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Reichesdorfer Bote

    Jahrgang 26, Ausgabe 46                                                                                                             Mai 2012  

 
 

 
Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis
Grußwort
Liebe Reichesdorferinnen
Zum Muttertag
Wissenswertes über Vornamen unserer Mütter
Unvergessene Heimat
Ahnenforschung
Wo sind die Evangelischen A. B.?
Deutsche Minderheit Thema in Berlin
Der Beginn bundesdeutscher Zahlungen an Bukarest für den Freikauf der Rumäniendeutschen
Rumänische Arbeitnehmer laut EU-Statistik sehr arbeitsam
Tiger und das Kristallherz
Zum Schmunzeln
14tes Reichesdorfer und Meschner Skitreffen am Wildkogel
Onoriu
Versuri de of
Wer sind die Siebenbürger Sachsen
Anzeigen

Unsere Jubilare
Heuschnupfen
Unser Treffen in Reichesdorf
Roma brechen Rekorde
Mittleres Jahreseinkommen in Rumänien 1222 Euro
"Doat liirsst te net, bäss de krooen af schtielze goon!"
Der Reichesdorfer Bote feiert sein 25-jähriges Jubiläum
 
 
 
 
 

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Grußwort
Liebe Reichesdorferinnen und Reichesdorfer

In Informations- und Rundschreiben von anderen Heimatortgemeinschaffen ist bei vielen ein Grußwort zu finden, welches von dem Vorsitzenden an alle Mitglieder des Vereins gerichtet wird. Bisher wurde dies bei uns so nicht gehandhabt, da ich die ersten 22 Jahre des Reichesdorfer Boten die Position des Herausgebers besetzt und damit auch den einen oder anderen Artikel selbst verfasst habe.
Mit unserem Neustart im Jahr 2008 haben wir die Aufgaben in unserer Heimatortgemeinschaft auf mehrere Schultern verteilt. Diese Änderung bringt mit sich, dass von mir nur noch selten im Boten zu lesen ist. Nun ein Versuch meinerseits das Grußwort auch Teil unseres Boten werden zu lassen. Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir mitteilt, wie dies bei Euch ankommt.
Vor allen Dingen möchte ich in diesem ersten Grußwort die Mitstreiter unseres Vereins hervorheben und mich bei ihnen für Ihre zeitintensiven Aktivitäten - die immer mehr werden - bedanken. Auch wenn diese Personen und ihr Dienstleistung im Boten nicht im Vordergrund stehen, sind mittlerweile zu einem unersetzlichen Bestandteil geworden und arbeiten unermüdlich und tatkräftig am Weiterbestehen unsrer HOG mit.
Zudem würden wir uns sehr über den Beitritt von Mitgliedern in den Vorstand freuen. Ein bisschen Zeit für Wochenendtagungen ist hierfür Voraussetzung.
Nun wünsche ich Euch viel Spaß beim Lesen und allen Müttern einen schönen Muttertag.
 

Werner Meyndt (Meck)

                        


Liebe Reichesdorferinnen

In diesen Tagen tun wir es vielleicht bewusster als sonst: unseren Müttern Dankbarkeit, Liebe und Respekt zollen. Wir sollten jedoch nicht vergessen, dass wir ihr an jedem Tag Wertschätzung schulden, denn die Mutter ist einmalig für uns und sie begleitet uns nur für eine begrenzte Zeit.
Ich habe mir mal Gedanken über eine ganz besondere Mutter gemacht – unser aller Mutter Erde. Aus ihr geht alles Leben hervor und kehrt zu ihr zurück.
Auch sie verdient es, dass wir uns ehrfürchtig vor ihr verneigen.
Im Lauf der Menschheitsgeschichte wurde der Mutter Erde in vielen Kulturen und Religionen mit Ehrfurcht gehuldigt. Auf diese Weise wurde seit jeher das Bewusstsein um ihre Bedeutung für das Leben geschärft und erhalten.

Die Natur kann von keinem belehrt werden, sie weiß immer das Richtige.

Hippokrates von Kos, (460 bis etwa 377 v. Chr.), griechischer Arzt,
»Vater der Heilkunde«
Schon aus der Steinzeit erzählen die Malereien in den Lagerstätten und Höhlen über die Beziehung der Menschen zur Natur und zum Erdboden. Die Menschen waren von der Natur abhängig, dieser sogar restlos ausgeliefert. Mensch und Natur verband eine enge Beziehung. Während die Männer hinauszogen, um zu jagen, waren die Frauen für die Nahrung und die Lagerstätten in Erdlöchern und Höhlen zuständig. Daraus und aus der Rolle der Frau in der Sippe resultiert vermutlich das Sinnbild Mutter Erde.
Aus den Erfahrungen später lebenden Urvölker entstanden Religionen, die Erdenwelt und Sternenwelt als Einheit sahen. Gottheiten entstanden, denen die Menschen huldigten und Opfer brachten.
Magna Mater, die „Große Mutter“, die zentrale Gottheit der Erd- und Fruchtbarkeits-Religion, gilt als Ursprung vieler Erdgöttinnen, wie zum Beispiel Gaia und Demeter in der griechischen Mythologie. Die Griechen glaubten, dass die ersten Menschen aus der Erde und die ersten Götter aus Gaia hervorgegangen sind. Demeter, die Göttin der Fruchtbarkeit und des Wachstums wird ebenfalls oft „Erdmutter“ genannt, obwohl sie nicht die Erdgöttin selbst ist, sondern Hüterin für das fruchtbare Element Erde, das erst durch Menschenhand, durch den Ackerbau Segen bringt.
Die Römer standen in besonderer Beziehung zu der Erde, der Terra Mater. Sie pflegten, bebauten und bestellten den Boden – für all diese Tätigkeiten reichte in der lateinischen Sprache ein einziges Verb: colere, das in der konjugierten Form cultum auch Ausgang für die Wörter Kultur und Agrikultur diente. Die Römer betrachteten den lebendigen Boden als „Mutter der Pflanzen“ und pflegten ihn entsprechend.
Die Inka verehrten die im Innern der Erde wohnende Erdmutter Pachamama als Kraft allen Lebens und göttliches Wesen der Fruchtbarkeit. Aus der Sprache dieses Volkes übersetzt bedeutet pacha Erde. Auch heute noch wird Pachamama in den Andenregionen für den Begriff Erde verwendet und als Mythos verehrt, als durchziehende Energiequelle des Lebens. Zwischen den dort lebenden Menschen und „Mutter Erde“ besteht eine enge Wechselbeziehung. Es wird nach dem Glauben gehandelt, dass die Götter Gutes geben, wenn die Menschen sie anbeten und ihnen opfern. Mutter Erde wird beim Bestellen des Ackerbodens mit traditionellen Ritualen für eine fruchtbare Ernte und ausreichende Nahrung gebeten und gedankt.


Die Natur bevorzugt und bestraft nicht
- wir zwingen sie zu Konsequenzen.

Ist uns eigentlich bewusst, wie ausbeuterisch wir derzeit mit der Mutter Erde umgehen? Die Erde ist schon seit je her eine wichtige Lebensgrundlage. „Mutter Erde“ wird sie darum genannt. Aber von der Muttererde verschwinden jährlich die fünf- bis zehnfache Menge an fruchtbarem Ackerland, als gebildet wird. Schuld daran ist der Ackerbau, der schon allein aus diesem Grund - die wichtigste Lebensgrundlage entschwindet - nicht zukunftsfähig ist. Hauptgrund der Erosion ist die Intensivlandwirtschaft, die kleine Büsche, Sträucher etc. nicht zulässt. Diese „halten“ den Boden, damit dieser nicht weggeschwemmt oder geweht werden kann.
Konventionelle Landwirtschaft ist auf Dauer katastrophal für die Umwelt. Der Einsatz von immer mehr künstlichem Dünger, Schädlings- und Krankheitsbekämpfungsmittel an Nutzpflanzen ist eine enorme Belastung für das Grundwasser; Tierhaltung artet in Fabriken aus, in denen die Tiere, voll gepumpt mit allerlei Medikamenten, unter unwürdigen Bedingungen ihrem Zweck, eine konsumgeile Zivilisation zu befriedigen, entgegenvegetieren.
Massenfleischproduktion hat noch weitere Folgen: Rund die Hälfte aller in Deutschland erwirtschafteten pflanzlichen Lebensmittel werden an Tiere weiterverfüttert, das Soja, das importiert wird und für dessen Anbau Regenwälder gerodet werden, nicht mitgerechnet. Diese enorme Verschwendung der Lebensmittel hat wiederum zur Folge, dass mehr Lebensmittel produziert werden müssen, da rund die Hälfte nach der Produktion wieder vernichtet wird. Diese Produktionssteigerung ist allerdings nur durch Intensivlandwirtschaft möglich. Gleichzeitig zahlt die EU Gelder dafür, wenn Landstücke brachliegen. Ein grotesker Widerspruch.
Da der Mensch von heute sich so benimmt, als ob es die Natur nicht gäbe, kann es sein, dass sich die Natur von morgen so benimmt, als würde es den Menschen nicht geben!

Verfasser mir unbekannt 

Auch die Gentechnik mag die Probleme des Welthungers nicht lösen. Das vielfach angewandte Argument, durch Gentechnik würden wir die Probleme in Griff bekommen, ist schlichtweg falsch. Die extrem hohen Kosten und die Abhängigkeit von großen Unternehmen der Nordhalbkugel sind hier neben weiteren Gründen zu nennen. Für den Sojaanbau wird oft den Menschen in südlichen Ländern die Bewirtschaftungsgrundlage – ihr Land – genommen, damit wir im Norden die Tiere füttern können. Ein simpler Ansatz ist: Die Industrienationen sollten etwas bescheidener sein und weniger Fleisch essen, (um ein Kilo Fleisch zu produzieren, muss ein Nutztier zehn Kilo Futter zu sich nehmen!). Die Gentechnik birgt Gefahren, die kein Mensch überschauen kann - sie ist ein enormer Eingriff in die Schöpfung, bei der wir Gefahr laufen, dass Mutationen entstehen können, die die Menschheit nicht mehr überwachen kann und die so sehr schnell außer Kontrolle geraten können. Ein Rückholen ist schlichtweg nicht mehr möglich. Die Risikotechnologie Atomkraft hat in eine ähnliche Einbahnstraße geführt: Sie sollte auch viele Probleme der Menschheit beheben. Stattdessen hat sie den nächsten Generationen, zum Beispiel durch die Atommülllagerung, massive Probleme bereitet. Mit der Gentechnik droht Ähnliches! Schon heute ist es so, dass Bauern, die ihre Felder mit Totalherbiziden spritzen (hierbei muss die Kulturpflanze durch gentechnische Veränderung resistent gemacht werden gegen das Herbizid, sodass alle Pflanzen sterben außer der Kulturpflanze) keine Perspektive mehr haben: Die Resistenz wird übertragen auf „Unkraut“, welches dann auch gegen Totalherbizide resistent ist. Es bleibt nur übrig, umzupflügen und zu hoffen

aus www.zukunftsfähig.de 

Mutter Natur

Nimm mich, du Gütige,
still an dein Herz!
Kühle, du Mächtige,
sanft meinen Schmerz!
Sieh nur, ich trage
so müde mein Los —
gib mir die Ruhe
in deinem Schoß!
Mutter Natur,
erbarme dich mein,
wiege zum ewigen
Schlummer mich ein!


Mathilde von Bayern 1877-1906,deutsche Dichterin


Als Gott die Erde und alles Leben darauf schuf, sprach er zu den Menschen: Macht euch die Erde untertan (Genesis 1,28). Die Menschen folgen diesem biblischen Leitspruch – sie machen sich die Erde untertan – doch er bedeutet nicht: Macht die Erde kaputt, zerstört die Umwelt und die Natur; er bedeutet nicht: Rottet die Tiere aus, von denen ihr meint, sie nützten euch nicht; er bedeutet nicht: zerstört die Lebensräume der anderen Lebewesen; er bedeutet nicht: Begehet Raubbau an Schätzen, die zu erschaffen die Erde Jahrmillionen gekostet hat!
Er bedeutet: Seid Teil einer Symbiose mit der Erde und mit allem, was sie euch bietet, mit dem Wasser, mit der Luft, mit dem Element Erde, mit dem Kostbarsten: Dem Leben.

Susi


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Zum Muttertag


Es war eine Mutter die hatte neun Kinder.
Man könnte weiter singen den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter, dass waren nur vier …
Diese Jahreszeiten spielten für diese Mutter auch eine Rolle.
In 25 Jahren schenkte sie 9 Kindern das Leben. (Natürlich in verschiedenen Jahren)
Im Frühling zwei Kinder, im Sommer zwei Kinder, im Herbst zwei Kinder und im Winter drei Kinder.
Sie zogen sie groß zu anständigen fleißigen Menschen.
Damals das Selbstverständlichste der Welt, heute kaum vorstellbar.
Ich erinnere mich noch gut an den Tag der Beerdigung, einer Mutter, Groß und unserer Urgroßmutter.
Sara Untch (Honnebarch No. 244) gest. am 12 Mai 1954.
Wir Enkel und Urenkelkinder in Mitten einer großen Verwandtschafts Schaar trugen jedes Kind ein Sträußchen Blumen mit Fliederblüten - Narzissen - Vergissmeinnicht aus dem eigenen Garten in der Hand. Heute erinnern wir an den 58ten Todestag einer Liebenswerten, Gutmütigen Mutter.

Hab Dank Du liebes Mütterlein
für jede Stunde bei dir daheim,
Wir vermissen Dich mit Schmerzen
doch Du lebst fort in all unsern Herzen.

Kathi Mätz


Wissenswertes über Vornamen unserer Mütter

Liebe Reichesdorfer, habe unser Blatt um diese Rubrik erweitert. Wer mag, darf sich natürlich daran beteiligen und interessante Sachen recherchieren und einfach mit uns teilen. Beiträge dazu bitte an mich, danke! 

 

Name Herkunft Bedeutung
Anna Hebräisch Anmut, Liebreiz, die Begnadete; laut Bibel die Mutter Marias
Elisabeth Hebräisch Mein Gott ist Vollkommenheit, der Schwur Gottes
Emma  Germanisch Kurzform von Namen mit "Erm" bzw. "Irm", z.B. Irmgard
Gerda  Nordisch Die Schützerin, (dordische Mythologie: Fruchtbarkeitsgöttin)
Johanna Hebräisch Gott ist gnädig
Katharina Griechisch Reinheit, die Reine
Margarete Lateinisch Die Perle
Regina Lateinisch die Königin, Himmelskönigin, Beiname der Mutter Jesu
Sara Hebräisch Die Fürstin, Herrin
Sophia Griechisch Weisheit, die Weise
Susanna Hebräisch Lilie

Susi


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Unvergessene Heimat

Der Herr der Welten schritt einmal
Im Frühlingssonnenglanz zu Tal,
Zu seinem besten Ackerland:
Am Ostsee und am Nordseestrand.
Er wollte frische Aussaat spenden
Von Deutschen, die ihm nie genug;
Der Same fiel aus vollen Händen,
Darüber ging der Zeiten Pflug.

Getan das Werk, zum Schwarzen Meer
Kam Gott dann über Ungarn her;
Er überschaut das schöne Land
Und segnend hob sich seine Hand,
Da fiel ein Korn -dem ist entwachsen,
Als Gottes Saat, die stets gedeiht:
Das Volk der Siebenbürger Sachsen,
Ein Stamm wie für die Ewigkeit."



Aus: "Unvergessene Heimat Siebenbürgen" von Bernd G. Längin. Verfasserin des Gedichtes ist die Schriftstellerin Olga Hörler (1853-1929). Sie kam mit ihrem Sohn Rudolf Hörler, aus Wien nach Hermannstadt.


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Ahnenforschung

Einem Großteil unserer Leser ist der Begriff AHNENFORSCHUNG wahrscheinlich geläufig.
Viele von uns wüssten gerne wer ihre Vorfahren waren wo sie gelebt und wohin das Schicksal sie im Laufe der Jahrhunderte verschlagen hat. Um aber in den Genuss dieser Informationen zu kommen müsste man Zugang zu den kirchlichen Unterlagen haben, diese aber sind schwer zugänglich für den Einzelnen und teils schwer zu lesen. Im Rahmen des Siebenbürgischen Instituts in Gundelsheim wurde ein Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde e.V. Heidelberg –Sektion Genealogie ins Leben gerufen. Das Ziel dieses Projektes ist die Zusammenführung aller Daten aus den siebenbürgischen Kirchenmatrikeln, Familienbüchern, Stammbäumen, Ahnentafeln, Ahnenpässen, sowie bereits digital erfassten Ortsfamilienbüchern und Familienaufstellungen, um sie Historikern und allen Interessierten zugänglich zu machen. Gelegentlich meiner Teilnahme am Verbandstag in Gundelsheim (Oktober 2011) wurde ich angesprochen ob den von Reichesdorf niemand bereit wäre mitzuhelfen um die Daten zu erfassen. Nach einer Rücksprache mit dem Vorstand habe ich mich nun bereit erklärt meine Hilfe anzubieten und so habe ich am 16 -18. März 2012 am schon 8-ten Seminar zu diesem Thema in Bad Kissingen teil genommen. Beschämend musste ich feststellen dass alle Nachbargemeinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium befinden.
Nachdem all diese Daten in den unterschiedlichsten Formen vorliegen, ist ihre Übernahme in das für dieses Vorhaben vorgesehene Programm Gen_Plus notwendig. Während diesem Seminar wurden wir eingewiesen wie mit diesem Programm gearbeitet wird.
Nun werdet Ihr Euch die Frage stellen – wie kommt man an diese Daten? Ein Großteil der HOGs haben sich diese in Eigenregie fotokopiert. Da ich aber nicht in der Lage bin dies zu tun, wurde mir zugesichert die Daten über den Projektleiter, der jedes Jahr nach Siebenbürgen fährt und eben solche Daten zu holen, bekommen werde. Natürlich sind auch alle Reichesdorfer/innen gebeten aus Ihren persönlichen Sammlungen und Aufzeichnungen in Original oder Kopie zur Verfügung zu stellen. (Ahnenpässe, Familienbücher oder eigene Aufzeichnungen) Nach erfassen der jeweiligen Daten werden die Unterlagen auf Wunsch zurückgeschickt, ansonsten werden alle für dieses Projekt zur Verfügung gestellten Unterlagen sowie das Endprodukt im Siebenbürgischen Archiv in Gundelsheim hinterlegt.
Um aber sicher zu gehen dass die Daten nicht missbraucht werden mussten wir eine Datenschutzerklärung unterzeichnen. Nach erfassen aller Daten kann natürlich jeder für seine Familie relevanten Daten in einer Aufstellung bekommen.
Zur Information: bisher wurden ca. 500 000 Datensätze für Siebenbürgen erfasst. (Ich hoffe auf eine rege Teilnahme.

Aufruf:
Wir, der Vorstand der „Reichesdorfer HOG“ haben eine Bitte an Euch.:

Bitte unterstützt unseren „Hans Alzner“ bei seiner Arbeit im Ramen des Projekts „AHNENFORSCHUNG“ für das siebenbürgische Institut in Gundelsheim.

Wie können wir ihn unterstützen?

Jeder Reichesdorfer der ausgewandert ist hat beim Pfarrer Binder in jener Zeit einen Ahnenpass beantragt. In diesem Ahnenpass sind Eltern, Großeltern, Urgroßeltern und vielleicht noch ein oder zwei Generationen eingetragen.

Diese Unterlagen sind sehr wichtig für ihn und erleichtern ihm ungemein seine Arbeit. Hans hat sich eine enormes Projekt und Arbeitspensum aufgebürdet.
Bitte lasst ihn nicht allein.
Er macht das Ganze freiwillig und nicht zu seinem eigenen Vergnügen sondern zu unserer allen Vorteil.
Denn wir alle wollen nicht vergessen werden. Wir Reichesdorfer sind in der ganzen Welt verstreut, und es wäre schön wenn in 50-100 Jahren jemand, da seine Angehörigen AHNEN finden könnte.
Wir alle wollen das unsere Enkel; Urenkel uns Ururenkel wissen wo ihre Wurzeln und die Wiege ihrer Ahnen stand.
Die anderen siebenbürgische Gemeinden sind sehr viel weiter als wir, also muss Hans Alzner richtig in die Tasten hauen um aufzuholen.
Bitte kopiert diese Ahnenpässe, Familienbücher und sonstigen privaten Sammlungen / Aufzeichnungen und schickt sie an:

Hans Alzner
Stegwiesen 33
78333 Stockach


Weitere Details erfahrt ihr unter seiner Tel. Nr. 07771 61563

Nach dem die Daten in dieses Programm das übrigens „Gen-Plus“ heißt, übernommen wurden, werden Euch auf Wunsch die Unterlagen wieder zurückgeschickt.

Bitte, bitte -unterstützt Hans, damit auch unsere Reichesdorfer Ahnen nicht in Vergessenheit geraten.

Im Auftrag des Vorstands:
Heinrich Maiterth


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Wo sind die Evangelischen A.B.?

Statistikkamt gab Zwischenergebnisse der Volkszählung bekannt.
Bei der Aufzählung der Konfessionen, zu denen die Einwohner des Kreises Hermannstadt laut eigener Aussage gehören, fehlt die evangelische A. B. Laut Zwischenergebnissen der Volkszählung im Oktober letzten Jahres, die von dem Hermannstädter Statistikamt bekannt gegeben wurde, gehören 336.256 Personen der Rumänisch-Orthodoxen Kirche, 7.608 der Griechisch-Katholischen, 5.664 der Reformierten, 4.822 der Römisch-Katholischen, 4.827 den Pfingstlern und 3.070 den Baptisten an.
Laut Bestandaufnahme der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien vom 30. Juni 2011 zählten die Gemeinden im Kreis Hermannstadt 4.293 Mitglieder. Wo sind all diese Seelen "untergetaucht" bei der Volkszählung?
Insgesamt ist die Bevölkerungszahl im Kreis Hermannstadt unter die 400.000-Grenze gesunken.
Bei der Volkszählung von 2002 waren es noch 421.724 Einwohner, 2011 sollen es nur noch 375.992 sein.
Davon leben 137.026 in Hermannstadt, 17.866 weniger als 2002.
In Mediasch sind es nur noch 44.000, 10.984 weniger als 2002. Als Rumänen erklärten sich 340.836 der Befragten (41.225 weniger als 2002), 17.901 als Roma (776 mehr als 2002), 10.893 als Ungarn (4451 weniger als 2002) und als Deutsche 4.117 (2.437 weniger als 2002).

Beatrice Ungar


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Deutsche Minderheit Thema in Berlin

Die Situation der deutschen Minderheit in Rumänien gehörte zu den zentralen Themen des Gespräches zwischen Staatspräsident Traian Basescu und Bundespräsident Christian Wulff am Donnerstag, den 10. November, während dem offiziellen Besuch in Berlin. Bundespräsident Wulff würdigte, dass die deutsche Minderheit in Rumänien „fair“ behandelt wird und fragte nach der Lage des deutschsprachigen Unterrichts sowie der Verbreitung der deutschen Sprache in Rumänien. Der rumänische Präsident informierte seinen deutschen Kollegen über das Fehlen von qualifizierten Fachkräften in den Kindergärten und Schulen mit deutscher Unterrichtssprache und bat, das Lehrerentsendeprogramm fortzusetzten, da das Fördern der deutschen Sprache auch für die Wirtschaft von Vorteil sei.
Präsident Basescu lud den Bundespräsidenten ein, Rumänien 2012 zu besuchen, wenn sich 20 Jahre erfüllen seit der Unterzeichnung des Vertrags über freundschaftliche Zusammenarbeit und Partnerschaft in Europa. Als Mitglied der offiziellen Delegation lud der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Gant den Bundespräsidenten ein, anlässlich des Besuches in Bukarest auch nach Hermannstadt/Sibiu zu kommen.
Die Problematik der deutschen Minderheit in Rumänien wurde auch im Gespräch zwischen Präsident Basescu und Bundeskanzlerin Angela Merkel angesprochen. „Wir freuen uns, dass die deutsche Minderheit in Rumänien den Ausschlag gibt, dass wir sehr enge Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern haben. Die deutsche Minderheit ist so etwas wie eine Brücke zwischen unseren beiden Ländern“, erklärte die Bundeskanzlerin im Statement vor der Presse. „Im Rahmen der Gespräche über das deutsch-sprachige Schulwesen habe ich der Bundeskanzlerin über die ausgezeichneten Ergebnisse in den Lyzeen mit deutscher Unterrichts-sprache berichtet, wo unter heuer sehr strengen Bedingungen über 90 Prozent der Schüler das Abitur schafften.

Weitere Themen im Gespräch mit der Bundeskanzlerin waren die deutschen Investitionen in Rumänien, der Beitritt Rumäniens zum Schengen-Raum, die Lage in der Republik Moldova und die Kosovo-Frage sowie die Zukunft der Europäischen Union, “ erklärte der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Gant.



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Teil 1
Der Beginn bundesdeutscher Zahlungen an Bukarest für den Freikauf der Rumäniendeutschen 

Dr. Ewald Garlepp und die Zentrale Rechtsschutzstelle des Auswärtigen Amtes (I)
Von: Ernst Meinhardt ADZ vom, 14. 12 2011


Der Journalist Ernst Meinhardt geht schon seit Jahren dem Freikauf der Rumäniendeutschen nach.
Unter dem Titel „Freikauf der Rumäniendeutschen – Der Beginn bundesdeutscher Zahlungen an Bukarest“ fand im Oktober in Berlin ein Symposium statt. Anlass waren die 60 Jahre, seitdem am 24. August 1951 im damals schon geteilten, aber noch nicht zugemauerten Berlin die „Vereinigung der Deutschen aus Rumänien“ gegründet worden war, aus der 1955 die Landsmannschaften hervorgegangen sind. Die Tagung fand in und gemeinsam mit der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde statt. Marienfelde war für West-Berlin das, was für Westdeutschland Nürnberg oder Friedland waren. Im Folgenden drucken wir in gekürzter Form den Hauptvortrag der Tagung ab, den der aus dem Banat stammende Deutsche-Welle-Journalist Ernst Meinhardt hielt.

Einleitung.
Für Mai dieses Jahres hatte ich eine Einladung nach Laufen am Neckar. Das ist eine Kleinstadt mit rund 11.000 Einwohnern nahe bei Heilbronn. Die Einladung war eine der ungewöhnlichsten, die ich jemals erhalten habe. Eine Familie, die aus Hermannstadt/Sibiu stammt, wollte mir erzählen, wie sie gegen Zahlung einer sehr hohen Summe die Ausreisegenehmigung aus Rumänien erhalten hat.
  Bei einem solchen Angebot muss man zugreifen. Es kommt nicht jeden Tag. Wenn es um das Thema „Ausreise gegen Bezahlung“ geht, wird auch heute noch unter Rumäniendeutschen hartnäckig gemauert. Die Leute wollen darüber nicht sprechen, schon gar nicht, wenn das Mikrofon eingeschaltet ist. In Laufen hatte ich aber noch einen weiteren Grund, bei dem Angebot zuzugreifen. Meine Interviewpartner sind mit Hilfe des Stuttgarter Rechtsanwalts Dr. Ewald Garlepp nach Deutschland gekommen.
Den Namen Garlepp kenne ich, seit ich mich mit der Erforschung des „Freikaufs der Rumäniendeutschen“ beschäftige. Bei meinen Recherchen bin ich immer wieder auf ihn gestoßen: im Bundesarchiv in Koblenz, im Archiv des Auswärtigen Amtes in Berlin, im Archiv der Evangelischen Kirche in Berlin, in Unterlagen der Bukarester Securitate-Akten-Behörde CNSAS (Nationalrat zum Studium der Akten der Securitate). Dr. Ewald Garlepp war der Vorgänger von Rechtsanwalt Dr. Heinz-Günther Hüsch. Der CDU- Landtags- und Bundestagsabgeordnete Dr. Hüsch hat mehr als zwanzig Jahre lang im Auftrag der Bonner Bundesregierung mit der rumänischen Seite über die Ausreise der Rumäniendeutschen verhandelt.
  Über die Tätigkeit von Dr. Garlepp wurde so gut wie nie berichtet. Dabei hat er den Grundstein für das gelegt, was wir heute „Freikauf der Rumäniendeutschen in den Jahren des Kommunismus“ nennen, also für die Formel: Das kommunistische Rumänien lässt Banater Schwaben und Siebenbürger Sachsen ausreisen, wenn die Bundesrepublik Deutschland für sie Ablösebeträge bezahlt.

Biografische Daten
Dr. Ewald Garlepp wurde am 29. November 1905 in Dessau (Anhalt) geboren und ist am 19. August 1989 in Filderstadt (bei Stuttgart) gestorben. Er hat Jura studiert und 1930 an der Universität Erlangen über das Thema „Die Überlegung als Unterscheidungsmerkmal zwischen Mord und Totschlag“ promoviert. Als Rechtsanwalt war er von Anfang 1932 bis Anfang 1984 zugelassen. Seine Kanzlei befand sich zunächst im Zentrum von Stuttgart, dann in Stuttgart-Bad Cannstatt, dann in Filderstadt-Bonlanden.
Schwerpunkt seiner Anwaltstätigkeit nach dem Zweiten Weltkrieg war der Rechtsschutz für Deutsche, die im Ostblock, vor allem in Polen, in der damaligen Tschechoslowakei und in Rumänien aus politischen Gründen inhaftiert waren. In Zusammenarbeit mit polnischen, tschechischen, slowakischen und rumänischen Anwälten bemühte er sich darum, die Inhaftierten zunächst freizubekommen. In einem zweiten Schritt versuchte er, für sie und ihre Angehörigen Ausreiseerlaubnisse zu erwirken – beides natürlich gegen Bezahlung an die Ostblockländer. Das war der Auftrag, den Dr. Garlepp vom Auswärtigen Amt erhalten hatte.
Frühzeitig ist er aber dazu übergegangen, sich nicht nur um politische Häftlinge zu kümmern, sondern mit der rumänischen Seite auch über die Ausreise von „ganz normalen“ Rumäniendeutschen zu verhandeln, also von Leuten, die weder in Haft saßen noch sonst politisch unter Druck standen. Ein Fall dieser Art ist jener der Familie in Lauffen, die ich eingangs erwähnt habe. Auf meine Frage, ob er, seine Frau oder seine Söhne in Rumänien politisch verfolgt wurden, antwortete Reinhard Lang: „Nein. In keiner Weise.“

Die Ausreise der Familie Lang
Ihre ersten beiden Ausreiseanträge haben die Langs in den 1950er-Jahren gestellt. Beide wurden abgelehnt. Als sich Dr. Garlepp einschaltete, ist die Ausreise der Familie Lang sehr schnell und unproblematisch über die Bühne gegangen. Im Frühjahr 1963 wurden die Langs von den rumänischen Behörden aufgefordert, einen Ausreiseantrag zu stellen. Diesmal sind nicht die Langs zu den Behörden gegangen, um einen Ausreiseantrag zu stellen, sondern die Behörden sind zu ihnen gekommen und haben sie aufgefordert, den Antrag zu stellen. Ein Vierteljahr später hatten sie ihre Ausreisegenehmigung in der Hand. Am 28. Juli 1963, dem 36. Geburtstag von Roswitha Lang, sind sie ausgereist.
Was die Langs erst nach ihrer Ankunft in Deutschland erfahren haben: Ihre Ausreise ist über Dr. Garlepp gelaufen und ihre Angehörigen haben in Deutschland dafür eine Menge Geld hingelegt: pro Person 6000 DM. Für die fünfköpfige Familie – Mutter, Vater und drei Söhne – waren das insgesamt 30.000 DM. In unserem Interview in Lauffen sagte Roswitha Lang: „Als ich gehört habe, dass 30.000 DM gezahlt worden sind für uns – ich hatte ja gar kein Verhältnis zu dieser Währung, ich wusste nicht, ist das viel oder wenig –, da hat meine Schwester mir gesagt: ‚Damit du weißt, wie viel das ist: Unser Einfamilienhaus, das wir voriges Jahr gebaut haben, hat 85.000 DM gekostet.‘
Wie der Kontakt zu Dr. Garlepp zustande gekommen ist, wann die Angehörigen von Langs erstmals Kontakt zu ihm aufgenommen haben, lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Roswitha Langs Schwester, die bei der ganzen Sache die treibende Kraft war, ist im Sommer 90 Jahre alt geworden und kann sich nicht mehr an alle Einzelheiten erinnern. Sie glaubt, dass sie schon vor 1962 erstmals mit Dr. Garlepp über diese Sache sprach. Auch wie das Geld von Deutschland über Dr. Garlepp nach Rumänien gelangte, ist nicht mehr hundertprozentig zu klären. In unserem Interview sagte Reinhard Lang: „Wie man uns erzählte, sei das Procedere so gewesen, dass diese Summe Geld auf einem Sperrkonto gelagert wurde. Und bei unserer Ankunft in Deutschland wurde das Geld zugunsten der Rumänischen Nationalbank freigegeben.“

Die Anfänge deutscher Zahlungen
Das älteste Dokument, in dem von Zahlungen für ausreisewillige Rumäniendeutsche die Rede ist, habe ich im Bundesarchiv in Koblenz gefunden. Es stammt aus dem Auswärtigen Amt und trägt das Datum 9. Dezember 1954. In dem Dokument wird zunächst über die Verhandlungen berichtet, die der Ostausschuss der deutschen Wirtschaft zu dem Zeitpunkt in Wien mit Vertretern Rumäniens führte. Im zweiten Teil wird über eine Besprechung „mit dem Vertreter der rumäniendeutschen Landsmannschaften in Wien“, Hans Androwitsch, berichtet. Er hat mit der Delegation des Ostausschusses Kontakt aufgenommen, um mit ihr über das Thema „Familienzusammenführung“ zu sprechen. Wörtlich heißt es in dem Dokument: „Er (Hans Androwitsch) erklärte, dass man nach seiner Kenntnis der Dinge den Rumänen sehr reale Angebote machen müsse. Er berichtete über eine Zusammenkunft in Stockholm, wo Vertreter der rumänischen Regierung deutlich erklärt hätten, dass sie Volksdeutsche aus dem Lande nur herauslassen würden, wenn pro Kopf 1000 Dollar gezahlt würden Über Dr. Garlepp geben gleich die ersten Dokumente des im Mai dieses Jahres von CNSAS von einem Forscherteam unter der Leitung von Florian Banu herausgebrachten Quellenbandes „Actiunea ‚Recuperarea‘ – Securitatea si emigrarea germanilor din România (1962–1989)“ Auskunft. In einem Schreiben des Rumänischen Innenministeriums vom 13. Juli 1962 heißt es: „Aufgrund der Informationen, die dem rumänischen Innenministerium vorliegen, wurde auf Rechtsanwalt Garlepp aus der Bundesrepublik Deutschland Rechtsanwalt Porastau Roman angesetzt. Porastau trägt den Decknamen ‚Alexandru‘ und ist einer unserer Agenten.“
Aus den Gesprächen, die ‚Alexandru‘ mit Garlepp führte, ergibt sich folgendes Bild: Garlepp wurde von seinen Mandanten in der Bundesrepublik Deutschland beauftragt, ihre Verwandten bei deren Ausreisebemühungen aus Rumänien anwaltlich zu unterstützen. Um das tun zu können, hat Garlepp mit einigen Anwälten in Rumänien Kontakt aufgenommen. (…) Nachdem er sich von Rechtsanwalt Garlepps Seriosität überzeugt hat, ist es ‚Alexandru‘ den Anweisungen der Securitate gemäß gelungen, Garlepps Vertrauen zu gewinnen.
Garlepp machte deutlich: Wenn es ‚Alexandru‘ schafft, Ausreisegenehmigungen für jene Personen zu erhalten, die ihm von Garlepp namentlich genannt werden, dann würde er, ‚Alexandru‘, dafür ein hohes Honorar in Valuta erhalten.
Um sich von den Möglichkeiten ‚Alexandrus‘ zu überzeugen, schlug Garlepp vor, dass sich ‚Alexandru‘ als  Erstes darum kümmert, dass Hann Albert, seine Frau und seine beiden Kinder eine Ausreisegenehmigung erhalten. Die Hanns sind Deutsche und leben in Hermannstadt. (…) Wenn ihr Ausreiseantrag genehmigt wird, soll ‚Alexandru‘ ein Honorar von 30.000 DM erhalten. (…)”Garlepp fügte hinzu: Wenn dieser Fall gelöst wird, wird dadurch eine Möglichkeit geschaffen, in Zukunft auch weitere ähnlich gelagerte Fälle zu lösen, wobei das Honorar in Valuta gezahlt wird.
Das Dokument kommt zu dem Schluss: Wenn Rumänien auf diese Art und Weise Angehörige der deutschen Minderheit ausreisen lässt, „dann schaffen wir damit die Möglichkeit, erhebliche Beträge in Valuta ins Land zu holen, ohne dass unser Organ (d. h. die Securitate – Anm. EM) direkt in Erscheinung tritt.“
Zur Verschleierung sollte das Geschäft immer die Form einer privaten Vereinbarung zwischen den beiden Anwälten haben. Die Unterzeichner des Papiers, allesamt Offiziere der Securitate, schlagen drei Dinge vor: (1) Der Ausreiseantrag der Familie Hann Albert soll genehmigt werden, (2) solche Vereinbarungen – im Text werden sie als „Kombinationen“ bezeichnet – sollen auch für weitere Personen genehmigt werden, wenn Garlepp für die Lösung dieser Fälle erhebliche Beträge in Valuta zahlt, (3) das Geld soll von „Alexandru“ in Empfang genommen werden, wenn Garlepp nach Rumänien kommt.
Die Vorschläge wurden noch am selben Tag von Alexandru Draghici genehmigt. Als rumänischer Innenminister war er zugleich oberster Chef der Securitate. Noch am gleichen Tag hat die „Kommission für Pässe, Visa und Rückführungen in die Heimat“ den Ausreiseantrag der Hanns genehmigt. Keine vier Wochen später, am 7. August 1962, informiert die Rumänische Staatsbank „Genossen Alexandru Draghici“, dass die 30.000 DM aus Stuttgart eingetroffen sind und dem rumänischen Innenministerium zur Verfügung stehen.
Damit nimmt das Geschäft mit der Ausreise seinen Lauf. Es hatte zwar schon lange vorher begonnen, verläuft von nun an aber in offiziösen Bahnen. Freilich musste bis zum Sturz des kommunistischen Systems verschleiert bleiben, dass der rumänische Geheimdienst Securitate dahinter steckte.

Garlepp –Craciun Serbanescu
Der oben erwähnte Rechtsanwalt Roman Porastau war Agent der Direktion I des rumänischen Innenministeriums, also des Auslandsgeheimdienstes. Zu einem Agenten der Direktion II, der rumänischen Gegenspionage, hatte Rechtsanwalt Garlepp schon lange vorher Kontakt. Es handelt sich um Craciun Serbanescu. Auch Serbanescu war – wie Porastau – Rechtsanwalt. Forscher der rumänischen Securitate-Akten-Behörde behaupten, dass der Kontakt Garlepp – Serbanescu seit 1958 bestand. Unterlagen, die ich in Archiven gefunden habe, deuten darauf hin, dass die Zusammenarbeit schon sehr viel früher begann. In seiner rund 200 Seiten starken Broschüre „Die Arbeit der Rechtsschutzstelle des Hilfswerks in der Zeit von 1950 bis 31. März 1957“ schreibt Dr. Garlepp, dass er mit Craciun Serbanescu bereits zu Beginn der 1950er Jahre zusammengearbeitet hat. Ursprünglich ging es nur um strafrechtlich verfolgte Kriegsgefangene, später auch um Deutsche und Volksdeutsche, die aus politischen Gründen vor Gericht gestellt wurden. Wörtlich schreibt Dr. Garlepp in der oben genannten Broschüre: „Auch in Aussiedlungssachen wurde dieses gemeinsame Wirken mit dem Bukarester Anwalt erfolgreich, dies aber erst, als nach Auflösung der Rechtsschutzstelle (im Jahre 1957 – EM) deren letzter Leiter (Dr. Garlepp – EM) die Zusammenarbeit (mit Serbanescu – EM) fortsetzte.“
In einem Brief vom 25. März 1963 an einen Hamburger Rechtsanwaltskollegen – den Brief fand der Münchner Dokumentarfilmer Günter Czernetzky im Bundesarchiv in Koblenz – berichtet Garlepp, wie seine Verbindung zu Craciun Serbanescu zustande kam: „In früheren Jahren bestanden nur verhältnismäßig wenig Verbindungen zu dem Bukarester Kollegen Serbanescu. Bei diesen wenigen Sachen handelte es sich um Haftsachen. Aus dieser oder jener Haftsache entwickelte sich dann eine Aussiedlungsangelegenheit. Diese führte dazu, dass der Bukarester Kollege auch die Aussiedlungsbemühungen von Personen, mit deren Strafsache er befasst war, anwaltlich unterstützte. Als es dann zu Wirtschaftsverhandlungen zwischen Rumänien und der Bundesrepublik Deutschland kam, wurde der deutschen Wirtschaftsdelegation auch ein Delegierter beigegeben, der Aussiedlungssachen zur Sprache bringen sollte. Bei diesen offiziellen Verhandlungen erklärten die Rumänen, als in Verbindung mit den Wirtschaftsgesprächen eine Regelung der Familienzusammen-führung und Aussiedlung erfolgen sollte: ‚Wir sind doch keine Menschenhändler.‘ Gleichzeitig wurde aber unser Kollege Serbanescu zu den Aussiedlungsexperten unserer Wirtschaftsdelegation geschickt. Unser Bukarester Kollege führte das Gespräch in der Weise, dass er den deutschen Delegierten bat, mir Nachrichten über Aussiedlungssachen zu überbringen.“
Die Rumänen glaubten, offizielle Gespräche über Familienzusammenführung und Aussiedlung ablehnen zu müssen. Gleichzeitig suchten sie aber über Serbanescu einen offiziösen Weg. In dem oben zitierten Brief beschreibt Dr. Garlepp seinen wichtigsten rumänischen Ansprechpartner folgendermaßen:
„Wenn auch unser Kollege Serbanescu nicht mehr der Jüngste ist, so ist er doch noch voll leistungsfähig. Er ist mit unserer gemeinsamen Arbeit derart verwachsen, dass es für ihn weder Urlaub noch Sonn- und Feiertage gibt. Er arbeitet Tag für Tag von 5 Uhr früh bis 7 Uhr abends. (…) Serbanescu genießt in Rumänien besonderes Ansehen und verfügt über allerbeste Verbindungen. Serbanescu war zu Zeiten der rumänischen Monarchie Präfekt. Er wurde dann Anwalt und verteidigte mit besonderem Mut vor einigen Jahrzehnten gerade die Männer, die heute in Rumänien an oberster Stelle stehen. So verbindet ihn unter anderem eine besondere Freundschaft mit dem mächtigsten Mann Rumäniens, nämlich Gheorghiu-Dej. In Bukarest kann man hin und wieder in einem internationalen Lokal Gheorghiu-Dej und Serbanescu gemeinsam speisen sehen.“

Fortsetzung folgt im nächsten Boten Weihnachten 2012
(gefunden in den Archiven der ADZ (Algemeine Deutsche Zeitung, früher Neuer Weg)


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Rumänische Arbeitnehmer laut EU-Statistik sehr arbeitsam

Über die Effizienz sagt die Erhebung nichts aus.
Bukarest (dpa/ADZ) - Erheblich mehr als in anderen EU-Ländern wird in Rumänien (2095 Stunden im Jahr) und Ungarn (2021) gearbeitet, stellte eine Untersuchung des Pariser Wirtschaftsforschungsinstituts Coe-Rexecode fest, das von der Pariser Tageszeitung „Le Figaro“ zitiert wird.
Allerdings wird von der Effizienz in der Studie nichts gesagt. Auch die griechischen Vollzeitbeschäftigten sind mit 1971 Stunden pro Jahr etwas arbeitsamer als die Deutschen. Deutsche Arbeitnehmer arbeiten hingegen deutlich mehr als ihre Kollegen in anderen führenden EU-Staaten. Sie verbrachten im Jahr 2010 durchschnittlich 1904 Stunden am Arbeitsplatz.
Französische Angestellte und Arbeiter kamen nur auf 1679 Stunden. Die Differenz von 225 Stunden entspreche sechs Arbeitswochen rechnete „Le Figaro“ am Donnerstag vor. Noch einmal fleißiger als die deutschen Arbeitnehmer sind die Selbstständigen in der Bundesrepublik. Sie arbeiteten 2010 im Schnitt 2459 Stunden pro Jahr. Innerhalb der EU engagierten sich mit durchschnittlich 2551 Stunden nur die Österreicher noch mehr.
Andere große EU-Staaten wie Großbritannien, Spanien oder Italien liegen bei der durchschnittlichen Arbeitszeit zum Teil deutlich hinter Deutschland. Schlusslicht der Statistik sind hinter den Franzosen die Finnen mit 1670 Jahresarbeitsstunden. Die Ziffern aus dieser Statistik werden in Frankreich allerdings auch im Wahlkampf genützt.

ADZ vom Samstag, 14. 01 2012


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Für unsere Kleinsten

Tiger und das Kristallherz

 

Liebe große und kleine Leser! Elisabeth hat auch diesmal wieder die Feder geschwungen und eine tolle Geschichte extra für euch gezaubert.
Lasst euch in die geheimnisvolle und wunderbare Welt der Drachen entführen und erfahrt, was die Liebe einer Drachenoma zu einem nicht immer ganz braven Enkelkind bedeutet!


Es gibt sehr viele verschiedene Arten von Drachen. Die schönsten unter ihnen sind die Schmetterlingsdrachen mit ihren filigranen, leuchtend bunt gemusterten Flügeln, und die eleganten Engelsdrachen, die statt Schuppen ein strahlend weißes Federkleid besitzen. Aber es gibt auch unheimlichere, die riesigen Wyrm, die sich wie Würmer durch das Erdreich wühlen, und die gefürchteten Seeschlangen. Am gruseligsten sind die Fledermausdrachen, die in düsteren Höhlen hausen und sie nur nachts verlassen, wenn weder Mond noch Sterne vom Himmel scheinen.
Die stolzesten und größten aller Drachen sind die Himmelsdrachen. Sie haben riesige Flügel, mit denen sie sich in den Himmel erheben können, und jeder einzelne von ihnen hat eine andere Farbe. Große, gedrehte Hörner wachsen aus ihren Schädeln, die sich auf dem Rückgrat in Form von Zacken bis zum Schwanz fortsetzen. Selbst unter anderen Drachenarten sind sie gefürchtet für ihre Fähigkeit, Feuer zu speien und die Erde zum Beben zu bringen. Doch sie sind, trotz ihres furchterregenden Erscheinungsbildes, die freundlichsten unter den Drachen.
So unterschiedlich diese und noch viele mehr sind, haben sie alle doch eines gemein: Sie versammeln sich an einem ganz besonderen Tag alle auf der legendären Dracheninsel, die noch kein Mensch je gesehen hat. Dass sie noch niemand entdeckt hat, ist eigentlich ein Wunder, denn sie ist so groß, dass man sie sogar aus dem Flugzeug sehen könnte – aber die mystische Drachenmagie macht sie für alle Wesen unsichtbar, die nicht zur Gattung der Drachen dazugehören. Sie ist entstanden, als ein Vulkan vor unvorstellbar vielen Jahren, als es die Dinosaurier noch gab, ausgebrochen ist. Der Vulkan ist sogar heute noch aktiv. Auf der Insel gibt es Wälder, Wüsten, Sümpfe, Schneelandschaften – so kann sich jede Drachenart in ihrem gewohnten Lebensraum wohlfühlen.
Jede Drachenfamilie versammelt sich auf der Dracheninsel, um den wichtigsten Feiertag für sie zu feiern: Den Muttertag. Denn jede Drachenfamilie stammt immer von einer Drachendame ab, die die älteste und weiseste ihrer Sippe ist. Um sie zu ehren, feiern ihre Kinder, Kindeskinder, Kindeskindeskinder und so weiter mit ihr, denn Drachen, vor allem die weiblichen können sehr, sehr alt werden. Zwar sind alle diese Sippenmütter sehr weise, doch eine von ihnen hat einst einmal das Weiseste gesagt und das Gütigste getan, was bis dahin bekannt war:
Tiger war ein kleiner Himmelsdrache, noch lange nicht ausgewachsen, aber schon stolz darauf, dass er seit dem letzten Jahr kleine Hörner bekommen hatte. Seine Schuppen schimmerten braungolden, so wie der Edelstein Tigerauge, weswegen seine Mutter ihm diesen Namen gegeben hatte. Himmelsdrachen benennen ihre Kinder immer nach den Edelsteinen, die die gleiche Farbe wie sie haben. Mit seiner Mutter und seinen Geschwistern war er wie jedes Jahr auf die Dracheninsel gekommen, um den Muttertag für ihre Omama zu feiern. So wurde Smeralda, die smaragdgrüne Sippenmutter, von ihren Nachkommen genannt. Von denen hatte sie auch sehr viele: Sie selbst hatte siebenhundertsiebenundsiebzig erwachsene Kinder, von denen jedes nochmal so viele Kinder hatte, die auch schon Kinder bekommen hatten. So viele Gäste wollten natürlich untergebracht werden, und so besetzte Smeraldas Familie jedes Jahr für sich den Vulkan und sein unendliches Höhlenlabyrinth.
Da Drachen Schätze mögen, hatte jedes Familienmitglied ein kleines Geschenk für die Omama mitgebracht. Tiger schenkte ihr einen kleinen Goldring, den er einer Prinzessin der Menschen geklaut hatte. Die hatte so viele Ringe besessen, dass ihr der Verlust dieses einen gar nicht aufgefallen war. Wie jedes andere Geschenk, das Smeralda heute erhielt, brachte sie ihn in ihre eigene Schatzkammer.
Tiger war gerade dabei, zu den anderen Drachenkindern zurückzugehen, als ihm einfiel, dass er das ja gar nicht mehr musste. Er hatte jetzt Hörner, und wenn sie auch noch klein waren, musste er nicht mehr bei den ganz kleinen Drachenkindern sein, die erst vor Kurzem geschlüpft waren. Er konnte jetzt schon zu den älteren Drachenkindern! Aufmerksam sah er sich um und suchte nach der Gruppe. Als er sie fand, flog er schnell zu ihnen hin.
Natürlich blieb der Neuankömmling nicht unbemerkt, und einer der jugendlichen Drachen kam auf Tiger zu. Er war schon viel größer als Tiger, und sein Schuppenkleid war kirschrot. Das war Tigers Cousin Rubin. Der ältere Drachenjunge sah auf den kleineren herab und kicherte.
„Was?“, fragte Tiger und stellte die Schuppen auf, um größer zu wirken. Das löste jetzt auch bei den anderen Jungdrachen Gelächter aus. „Hast du dich nicht verlaufen, Nestling?“, wollte Rubin wissen. „Der Kindergarten ist da drüben.“ Wieder lachten die anderen.
Aus Tigers Nasenlöchern stieg Rauch auf – das passiert bei Himmelsdrachen immer, wenn sie sauer sind. „Ich habe Hörner, ich darf hier bei euch sein!“, verteidigte er sich und drehte den Kopf, um die Hörner zu präsentieren.
Rubin kam näher und tat so, als habe er Mühe, etwas zu erkennen. „Was, diese kleinen Stummel nennst du Hörner?“ Er lachte, wurde aber plötzlich ernst. „Pass auf, Kleiner“, sagte er versöhnlich und führte Tiger etwas von der Gruppe weg. „Es reicht nicht, dass einem die Hörner wachsen, um Mitglied bei uns zu sein“, vertraute er dem jüngeren Cousin an. „Wir haben ein Aufnahmeritual, eine Mutprobe, wenn du verstehst.“
Tiger nickte. „Was muss ich tun?“, fragte er, und seine Augen leuchteten vor Tatendrang. Rubin zeigte ans Ende der Höhle, in der Smeraldas Familie feierte, wo ein Durchgang in die nächste Höhle führte. „Gehe in Omamas Schatzkammer und klaue eines ihrer Schätze – am besten etwas Großes und Kostbares! Meinst du, du kriegst das hin, Nestling?“
Tiger gefiel es nicht, wenn Rubin ihn Nestling nannte, aber das spornte ihn noch mehr an, sich zu beweisen. Er nickte eifrig. „Nichts leichter als das!“ Tiger wartete bis zur Nacht, als sich alle seine Verwandten schlafen gelegt hatten, und schlich sich in die Höhle neben der Haupthalle. Das war allerdings noch nicht Smeraldas Schatzkammer, sondern nur die Höhle davor. Nur am gegenüberliegenden Ende gab es ein großes eisernes Tor, das in die Schatzkammer führte. Aber das Tor wurde bewacht von Cerberus, einem riesigen schwarzen Hund mit drei Köpfen, den die Omama als kleinen Welpen aufgenommen und in dieser Höhle großgezogen hatte. Mittlerweile war er zu groß, um die Höhle zu verlassen, aber da sich Smeralda gut um ihn kümmerte, musste er auch nicht weg. Das schwarze Ungeheuer schlief friedlich, die drei Köpfe auf die Pfoten gelegt.
Tiger schluckte, wusste er doch, dass Cerberus seinen Job als Wachhund sehr ernst nahm. Wenn jemand anderes als sein Frauchen versuchen sollte, die Schatzkammer zu betreten, würde er ihn fressen. Also musste Tiger aufpassen, ihn ja nicht aufzuwecken. Er schlich um den Hund herum, und wie durch ein Wunder schaffte Tiger es, das Tor zu erreichen. Glücklicherweise hatte die Omama es nicht ganz zugemacht, sodass er durch den Spalt schlüpfen konnte, denn er war viel zu klein, um die schweren Eisentüren aufzuschieben.
Die Schatzkammer war eine riesige Höhle, über und über mit den Geschenken gefüllt, die Smeralda jedes Jahr bekam. Obwohl es so viele waren, hegte die grüne Drachin Ordnung: Die Schätze stapelten sich in Nischen in den Wänden, sortiert nach dem Material, aus dem sie gemacht waren. Gold und Silber bildeten eigene Haufen, sowie allerhand Edelsteine.
Tiger fing sogleich an, nach einem geeigneten Stück zu suchen, als sein Blick auf den höchsten Punkt der Wand fiel.
Da saß nämlich in einer eigenen Nische ein glasklarer Edelstein in Form eines Herzens. Vor sehr langer Zeit hatte Luna, die erste Tochter von Smeralda, ihrer Mutter dieses Schmuckstück zum Geschenk gemacht. Es war Smeraldas größter Schatz… und daher genau richtig für Tiger. Wenn er das berühmte Kristallherz seinen Cousins vorsetzte, würden die ihn ohne Zögern in ihre Gruppe aufnehmen. Mit vorsichtigen Flügelschlägen erhob Tiger sich in die Luft und steuerte auf das Herz zu. Es schimmerte bläulich, als brenne in ihm ein schwaches Feuer. Als er die Krallen um es legte, um es aus der Nische zu heben, spürte er das schwache Vibrieren des Edelsteins. Es hieß, Luna habe einen normalen Kristall ins Herz des Vulkans gebracht, dessen Lava ihn dann so geformt hatte. Ob ein Teil der Vulkanseele in dem Kristallherz lebte? Das Schmuckstück war fast so groß wie Tiger, und obwohl auch junge Himmelsdrachen schon sehr stark sind, hatte er seine liebe Mühe, das Kristallherz zum Tor zu transportieren. Immer wieder drohte er, zu Boden zu gehen. Als er in Cerberus‘ Höhle angekommen war, musste er einen weiten Bogen um den Hund fliegen. Doch mit dem zusätzlichen Gewicht konnte er nicht gut steuern, sodass er die Wand streifte und einen Steinsplitter davon löste.
Das Bruchstück klimperte zu Boden und rollte Cerberus gegen die berührungsempfindliche Pfote. Tiger hielt die Luft an und hoffte, dass der Wachhund nicht aufwachen möge, doch es half nichts: Cerberus regte sich, zuerst der Kopf, der der berührten Pfote am nächsten war. Einige unendliche Sekunden grummelte er vor sich her, drehte seinen riesigen Körper herum und schlief dann wieder ein.
Tiger atmete erleichtert auf. Was für ein Glück!
Er flog weiter und hatte den Höhlenausgang erreicht, als Cerberus nun doch erwachte. Der dreiköpfige Hund bellte drauflos, als er den Eindringling sah, und Tiger erschrak so heftig, dass er das Kristallherz fallen ließ.
Smeraldas unbezahlbarer Schatz fiel zu Boden und zersprang in tausende winzige Splitter.
„Wie konntest du mein Kristallherz zerbrechen?!“, schrie Smeralda Tiger an. Alle Drachen waren von dem Krach, den der Wachhund verursacht hatte, aufgewacht, so auch die Omama. Die große grüne Drachendame war außer sich vor Wut. Ihr zorniges Brüllen hallte wie Donner in der Höhle wider, und die Erde bebte unter ihren Schritten.
Tiger kauerte am Boden und schaffte es nicht, seiner Omama ins Gesicht zu blicken. Er traute sich auch nicht, sich zu entschuldigen. Denn was hätte das schon gebracht? Smeraldas liebstes Geschenk war zerbrochen, dafür gab es keine Entschuldigung. Luna trat neben ihre Mutter und legte einen Flügel auf deren Rücken. Die jüngere Drachendame war bläulich weiß, weswegen sie nach dem Mondstein benannt worden war. „Komm, Mama, ein bisschen frische Luft tut dir jetzt bestimmt gut“, versuchte sie, die Sippenmutter zu trösten. Die beiden verließen die Höhle, aber unter Smeraldas Schritten bebte die Erde auch noch, als sie draußen war.
Schuldbewusst betrachtete Tiger die Glassplitter, die vorher einmal das kostbare Kristallherz gewesen waren. Warum nur hatte er sich dazu hinreißen lassen, gerade dieses Schmuckstück zu nehmen? Genauso gut hätte es doch auch eine Statue aus Gold getan oder eine versteinerte Koralle. Die waren auch sehr schön…
Die anderen Drachen der Familie entfernten sich nach und nach vom Ort des Geschehens, auch Rubin und die anderen Jugendlichen ließen Tiger allein. Der kleine goldene Drache blickte die Splitter weiterhin an, als ob sie allein durch seinen Wunsch wieder zusammenkleben könnten.
Plötzlich kam Tiger eine Idee. Genau, sie wieder zusammenschweißen! Der Vulkan hatte den einstigen rohen Kristall in das Herz umgeformt, dann würde er es doch auch schaffen, es wieder zusammenzuflicken!
Tiger besorgte sich eine Schale, in die er die Splitter legte, und band sie an sich fest. Damit machte er sich auf den Weg tief in den Vulkan hinein, wo ein Lavasee vor sich hinblubberte. Hitze machte ihm als Himmelsdrachen nichts aus, aber er musste vorsichtig sein, sich nicht an der Lava zu verbrennen. Tiger startete von einem Steg aus festem Gestein aus, der über den See ragte. Vorsichtig flog er immer tiefer dem kochenden Magma entgegen. Auch wenn die Kristallsplitter in der Schale schwer waren, erleichterte die aufsteigende heiße Luft dem Drachen das Fliegen. Als die Schale kurz über der Lava schwebte, sprach Tiger: „Lieber Vulkan, ich bitte dich, bring das Kristallherz wieder zurück!“
Der Vulkan erhörte ihn, und um ihn herum fing es zu beben an. Steine lösten sich von der Decke und versanken zischend im Magma. Blasen stiegen auf, und als sie platzten, flogen heiße Spritzer in alle Richtungen davon. Noch hatte Tiger Glück, keiner davon hatte ihn getroffen, aber das mochte sich bald ändern. Stattdessen landeten die Lavatropfen in der Schale und begannen, die Splitter zum Schmelzen zu bringen.
Der Vorgang dauerte sehr lange. Tigers Flügel taten schon weh. Aber er musste durchhalten und Smeraldas Schatz wiederherstellen.
Plötzlich schoss ein Krampf durch seinen Flügel, und Tiger sackte ab. Die Schale mit den Kristallsplittern versank in der Lava, und er sah sich auch schon darin verbrennen, als sein Fall plötzlich aufgehalten wurde. Keinen Moment zu spät, denn er war so nahe an der heißen Flüssigkeit, dass seine Schuppen kribbelten. Was auch immer ihn gefangen hatte, hob ihn hoch und beförderte ihn auf den Steg zurück.
Tiger schüttelte sich, um den Schreck loszuwerden, und sah dann zu seinem Retter auf. Oder besser, zu seiner Retterin: Smeralda, die große grüne Sippenmutter, stand vor ihm und sah mit tadelndem Blick auf ihn herab. „Dummer kleiner Drache!“, schalt sie ihn laut, aber nicht vor Wut, sondern Sorge. „Willst du in der Lava verbrennen?“
„Aber dein Kristallherz!“, rief Tiger und sah zum Lavasee runter. Die Schale mit den Splittern war mittlerweile bestimmt geschmolzen. Jetzt war das Herz auf ewig verloren.
„Ach, mein Kleiner“, sagte Smeralda und klang jetzt ganz sanft. Sie beugte sich zu ihm herab und blies ihm blasse Flammen entgegen. Das machen Drachenmütter immer, um ihre Kinder zu trösten; das ist wie ein lieb gemeinter Kuss. „Ich hätte nicht so wütend reagieren sollen. Aber du musst mich auch verstehen, immerhin war das Kristallherz mein liebster Schatz.“
„Ich weiß“, murmelte Tiger kleinlaut und blickte beschämt zu Boden. „Es tut mir leid.“ Smeralda stupste ihn mit der Schnauze an. „Nicht doch, mir tut es leid. Ich war zuerst zornig auf dich, aber dann ist mir klargeworden, dass das Herz eines kleinen Drachen viel zerbrechlicher ist als ein Kristallherz. Niemals würde ich wollen, dass eines meiner Kinder, Kindeskinder oder Kindeskindeskinder für das Herz verbrennt. Das war zwar mutig von dir, aber sehr dumm, und ich danke dir dafür.“ Sie gab ihm wieder einen Feuerkuss. „Aber wenn es einen Schatz gibt, den ich noch viel lieber mag als alles, was in meiner Schatzkammer liegt, dann ist es meine Familie. Und es gibt für mich kein schöneres Geschenk, als mit euch zusammen Muttertag zu feiern!“
Tiger freute sich, das zu hören, und schmiegte sich an den Kopf seiner Omama, der doppelt so lang war wie er selbst. „Heißt das, ich muss in Zukunft kein Geschenk mehr mitbringen?“
Die weise alte Drachendame lachte. „Auf keinen Fall! Du weißt, ich mag es, wenn man mir Gold schenkt.“
Tiger lachte mit und war sich sicher, dass seine Omama die beste der ganzen Insel war.

Elisabeth


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Zum Schmunzeln

Schuberts Unvollendete

Ein Vorstandsmitglied eines Großunternehmens hatte Konzertkarten für Schuberts unvollendete Symphonie bekommen.
Er war verhindert und gab die Karten seinem Fachmann für Arbeitszeitstudien und Personalplanung. Am nächsten Morgen fragte das Vorstandsmitglied den Mitarbeiter, wie ihm das Konzert gefallen habe. Anstelle einer Pauschalkritik überreichte ihm der Experte für Arbeitszeitstudien und Personalplanung ein Memorandum, in dem es heißt:

1. Für einen beträchtlichen Zeitraum hatten die vier Oboe-Spieler nichts zu tun. Ihr Part sollte deshalb reduziert, ihre Arbeit auf das ganze Orchester verteilt werden.
2. Alle zwölf Geiger spielten die gleichen Noten. Das ist unnötige Doppelarbeit. Die Mitgliederzahl dieser Gruppe sollte drastisch gekürzt werden. Falls wirklich ein großes Klangvolumen erforderlich ist, kann dies durch elektronische Verstärker erzielt werden.
3. Erhebliche Arbeitskraft kostete auch das Spielen von Zweiunddreißigstel Noten. Das ist eine unnötige Verfeinerung. Es wird empfohlen, alle Noten auf- bzw. abzurunden. Würde man diesem Vorschlag folgen, wäre es möglich, Volontäre und andere Hilfskräfte einzusetzen.
4. Unnütz ist es, dass die Hörner jene Passagen vollständig wiederholen, die bereits von den Saiteninstrumenten gespielt wurden. Würden alle überflüssigen Passagen gestrichen, könnte das Konzert von 25 Minuten auf vier Minuten verkürzt werden.
Hätte Schubert sich an diese Erkenntnis gehalten, wäre er wahrscheinlich imstande gewesen, seine Symphonie zu beenden.
(aus dem Internet) 

La oder le Computer?
Eine Umfrage in Frankreich, bei der Männer und Frauen getrennt befragt wurden, ob"computer" im Französischen männlich oder weiblich sei, ergab folgende Ergebnisse:
Die Frauen entschieden sich für "männlich", "le computer"; Begründung: • um überhaupt etwas damit anfangen zu können, muss man sie anmachen, • sie können nicht selbständig denken, • sie sollen bei Problemen helfen, aber meist sind sie das Problem, • sobald man sich für ein Modell entscheidet, kommt ein besseres raus.
Die Männer waren • für "weiblich", "la computer"; Begründung: • niemand außer dem Hersteller versteht die innere Logik, • die Sprache, die sie zur Kommunikation mit anderen Computern benutzen, ist für andere unverständlich, • auch der kleinste Fehler wird langfristig gespeichert, • sobald man sich für einen entschieden hat, geht das halbe Gehalt für Zubehör drauf.

Brief eines Ehemannes an seine Frau, welche in Kururlaub ist.
Alles in Ordnung, liebe Dörte! Herzlichen Dank für Deinen lieben Brief. Du brauchst Dir wirklich keine Sorgen um mich zu machen. Es ist alles in Ordnung. Das Essen koche ich selbst, und ich staune täglich mehr, wie gut es doch klappt. Mittlerweile kann ich es essen ohne dass mir anschließend im Krankenhaus der Magen ausgepumpt werden muss. Da es oft schnell gehen muss, habe ich mir gestern Bratkartoffeln gemacht. Müssen die Kartoffeln eigentlich geschält werden? Zwischendurch war ich Brötchen holen. Nach meiner Rückkehr war die Emaille in der Pfanne geschmolzen. Ich habe nie geglaubt, dass sie so wenig aushält. Der Rauch in der Küche ist schon wieder abgezogen, aber die Katze ist schwarz wie ein Rabe und hustet. Seither ergreift sie panikartig die Flucht, wenn ich nur den Herd anschalte oder mit den Pfannen klappere. Da ich wenigstens einmal am Tag was Warmes zu Essen brauche, wie du ja weißt, lässt sich Katze mittlerweile gar nicht mehr blicken!
Sag mal, wie lange muss man eigentlich Eier kochen? Ich habe sie zwei Stunden gekocht, aber sie waren nicht weich zu kriegen. Schreib mir doch mal, ob man angebrannte Milch noch verwenden kann. Soll ich sie aufheben, bist Du wieder kommst?
Hatte leichte Probleme mit dem Gulasch, habe mir eine Dose warm gemacht. Doch leider ist sie in der Mikrowelle explodiert. Die Tür der Mikrowelle wurde durchs Fenster geschleudert und unser schönes Gewächshaus ist leider kaputt..... das Fenster auch. Da es geschlossen war (Muss ich immer, wenn ich koche, sonst rückt wieder die Feuerwehr aus) wurde es mit dem Rahmen komplett raus gerissen, die Druckwelle war gewaltig.
Die Dose dagegen ging ab wie ein Zäpfchen, senkrecht nach oben, durchschlug die Decke und traf die Frau von Herrn Bauer, der über uns wohnt, genau zwischen die Beine. Sie war gerade beim Klavierspielen, ihr ist' nix passiert, aber dem Klavierlehrer hat's vier Finger abgerissen!
Hast Du auch schon mal gehabt, dass Dir schmutziges Geschirr verschimmelt ist? Wie ist das nur in so kurzer Zeit möglich? Du bist doch kaum vier Wochen fort. Hinter der Spüle lebt alles, da kannste „Das große Krabbeln“ drehen. Wo kommt dieses Getier her? Hast du da etwas deponiert? Habe mich dann doch endlich dazu hinreißen lassen und das Geschirr gespült. Bitte schimpf nicht mein Schatz, aber das gute Porzellan von Oma ist hin. Hätte nicht gedacht, sah doch so stabil aus, war wohl ein bisschen viel, 1000 Umdrehungen der Waschmaschine.
Die ist übrigens auch hinüber, das große Schlachtermesser hat beim Schleudern leider die Trommel ein wenig beschädigt...... und steckt jetzt in der Wand- das Messer, nicht die Trommel. Denn die hat die Wand durchschlagen und liegt irgendwo draußen herum!
Beim Essen habe ich leider den Wohnzimmerteppich eingesaut, mit Tomatensoße. Du sagtest mir immer, das Tomatensoße nicht mehr rausgeht. Da hast du dich geirrt, mein Liebling, die ging wunderbar raus, die Haare des Teppichs auch. Ich hätte doch wohl keine Nitroverdünnung nehmen dürfen!
Den Kühlschrank habe ich auch abtauen müssen. Du bist da immer so ungeschickt, das Eis geht wunderbar ab mit einer Maurerkelle. Nur komischer weise heizt er jetzt, komisch. Auf jeden Fall ist das Fleisch gut durch. Joghurt, Sekt und Mineralwasser auch, alles explodiert.
Mein Liebling! Am Donnerstag habe ich vergessen, die Wohnung abzuschließen. Es muss jemand da gewesen sein, denn es fehlen einige Wertgegenstände, aber Geld allein macht ja nicht glücklich, wie Du immer sagst. Der Kleiderschrank ist auch leer, aber es kann ja nicht viel drin gewesen sein, denn Du hast Dich ja immer beklagt, dass Du nichts zum Anziehen hast.
Als ich gestern Abend die Kaninchen füttern wollte, ist mir die Kerze umgefallen. Na ja, das Kaninchen ist jetzt ohne Haare. Schaut irgendwie witzig aus!
Damit will ich schließen, morgen mehr. Ich hoffe, dass Du Deine Kur in sorgloser Ruhe und Freude genießt.
Viele herzliche Grüße von Deinem Hartmut!
PS: Deine Mutter hat, als sie von dem Unglück erfahren hat der Schlag getroffen. Die Beerdigung war gestern, habe es dir nicht gesagt um dich nicht unnötig zu beunruhigen. Du bist ja auf Kur und sollst dich erholen!
(Quelle unbekannt) 

Abwechslung
Eine Gruppe von 40-jährigen Freunden diskutiert stundenlang, wo man sich abends treffen soll. Am Ende haben sie sich für den “Gasthof zur Traube” entschieden, weil die Kellnerinnen dort so kurze Röcke und tiefe Dekolletés tragen.
10 Jahre später treffen sie sich wieder. Und die jetzt 50-jährigen Freunde diskutieren wieder stundenlang, wo man zu Abendessen will. Endlich entscheiden sie sich für den “Gasthof zur Traube”, weil das Essen so gut und die Weine so köstlich sind.
10 Jahre später treffen sie sich wieder.
Und die jetzt 60-jährigen Freunde diskutieren wieder stundenlang, wo man zu Abendessen will. Endlich entscheiden sie sich für den “Gasthof zur Traube”, weil man dort in Ruhe essen kann und nicht geraucht wird.
10 Jahre später treffen sie sich wieder. Und die jetzt 70-jährigen Freunde diskutieren wieder stundenlang, wo man zu Abendessen will. Endlich entscheiden sie sich für den “Gasthof zur Traube”, weil es mit dem Rollstuhl zu erreichen ist und sogar einen Aufzug hat.
10 Jahre später treffen sie sich wieder. Und die jetzt 80-jährigen Freunde diskutieren wieder stundenlang, wo man zu Abendessen will. Endlich entscheiden sie sich für den “Gasthof zur Traube”, weil das eine wirklich gute Idee ist und man noch nicht dort war!  

 


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14tes Reichesdorfer und Meschner Skitreffen am Wildkogel

Wenn es am Wildkogel von roten und gelben Warnwesten wimmelt, dann sind sie wieder auf der Piste – die Skifreunde aus Meschen und Reichesdorf! Den Reichesdorfer Part hatte Harald Hügel wieder organisiert, in der bewährten Wolkensteinhütte mitten im tief verschneiten Gebiet am Großvenediger, und 160 junge und jung gebliebene „Pistenhaie“ folgten der Einladung.
Am Ankunftstag trudelten die Gäste nach und nach ein, man traf sich im Ort im Tal, in der Gondel oder oben auf der Piste und erkannte sich sofort an den Warnwesten mit dem Reichesdorfer bzw. dem Meschner Wappen auf dem Rücken – eine tolle Idee! Den ganzen Tag über gab es freudiges Begrüßen, erste Pistenabfahrten und gemeinsames Glühwein-Testen.


Am Abend trafen sich dann alle zum Essen – für die, die zum ersten Mal dabei waren, eine beeindruckend große Gruppe altbekannter, aber auch neuer Gesichter. In vielen erkannte man aber bei genauem Hinsehen die Züge der Eltern und fühlte sich wieder vertraut. Viele Reichesdorfer „Skihasen“ sind treue Seelen und schon zum 5. oder gar 10. Mal dabei. So viel Engagement musste natürlich geehrt werden – Hari hatte extra Urkunden gemacht und überreichte sie feierlich an die Jubilare.
Danach ging es sofort in die Vollen, denn eine jecke Karnevalsparty war angesagt.
In kurzer Zeit waren alle umgezogen und lustige Kühe, grüne Gießkannen, bunte Clowns, Teufel, Engel und Mönche fanden sich zu einer langen Polonäse ein auch die Kleinsten machten fröhlich mit.
Bis in die Morgenstunden wurde getanzt und gefeiert, manche machten gar durch und legten sich bei den ersten Sonnenstrahlen in den Liegestuhl statt ins Bett.
Denn der Samstag war ein richtig strahlender Sonnentag, den alle in vollen Zügen genossen, ob auf Skiern, zu Fuß beim Wandern oder mit dem Schlitten auf der längsten Rodelbahn Europas. Gegen Mittag sah man schon von weitem, wie sich die roten und gelben Warnwesten auf dem großen Balkon der Wolkensteinhütte versammelten – eine zünftige Mittagsjause war angesagt. ?
Auf einem riesigen Tisch lagen geräucherte Wurst, die dank der Herstellung durch Dietmar Schaas genauso schmeckte wie zu Hause, bergeweise Grieben und eimerweise Schmalz, mitgebracht von Ernst Weinrich.
Die Meschner hatten sehr leckeres Bauernbrot und rote „Zweibeln“ beigesteuert – das alles sah zum Anbeißen aus und alle hauten kräftig rein, ganz rustikal von der Hand in den Mund. Danach hackten sich Meschner und Reichesdorfer bunt gemischt unter und stimmten ein Lied nach dem anderen an – bis die Sonne unterging, wurde auf der Terrasse gesungen und gelacht. Danach ging es in der Hütte weiter mit Musik und Tanz bis in die Morgenstunden. ?
Der Sonntag begann erst noch sonnig, dann aber schneereich, so dass viele schon am Vormittag die Heimreise antraten. Die „letzten Getreuen“ genossen aber noch bis nachmittags das Skifahren im weichen Neuschnee und ließen sich die Reste schmecken. Dann trennte man sich schweren Herzens wieder – nicht ohne das Versprechen, nächstes Jahr die Karnevalszeit wieder gemeinsam im Schnee zu verbringen! An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle Organisatoren und Helfer, die sich Jahr für Jahr ins Zeug legen und dieses Treffen möglich machen. Ohne dieses Engagement würde die Reichesdorfer Gemeinschaft ein wirklich einmalig schönes Event vermissen. Also – auf ein Neues im nächsten Jahr!

 Heike Schuster-Mantsch


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Onoriu

Wer oder was ist Onoriu? Es ist der Name eines Menschen. Vor-oder, Zuname entzieht sich meiner Kenntnis, ebenso die Schreibweise.
Eines Tages war dieser Namensträger in Reichesdorf angekommen. Woher kam er? Es wurde ihm nicht viel Aufmerksam-keit geschenkt. Als Arbeitskraft, sagen wir, von geringerer Leistung, war er doch bei der hiesigen Kollektivwirtschaft willkommen. Was seine geminderte Arbeits-leistung betraf, war er da nicht der Einzige.
Für Onoriu, passt wohl das Bibelwort aus Matthäus, Kapitel 5, wo es heißt:

"Selig sind, die da geistlich arm sind denn das Himmelreich ist ihr".

Mit Onoriu musste man auch etwas lauter sprechen sonst erreichte die gewünschte Resonanz seine Ohren nicht.
Nach einiger Zeit fand Onoriu eine Gleichgesinnte, oder war das der Grund sich in Reichesdorf ansässig zu machen, mit welcher er in den Stand der Ehe trat.
Nun kam er täglich zum L.P.G. Vorsitzenden und bat diesen, ihm doch den LKW der Kollektivwirts-chaft samt Fahrer, für einen Tag zu überlassen, um aus seinem Heimatdorf, welches wie er sagte Eibesdorf sei, -endlich seine Habe in den neuen Hausstand einzubringen.
Allerdings ging das nicht so schnell wie gewünscht. Der LKW der Genossenschaft, besser unter der Bezeichnung "Molotov" bekannt, mit seinem bewährten Fahrer Schuster Oinz (Andreas) war fiel gefordert und beschäftigt.
Nach Onorius täglicher Insistenz, sagte der Vorsitzende eines Tages:" Du Oinz, dieser Onoriu liegt mir ständig in den Ohren. Fahr doch morgen mit ihm nach Eibesdorf und hol ihm seinen Kram von dort, anders kann ich ihn nicht loswerden?
Am nächsten Morgen, in aller Früh belagerte Onoriu schon das Garagentor, so als könne er noch immer nicht glauben dass sein Wunsch nun in Erfüllung gehen sollte.
Fahrer Schuster war auch pünktlich zur Stelle, setzte sich in die Fahrerkabine, startete den Motor und forderte Onoriu auf einzusteigen. Voller Stolz nahm dieser auf dem Beifahrersitz Platz. Wann hatte er in seinem bisherigen Leben schon ein Auto mit Fahrer zu seiner Verfügung gehabt?
Nun ging es in voller Fahrt zum Dorf hinaus, über die Schlattnerhill weiter, ins nahe gelegene Eibesdorf. In der Ortsmitte dieses bescheide-nen Dörfchens angekommen, hielt der Wagen und Fahrer Schuster sagte seinem Fahrgast dass sie am Ziel wären und forderte diesen auf auszusteigen. Onoriu kam dieser Aufforderung nach. Als er wieder festen Boden unter seinen Füßen spürte, drehte er sich verwundert dreimal langsam um die eigene Achse, rieb sich wiederholt die Augen um dann auf rumänisch zu sagen" ?sta parc? nu-i satul meu" zu deutsch "Dieses ist scheinbar nicht mein Dorf."
Der geschätzte Leser dieser Zeilen muss wissen, dass es in Sieben-bürgen, zwei Orte mit dem Namen" Eibesdorf' gibt. Der eine Ort, in welchem Onoriu mit Fahrer Schuster angekommen waren, ist der rumänische Ort Eibesdorf (lghisul vechi). Der zweite Ort, das sächsische Eibesdorf (lghisul nou) liegt an der Ausfahrt hinter Medisch, wenn man die Landstraße in Richtung Hermannstadt verfolgt, nach einer Abzweigung von dieser. Allerdings ist dieses Eibesdorf von Reichesdorf weiter entfernt als Ersteres.
Weshalb das rumänische-Eibesdorf übersetzt Alt-Eibesdorf heißt, während das sächsiche Eibesdorf im Rumänischen als Neu- Eibesdorf bezeichnet wird, leuchtet mir nicht ein.
Das sächsische Eibesdorf unweit von Medisach, wird erstmals im Jahre 1305 urkundlich erwähnt, während das rumänische Alt-Eibesdorf sehr viel später entstanden ist. Wahrschein-lich ist dieses leider nicht das einzige Kuriosum in Siebenbürgen.
Wie dem auch sei, Onoriu wollte in das andere Eibesdorf, nachdem er das Erste nicht als das Seine erkennen konnte. Trotz der weiteren Entfernung, zum Glück war der Benzintank noch fast voll, ging Onorius sehnlichster Wunsch doch noch in Erfüllung.

Ortswechsel:

Gemeinsam mit meiner Frau, besuchen wir manchmal sonntags, meine Schwester Jinni, im nahe gelegenen Westernhause, wo sie wohnt. (Nur 4 Km. von unserm Wohnort Marlach entfernt).
Nach ein paar gemeinsam ver-brachten Stunden und nachdem Jinni uns mit Kaffee und leckerem Kuchen gut versorgt hat, machen wir uns per pedes auf den Heimweg, um wenigstens auf diese Weise ein paar der überschüssigen Kalorien abzubauen.
Über den kleinen Ort Winzenhofen, führte uns ein schöner Waldweg unserm Ziel immer näher. Aus dem Wald heraustretend, liegt vor uns in kurzer Entfernung Marlach, welches mit seiner Turmspitze zu uns herüber winkt. Wir erfreuen uns an dem Anblick, des von der Sonne beschienenen Dörfchens und ich sage mit einem weinenden und einem lachenden Auge, zu Enni, meiner Frau;

Asta parca nu-i satul meu" (Dieses ist scheinbar nicht mein Dort) Nach einer knappen Viertelstunde Fuß-marsch sind wir dann zu Hause in Marlach angekommen.

Auch daheim?
So ist Onorius "Zitat" auf wunder-same Weise, in Marlach angekommen.

Heinrich Bruckner
 


o

Versuri de of
Fortsetzung des Berichts „Versuir de of“ der letzten Ausgabe (Weihnachten 2011)

Tov. Staline., buni. parinte,
Intelept si om cu minte,
S-ai belsug, noroc in viata,
Ca ne-ai scos la suprafata.
La chermeze noi cântam
Si-n "Bobede" ne plimbam. .
Hopa-hopa de-i ciurar
Ca-i ajuns din caldarar
La comuna secretar,
Activist la raionala
Si inspector peste scoala

Azi tiganu' e fudul
C-a ajuns si el satul
De la stat a primit casa
De la sas pâine pe masa.
De la stat pamânt si car
De la sas boabe-n hambar
Vaca-n grajd si cal în curte
Azi tiganu-i om de frunte
Are slujba cu simbrie
Secretar la primarie
De avea si ceva carte
Ajungea la facultate
La acea pe care-o stiu
De-i zice Stefan Gheorghiu!

Din stapân si gospodar
Sasul a ajuns ciurdar
Din stapân în casa lui
Azi e sluga romului
Romii cânta, chefuies'c
Sasii mor, se prepelesc
Sasii mor in batatura
Tiganii-s la bautura.

Staline, ai facut bine
Ca i-ai dus pe toti la tine
Iar la cei ce au ramas
Noi le punem parastas

Foaie verde baraboi
Trudesc sasii pentru noi
Si iar verde de sulfina
Sasii au dureri de splina
Ca partidu-a decretat
Noi sa fim stapâni in sat.

Heinrich Bruckner: - weiter in seinen Erzählungen:

Als Kind kannte ich viele von den alten Rumänen, die in ihrer Tracht an den Feiertagen gemächlich vor ihren Häuschen saßen und keineswegs neidisch auf die Sachsen waren. Die orthodoxen Rumänen haben viele Feiertage die sie auch alle hielten. Dann zu Weihnachten und Ostern kam dann zum ersten und zweiten Feiertag, bei ihnen noch ein dritter dazu (a treia zi de craciun, a treia zi de pasti). Der sächsische Bauer ging meistens am Sonntagvormittag zur Kirche, aber am Sonntagnachmittag und das besonders während der Heuernte saß er auf dem Leiter-wagen und fuhr ins Heu, denn man wusste nicht wie lange das gute Wetter hielt. Die alten Rumänen saßen vor ihrem Häuschen und blickten hinterher. Manche werden wohl den Kopf geschüttelt haben und gedacht haben es ist doch "Feiertag".
Die Lebensart oder Lebensweise eines Volkes, einer Volksgruppe oder auch des Einzelnen ist frei-gestellt, soll und darf nicht vorgeschrieben werden. Dieses setzt aber voraus, dass der welcher weniger tut und auch weniger hat, nicht mit Neid und Missgunst auf jenen blickt der mehr tut und auch mehr hat. Neid und Missgunst gehören aber leider auch zu den weniger ehrenvollen Charakter-eigenschaften des Menschen.
Nun kommt noch hinzu dass schon in den dreißiger Jahren nationalsozialistisches Gedankengut aus Deutschland in die Reihen der Deutschen nach Rumänien einsickerte. Es gab innerhalb der Sachsen Spaltungen zwischen den einzelnen politischen Richtungen, aber letztendlich kam es dann ab 1940 zu einer Gleichschaltung der Deutschen Volksgruppe mit der Idee des Nationalsozialismus Deutsch-lands, dieses auch auf Betreiben von deutscher Seite. Im September 1940 wurde dann von Berlin der erst 28 jährige Andreas Schmidt als Führer der Deutschen Volksgruppe Rumäniens ernannt. Dieser war, wie etliche seiner Mitstreiter vollständig dem Hitlerregime ergeben. Auch diesem Thema könnte ein breiter Rahmen gewidmet werden, doch unterlasse ich dieses.
Die deutsche Volksgruppenführung gebärdete sich zum Teil als wären sie die Herren im Lande und es sah so aus als wolle sie einen Staat im Staate errichten. Dieses sollte, wie sich noch später herausstellt, alles unheilvolle Folgen für uns Sachsen oder besser gesagt für alle Deutsche Rumäniens haben.
Am 23.August 1944 war es dann soweit. Rumänien kündigte Deutschland seine Waffenbrüder-schaft und schloss einen Waffenstill-stand mit den Alliierten (Sowjetunion, USA und Großbritannien).
Wir alle sahen im diesem einen schnöden Verrat. Mit jenem Tag begann für die Deutschen Rumäniens ein Leidensweg, welcher dann nach fast fünf Jahrzehnten zur fast vollständigen Auflösung dieser Volksgruppe führte.
Die Deutschen Rumäniens wurden pauschal zu Kollaborateuren Hitlerdeutschlands erklärt und hatten somit unabsehbare Folgen zu tragen.
Wir waren über diesen "Treuebruch" gegenüber Deutschland sehr empört. Heute im Rückblick sehe ich die Sache anders. Was wäre passiert wenn die Russen als Feinde nach Rumänien gekommen wären. Sie befanden sich ja schon auf rumänischem Territorium. Auch trotz des Waffenstillstandes kam es von russischer Seite zu allerhand Übergriffen, aber das Land wurde von einer vollständigen Zerstörung, so wie mit Deutschland später geschehen, verschont.
Die Russlanddeportation unserer Leute wurde von uns jahrelang den Rumänen in die Schuhe geschoben. Dem ist nicht so.
In einem dreibändigen 'Werk: " Die Deportation von Siebenbürger Sachsen in die Sowjetunion 1945-1949" wird im erste Band unter dem Kapitel" Die Deportation als historisches Geschehen" auf Seite 75 folgendes geschrieben:
" Bei der Zwangsdeportation deutscher Zivilpersonen aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße, aus Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Tschechoslowakei und Jugoslawien handelt es sich um eine. systematisch betriebene Aktion, die von sowjetischer Führung zentral geplant und gesteuert wurde." Die rumänische Regierung unter Radescu hat sogar bei der alliierten Kontrollkommission in Rumänien (Sowjets, Amerikaner und Briten) Protest eingelegt, allerdings ohne Erfolg.
Das Rumänen und Zigeuner, sehr viele, dabei freudig mitgemacht haben ist hinlänglich bekannt und kann nicht geleugnet werden. Nun einige Zitate aus unserm Reichesdorfer Heimatbuch:
Seite 74 "Russlanddeportation"
Seite 75 " Wir bekamen täglich zu spüren, dass wir von Rumänen und Zigeunern gehasst wurden" (Andreas Nemenz)
Seite 89 " Rumänen und Zigeuner trieben uns zu Fuß nach Mediasch" (Regina Bardon geb. Waffenschmidt).
Seite 91 " Es war der 14.Januar, als unsere Stiefbrüder (gemeint sind Rumänen und Zigeuner) uns mit Knüppeln in den Händen aus Reichesdorf bei großer Kälte über die verschneite Landstraße nach Mediasch treiben"(Johanna Kloos)
Die Jahre der Deportation brachten viel Leid, Hunger, Kälte, schwerste Arbeit, ja sogar bei vielen den Tod. In der "Atemschaukel" von Herta Müller ist vieles nachzulesen. Oft aber wird von ehemaligen Deportierten erzählt dass die Russen kaum selber was zu essen hatten und viele von ihnen, wenn auch in bescheidenen Maße, halfen.
Auch hier muss ich relativieren:
Es war von den Sowjets nie gedacht unsere Leute zu töten sondern sie nur als billige Arbeitskräfte zum Wiederaufbau des durch die Deutsche Wehrmacht zerstörten Landes zu verwenden.
Wie dagegen hat Deutschland, verblendet von der national-sozialistischen Ideologie, Menschen in enormen Umfang millionenfach ermordet. Man sagt man solle geschehenes Unrecht nicht gegeneinander aufwiegen, denn schon ein einziges Unrecht ist eines zu viel. Dieses hat meine volle Zustimmung, aber historische Wahrheiten und mögen sie noch so schrecklich sein, lassen sich nicht aus der Welt schaffen und dürfen auch nicht verschwiegen werden.
Dieses zur Deportation im Januar 1945.
Dann kam im März 1945 die vollständige Enteignung, zu welcher ich u.a. im Reichesdorfer Buch Seite 106 "Die Enteignung und ihre Folgen" schreibe:
Es wäre ein Fehler auf Grund erlittenen Unrechts, eine Nation, ein Volk oder eine Menschengruppe pauschal zu verurteilen und als "schlecht" zu bezeichnen. Oft macht erst ein totalitäres politisches System durch seine Demagogen, durch Verhetzung die Menschen zu Untaten bereit, welche diese unter normalen Umständen wahr-scheinlich nicht begangen hätten. Natürlich entschuldigt dieses nicht, was der Einzelnen an Schlechten getan hat."
Nun waren die ehemals Besitzlosen an der Macht. Über den Neid der Besitzlosen ist schon so manches Wort gesagt und geschrieben worden. Ein rumänisches Sprichwort sag: "Nu da bâta în mâna prostului". Dieses war nun aber geschehen. Wir waren Deutsche und wurden für alles verantwortlich gemacht was in deutschen Namen an Bösen geschehen war. Vor allem gab es aber etwas zu holen. Wir Sachsen befanden uns in einem rechtsfreien Raum.
Und sie holten sich was sie wollten, nicht nur den Grundbesitz sondern auch das Vieh, die landwirtschaftlichen Geräte und auch die Häuser. Sie vergaßen dabei scheinbar dass für all das was da war man schwer gearbeitet hatte und auch weiterhin hätte arbeiten müssen.
Nun komme ich zu dem mir geschickten "Gedicht"
Dieses Gedicht ist meiner Meinung nach 1990 entstanden und ist nicht gegen die Sachsen gerichtet sondern vielmehr gegen die Zigeuner, die nun in Saus-und-Braus lebten, als ganze oder halbe Analphabeten zu Ämtern: gelangten bis hin zur Parteihochschule "Stefan Gheorghiu" Ja so war es damals und das Resultat konnte sich in negativem Sinne sehen lassen.
Herr Marginean zeigt gerne mit dem Finger auf die Zigeuner, gerade so als hätten die Rumänen nicht auch fröhlich mitgemacht und dass sie bei vielen Untaten sogar die Initiatoren waren. Dieses würde ich, Herr Marginean sagen. Dieses alles ist vor vielen Jahren geschehen. Der Sozialismus-Kommunismus hat dann mit der Zeit alles plattgewalzt. Heute wo sie nun alles besitzen (Rumänen und Zigeuner), davon konntest Du dich bei Deinen Besuchen in Reichesdorf und im Lande überzeugen. Dafür dass Grund und Boden nur dann ertragreich ist wenn Mühe und Schweiß aufgewendet werden, scheint für alle ein unlösbares Rätsel zu sein. So ein "Tischlein deck dich" wie 1945 wird es für die damals "Begünstigten" nie mehr geben.


Persönlich habe ich kein Ressentiment auch in Anbetracht dessen was vom deutschen Boden ausgegangen ist und des vielen Unrechts welches leider noch in vielen Teilen der Welt geschieht. Ob das Gedicht sich für den Reichesdorfer Boten eignet, überlasse ich Deinem Gutdünken.
So, nun ist dieser Brief doch zu lang geworden, aber wenn man in seinen Erinnerungen kramt kommt alles wie von selber in Fluss.
Dir, Deiner Familie und den andern Reichesdorfer Landsleuten aus Gütersloh übermittle ich die besten Wünsche und grüße alle recht herzlich.

Heinrich Bruckner 


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Wer sind die Siebenbürger Sachsen:

-Aussiedler - deutsche Mitbürger oder ungebetene Eindringlinge?

Siebenbürger Sachsen kamen in erster Reihe nach Deutschland, weil sie als freie Deutsche in einem freien demokratischen Rechtsstaat, in dem Menschenrechte garantiert sind, leben wollen und am Wohlstand dieses Landes ihren Beitrag leisten wollen.
Sie wollen frei über ihr Leben und über ihre Zukunft entscheiden.
Der überdurchschnittlich hohe Wohlstand, den die meisten nach Deutschland ausgesiedelten Siebenbürger Sachsen, nach einer relativ kurzen Zeit ihres Hierseins errungen haben, hat seine wesentlichen Ursachen in zwei voneinander nicht zu trennenden Gegebenheiten:
1. altbewährte Tugenden und
2. persönliche Freiheit.
Fleiß, Hartnäckigkeit, Sparsamkeit, Geradlinigkeit, Zuverlässigkeit, Loyalität gegenüber staatlichen und kirchlichen Behörden, Festhalten am christlichen Glauben, Toleranz, Durchsetzungsvermögen auch unter widrigsten Bedingungen, Mut und Bereitschaft zum Neuanfang.
(nach Wandervölker- und Türkeneinfällen sowie Kriegen in früheren Jahrhunderten, nach der Katastrophe von 1944/45 in Siebenbürgen, nach der Evakuierung, nach der Kriegsgefangenschaft, nach der Deportation 1945 zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion, nach Aussiedlung nach Deutschland).
Mit anderen Worten gesagt: Pioniergeist der mittelalterlichen deutschen Ostsiedlung.
All diese Eigenschaften und Tugenden sind in Deutschland nach 1945 auf fruchtbaren Boden gefallen: auch die Siebenbürger Sachsen sind im Westen in eine Welt gelangt, deren Grundlagen Freiheit, Gewährung der ureigensten Menschenrechte und pluralistische parlamentarische Demokratie sind. Denn: Was nützen all die oben genannten Tugenden und Eigenschaften, wenn man in Unfreiheit und in ständiger Gefahr des nationalen Niedergangs, der nationalen Assimilierung leben muss?

Aufnahmebereitschaft gegenüber den Siebenbürger Sachsen:
Bis zum gewaltigen Deutschland- und weltpolitischen Umbruch 1989/90 war die Aufnahme von Siebenbürger Sachsen kein gewichtiges politisches Thema in Deutschland.
Das deutsche Wirtschaftswunder der 60er Jahre hatte u. a. bewirkt, dass ausländische Arbeitskräfte im Ausland sogar geworben wurden, während andererseits jährlich relativ wenige Aussiedler aus den östlichen kommunistischen Völkergefängnissen nach Deutschland ziehen durften (nach meist langen, risikoreichen Jahren des Wartens, des Hoffens, der Enttäuschungen, der Vorfreude, der Rückschläge, des harten, zermürbenden Ringens um die Aussiedlunsgenehmigung).
Seit Anfang der 90er Jahre ist in der Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland eine andere Tendenz festzustellen.
Eine nicht geringe Bevölkerungs-schicht steht dem Zuzug von Aussiedlern ablehnend, manchmal sogar feindselig gegenüber.
Der Satte weiß bekanntermaßen wenig vom Hunger des Armen.
Wer alle Vorzüge der Freiheit genießen darf, hält die Freiheit für die selbstverständlichste Sache der Welt. Dies im Gegensatz zu denen, die aus der Unfreiheit kommen. Außerdem ist man in nur noch geringerem Maße gewillt zu teilen, wenn man außerdem selber den Gürtel enger schnallen muss.
Gegenwärtig scheint eine gewisse Beruhigung an der "Aussiedlerfront" eingekehrt zu sein, Siebenbürger Sachsen machen kaum negative Schlagzeilen und können nur hoffen, dass der wirtschaftliche Aufschwung ein Übriges tun wird, um die Lage der Aussiedler, besonders der Neuankömmlinge zu verbessern.

Was erwartete die Siebenbürger Sachsen in Deutschland in den 70ger und 80ger Jahren?
Der hier angetroffene Reichtum, die Gefühlskälte vieler Bundesbürger, das "undeutsche" Wesen, die große Freizügigkeit in vielen Lebensbereichen, besonders jedoch die geringe Kenntnis der Situation der Aussiedler, meint die Journalistin Kerstin Möller 1, bringe viele Aussiedler aus dem Gleichgewicht, all das mache manche richtig krank.
Schließlich kannten die Siebenbürger Sachsen die Bundesrepublik praktisch fast nur vom Hörensagen und nicht vom Westfernsehen, wie die meisten Deutschen aus der DDR.
Die Ankunft am Flughafen Frankfurt am Main in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, später hauptsächlich am Hauptbahnhof Nürnberg, das Erschrecken über die vielen Farbigen, der ungewohnte Straßenverkehr, die Hektik, der Stress der Leistungsgesellschaft, die vielen Reklameschilder - plötzlich alles in deutscher Sprache! - die starke Fixierung der Menschen auf das Geld, das unermessliche Warenangebot, der offene Schlagabtausch der Politiker im Parlament, die vielen kritischen Bemerkungen in der Öffentlichkeit und das Fehlen der Rücksichtnahme auf hochrangige Politiker aus der Staatsführung, alles war neu, ungewohnt, zunächst erdrückend, schwer verdaulich Später dann die endlosen Behördengänge, der Kampf mit den komplizierten, sprachlich kaum oder sehr schwerverständlichen Formblättern.
Kaum einer der Aussiedler hatte nämlich den riesigen Umfang von Behördenerledigungen vorausgesehen.
Praktisch innerhalb weniger Wochen muss jedoch jeder hier seine Identität neu aufbauen:
-Personenstandsurkunden,
-Staatsangehörigkeitsdokumente,
-Personalausweis,
-Flüchtlingsausweis,
-Berufsqualifikation,
-Rentenanwartschaft,
-Hausratsentschädigung, -Lastenausgleichsanträge und vieles andere mehr gehören dazu.
Dabei ist besonders erschwerend, dass jeder dies praktisch ohne die geringste Kenntnis der hiesigen Gesetze und der sich daraus ergebenden Rechte und Pflichten und ohne jede gesellschaftliche Einbindung tun muss.
In ihrer Unerfahrenheit machen Aussiedler dabei natürlich auch Fehler und fühlen sich herabgesetzt, wenn sie korrigiert werden.
Sie sind verunsichert und betrachten oft ihre Lage in den ersten Monaten als sozialen Abstieg.
Allzu schnell machen manche ihre ersten schlimmen Erfahrungen, zum Beispiel mit Vertretern an der Haustür, unterzeichnen Verträge, die ihnen aufgeschwatzt werden, ohne sich über deren Ausmaß und Folgen bewusst zu sein.
Oder sie kaufen, mit ihren schlimmen Erfahrungen aus einem östlichen Land mit ständigen Versorgungsschwierigkeiten, oft zu schnell und zu teuer, das Unnötige vor dem wirklich Notwendigsten. Auch damit stoßen sie oft bei der einheimischen Bevölkerung auf Kritik und Unverständnis, werden wegen ihres falschen Konsum-verhaltens und besonders wegen ihres historisch bedingten stark ausgeprägten deutschen National-bewusstseins oft massiv abgelehnt, sogar als ewig Gestrige, ja sogar als Nazis apostrophiert - was besonders weh tut!

Der schwere Weg vom unmündigen Untertanen zum mündigen Bürger.
Der Kampf um die Existenz, um eine Wohnung, um einen Arbeitsplatz - heute ein sehr, sehr schwieriges Unterfangen - der "Kampf" mit uneinsichtigen Einheimischen, die einen als Fremden ansehen und entsprechend abqualifizieren, weil man hier mit seinem etwas härteren Deutsch auffällt, (obwohl die Einheimischen selber oft gar nicht merken, welch mundartgefärbtes, oft schwer verständliches Deutsch sie sprechen), der Kampf mit den Vorurteilen und der Ignoranz neiderfüllter Mitbürger, die meinten, den Aussiedlern würde alles vom deutschen Staat nachgeworfen - er musste bestanden werden.
Oft stand den Aussiedlern ihre Schwerfälligkeit, ihre Engstirnigkeit, ihre Demutshaltung, ihre Obrigkeits-treue im Wege.
Sie taten und tun sich zum Teil schwer mit den hiesigen Verhältnissen, sie brauchen lange, bis sie demokratische Verhaltensregeln erfassen, lernen, anwenden.
Kein Wunder. Ein Mensch, der immer nur als Untertan, als Befehlsempfänger eines übermächtigen diktatorischen Staates leben musste, hat es schwer mit der Demokratie, mit der lang ersehnten, im Einzelnen dennoch recht unbekannten Freiheit.
Politik war in Siebenbürgen nun mal etwas, das immer von oben kam. Einmischung, Protest, Widerspruch - das sind völlig neue Erfahrungen.
Und diese Erfahrungen, sie müssen gemacht werden!

Von der überschaubaren sieben-bürgischen Gemeinde in das deutsche Großstadtgetriebe.
Eines der größten Probleme für die vielen Siebenbürger Sachsen, die in Großstädten wie Nürnberg oder München blieben, war außerdem die Verpflanzung vom überwiegend ländlichen, beschaulichen, langsamen Siebenbürgen zum hektischen, zeitabhängigen Deutschland, in die städtisch geprägte Industriegesell-schaft, z. B. in den Großstadtraum Nürnberg oder den von München und - wohl das schlimmste Problem überhaupt - das Leben in der Diaspora, in der Zerstreuung.
Diese eingeschworene, durch Jahrhunderte ausgeprägte Dorf- bzw. Kleinstadtgemeinschaft, sie war weg. Wahrlich eine harte Nuss, an der besonders die älteren Menschen schwer zu knacken haben. U-Bahn, Stadtsparkasse, Wohnungsamt, Volksfest, Ausgleichsamt, Einwohnermeldeamt, Kaufhof, Karstadt, Arbeitsamt, ... alles war neu.
Neu und ungewohnt. Hinzu kommt das ständige Dilemma, als Deutscher und wegen des für Aussiedler wertvollen Deutschtums nach Deutschland gekommen zu sein, jedoch hier sehr oft als Ausländer, als "Rumäne", als "deutschstämmiger Rumäne" abqualifiziert zu werden. Das tut weh.

Das unsichtbare Gepäck
Aber das ist nur die eine Seite der neuen Wirklichkeit, denn Siebenbürger Sachsen bringen auch gewichtige Stärken mit: Aussiedler sind anpassungsbereit, sie bejahen den deutschen Staat, die freiheitliche Demokratie, sie packen an, sie schaffen es, sie sind fleißig, zäh, zuverlässig. Beharrlichkeit zeichnet sie aus, sie sind keine Wirtschafts-flüchtlinge sondern Heimatsuchende, sie knüpfen ihr deutsches Bewusst-sein nicht an das Dritte Reich (was man ihnen oft ankreidet), sondern an die Zeit lange davor bzw. an das demokratische freie Deutschland (West) nach dem Zweiten Weltkrieg.
Extremismus und Diktatur - zu lange am eigenen Leib erlebt - mögen sie nicht. Deutschland war immer in ihrem Bewusstsein ihre Urheimat und geistig-kulturelle Heimat zugleich, ihre Hoffnung, ihre Zukunft, Aussiedler betrachten sich selber als Heimkehrer, als Spätheimkehrer, sie sind geschichts- und traditions-bewusst.
Sie verstehen nicht, dass sich manche Bundesbürger schämen, Deutsche zu sein, dass für so viele Bundesbürger das Deutschsein lästig ist.
"Für Aussiedler sind Begriffe wie Deutschtum, deutsches Volk, Muttersprache oder Heimat ideelle Grundwerte.
Werte, für deren Erhaltung und Pflege es sich zu kämpfen lohnt und für die man bereit ist, Opfer zu bringen."

(Dr. Michael Kroner)

Aussiedler sind nicht übertrieben anspruchsvoll, sie sind sparsam - oft krankhaft sparsam - bringen die sprichwörtliche siebenbürgische Toleranz mit (sie haben mehr als 800 Jahre mit Ungarn, mit Rumänen, mit Zigeunern, mit Juden zusammen-gelebt, ohne jemals einen Krieg gegen eine dieser Bevölkerungs-gruppen zu führen), sie bleiben auch in der Zerstreuung eine eingeschworene Gemeinschaft, ein Umstand, der nicht nur bei Heimattreffen feststellbar ist, sondern genauso auch bei Bestattungen von Landsleuten. Mobilität - auch und besonders berufliche Mobilität - hilft ihnen in Deutschland, das Leben in der neuen städtischen Umgebung leichter zu gestalten.
Natürlich klagt man beim ersten Zusammentreffen mit dieser ungewohnten Welt eventuell über die Hast und die Unrast und den Stress dieses neuen Lebens.
Man vermutet darin den Verlust geistiger Werte mit dem Verlust der aus Siebenbürgen gewohnten sesshaften Kultur.
Man erblickt darin oft Wurzellosigkeit und Entfremdung und fühlt sich anfangs wirklich unsicher und fremd.
Aber diese Erscheinungen sind meist von kurzer Dauer und treten vermehrt eher bei den "älteren Semestern" auf.
Berufliche Erfolge, relativ schneller materieller Wohlstand, die Erkenntnis, dass man hier etwas erreichen kann, sofern man sich anstrengt, dass Leistung nicht nur gefordert sondern auch entsprechend ent- und belohnt wird, dass die Kinder hier eine Zukunft haben, all dies stärkt das Selbstvertrauen, stärkt das Selbstbewusstsein des einzelnen.
Siebenbürger Sachsen - in Siebenbürgen mehrheitlich Bauern - sind heute in allen wirtschaftlichen Bereichen Deutschlands zu finden: im industriellen Gewerbe, im Handwerk, im Bauwesen, im Handel, im Verkehrswesen, im vielfältigen staatlichen und städtischen Dienstleistungsbereich, im Schulwesen, im medizinischen Bereich usw.

Beitrag zum deutschen Wohlstand
In den ersten Wochen nach der Übersiedlung besteht bei Aussiedlern ein erhöhter materieller Bedarf, besonders an Hausrat. Oft ist man über Hausrat- oder Möbelspenden hoch erfreut.
Nicht wenige sind überrascht, was "die Deutschen" bei Entrümpelungen auf die Straße stellen.
Bei dieser ersten Bekanntschaft mit der deutschen Wohlstands- genauer: Wegwerfgesellschaft staunt man, ist fast empört darüber, dass die Menschen hier "so wertvolle" Sachen einfach auf die Straße stellen.
Kaum einer der in Deutschland eingetroffenen Siebenbürger Sachsen kann wohl behaupten, er habe anfangs nicht so manche Haushaltsgegenstände vor der Entrümpelung "gerettet".
Dass die meisten Siebenbürger Sachsen Bauern waren bzw. bäuerlicher Abstammung sind und ihre bäuerlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten, ihre bäuerliche Mentalität innerhalb so kurzer Zeit nicht bzw. nicht restlos abgelegt haben, zeigt sich überall dort, wo Siebenbürger Sachsen inzwischen ihr eigenes Haus errichtet oder gekauft haben - und dies ist inzwischen schon in zig tausenden von Fällen in dem gesamten Bundesgebiet geschehen.
(Anmerkung: Dabei sind diese Eigenheime meistens auf der Grundlage einer breiten Eigenleistung in Form von tausenden von Arbeitsstunden auf dem eigenen "Bau" entstanden. Dass sich dabei die einzelnen Familienmitglieder gegenseitig geholfen haben, aber auch sonst Gemeinschaftsarbeit sehr hoch im Kurs stand und steht, braucht nicht extra erwähnt zu werden).
Sowie dort, wo Siebenbürger Sachsen Schrebergärten oder sonstige schrebergartenähnliche Grundstücke erworben oder gepachtet haben.
Prinzipiell schwören sie (zumindest zunächst) weniger oder kaum auf eintönigen grünen Rasen, auf mediterrane Ziersträucher und Zierbäume mit zungenbrecherischen Namen, sondern setzen klipp und klar auf den Anbau von Salat, Erdbeeren, Zwiebeln, Gurken, Tomaten, Paprika, Karotten, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Äpfeln, Birnen, Zwetschgen, Kirschen, Weichseln, ja sogar Trauben.
Natürlich gibt es in diesen Gärten auch Rasenflächen, natürlich gibt es hier auch Zierstauden, Zierbäume oder Ziersträucher und Blumen, sogar sehr viele und verschiedenartige Blumen, aber nicht nur!

Die gesellschaftliche Eingliederung
Siebenbürger Sachsen suchen in Deutschland auf ähnliche Weise Kontakte, wie sie sie aus der siebenbürgischen Heimat kennen: wo sich Landsleute niedergelassen haben, da wollen auch die Neuangekommenen Wohn-, Arbeits- und Lebensraum finden.
Wie schon gesagt, kamen diese Siebenbürger Sachsen in eine völlig neue Welt:
-die in Deutschland übliche Kleinfamilie,
-die vergleichsweise hohe Mobilität,
-der große Leistungsdruck im Arbeitsleben,
-aber auch die einem demokratischen Staat eigene Meinungsvielfalt sind ihnen zumeist fremd gewesen.
Viele hatten beim Anblick der Titelseiten der Zeitungen, aber teilweise auch beim Verfolgen der Nachrichten in Rundfunk und Fernsehen zunächst den Eindruck, hier im Westen gäbe es nur Totschlag, Mord, Katastrophen, Sex und Kriminalität.
Des Weiteren verlockten ungewohnt volle Regale und eine Werbung, die "den Himmel auf Erden verspricht", manchmal zu Bestellungen, die sofort bereut wurden.
Schon allein deshalb erfordert die Eingliederung der Aussiedler auch von den entsprechenden Stellen - Aussiedlerberatungsstellen der Landsmannschaft, der Stadtmission, der Wohlfahrtsverbände, der Kirchen - sowie von vielen Bundesbürgern viel Bereitschaft zur begleitenden Geduld und Behutsamkeit.

Kirchliche Eingliederung
Auf ihr christliches Gemeindeleben in Siebenbürgen lassen sich viele evangelische Aussiedler gerne ansprechen.
Aber zwischen dem Gemeindeleben, das auch Siebenbürger Sachsen in ihrer siebenbürgischen Heimatgemeinde kennerlernten, und der Gemeindepraxis in den meisten Teilen der Bundesrepublik Deutschland gibt es manche Unterschiede:
In Siebenbürgen hat der Pfarrer ("Herr Vater") noch eine heraus-gehobene Stellung. Von daher leiten sich hohe Erwartungen z.B. an Auftreten und auch an die Kleidung der hiesigen Pfarrer oder ihrer Beauftragten auch bei Hausbesuchen ab.
Welcher Siebenbürger Sachse hat sich nicht zumindest gewundert, wenn nicht sogar richtig geärgert, wenn ein Pfarrer in Deutschland z.B. Jeans-Kleidung - sogar in der Kirche! – trägt, oder wenn er vom "Predigtstuhl" aus manche Wörter und Begriffe benützt, die für jeden aufrechten Sachsen tabu sind.
Der Gottesdienst ist für viele Siebenbürger Sachsen die eigentliche Versammlung der Gläubigen.
Die in Deutschland häufig geringe Zahl von Gottesdienstbesuchern, die für Siebenbürger Sachsen zu schnell gesungenen Lieder und Äußerungen in der Predigt oder in kirchlichen Veröffentlichungen zur Tages-politik, zur Umwelt oder zur Dritten Welt (diese Themen haben in Siebenbürgen kaum eine Rolle in der Kirche gespielt) irritieren und bringen anfangs so manchen ein wenig Durcheinander.
Manche wenden sich im Extremfall von den neuen Gemeinden enttäuscht ab. Die Mehrheit jedoch gliedert sich besonders in den Kirchengemeinden sehr schnell ein.
In zahlreichen Kirchengemeinden in Deutschlands bilden die Aussiedler aus Siebenbürgen eine nicht zu übersehende und nicht zu Über-hörende aktive Gruppe von Gläubigen.
Inzwischen kandidieren Siebenbürger Sachsen in ihren Kirchengemeinden vermehrt für den Kirchenvorstand und werden gewählt.



Horst Göbbel / Nürnberg 2009
Gekürzte Fassung: „Wer sind die Siebenbürger Sachsen: Aussiedler - deutsche Mitbürger oder ungebetene Eindringlinge?“
Mit seiner freundlichen Genehmigung darf ich den Text an unseren Boten anpassen, und veröffentlichen.
Idee, Erkenntnisse sowie Zitate stammen von Herren .Horst Göbbel.
Bei der überwiegenden Mehrheit der Siebenbürger Sachsen kann man inzwischen von einer gelungenen Integration sprechen.
Genauso verhält sich die Situation auch bei uns Reichesdorfern.
Heinrich Maiterth


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Herzlichsten Glückwunsch zum
70. Geburtstag

Karl Drotleff
geb. am 28. 01 1942 in Reichesdorf,
wohnhaft in Darmstatt.

Der Lack ist zwar fast ab,
doch jetzt tritt der wahre Glanz hervor.
Knochen knacken, „Muskeldrücken“
manchmal hast Du`s auch im Rücken.
Wir alle wissen, was wir an dir haben,
auch wenn wir es Dir nicht immer sagen.

Doch was wären wir ohne Dich,
vergiss es nicht wir brauchen Dich!
Wir sind froh dass wir dich haben,
und möchten Dir heute DANKE sagen.

Wir wünschen Dir vom Herzen alles Gute, Gesundheit und Glück!

Deine Frau Hanni, Deine Töchter Hildegard mit Thore und Bettina mit Marko und Dein Enkelkind Sophie Marleen.

Herzlichsten Glückwunsch zum
75. Geburtstag

Rosina Untch
geboren am 8.03.1937 in Reichesdorf,
wohnhaft in Bergisch-Gladbach

Geburtstag ist wohl ohne Frage
De schönste aller Ehrentage.
Drum wollen wir keine Zeit verlieren,
zum Wiegenfest Dir gratulieren.
Wenn wir es auch nicht immer sagen,
wir wissen, was wir an Dir haben.
Denk stets daran, vergiss es nicht,
wir lieben und wir schätzen Dich.

Es gratulieren: -Deine Töchter Sinni und Anni mit ihren Familien.

Herzlichen Glückwunsch zum
90. Geburtstag.

Johann Pinnes

geboren am 23.01.1922 in Reichesdorf wohnhaft in Coburg.

Es sind nun 90 Jahre vorbei,
erlebt hast Du so mancherlei.
Schöne und schwere Stunden,
Du hast schon viel überwunden.
Darum wünschen wir Dir das Beste
Zum heutigen Wiegenfeste.

Es gratulieren recht herzlich: -Die Kinder Erich, Christine und Anna mit Familien, sowie Enkel und Urenkel.


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Unsere Jubilare

Es ist nun ein paar Jährchen her,
dass sie mit dem Kindi waren am Meer.
Vergangen ist eine Ewigkeit!
Jetzt waren sie dazu bereit,
mit uns zu feiern, mit Groß und Klein,
drum luden sie uns alle ein,
zu ihrem großen Jubilar-
zusammengerechnet 80 Jahr!

     Unsere Jubilarinnen Edda und Brigitte
                                     Fröhliche Gesichter sind immer willkommen!

So ähnlich hörte sich auch die Einladung der Jubilarinnen Brigitte und Edda an, der wir am 10.03.2012 Folge leisteten. Nachmittags 15 Uhr ging im Naturfreundehaus in Nordheim die große Sause zum 2mal 40sten Geburtstag los.
Schon am Tag davor, beim Vorbereiten des großen Tages, war die Stimmung toll! Emsige Hände waren mit Tische dekorieren, Schnitzel ausbacken, Getränke heranschaffen, Musikanlage installieren und Zimmer für die Gäste richten munter am Werk. Nichts wurde dem Zufall überlassen!
Beim Duft von frisch gebrühtem Kaffee und dem Anblick der schönsten Kuchen wurden wir aufs herzlichste willkommen geheißen. Da einige der Gäste aus ferneren Gegenden angereist waren und man sich nicht so oft sieht, gab es viel zu erzählen. Unsere Kinder, die so schnell groß werden, machten uns wieder bewusst, wie die Zeit vergeht. Trotzdem hat man das Gefühl, wenn man sich wieder sieht, die Zeit sei stehen geblieben. Die Jugend, die wir in Reichesdorf gemeinsam verbracht haben, ist wie ein Band, das uns zusammenhält.
Genauso gestaltete sich dann die Feier. Es wurde gelacht, lecker gegessen und getrunken, getanzt… wie in alten Zeiten!

            Dietmar und Kein beim Dekorieren
                                       Fertig- das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Ein besonderes Highlight am Abend war ein kleiner Sketch, in dem die wahre Geschichte von Rotkäppchen erzählt wurde. Karl-Heinz konnte eindrucksvoll sein Talent als Wolf beweisen. Das Märchen erntete viele Lacher und Applaus.
Bis in die frühen Morgenstunden wurden unsere beiden 40-jährigen Mädels gefeiert.
Am Sonntag gab es irgendwann Frühstück oder Brunch- jedenfalls hatten Edda und Brigitte extra dafür sogar „ciorba de perisoare“ gekocht! Somit wurde auch das große Aufräumen am Tag danach noch zu einem Fest! Verständlich, dass der Abschied schwer fiel. Nach und nach reisten die Familien am Sonntagnachmittag ab.
Eine rundum gelungene Geburtstagsfeier ging zu Ende!
Wir danken unseren Gastgeberinnen auf diesem Wege noch mal dafür, dass wir dabei sein durften und wünschen ihnen für die Zukunft alles Gute, Gesundheit und Zufriedenheit!

 Susi 


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Heuschnupfen

Allergien entstehen, wenn unser Immunsystem, das Abwehr- und Schutzsystem des Körpers, auf harmlose Stoffe überreagiert und sie wie gefährliche Stoffe behandelt. Normalerweise schützt das Abwehr- und Schutzsystem des Körpers vor dem Eindringen und der Wirkung gefährlicher Stoffe. Beim Allergiker bildet der Körper fälschlicherweise Abwehrstoffe gegen Substanzen, die eigentlich harmlos sind – im Falle des Heuschnupfen-Allergikers ist die Ursache in der Regel bei Blüten- und Gräserpollen zu finden. Auch andere Allergene, wie Tierhaare und Hausstaubmilbenkot, spielen eine große Rolle.
Nach Kontakt mit einem Allergen, z.B. bei Heuschnupfen-Allergikern einem bestimmten Pollen, werden spezifische Antikörper gebildet, die als Immunglobuline E bezeichnet werden. Diese Antikörper sitzen auf der Oberfläche der Mastzellen. Mastzellen sind weiße Blutzellen, die bei Immunreaktionen eine wichtige Rolle spielen. Die Antikörper auf diesen Mastzellen sind in der Lage, das Allergen bei erneutem Kontakt sofort zu erkennen, man spricht von Sensibilisierung.
Nimmt der Körper erneut das Allergen auf, gegen das die Antikörper gebildet wurden, reagiert der Körper diesmal sofort: Die Antikörper auf den Mastzellen erkennen das Antigen wieder und bewirken die Ausschüttung von Botenstoffen aus den Zellen. Die wichtigste Substanz ist dabei das Histamin. Es wird im Körper schnell verteilt und löst die für Allergien bekannten Symptome wie Juckreiz, Augentränen, Niesattacken oder auch Atemnot aus.
Pollen gelangen über die Luft in Augen, Nase und Körper. Daher sind Augen und Atemwege bei Heuschnupfen-Allergikern besonders betroffen. Typische Heuschnupfen-Symptome sind: Fließschnupfen (die Nase läuft ständig), verstopfte Nase (durch angeschwollene Schleimhäute), häufiges Niesen, Juckreiz bis hin zu Schmerzen; gerötete, brennende, lichtempfindliche, auch angeschwollene Augen; Abgeschlagenheit, Krankheitsgefühl, seltener Husten.
Typisch für eine Pollenallergie ist, dass sich die Beschwerden während der Pollenflugzeit tagsüber verschlechtern. Bei schlechtem Wetter und längeren Regenphasen fühlen sich die Betroffenen dagegen meist besser.
Allergien sollten unbedingt behandelt werden, da sich daraus eine Allergie auf andere Stoffe entwickeln kann.
Außerdem sind Allergiker anfälliger für bestimmte Erkrankungen: durch die Schwellung und Entzündung der Nasenschleimhaut in den Akutphasen ist das Risiko für Entzündungen der Nasennebenhöhlen und des Mittelohres erhöht; die vermehrte Sekretbildung im Bereich von Augen, Nase, Nasennebenhöhlen bis hin zu den Bronchien ist ein guter Nährboden für Krankheitskeime.
Neben Infektionen der Nasennebenhöhlen und des Mittelohrs kann es nach jahrelangem Heuschnupfen zu einem Übergreifen der Allergie durch den so genannten Etagenwechsel auf die unteren Atemwege kommen, zum allergischen Asthma.
Bei chronischen Beschwerden, wenn der Heuschnupfen von pfeifenden Atemgeräuschen, Atemnot oder einem Engegefühl in der Brust begleitet wird und wenn allergische Reaktionen den ganzen Körper betreffen, sollte zu einem Arztbesuch geraten werden.
In der Apotheke gibt es diverse Arzneistoffgruppen, die Heuschnupfenpatienten Linderung verschaffen und die nicht verschrieben werden müssen.
Antihistaminika – sind Histamin-Gegenspieler. Der Botenstoff Histamin wird beim Platzen der Mastzellen ausgeschüttet und führt zu den typischen Allergie-Symptomen. Antihistaminika blockieren diese Wirkung und können dadurch die Symptome unterdrücken. Während ältere Antihistaminika den Nachteil haben, dass bei den Patienten Müdigkeit auftritt, sind neue innovative Substanzen frei von dieser unangenehmen Nebenwirkung.
Diese Stoffgruppe gibt es als Tabletten und Tropfen zum Einnehmen oder zur äußerlichen Anwendung: Dimetinden als Tabletten, Tropfen, Gel zur Anwendung auf der Haut; Loratadin in Tabletten; Cetirizin in Tabletten; Azelastin in Nasenspray, Augentropfen; Levocabastin in Nasenspray, Augentropfen.
Mastzellstabilisatoren wie die Cromoglicinsäure in Nasenspray, Augentropfen stabilisieren die Membran, die äußere Hülle der Mastzellen, die das Histamin enthalten. So wird die Ausschüttung des Histamins verhindert. Anders als die Antihistaminika, die eine direkte und unmittelbare Wirkung haben, wirkt die Cromoglicinsäure nur bei regelmäßiger und dauerhafter Anwendung während der gesamten Saison. Bis zum Wirkungseintritt vergehen zudem einige Tage, so dass mit der Behandlung vorbeugend 2–3 Wochen vor dem Pollenflug begonnen werden sollte.
Corticoide, (ein körpereigenes Hormon), unterdrücken die Immun-Antwort und damit auch die allergischen Symptome. Während die kurzfristige Anwendung in der Regel komplikationslos ist, kann es bei länger dauernder Anwendung zu Nebenwirkungen kommen; freiverkäuflich ist nur schwach wirksames Kortison verfügbar.
Arzneistoff: Beclometason Heuschnupfenspray.
a1- Sympathomimetika, bewirken eine Gefäßverengung im betroffenen Gewebe, es kommt zum Rückgang der lokalen Schwellung.
Arzneistoffe: Tetryzolin in Augentropfen; Oxymetazolin in Nasenspray. Diese Stoffe sollten nur kurzfristig angewendet werden, da eine Abhängigkeit entstehen kann.
Alternative Heilmethoden: homöopathische Heuschnupfenmittel: Galphimia glauca, Allium cepa, Euphrasia. Acidum formicicum D30 und Pollen C30 1x wöchentlich ab Januar/ Februar als Umstimmungsmittel- reduzieren die Neigung zu allergischen Reaktionen.
Heuschnupfengeplagte sollten sich auch an Verhaltensweisen im Alltag halten, die Erleichterung bringen können: in der Pollenflugzeit sich möglichst wenig draußen aufhalten, Pollenflugkalender und –vorhersage beachten; Kontakt mit einem Allergen reduzieren durch abends Haare waschen, nachts Fenster schließen, im Auto Pollenfilter in die Lüftung einbauen, ein Staubsauger sollte einen speziellen Feinstaubfilter enthalten, den Urlaub möglichst in die Zeit legen, in der zu Hause die meisten Pollen fliegen, in pollenarme Gebiete wie Hochgebirge, Meer oder Wüstengebiete reisen, Lüften nach Regen, Pollen mit Kochsalzlösung aus der Nase spülen; bei Hausstauballergie milbendichte Bettbezüge verwenden, täglich Staub saugen, Böden oft feucht wischen, keine Teppiche.

Löwenzahn
Wer kennt es nicht, dieses lästige Unkraut, gegen das auch der geübteste Gärtner oft vergeblich ankämpft. Es macht sich mit scheinbar unverwüstlichem Ehrgeiz in Gemüsebeeten und im Rasen breit und drückt sogar Steinplatten auseinander!
Doch wie kann Löwenzahn, der Feind, um den es hier geht, erfolgreich besiegt werden? Am besten gar nicht! Löwenzahn ist keine böswillige Bestie, warum also dagegen kämpfen?
Versuchen wir, in ihm einen guten Freund zu sehen! Herr Taraxacum officinale, so sein lateinischer Name, steckt voller guter Eigenschaften.
Zunächst sei erwähnt, dass die Blätter und Blüten unseres neuen Freundes bei Kaninchen überaus beliebt sind. Besitzer dieser Haustiere werden mir zustimmen.
Und welches Kind kann sich dem Zauber einer Pusteblume entziehen?
Wer was auf sich gibt, hat natürlich mehrere klangvolle Namen: Bettseicher,
Kuhblumenkraut, Ackerzichorie u.a.
Wie Löwenzahn über der Erde aussieht, wissen wir. Ganz eindrucksvoll gestaltet sich jedoch die Wurzel- dunkelbraun bis schwarz, pfahlförmig und etwa einen, in seltenen Fällen sogar zwei Meter lang!
So, was hat er uns nun zu bieten?
Seine leuchtend gelben Blüten eignen sich zur Herstellung eines wohlschmeckenden, honigähnlichen Sirups oder Gelees als Brotaufstrich. Die jungen Blätter, im Frühjahr enthalten diese Fruchtzucker und schmecken nur wenig bitter, können als Salat verarbeitet werden. (Mit einer Speck-Rahmsauce gilt er als Delikatesse).
Aus der getrockneten und gerösteten Wurzel kann man Ersatzkaffee herstellen, (ähnlich dem Zichorienkaffee aus der Wurzel der Wegwarte), wohlschmeckend und koffeinfrei!
Während des Zweiten Weltkrieges wurde in Russland und im Deutschen Reich Löwenzahn als Kautschukersatz verwendet. Unter anderem wurde 1942 in Auschwitz eine Forschungsstation für Pflanzenkautschuk eingerichtet, (in der leider Zwangsarbeiter aus dem Lager eingesetzt wurden).
Aufbauend auf den Forschungsleistungen wird Löwenzahn seit einigen Jahren wieder als potenzielle Rohstoffpflanze für Kautschuk betrachtet und in Europa und Nordamerika erforscht. Ziel ist es, aus dem Russischen Löwenzahn verwertbaren Löwenzahnkautschuk als Alternative zum heute gebräuchlichen Naturkautschuk aus dem Milchsaft des Kautschukbaums, synthetischen Kautschuk zu gewinnen.
Auch als Heilpflanze macht dem Löwenzahn keiner so schnell etwas vor!
Aus dem Kraut und der Wurzel kann man Zaubertränke herstellen, die bei diversenWehwehchen Wunder wirken: bei Störungen des Gallenflusses, zur Anregung der Harnausscheidung, bei Verdauungsbeschwerden wie Appetitlosigkeit und mangelhafter Fettverdauung, ferner als Blutreinigungsmittel und bei rheumatischen Beschwerden. Dafür werden 1-2 Teelöffel Löwenzahntee (aus der Apotheke) mit Wasser übergossen, kurz aufgekocht, 15 Minuten ziehen gelassen und abgeseiht. Morgens und abends je eine Tasse warm trinken, am besten kur mäßig über 4-6 Wochen. (Bei längerer Anwendung kann es aufgrund der Bitterstoffe zu Sodbrennen kommen). Alternativ gibt es im Reformhaus Frischpflanzensaft und Arzneimittel in der Apotheke, die aus dieser wunderbaren Pflanze hergestellt werden.

Fazit: gebt dem Löwenzahn die Chance, euer Freund zu werden, er wird euch nicht enttäuschen!

 


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Unser Treffen in Reichesdorf, 
Freitag 27.07.2012-Sonntag 29.07.2012

In einigen Wochen ist es also soweit: nach vielen Jahren soll unser schöner Saal wieder uns, die Reichesdorfer Sachsen, beherbergen!
Rund 50 Personen haben sich bisher dazu angemeldet, das 1. Reichesdorfer Treffen vor Ort zu erleben. Zugegeben, wir hatten mit mehr Zulauf gerechnet.
Es ist bedauerlich, dass vor allem Leute, die sich dieses Treffen gewünscht hatten, in der Anmeldeliste nicht vorkommen.


Sollte der ein oder andere es schlichtweg vergessen haben, dass zwecks Planung des Treffens auch eine Vorauszahlung von 25€ pro Person zu leisten ist, bitte noch bei Meck melden!
Wir wünschen eine angenehme Reise und einen schönen Aufenthalt in Reichesdorf!

Der Vorstand

 


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Roma brechen Rekorde

„Indirom” will mit „sah hai mas” ins Guinness Buch
Die Roma Kesselschmiede aus dem Kreis Hermannstadt wollen ins Guinness-Buch der Rekorde. Dafür haben die Roma am vorigen Donnerstag eine Tonne "sah hai mas" vorbereitet, ein traditionelles Gericht, das hauptsächlich Weißkohl und Schweinefleisch enthält und die während eines Roma-Kongress an die Bedürftigen ausgeteilt wird. Die Romas haben ein gelungenes Event organisiert, bei dem alle Schritte für die Aufnahme ins Guinnes-Buch berücksichtigt wurden.
Der Präsident des Roma-Verbandes und der Kesselschmiede "Indirom" aus Hermannstadt, Dorin Cioab?, der Sohn des Roma-Königs Florin Cioab?, kontaktierte die Guinness World Records Vertreter und zahlte 500 Euro Gebühr für die Genehmigung dieses Rekords. Insgesamt 12 Köche und sieben Küchenchefs haben am vorigen Donnerstag in einem Zelt, eine Tonne "sah hai mas", die traditionelle Speise der Wanderzigeuner und Kesselschmiede vorbereitet.
"Sah hai mas ist eine konsistente Nahrung, mit viel Fett und Schweinefleisch. Unsere Urahnen, als sie von Ort zu Ort ziehten und weil sie keine Küche hatten und kochen konnten, war diese Nahrung erforderlich, weil sie gut haltbar und nahrhaft ist", sagte Dorin Cioab?.
Ihm zufolge wurden für die Vorbereitungen 850 kg Kraut verwendet, 400 kg Schweinefleisch, 50 kg Zwiebeln, ein paar Dutzend Kilogramm Reis ein paar Kilogramm Lorbeerblätter, Paprika Brühe vorbereitet von den Roma-Köchen nach einem traditionellen Rezept.
Das ganze wurde in einem speziell von den Kesselschmieden gefertigten Topf gekocht. Am späten Nachmittag waren die Köche noch mit der Zubereitung der Speisen beschäftigt die normalerweise in 4.000 Portionen eingeteilt werden kann. "Aus diesen Zutaten sollen 4.000 Portionen gekocht werden, die erstmals für die Gäste des ersten Kongresses von Indirom verteilt werden. Wir haben mehrere hundert Gäste eingeladen, aber 90 Prozent davon gehören der Kategorie XXL an, die bestimmt mehr essen werden, so dass kaum noch etwas übrigbleibt", sagte Dorin Cioab?.
Ihm zufolge wird das Übriggebliebene, nach dem Indirom-Kongress an arme Menschen, die am Stadtrand von Hermannstadt wohnen aufgeteilt.
In den folgenden Tagen wird Dorin Cioab? für die Genehmigung des Rekords den Guinness World Records Vertretern die aufgenommenen Videos von der Zubereitung der Speisen zusenden.
Der erste Kongress des Vereins "Indirom" aus Hermannstadt wurde laut Veranstalter im Zeichen des Nationaltag Indiens organisiert. Dorin Cioab? beabsichtigt nämlich, die Roma als eine neue Minderheit, die der "Inder" in Rumänien zu etablieren.

Sebastian Marcovici  


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Mittleres Jahreseinkommen in Rumänien 1222 Euro

Mehr als jeder Fünfte hat kleineres Einkommen

Donnerstag, 29. März 2012
Wiesbaden (dpa/ADZ) -

Die EU-Staaten mit den höchsten Armutsgefährdungsquoten haben auch die stärksten Einkommensungleichheiten: So klafft die Schere zwischen dem Einkommen des oberen Fünftels der Gesellschaft und jenem des unteren Fünftels in Litauen am stärksten (7,3) auseinander, gefolgt von Lettland und Spanien, Rumänien, Bulgarien und Griechenland.
Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden für das Jahr 2009 mit. In der gesamten Europäischen Union beträgt der Faktor 5,0. Am kleinsten ist der Einkommensunterschied in Ungarn, Slowenien sowie in dem Nicht-EU-Staat Norwegen (mit je 3,4).  In Lettland, Rumänien, Spanien, Bulgarien, Litauen und Griechenland ist mehr als jeder Fünfte arm. In den Niederlanden ist dagegen nur etwa jeder Zehnte von Armut bedroht, in der Tschechischen Republik sind es noch etwas weniger.
Armutsgefährdet ist nach der EU-Definition, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung eines Landes verfügt.
Diese Summe variiert von 1222 Euro pro Jahr in Rumänien bis zu 19.400 Euro in Luxemburg und 19.438 Euro in Norwegen. In Deutschland liegt die Grenze bei einem Jahreseinkommen von 11.278 Euro. In fast allen anderen direkten Nachbarländern ist es mehr: Niedriger ist die Armutsschwelle nur in Polen (2643 Euro Jahreseinkommen) und in der Tschechischen Republik (4235 Euro).

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"Doat liirsst te net, bäss de krooen af schtielze goon!"

Sonntag, 15. April 2012
Man unterscheidet die Saatkrähe und die Nebelkrähe. Das beinhalten einige nordsiebenbürgische Belege: „de schwoarz kraao“ (die schwarze Krähe, die Saatkrähe) und „de graao kraao“ (die graue Krähe, die Nebelkrähe; Kleinbistritz, auch Mettersdorf). In Nordsiebenbürgen hat die schwarze Krähe auch einen Beinamen: „Em seit fu dian schwuarze nät fil, miir heesse se hääner kroone, haae sei meesst fu diese groone“ (man sieht nicht viele schwarze Krähen, wir nennen sie Heidenerkrähen, hier sind mehr von diesen grauen; der Aufenthaltsort der schwarzen Krähe beschränkt sich auf die Landschaft zwischen Mieresch und Somesch, die den Namen Heide, trägt; Weilau).
Von interessanten Sagen, Redensarten, Sprichwörtern und Zaubersprüchen, in denen die Krähe belegt ist, wollen wir einige Beispiele hervorheben. In nordsiebenbürgischen Sagen heißt es: „Am augusst seit em nichen kroone, de oaldn erzoaln, doat an jeet kroone mat er koornäär am meul noo Babilon flich, bei dn fogelkinek“ (im August sieht man keine Krähen, die Alten erzählen, dass jede Krähe mit einer Kornähre im Maul nach Babylon zu dem Vogelkönig fliege; Weilau). Wenn die selbstgesponnene und selbstgewebte Leinwand bei der Bleiche nicht schön hell wird, sagt man: „Em huat baim blaichen de kroon nässt gejuacht“ (man hat beim Bleichen die Krähen nicht verjagt; Kreweld, auch Senndorf). Südsiebenbürgisch belegt sind anschauliche Redensarten und Sprichwörter mit dem Wort Krähe im Sinne von ‘niemals’: „Won de kriue weiss fadre bekun“ (wenn die Krähen weiße Ferdern bekommen; Dunesdorf) oder „doat liirsst te net, bäss de krooen af schtielze goon!“ (das lernst du nicht, bis die Krähen auf Stelzen gehen!; Durles).
Von einem schlechten Grundstück wird gesagt: „Doo de krooe mässten“ (wo die Krähen missten; Meschen). Dass aus einem schlechten Menschen kein guter wird, beinhalten die nordsiebenbürgischen Belege: „Auss der kreo moacht em niche boafliisch“ (aus der Krähe macht man keinen Speck; Wallendorf) oder „än kreo blaift än kreo sai duach, det wit nichn dauf“ (etwa in dem Sinn: eine Krähe bleibt ein Leben lang eine Krähe, es wird aus ihr keine Taube; ebenda).
Die Krähe kommt auch im nordsiebenbürgischen Aberglauben vor (ohne Angabe des Ortes). Man legt ein Stückchen Speckschwarte auf den Zaun und spricht zum Heilen der Warzen folgenden Zauberspruch: „De schwuort wierfn ich de kroon, mai wuarze si’n fergoon“ (die Schwarte werfe ich den Krähen, meine Warzen sollen vergehen). Eine Fieberbeschwörung lautet: „Wält te nät fergoon, fraassn dich de kroon“ (willst du nicht vergehen, fressen dich die Krähen).

Von: Sigrid Haldenwang 


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Der „Reichesdorfer Bote“ feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Jubiläum.

Da die erste Ausgabe zu Weihnachten 1987 erschien wollen wir die nächste Ausgabe (Weihnachten) als Jubiläumsausgabe benennen.
Es wäre sehr nett wenn auch Du ein paar Zeilen, Deine Erfahrungen, mit dem Boten zum Besten gibst. Schönes und trauriges hat er uns verkündet über zweieinhalb Jahrzehnte.

Heinrich Maiterth  


Anzeigeschluss 30. April und 31. Oktober

 


1. Vorsitzender: Werner Meyndt   82515 Wolfratshausen  Tel 08171/20228 
 Kassier: Ernst Kloos 51674 Wiehl Tel 02262/305662
Schriftführer:  Susanna Riemesch  74226 Nordheim   Tel 07133/964816
Herausgeber des Boten:  Heinrich Maiterth 33332 Gütersloh maiterth.heinrich@t-online.de 
Internet Hans-Christian Hienz  91550 Dinkelsbühl webmaster@reichesdorf.de
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Vorstandsmitglieder der Reichesdorfer HOG
Ernst Kloos, Gustav Hügel, Hans-Christian Hienz, Harald Hügel, Heinrich Hienz, Heinrich Maiterth (Cleebronn), Heinrich Maiterth (Gütersloh), Heinrich Waffenschmidt, Hermann Hügel, Martin Alzner, Susi Riemesch, Werner Meyndt


         























         
 

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