, sich auf dem Weg zum Sammellager nach Mediasch befanden.
Wir schlichen uns, unter großer Gefahr gefasst zu werden, unter die Menge am Straßenrand. Man konnte uns wohl nur schwer von den gaffenden Rumänen unterscheiden. Dann kam ein Zug müder, trauriger, trostloser Menschen mit ihrem Gepäck. Fröhlich Marzs Vater war auch unter ihnen.
Wir wollten ihn überreden, mit uns in unser Versteck zu gehen.
Es ging nicht. In einer dunklen Ecke nahmen Vater und Sohn voneinander Abschied. Es war ein Abschied für immer. Marzs Vater starb in Russland. Nach ein paar Tagen, wir harrten immer noch in unserem Versteck aus, kam ein neuer Tross gedemütigter Reichesdorfer. Unter ihnen war auch mein Vater. Ohne Abschied nehmen zu können, ging er vorbei. Für immer! Ich habe ihn nie wieder gesehen. Auch er starb in Russland.
Es folgen schwere, kalte und ungewisse Tage in unserem Versteck, und der Hunger nagte an unseren Därmen. In unserer Not wagten wir uns sogar in die Küche unserer Kantine. Hier warnte man uns vor den Soldaten, die nach uns suchten. Wir harrten noch ein paar Tage aus, und an einem Abend, als uns die Lage günstig erschien, schlichen wir mit Marz aus unserem Versteck und wagten den Weg nach Reichesdorf.
Von oben vom Berg schauten wir nochmals zurück auf unsere schöne Schule, Schule, die in dreiundsiebzigjähriger Tätigkeit viele Bauernsöhne zu tüchtigen Landwirten geformt hat. Zurück blieb nur unser trauriger Direktor mit gebrochenem Herzen.
Nach einer vorsichtigen nächtlichen Wanderung über die Felder um Reichesdorf, Felder, die wir gut kannten, kamen wir zu Hause an.
Ein neues Versteck musste gefunden werden, denn es wurde ständig nach Ausreißern, die sich der Deportation entzogen hatten, gesucht. Zusammen mit Marz ist es uns gelungen, zu entkommen.
Es ist den Häschern: Rumänen, Zigeuner und Russen nicht gelungen, uns zu finden.
Nach einiger Zeit war die Gefahr, doch noch nach Russland geschickt zu werden, vorbei.
Wir konnten aus unserem Versteck hervorkommen. Aber den Lehrgang (das zweite Schuljahr an der Ackerbauschule) konnten wir nicht abschließen. Die Schule gab es inzwischen nicht mehr.

Anmerkung:
Die Mediascher Ackerbauschule wurde 1871 gegründet.
In der Zeitspanne von 1871 bis 1944 haben 1260 Schüler diese Schule absolviert.
Sie kamen aus 157 Ortschaften, davon 19 aus Reichesdorf.
Neben Ackerbauschule hat die Mediascher Haushaltungsschule in der Zeitspanne von 1919 bis 1944 viele Mädchen zu tüchtigen Hausfrauen und Bäuerinnen ausgebildet.
In 25 Jahren gab es 650 Absolventinnen, davon 231 aus Reichesdorf
 

(eingesandt von Regina Fröhlich)


J

Auf dem Hofe Richvini
Transilvanian Brunch in Reichesdorf / Richis

Nicht nur Leckereien und guten Wein sondern auch Kultur zu bieten haben die Reichesdorfer. Dem trug Inge Jekeli Rechnung, die in unverwechselbarer Weise Adolf Meschendörfers „Siebenbürgische Elegie“ zunächst für die rumänischen Gäste „entzifferte“ und dann selbst im Original vortrug.
Der Vortrag war Teil des Kulturcocktails, der sich an den Transilvanian Brunch anschloss, der am Samstag auf dem Pfarrhof in Reichesdorf stattgefunden hat. Gastgeber war das holländische Ehepaar Tony und Gerrit Timmerman, die im ehemaligen evangelischen Pfarrhaus ein Gästehaus eingerichtet haben.
Sie nannten es „La Curtea Richvini“, in Anlehnung an die deutsche Ortsbezeichnung, die auf eine an Wein reiche Gegend schließen lässt.
Von den ehemals florierenden Weingärten ist wie auch im benachbarten Birthälm, dem ehemaligen Bischofssitz, nicht mehr viel übrig geblieben, der Wohlstand gehört der Vergangenheit an, die von den Zisterziensern im 14. Jahrhundert gebaute Kirche allerdings zeugt davon sowie das großzügig gebaute Pfarrhaus und auch andere stattliche Häuser.
Es lag wohl an dem wunderschönen Sommerwetter, dass rund 100 Gäste in dem malerischen Pfarrhof eintrafen und sich die von den Reichesdorfern vorbereiteten Speisen munden ließen.
Kurator Johann Schaas blühte regelrecht auf und freute sich, dass er so vielen Interessierten etwas von den Geheimnissen der Kirche erzählen konnte.
Da Reichesdorf lange Zeit das Wirkungsfeld des siebenbürgisch-sächsischen Tondichters Georg Meyndt gewesen ist, boten die beiden von Edith Toth dirigierten Mediascher Klangkörper, das Männeroktett und der Kirchenchor, einige Lieder von Meyndt in der siebenbürgisch-sächsischen Mundart zu Gehör.

Hugo Schneider sagte stolz dazu: „Das Kokelgebiet hat neben schönen Frauen auch gute Liederdichter hervorgebracht“.

Beatrice UNGAR


K

Versuri de of
Nachdenklich lese ich die Verse die mir in einem Leserbrief zugeschickt wurden, ausgeschnitten aus einer rumänischen Zeitung.

Versuri culese de I. Marginean
S-au înplinit 50 de ani de la deportarea a peste 70.000 de sasi si svabi din Transilvania. Imediat dupa acest eveniment, chiar in timpul deportarilor satul, dar si orasul, cunosc un proces de degadare nemaiîntâlnit in istoria neamului nostru. In decursul anilor, am reusit s? culeg c?teva versuri care neau dat si inca ne da de gândit.

Übersetzung: Über 50 Jahre sind seit der Deportation von über 70.000 Siebenbürger Sachsen und Schwaben vergangen. Unmittelbar nach diesem Ereignis, aber auch während der Deportation, erfuhren die Dörfer und Städte einen ungeahnten Abbauprozess, der beispiellos in der Geschichte unserer Nation ist. Im Laufe der Zeit gelang es mir ein paar Verse zu sammeln, die uns Denkanstöße gaben und weiterhin geben sollen.

Ich lese sie einmal durch, ein zweites Mal, sie erscheinen mir immer noch, zynisch, ja pervers.
Mit Heinrichonkel (Bruckner) haben wir lange Telefongespräche geführt, über diese Verse, die ich zeitlich nicht einordnen konnte, und noch weniger verstand ich den Sinn und das Ziel dieser Häme.
Diese Häme, dieser Zynismus sah ich gerichtet, auf jene Zeit nach dem Krieg.
Unvorstellbar dieser Hass jener Zeit, auf die deutsche Bevölkerung.
Wären diese Verse in jener Zeit erschienen, wäre noch mehr kaputt gemacht worden, noch mehr Porzellan zerschlagen als schon sowieso geschehen.
Ich komme, nach mehrmaligem durchlesen, auch zu dem Entschluss, diese Verse sind nach 1990 erschienen. Sie richten sich vor allem an jene, bei denen die Häme, der Zynismus am größten war.
Die bis heute nicht erkannt haben, das geklautes, sich selbst angeeignetes, nicht von Dauer sein kann. –Das es ohne Fleiß kein Preis gibt. –Das man ohne Arbeit, nur mit Musik und Tanz, ein Traumtänzer bleiben wird.
Ja Herr Marginean, Denkanstöße sollte es wirklich geben, meiner Meinung nach eher gerichtet an die -die sowas angezettelt haben.
Leider erreichen diese Denkanstöße nur noch wenige der „Täter und Mitläufer“. Und gelernt haben sie und ihre Kinder auch nichts. Es bleibt nur zu Hoffen das die Enkel es irgendwann besser machen.

Heinrich Maiterth
Au plecat sasi-n Rusia
Ne-au lasat noua mosia,
Au plecat si nu mai vin
C-ai ingroapa tov. Stalin.
Tov. Stalin, hai sa traiesti!
Lumea sa o stapânesti
Tu ne-ai dat dreptate-n toate
Sa fim fruntea de la sate.
Sasii au plecat plângând
Noi i-am petrecut cântând,
Sasule sa nu mai vii
Si sa umbli in pustii
Foaie verde de pelin,
Sa traiasca tov. Stalin!
Sasule-n casile tale
Fac tiganii spoitoare.
Sasule, pamantul tau
L-au baut în fagadau
Vitele din grajd si sura
Le-au vândut pe bautura.
Sasule-n casile tale
Fac tiganii spoitoare
Când afara-i frig si ploaie
Se mai fac si maturoaie.
 

Petru Groza ne-a fost nas
Ne-a dat casa la oras
Cel de sus sa-i dee bani
Viata lunga si multi ani
Ne-a dat casa cu etaj
Acareturi si garaj .'
Ne-a îmbracat în paltoane
Presedinti pe la raioane

Petru Groza sâ traiasca
Ca ne-a dat pamânt si casa
La tigani le-a dat dreptate
Si la sasi povara-n spate
Sa traiasca sa-nfloreasca
Toata satra tiganeasca
Ca avem case de zid
Daruit de partid.

Ich lasse nun Heinrichonkel erzählen:
Lieber Hein,

habe Deinen Brief vor einer Woche erhalten und mir verschiedene Gedanken darüber gemacht. Über manches könnte ich viel berichten, habe die Zeit ab August 1944 bewusst erlebt, damals selbstverständlich aus der Sicht eines 12 Jahre alten Jungen. Mit der Zeit, im Laufe des Jahre kamen neue Erkenntnisse dazu und auch die Sichtweise hat sich geändert.
Die in Deinem Brief gestellten Fragen alle ausführlich zu beantworten, würde wahrscheinlich einen Ordner füllen. Soweit kann und will ich auch nicht gehen.
Nun ist eine der menschlichen Schwächen oder sogenannte Eigenart die Unmöglichkeit eine vollständige Objektivität zu erreichen. Vieles beurteile und sehe ich heute anders als noch vor ein paar Jahrzehnten. Ob ich daher der Objektivität näher gekommen bin, oder sagen wir mal so Subjektivität abgebaut habe, kann ich nicht entscheiden aber allenfalls habe ich mich darum bemüht.
Dieses als so eine Art Einleitung.
Der Lateiner sagt "VAE VICTIS", was soviel heißt wie "Wehe dem Besiegten".
In diese Kategorie fiel nach dem zweiten Weltkrieg nicht nur Deutschland sondern auch die Deutschen welche außerhalb des Reiches lebten, die sogenannten Volksdeutschen, zu welchen auch die Siebenbürger Sachsen gehörten.
Bekanntlich kamen unsere Vorfahren im 12. Jahrhundert aus Deutschland, vom ungarischen König Geisa., als Kolonisatoren nach Ungarn, sage Siebenbürgen und der ungarische König stattete sie mit verschiedenen Privilegien aus und wies ihnen in Siebenbürgen den sogenannten Königsboden zu.
Diese Privilegien wurden durch König Andreas 11., einem Enkel Geisas, durch das sogenannte "Andreanurn" oder den "Goldenen Freibrief' bestätigt. Dieses ist alles wohlbekannt. (im Anhang der goldene Freibrief)
Ich könnte aus der Vergangenheit unseres "Völkchens" anhand der Geschichtsschreibung noch viel erzählen, was ich aber nicht tun will. Das Vorhergehende habe ich nur erwähnt um den Status unserer Vorfahren in ihrer neuen Heimat festzuhalten. Sie kamen nicht als Eroberer und ihnen wurde unbewohntes Land geschenkt, mit allen auch dazugehörenden Pflichten.
Im Laufe der über 800 jährigen Geschichte, hat diese kleine Minderheit (sie sollen nie mehr als 250.000 Menschen gezählt haben) sich behaupten müssen. Die oft zu harten Bewährungsproben blieben nicht aus.
Mongolen, Tataren, Türken und andere wilde Horden und Völkerschaften bedrängten sie immer wieder, beraubten und töteten sie, soweit sie den Schutz ihrer Kirchenburgen nicht erreichten. Manche wurden auch in die Sklaverei geführt. Ganze sächsische Ortschaften wurden damals für immer ausgelöscht und sind nur noch durch ihren Namen bekannt. Die Seuchen wie Pest und Cholera lichteten immer wieder ihre Reihen. Nur die große Anzahl von Kindern konnte den großen Menschenverlust irgendwie ausgleichen.
In seiner Geschichte gehörte Siebenbürgen zu Ungarn, dann als freies Fürstentum unter Oberhoheit der Pforte(Türkei), dann zur Habsburgerdynastie zu Österreich und dann von 1867-1918 zur Doppelmonarchie Österreich -Ungarn.
Ab 1918 nach dem 1.Weltkrieg und dem Zerfall der Donaumonarchie Österreich-Ungarn fiel Siebenbürgen an Rumänien( Friede von Trianon).
In all den vergangenen Jahrhunderten und auch später waren die Siebenbürger Sachsen ihrer Anzahl nach eine Minderheit, ihrer wirtschaftlichen Leistung nach aber nicht.
Die Ungarn versuchten immer wieder ihre Rechte zu beschneiden, was ihnen teilweise auch gelang. Die Vertreter des sächsischen Volkes haben immer wieder darum gekämpft und die Sachsen konnten sich nur Dank ihrer wirtschaftlichen Leistung behaupten. Zum Bestehen dieses deutschen Volksstammes hat im wesentlichen Maße ihr gutes Schulsystem beigetragen.
Das Bestreben der Ungarn die Siebenbürger Sachsen, oder wenigstens einen Teil von ihnen zu magyarisieren ist nicht gelungen.
Das Bestreben der Ungarn so viel wie möglich von den "anders Nationalen" zu magyarisieren ist logischerweise so zu erklären, da. ihren Anzahl, also die Mehrheitsbevölkerung, durch den Zuzug kinderreicher rumänischer Familien immer mehr im Schwinden begriffen war und so die Gefahr bestand die Mehrheit zu verlieren, was dann auch so geschehen ist.
Obwohl Rumänien im l Weltkrieg besiegt worden war, stand es doch an der Seite der Siegermächte (Frankreich, Großbritannien) und nachdem die Rumänen nun zahlenmäßig die Mehrheitsbevölkerung in Siebenbürgen waren wurde Siebenbürgen, wie schon erwähnt durch den Frieden von Trianon dem rumänischen Königreich einverleibt. So entstand Großrumänien. Historiker sagen, nicht die rumänischen Soldaten haben Siebenbürgen für Rumänien erobert, sondern die rumänischen Mütter (Kinderreichtum) Dieses war für die Ungarn ein herber Verlust, da sie zwei Drittel ihres Territoriums verloren (an Rumänien, Jugoslawien, Tschechoslowakei).
Den Minderheiten Siebenbürgens hatte Rumänien nach dem Anschluss in den sogenannten Karlsburger Beschlüssen weitgehende Rechte zugesichert, die dann aber später nicht angewendet wurden.
Eine Agrarreform (1919-1921) enteignete teilweise kirchlichen Bodenbesitz, sowie Gemeinschaftseigentum der Siebenbürger Sachsen.
Nun lebten auf unsern Dörfern die Sachsen als Mehrheitsbevölkerung, während am Dorfende dann hauptsächlich die im Laufe der Jahre zugezogenen Rumänen wohnten, ebenso wie die immer mehr anwachsende Anzahl von Zigeunern.
Der meiste Grundbesitz gehörte seit Jahrhunderten den Sachsen. Die Rumänen besaßen in den sächsischen Dörfern wenig und die Zigeuner überhaupt keine landwirtschaftlichen Flächen.
Die Sachsen geprägt durch Fleiß, Sparsamkeit und Umsicht hatten das Sagen. Sie waren keine Großgrundbesitzer, betrieben aber in ihren Dörfern eine intensive Landwirtschaft, Weinbau und Viehzucht. Die Rumänen, aber vor allem die Zigeuner waren Tagelöhner oder auch Knechte bei den Sachsen. Allerdings bevorzugten viele der Sachsen ungarische Knechte und Mägde, welche aus ungarischen Dörfern kamen.
Die Reichesdorfer Sachsen waren echte Bauern, geprägt von großem Fleiß. Viele eigneten sich durch den Besuch der Ackerbauschule in Mediasch immer mehr Kenntnisse über moderne Landwirtschaft und Viehzucht an. Mädchen besuchten die Haushaltungsschule ebenfalls in Mediasch.
Man könnte noch viel über Landwirtschaftsverein, Landwirtschaftliche Blätter (Fachzeitung) "Der Pflug" (landwirtschaftlicher Kalender) sagen. Die Sachsen waren gut organisiert und ihr Schulsystem hatte auch Landwirtschaftliche Schulen in Mediasch, Bistritz und Marienburg.
Aus meinen Kindheitstagen vor 1945 könnte ich viel erzählen .In unserm Reichesdorfer Heimatbuch hat dessen Herausgeber „Andreas Nemenz“ so manches festgehalten, was dort nachgelesen werden kann.

Fortsetzung folgt in der nächsten Ausgabe


L

Freibrief der Siebenbürger Sachsen 1224

Im Namen der heiligen Dreifaltigkeit und unteilbaren Einheit. Andreas von Gottes Gnaden König von Ungarn, Dalmatien, Kroatien, Bosnien, Serbien, Galizien und Lodomerien für immer.
So wie es zur königlichen Würde gehört, der Hochmütigen Widerspenstigkeit machtvoll niederzuhalten, so ziemt es sich auch für die königliche Güte, der Demütigen Drangsale barmherzig zu erleichtern, der Getreuen Dienst zu schützen und jedem seinen Verdiensten entsprechend das Gebührende gnädig zuzuteilen.
Da sind nun Unsere getreuen Gastsiedler, die Deutschen jenseits des Waldes (Siebenbürgen), gemeinschaftlich an Unsere Majestät herangetreten, haben Uns demütig ihre Klagen vorgetragen und durch ihre Klagen und Flehen darauf hingewiesen, daß sie ihre Freiheit, mit der sie von Unserem Großvater, dem allergnädigsten König Geisa, geworben worden waren, vollends einbüßen würden, wenn Königliche Majestät nicht, wie gewohnt, ihr Auge gnädig auf sie richte. Darum, aus Armut und großem Mangel, konnten sie Königlicher Majestät keinen Dienst leisten.
Indem wir ihren gerechten Klagen wie gewohnt ein gnädiges Ohr leihen, wollen Wir also, daß bei Gegenwärtigen und Zukünftigen bekannt wird, daß Wir, den Gnadenspuren Unserer Vorgänger folgend und im Innersten bewegt, ihnen die fürühere Freiheit zurückgegeben haben. Und zwar so, daß:
alles Volk von Waras bis Boralt mitsamt dem Szeklergebiet des Landes Sebus und dem Lande Daraus eine politische Gemeinschaft (unus populus) bilden und unter einem einzigen Richter stehen soll. Gleichzeitig sollen alle Grafschaften (comitatus) außer der von Hermannstadt (ihre Tätigkeit) einstellen.
Wer aber Hermannstädter Graf wird, darf in den genannten Grafschaften (als Richter/Beamte) nur solche einsetzen, die ständig unter ihnen wohnen; und die politischen Gemeinden (populi) sollen (zum Richter/Beamten) jeweils den wählen, von dem angenommen werden kann, daß er (sein Amt) besonders gut verwalten wird. Es soll auch niemand in der Hermannstädter Grafschaft wagen, (ein Amt) mit Geld zu kaufen.
Sie sollen jährlich 500 Silbermark zum Nutzen Unserer Kammer zahlen. Wir wollen, daß kein Grundherr oder sonst jemand, der in ihrem Gebiet ansässig ist, von dieser Aufgabe ausgenommen wird, es sei denn, er besitzt darüber ein besonderes Privileg. Auch das bewilligen Wir ihnen, daß sie das Geld, das sie uns künftig zahlen müssen, in keinem anderen Gewicht zahlen als in der Silbermark, die ihnen Unser Vater Bela frommen Angedenkens bestimmt hat, nämlich 4 1/2 Vierdung (= 1 Mark und 2 Lot) Hermannstädter Gewichts, wie der Kölner Pfennig, damit sich beim Wiegen keine Differenz ergibt. Sie sollen sich nicht weigern, den Boten, die Königliche Majestät zum Sammeln des besorgten Geldes einsetzen wird, für ihre Ausgaben an jedem Tag, den sie dort weilen, drei Lot zu zahlen.
Es sollen 500 Bewaffnete (milites) gestellt werden, um bei einer Heerfahrt des Königs im Reich Kriegsdienst zu leisten. Außerhalb des Reiches müssen sie 100 Bewaffnete entsenden, wenn der König selbst (ins Feld) zieht. Wenn er aber einen Adligen (iobagionem) über die Reichsgrenze schickt, es sei um einem Freund zuhelfen oder in eigener Sache, dann müssen sie nur 50 Bewaffnete entsenden. Weder darf der Königüber die genannte Zahl hinaus (Bewaffnete) anfordern, noch müssen sie selbst solche entsenden.
Sie sollen ihre Pfarrer (sacerdotes) frei wählen und die Gewählten (dem Bischof) vorstellen. Sie sollen ihnen den Zehnten geben, und in allem kirchlichen Recht solle sie ihnen nach altem Herkommen Rede und Antwort stehen.
Wir wollen auch und befehlen rechtswirksam, daß niemand über sie richten solle außer Wir selbst oder der Hermannstädter Graf, den Wir ihnen für Ort und Zeit einsetzen werden. Wenn sie aber vor irgendeinem Richter stehen, dan müssen diese das Verfahren stets dem Gewohnheitsrecht (der Siedler) entsprechend durchführen. Auch darf sie niemand vor Unser Gericht laden, es sei denn, der Fall kann vor ihrem eigenen Richter nicht entschieden werden.
Außer dem oben Angeführten haben Wir ihnen den Wlachen- und Bissenenwald und seine Gewässer zur gemeinsamen Nutzung mit den erwähnten Wlachen und Bissenen (= Petschenegen) übertragen, ohne daß sie im Genuß der genannten Freiheit deswegen Dienste leisten müßten.
Darüber hinaus haben Wir ihnen gestattet, ein einziges Siegel zu führen, das bei Uns und Unseren Großen (magnates) öffentlich anerkannt werden soll.
Wenn einer von ihnen jemanden wegen einer Geldsache gerichtlich belangen will, soll er vor dem Richter nur solche Personen als Zeugen benennen können, die in ihrem Gebiet ansässig sind. Wir befreien sie vollständig von jeder (fremden) Gerichtsbarkeit.
Der alten Freiheit folgend, bewilligen Wir ihnen allen jeweils acht Tage lang den freien Bezug von Kleinsalz um das Fest des hl. Georg (23. April), um das Fest des hl. Königs Stephan (2. September) und um das Fest des hl. Martin (11. November). Darüber hinaus gewähren Wir ihnen, daß keiner der Zolleinnehmer sie behindern darf, weder bei der Hinfahrt, noch bei der Rückfahrt.
Den Wald aber mit all seinem Zubehör und die Nutzung der Gewässer mit ihren Flußläufen, die allein der König zu vergeben hat, überlassen Wir allen, den Armen wie auch den Reichen, zur freien Verwendung.
Wir wollen auch und befehlen kraft königlicher Autorität, daß keiner Unserer Adligen (iobagiones) ein Dorf oder irgendein Landgut von königlicher Majestät zu fordern wage. Wenn aber einer (ein Dorf oder Landgut) fordert, dan sollen sie aufgrund der ihnen von Uns gegebenen Freiheit Einspruch erheben.
Darüber hinaus setzen Wir für besagte Getreue fest, daß, wenn Wir auf einer Heerfahrt zu ihnen kommen sollten, sie nur drei Bewirtungen für Uns geben müssen. Wenn aber der Woiwode in Geschäften des Königs zu ihnen selbst oder durch ihr Gebiet geschickt wird, dann sollen sie sich nicht weigern, zwei Bewirtungen zu geben, eine bei der Einreise und eine bei der Ausreise.
Auch fügen Wir den obengenannten Freiheiten der Besagten hinzu, daß ihre Kaufleute überall in Unserem Königreich frei und ohne Abgabe hin- und herreisen dürfen, wobei sie ihr Recht unter Hinweis auf die königliche Hoheit wirksam geltend machen sollen.
Wir befehlen, dass bei ihnen selbst auch alle ihre Märkte abgabenfrei gehalten werden.
Damit aber das, was oben gesagt ist, in Zukunft rechtswirksam und unerschüttert bleibt, haben Wir dieses Blat tmit dem Schutz Unseres doppelten Siegels bekräftigt.

Gegeben im 1224. Jahr nach der Menschwerdung des Herrn, in 21. Jahr Unseres Königtums.
Aus: Ernst Wagner (Hg.): Quellen zur Geschichte der Siebenbürger Sachsen. 21981, Nr. 5, S. 16-19.


M

Zum 70te Geburtstag von Emilie Untch (Milli) 

Am 19. November, folgten wir der Einladung unserer Mutter, Emilie Untch zu ihrer Geburtstagsfeier nach Traunreut.
Es war ihr 70ter Geburtstag und daher ein Ereignis, das unbedingt gefeiert werden musste.
Viele Bekannte, Verwandte und Freunde scheuten die Anreise nicht um mit ihr diesen Ehrentag zu feiern.
Es gab viel zu erzählen und Erinnerungen von früher und aus der Jugendzeit wurden wieder wachgerufen.
Natürlich war auch für unser leibliches Wohl gesorgt und das Fest wurde mit einem leckeren Tortenbuffet eröffnet.
Da einige ihrer Enkelkinder ein Musikinstrument spielen und sie fleißig geübt hatten, war die Überraschung mit einem Ständchen gelungen.
Nach dem reichlichen Abendessen wurde dann bis spät in die Nacht das Tanzbein geschwungen und der Abschied fiel schwer.
Es war ein schönes Fest und wir hoffen, es bleibt ihr in Erinnerung damit sie noch lange von diesem Tag zehren kann.

Liebe Mutter, hiermit möchten wir uns nochmals für deine Unterstützung in all den Jahren bedanken, aber vor allem für die Zeit in Magarei und Reichesdorf, da diese nicht immer einfach für Dich war.

Wir wünschen Dir noch viele gesunde und schöne Jahre im Kreise deiner Familie.
Deine Kinder:
Monika, Wilhelm, Alfred und Heike mit Partner u. Kinder


N

Informationen zum Verband der Siebenbürger Sachsen, ehemals Landsmannschaft

"Gut, dass es den Verband der Siebenbürger Sachsen gibt." Diesen Satz hören wir gerade in letzter Zeit immer öfter. Denn es ist der Verband der Siebenbürger Sachsen, der die Rechte und Interessen der Siebenbürger Sachsen in Deutschland vertritt. Es ist der Verband, der der bundesdeutschen Öffentlichkeit bewusst macht, dass die Siebenbürger Sachsen Teil des deutschen Volkes sind. Es ist der Verband, der den Rahmen bietet, in dem sich die Gemeinschaft aller Siebenbürger Sachsen mit den überlieferten Traditionen weiterentwickeln kann.
Der Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V. ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Bis 2007 nannte sich der Verein "Landsmannschaft". Der Bundesvorstand mit dem Sitz in München koordiniert die Tätigkeit der Landesverbände; diese ihrerseits sind in Kreisgruppen, Ortsgruppen und Nachbarschaften gegliedert.
Durch ihre Organisation will der Verband möglichst viele Landsleute erreichen, ihnen helfen und Gelegenheit geben, ihren Gemeinschaftswillen tätig zu verwirklichen.
Alle Leistungen der Mandatsträger des Verbandes werden ehrenamtlich erbracht und den Mitgliedern unentgeltlich gewährt, ausgenommen die an Verwaltung und materiellen Aufwand gebundenen Vorgänge.
Seit rund fünfzig Jahren vertritt der Verband die politischen, rechtlichen und kulturellen Belange der Siebenbürger Sachsen in Deutschland. In Staat und Gesellschaft ist er ein anerkannter Partner. Durch sein beharrliches Bemühen wurde in Bonn die Gleichstellung der Siebenbürger Sachsen in Deutschland mit allen Bürgern der Bundesrepublik erreicht: sie erhalten die deutsche Staatsangehörigkeit mit allen damit verbundenen Rechten und Pflichten.
Nachdem nun der weitaus größte Teil der Siebenbürger Sachsen außerhalb der alten Heimat - vorwiegend in Deutschland - lebt, gilt es, hier Strukturen auszubauen, die es ermöglichen, sächsisches Bewusstsein bei möglichst vielen Landsleuten wachzuhalten und an die nächsten Generationen weiterzugeben. Deswegen sollten möglichst alle Siebenbürger Sachsen zu unserer Gemeinschaft finden und durch ihren Beitritt und ihre Mitarbeit das Ihrige zum guten Gelingen beitragen.
Wir sind Teil des deutschen Volkes, der in den 850 Jahren seines bisherigen Bestehens ein eigenes Selbstverständnis entwickelt und sich eigene Werte und Traditionen geschaffen hat.
•Wir bringen Lebensansichten und Verhaltensweisen mit, die es wert sind, erhalten zu bleiben und fortgeführt zu werden.
•Unsere geschichtliche Erfahrung und das Zusammenleben mit den Nachbarvölkern hat uns Toleranz gelehrt. In ihrem Sinne sind wir fähig, mit anderen friedlich und gedeihlich zusammenzuwirken.
•Unser tradiertes demokratisches Selbstverständnis und ausgeprägter Gemeinsinn setzen uns in die Lage eigenes Denken und Handeln in die größere Gemeinschaft der Bundesrepublik Deutschland wie auch Europas sinnvoll einzubringen.
Es liegt an uns, dies alles bewusst zu machen und zu pflegen. Es liegt an uns, dies alles an die nächste Generation weiterzugeben, unseren Kindern und Enkeln Geschichts- und Selbstbewusstsein zu vermitteln. Es liegt an uns, dies alles auch anderen zugänglich zu machen.
Die Integration in die bundesdeutsche Gesellschaft steht dem nicht entgegen, sondern sie stellt eine Herausforderung dar. All das, was sich in unserem kollektiven Bewusstsein aber auch in der Persönlichkeit und Erinnerung des Einzelnen als wertvoll und pflegenswert erweist, kann in die bundesdeutsche Öffentlichkeit und deren Strukturen hineingetragen werden.

Ausschnitte aus www.siebenbuerger.de /verband/aufgaben
Weitere Informationen zu diesem Thema können hier nachgelesen werden, auch kann man hier einen Mitgliedsantrag herunterladen.


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Lieber Sachs, liebe Sächsin,  

diesen Brief schreibe ich nicht nur dir, sondern allen Sachsen, die ich kenne oder treffe.
Wie du vielleicht weißt, bin ich Mitglied im Bundesvorstand des Verbands der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V. Dort bringe ich einen Großteil meiner Freizeit für die Pflege und den Erhalt unserer Kultur und unserer Gemeinschaft ein. Ehrenamtlich. Zusammen mit mehreren Gleichgesinnten, die auch auf Landesebene, in Kreis- und Kulturgruppen mitwirken. Wir haben uns frei dafür entschieden. Die Arbeit macht uns überwiegend Spaß und wir freuen uns sehr, wenn unser Einsatz Erfolge bringt. Der Dank beschenkter Menschen bereichert uns!
Wir stellen aber fest, dass unser Einsatz nicht ausreicht, um alle Aufgaben zu erfüllen, um unsere Kultur so zu bestellen, dass ihre Zukunft gesichert ist. Wir sind noch zu wenige Helfer!
Du hast dich hoffentlich in der neuen Heimat gut eingelebt, dir ein gemütliches Heim geschaffen und kannst dir auch einige Annehmlichkeiten gönnen, die du dir sicher verdient hast. Herzlichen Glückwunsch dazu! So wie ich die Sachsen kenne, unterstützt du nach Kräften auch deine HOG, damit dein Heimatort, deine Kirche in Ehren gehalten und weitergepflegt werden. Sehr schön!
Das Kulturerbe unserer Ahnen soll nicht in unserer Generation untergehen. Danke dafür!
Vielleicht bist du inzwischen (oder schon von Beginn an) Mitglied unserer Gemeinschaft, des Verbands der Siebenbürger Sachsen, dann erhältst du nämlich die Siebenbürgische Zeitung. Sehr klug! Denn unser Verband – wie die Landsmannschaft inzwischen aus guten Gründen heißt – kümmert sich zusammen mit weiteren Institutionen des Siebenbürgisch-sächsischen Kulturrats (u.a. Bibliothek, Institut, Museum in Gundelsheim) darum, dass unser siebenbürgisch-sächsisches Kulturerbe hier in Deutschland seinen Platz auf ewig im Schoße der deutschen Kultur bekommt, dass unser Kulturgut gepflegt wird (z.B. in Tanz- und Theatergruppen, Orchestern und Chören), dass Bücher über unsere Kultur und unsere Geschichte geschrieben, Filme gedreht, Trachten erhalten werden, damit all das, was in Siebenbürgen war und ist, dokumentiert wird und nicht verloren geht. Schon die Siebenbürgische Zeitung hält viel davon fest. Nebenbei zeigt sie dir, was die Sachsen in der Welt leisten. Beachtliches! Wir können stolz darauf sein. Kennst du auch www.siebenbuerger.de ? Klick dich mal durch!
Herzlichen Dank, wenn du diese Arbeit mit deinem Mitgliedsbeitrag förderst! Oder wenn du darüber hinaus auch ab und zu eine Spende für eine Institution locker machst. Dann bist du solidarisch mit uns Sachsen und erhältst das Kulturerbe deiner Ahnen für die Nachwelt.
Solltest du noch nicht Mitglied im Verband sein, dann bitte überdenk deine Situation noch einmal. Auch wenn du vielleicht keine Zeit oder andere Hobbys hast! Mit (aktuell 46) weniger als 50 Euro im Jahr bist du Mitglied und bekommst die Siebenbürgische Zeitung. Mit weiteren Spenden kannst du auch die angestrebte Stiftung unterstützen: Etwas, was die Schlesier und Sudetendeutschen schon längst haben! Eine Stiftung wird einmalig aufgebaut und aus ihren Zinsen kann unsere Kultur langfristig gepflegt werden, auch wenn wir nicht mehr sind. Mit einer Stiftung haben wir dann eine nicht zerstörbare Kirchenburg hier in Deutschland, die auf immer von uns erzählen wird. Willst du das mit unterstützen?
Dann tu es bitte! Und erklär es auch deinen Freunden, denn es ist wichtig für unser Völkchen!
Ich danke dir herzlich für deine Bemühungen! Gott gebe sie dir hundertfach zurück!

Deine Doris Hutter
 


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Liebe Reichesdorferinen, liebe Reichesdorfer,

am 12-13. November 2011 habe ich als Delegierter der Kreisgruppe Hegau-Singen am Verbandstag des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland teilgenommen.
Hier wurde mir erst recht bewusst welches die Leistungen des Verbandes für unsere Landsleute hier in Deutschland sind.
Aus verschiedenen Gesprächen im Vorfeld musste ich aber feststellen, dass, sehr wenige Reichesdorfer Mitglied des Verbandes sind und demzufolge auch die Siebenbürgische Zeitung nicht beziehen und somit nicht informiert sind über die Leistungen des Verbandes und was und wo für uns getan wird. Nun wir sind zwar nach Deutschland gekommen um Deutsch als unsere Muttersprache zu erhalten doch so richtig integriert sind die weinigsten-
Die Stärke unserer Vorfahren, dank derer wir heute hier als Deutsche auftreten war der Zusammenhalt. Wieso wollen wir dies hier nicht weiterpflegen?
Wie waren wir doch stolz behaupten zu können ich bin Reichesdorfer/in und nun wollen wir uns aus der Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen ausklicken?
Ohne den Verband hätten, und werden wir, viele unserer Rechte in der Form wie wir sie in Anspruch nehmen nicht bekommen.(Rente, kulturelle Einrichtungen, usw.)
Ein Spruch sagt: Umso weiter du zurückblicken kannst, umso weiter wird auch dein Blick nach vorne sein.
Im Anschluss ein begründeter Aufruf von Frau Doris Hutter, stellvertretende Vorsitzende des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland.
Eine Beitrittserklärung zum Verband liegt dem Boten bei. Wer Interesse bekundet dem könnte ich eine kostenlose Probezeitung zukommen lassen.
Ich würde mich freuen viele positive Rückmeldungen zu erhalten.

Euer Aller Freund Hans Alzner


Anzeigeschluss 30. April und 31. Oktober

 


1. Vorsitzender: Werner Meyndt   82515 Wolfratshausen  Tel 08171/20228 
 Kassier: Ernst Kloos 51674 Wiehl Tel 02262/305662
Schriftführer:  Susanna Riemesch  74226 Nordheim   Tel 07133/964816
Herausgeber  Boten:  Heinrich Maiterth 33332 Gütersloh Tel 0524140407 
Internet Hans-Christian Hienz  91550 Dinkelsbühl webmaster@reichesdorf.de
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Dies sind die jetzt Kommissarisch leitendenden 12 Vorstandsmitglieder der Reichesdorfer HOG bis zu unserer ersten Offiziellen Wahl an unserem 11.Treffen am 20.06.2009 in Fridrichroda:
Ernst Kloos, Gustav Hügel, Hans-Christian Hienz, Harald Hügel, Heinrich Hienz, Heinrich Maiterth (Cleebronn), Heinrich Maiterth (Gütersloh), Heinrich Waffenschmidt, Hermann Hügel, Martin Alzner, Susi Riemesch, Werner Meyndt



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