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Reichesdorfer Bote

    Jahrgang 29, Ausgabe 52                                                                                                           Muttertag 2015  

 
 

 
Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis
Begrüßung
Det Fräjohr kit än de Wegden
Ich hab Ehrfurcht vor schneeweisen Haaren
Den Müttern
Über 50 Jahre Muttertag

Hallo Jahrgang 1955
Älter ist wie jung nur viel besser
Zur diamantenen Konfirmation
Reichesdorfer und Meschner Hüttenzauber
Ein unvergessliches Skiwochenende
Schulwesen in Siebenbürgen über 30 Jahre mitgeprägt
Danke für die ehrenamtliche Arbeit
Rumäniens Siebenbürger Sachsen

Rumäniens Intellektuelle feiern neuen Präsidenten
Mit Aussiedlern Geld machen
Aus Reichesdorf
Ahnenforschung

Für unsere Jüngsten / Lügenwette
Aus Reichesdorf / Der Wandergeselle

Wissenswertes über...../ Kilian Müller
Mihaela Kloos mit Povesti sasesti
Auch ein Reichesdorfer Treffen!

Anzeigen
Die vier Jahreszeiten
Liebe Landsleute / Einladung Treffen
Aufruf zum Mitmachen
Einladung zur Mitgliederversamlung
Programm zum Heimattreffen

 
 


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Liebe Leser und Leserinnen,

Ich begrüße Euch herzlich zu unserer neuen Ausgabe des Reichesdorfer Boten.

Wie schnell die Zeit doch vergeht. Gerade haben wir noch den Beginn eines neuen Jahres gefeiert und schon ist wieder über ein Viertel davon vergangen und ihr findet eine neue Ausgabe des Boten lesebereit im Briefkasten. Ich bin mir sicher, dass auch dieses Mal für jeden etwas Interessantes dabei sein wird.
Mir persönlich liegen die Reichesdorfer Treffen am Herzen.
Zum einen waren einige Reichesdorfer in diesem Jahr bereits sportlich aktiv. Gemeinsam mit unseren Freunden aus Meschen haben wir die Faschingstage bei herrlichstem Wetter mit Ski&Spaß im Skigebiet Wildkogel verbracht. Leider müssen wir feststellen, dass dieses Jahr deutlich weniger Reichesdorfer Skihasen zu zählen waren und wir die Hütte künftig nicht mehr bis auf den letzten Platz voll bekommen. Allerdings war dieses Jahr auch der HOG Vorsitzende von Groß Propstdorf, Peter Doniga, mit von der Partie. Er war von dem gebotenen Ambiente begeistert und hat sich zum Auffüllen der Restplätze mit Propstdorfern angeboten. So ist das Skitreffen auch für das nächste Jahr gesichert und ich freue mich jetzt schon darauf.
Darüber hinaus steht im Mai das Reichesdorfer Treffen in Friedrichroda an. Leider ist auch hier ein Rückgang der Teilnehmer zu verzeichnen. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir künftig wieder mehr von Euch bei solchen Veranstaltungen begrüßen könnten, die sich mit Reichesdorf identifizieren. HOG ist die Abkürzung für Heimatortgemeinschaft – lasst uns zusammen eine richtige Gemeinschaft bleiben.
Wie immer zu dieser Zeit gehört mein Abschlusswort den Müttern: Ich wünsche Euch allen einen wunderbaren Muttertag im Kreise eurer Lieben!
Ich freue mich, Euch hoffentlich persönlich in Friedrichroda zu begrüßen!

Euer Meck

                  


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Det Fräjohr kit än de Wegden


Det Fräjohr kit än de Wegden,
Na zä mer Flircher schnegden,
af’t Field un de Bach än de Bäsch.
  Palmizker sen erwacht vum Drimen,
al sänjan bränje mer se himen,
as Härzker schlon si fri uch fräsch,
as Härzker schlon si fri uch fräsch.

Kut, kut, net säzt nor äm Schaden!
Klopt fiest, ir Kameraden,
bäs dat de Schuel sich list.
De Medcher dä hu Blome fangden,
sä hu schi Krinz fir as gebangden,
hurra, na wärde mer bekrinzt,
hurra, na wärde mer bekrinzt.

Hirt, wä de Flircher klänjen!
Hirt, wä de Medcher sänjen!
Dat schallt durch de gunz Gemin.
Mir sen de Fräjorsmusikanten
und spile wä de Adjuvanten.
Et frat sich alles, Griß uch Klin,
et frat sich alles, Griß uch Klin.

                  


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Ich hab Ehrfurcht vor schneeweißen Haaren


Ich hab Ehrfurcht vor schneeweißen Haaren
Sie verschönern der Mutter Gesicht
Und sie krönen die Arbeit von Jahren
Und ein Leben der Treue und Pflicht
Ich hab Ehrfurcht vor schneeweißen Haaren
Vor den Falten von Sorgen und Leid
Ich will helfen aus den letzten Jahren
Zu machen ihre glücklichste Zeit

Für die lieben alten Menschen,
Die das Leben nie verwöhnt,
Hat mein Herz ein warmes Plätzchen,
Das sie mit der Welt versöhnt,
Weil sie in dem harten Leben
Viel mehr Leid als Glück gesehen,
Sind sie heut mit weißen Haaren,
Doch mit Augen die verstehen

Ich hab Ehrfurcht vor schneeweißen Haaren
Sie verschönern der Mutter Gesicht
Und sie krönen die Arbeit von Jahren
Und ein Leben der Treue und Pflicht
Ich hab Ehrfurcht vor schneeweißen Haaren
Vor den Falten von Sorgen und Leid
Ich will helfen aus den letzten Jahren
Zu machen ihre glücklichste Zeit

Mit dem Songtext von Camillo Felgen wünscht
die Reichesdorfer HOG
den Müttern alles erdenklich Gute,
die Gesundheit und Zufriedenheit

Mit dem Songtext von Camillo Felgen wünscht
die Reichesdorfer HOG
den Müttern alles erdenklich Gute,
die Gesundheit und Zufriedenheit

                  


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Kathi Mätz
Muttertag in Reichesdorf, siebziger Jahre

 

Den Müttern

Lieber Gott, du hast die Mütter
Deinen Engeln gleichgestellt.
Lässt sie weben an dem Gitter,
Das das Böse von uns hält.

Ihre Lieder, die sie leise
Im Verborgenen dazu singen
Haben eine schöne Melodie.
Jedem auf die eigene Weise
Lass sie tief in uns erklingen,

Lieber Gott, segne sie.

Elli Michler
eingesandt von Katharina Mätz

                  


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Über 50 Jahre Muttertag
(inzwischen über 90 Jahre)


Ein Sonntag im Mai -es ist Muttertag. Muttertag, ein Tag im Jahr, der nur den Müttern gewidmet ist. Seit einem halben Jahrhundert wird in rund 40 Ländern der Erde der zweite Sonntag im Mai als Muttertag gefeiert.

Ein Tag im Jahr, an dem nicht die Mutter die Familie verwöhnt, sondern an dem sich alles nur um die Mutter dreht, die Mutter vom Ehemann und vor allem von den Kindern verwöhnt wird. Das "'Nie" ist dabei jedem selbst überlassen. Die einen verwöhnen mit kleinen Aufmerksamkeiten und Geschenken, andere wiederum sagen durch tatkräftige Hilfe im Haushalt an diesem Tag "Dankeschön für alles".

Kleinere Kinder überraschen ihre Mutter mit Selbstgebasteltem, mit einem extra einstudierten Musikstück oder einem Gedicht.

Größere Kinder, die das Elternhaus schon verlassen haben, nehmen den Muttertag oft zum Anlass, wieder einmal zu Hause reinzuschauen. Sie schenken ihrer Mutter Blumen, Süßigkeiten oder führen sie zum Essen aus. Muttertag - Pflichtkür der Gefühle oder vielleicht gar nur Geschäftemacherei? Oder steckt nicht doch viel mehr dahinter, als der Kalendereintrag aussagen kann? Woher kommt überhaupt der Muttertag?

Eine amerikanische Frauenrechtlerin war es, die Anfang des 20. Jahrhunderts bei den Politikern ihres Landes dafür eintrat, dass die Leistung der Frauen endlich gewürdigt wird.

Ein großer Erfolg, eine großartige Idee, die sich weit über Amerikas Grenzen hinaus durchsetzen sollte. Wir feiern Muttertag seit 1923. Ob allerdings immer in Ann Jarvis' Sinn, das sei dahingestellt. Denn sie, die sich dafür stark machte, dass dem Wirken der Mütter mehr Beachtung geschenkt wird, sie, die es schaffte, aller Welt den selbstlosen Einsatz der Mütter ins Gedächtnis zu rufen, hatte mit ihrer Idee eines sicherlich nicht beabsichtigt: dass nur an einem einzigen Tag viel Aufhebens um die Mutter gemacht wird, an 364 Tagen jedoch man nur allzu bereitwillig übersieht, wie schwer der "Beruf Mutter" ist.

Wer sich in einer stillen Stunde einmal vor Augen führt, was eine Mutter tagtäglich alles leistet, wie oft sie ihre eigenen Interessen zugunsten der Familie zurücksteckt, was sie alles bereit ist zu opfern, wenn es um das Wohl der Familie, der Kinder geht - und dies alles ohne Murren und Klagen, der wird zugeben müssen, dass ein Tag im Jahr für die Würdigung dieser Leistung nicht ausreicht.

"Solang du deine Mutter hast, so danke Gott und sei zufrieden", heißt eine alte Weisheit. Ein Satz, der zum Nachdenken lohnt., nehmen wir doch jeden Tag Mutters Hilfe mit der allergrößten Selbstverständlichkeit in Anspruch. "Dankeschön" sagen wir jedoch nur selten. Vielen würde innerhalb der Familie einfacher, würden wir wieder lernen, "Danke" zu sagen. Und das nicht nur am Muttertag. Am zweiten Maisonntag ist offiziell Muttertag.

Unser Muttertag kann jeden Tag sein! Wir sollten ihn nicht zu lange anstehen lassen. den nächsten Muttertag.

Aus dem Nachlass von Frau Lassner 

 



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Regina Weinrich (Scheminger)
Anneliese Herbert (Hann)
Christine Pinnes
Johanna Weinrich (Untch)
Anni Pinnes (Wälther)
Heinrich Maiterth
Andreas Schlosser
Werner Meyndt
Heinrich Waffenschmidt
(fehlt auf dem Bild)

Hallo Jahrgang 1955

Happy Birthday, alles Gute und viel Glück,
Davon wünsch ich uns ein großes Stück.
Sechzig Jahre, das lässt auch uns nicht kalt,
wir sind weder jung, noch sind wir alt.

Alle unsere Wünsche werden klein
Gegen den gesund zu sein.
Zufrieden schauen wir zurück,
häufig mit einer kleinen Träne in dem Blick.

Mal ist sie Rührung und mal ist sie Schmerz,
jedoch immer mit dem nötigen Ernst!
Unser Geburtstag, dieses Jahr besonders rund,
Sechzig Jahre, werden wir, ich tu`s euch kund.
Ob jung, ob alt, ist ganz egal,
Geburtstag hat ein jeder nun Mal.
Und was kommt, steht in den Sternen.
Unser siebzigster liegt noch in weiten Fernen.

Heinrich Maiterth

 


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Ein guter Jahrgang (1955) wird von Jahr zu Jahr immer besser.

Ein vorzüglicher Jahrgang 1955, fünf Mädchen und 4 Jungs in Reichesdorf teilen dieses Schicksal.
Hineingeboren in eine Zeit, da die Eltern und Großeltern noch beschäftigt sind mit dem Verlust ihres Hab und Guts. Viele von ihnen hatten immer noch ihre ungebetenen Gäste, in ihren Häusern, bei sich wohnen.
Von all dem haben wir wenig bis gar nichts mitbekommen. Meine Erinnerungen setzen eigentlich im Kindergarten ein, wo wir doch eine angemessene und behütete Kindheit miteinander erleben durften.
Richtig wahrgenommen habe ich euch als wir eingeschult wurden. Ich kann mich noch an den ersten Schultag erinnern, meine Mutter, wahrscheinlich eure auch, brachten uns am ersten Tag zur Schule. Keine Schultüte versüßte uns den ersten Schultag.
Das Klassenzimmer teilten wir uns mit den zwei Jahre älteren Kindern. Also erste und dritte Klasse wurden von einem Lehrer betreut, in unserem Fall einer Lehrerin „Frau Ziegler“.
Genau, und da war ja noch der fünfte Junge in unserer Klasse, zumindest für ein Jahr, Klaus, der Sohn von Frau Ziegler.
In der zweiten Klasse, soweit ich mich erinnere hatten wir einen jungen Lehrer, ich glaube, sein Name war Pastior.
In der dritten und vierten Klasse war Frau Huber, eine junge Lehrerin, für unseren Wissensstand und Benotung zuständig.
Ehrlich, Frau Huber hatte Recht, die Fleißigsten, ich beziehe mich nur auf uns Jungs, waren wir nicht.
Alles war damals interessant -Vogelnester ausnehmen, bei Meck vom Heuboden springen und auf dem Honnenbarch Höhlen ausgraben. Das Lernen war meist ein nebensächliches Übel.
Nach der vierten Klasse folgte die Birthälmer Schulzeit.
Viele neue Freunde lernte man kennen, viele Freundschaften bestehen heute noch.
Vier Jahre Bus fahren zur Schule und oft auch laufen, wenn man den Bus verpasste.
Bei schönem Wetter fuhr man auch ganz gerne mit dem Fahrrad dahin. Etliche von uns mussten danach noch den Eltern bei der Feldarbeit helfen.
Endlich hatte man die Schulzeit geschafft, da kam die elterliche Frage: „Kind, was willst du werden?“
Eigentlich kam für die meisten von uns nur einen Beruf zu erlernen in Frage, denn die schwere Feldarbeit hatte man kennengelernt.
Ja, da trennten sich die Wege für einige von uns .
An Feiertagen aber, da traf man wieder zusammen, hatte sich zu erzählen, aus der großen, kleinen Welt.
Inzwischen konfirmiert, durfte man am Abend auch „auf die Gasse gehen“.
Wir heirateten, einige gingen mit ihren Partnern in andere Ortschaften. Andere wanderten sehr früh aus, der Kontakt aber ist nie vollkommen verloren gegangen.
Wenn man das Alter von achtzig als Maßstab nimmt, so kann man sagen, das wir relativ jung bei unserer Auswanderung waren. Jeder von uns hat sich hier im Westen eine neue Existenz aufgebaut. Inzwischen haben wir in der neuen Heimat genauso lange gelebt wie zu Hause in Reichesdorf.

Wenn wir zwanzig sind, nehmen wir uns vor,
den großen Schatz des Lebens zu entdecken.
Mit vierzig geben wir es auf, danach zu suchen.
Mit sechzig wissen wir, dass wir ihn mit zwanzig bereits besessen haben.
Es war unsere Jugend

Dieses Jahr werden wir nun 60 Jahre alt. Es wäre schön, wenn wir alle zusammen, das obige Bild, bei unserem Reichesdorfer Treffen wiederholen könnten.

Ich wünsch uns allen
eine gute Portion Gesundheit,
Zufriedenheit und Glück;
Humor in jeder Lebenslage,
Gelassenheit am Stück,
eine gute Zeit und wenig Lebenslast,
 

Heinrich Maiterth


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Zur diamantenen Konfirmation

Die Konfirmation ist einer der denkwürdigsten Tage im Leben eines Christenmenschen. Am Palmsonntag im Jahre 1955 wurden wir, 9 Mädchen und 10 Jungen, konfirmiert.

Weißt du noch? -Wie wir vom damaligen Pfarrer Andreas Herberth vor dem Altar eingesegnet wurden und dann das erste Abendmahl empfangen hatten?

Weißt du noch? -Wie du dich damals in der Reichesdorfer Tracht gefühlt hast?

Weißt du noch? -Wie die ältere Jugend uns am Abend empfangen hat?

Viele Fragen, jeder kann sich gut daran erinnern.
Nun feiern wir diamantene Konfirmation, sechzig Jahre, eine lange Zeit. Wir sind einen weiten Weg gegangen, nicht alle haben diese Zeit erreicht, manche sind schon früh verstorben.

Mit Dankbarkeit blicken wir auf diese Zeit zurück. Eines bedauere ich sehr, es gibt kein Foto und keinen Konfirmandenschein von damals.

Doch wer trotz der Sorgen, Not und Schmerz
Behielt ein hoffnungsvolles Herz,
der lebte keinen Tag vergebens
in allen Jahren seines Lebens,
dem ist viel Segen wiederfahren
Zu jeder Zeit in 60 Jahren.

Zitat vom Heimatdichter Wilhelm Pfeifer aus Körle. Katharina Mätz

Erika Untch (verh. Alzner, Reichesdorf 135)
Katharina Greger (verh. Mätz, Reichesdorf 242)
Anna Biringer (verh. Schuller, Reichesdorf 79)
Anna Pinnes (verh. Hösch, Reichesdorf 75)
Margarethe Kloos (verh. Bodendorfer, Reichesdorf 130)
Anneliese Alzner (verh. Hügel, Reichesdorf 117)
Anna Alzner (verh. Ruppe, Reichesdorf 310, USA) †
Marlene Salmen (verh. Ziegler, Reichesdorf 288-6)
Katharina Schuller ( Reichesdorf / Nimesch 91)
Gustav Alzner (Reichesdorf 32) †
Simon Waffenschmidt (Reichesdorf 302)
Ernst Meyndt (Reichesdorf 139)
Johann Hügel (Reichesdorf 281)
Johann Stolz (Reichesdorf 248-144)
Ernst Schaas (Reichesdorf 22) †
Martin Hügel (Reichesdorf 23) †
Horst Meyndt (Reichesdorf 145-139)
Andreas Hienz (Reichesdorf 243) †
Johann Schneider (Reichesdorf 147)


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Reichesdorfer und Meschner Hüttenzauber
21.02.2015


Auch dieses Jahr trafen sich, zum 17. Mal, am Faschingswochenende Reichesdorfer und ihre Meschner Freunde auf der "Wolkenstein-Hütte", im Gebiet am Großvenediger.
Am Freitag gab`s ein freudiges Wiedersehen und viele hatten ihre gelben oder orangen Warnwesten, mit den jeweiligen Heimatwappen, angezogen.
Den Begrüßungs-Glühwein hatten die Meschner gespendet. Anläßlich seines bevorstehenden Geburtstages hatte Günther Untch einige Prosecco-Flaschen gespendet und alle genossen den wunderbaren Tropfen.

Abends wurde bei Musik und Tanz gefeiert, wobei Hari und Hugo Urkunden an diejenigen verteilten, die schon das 5.-oder 10.Mal dabei waren.

Die Jubiliare, die es wieder geschafft hatten waren:
5 mal dabei waren:


Fröhlich Hans-Jürgen
Hügel Marlene
Meyndt Tobias
Pitters Samuel
Pitters  Katharina
Staedel Karin
Untch Hans
Untch Helga

10 mal dabei waren:
Greger Carina
Greger Johann
Greger Tina

Am Samstag luden die idealen Schneeverhältnisse und das traumhafte Wetter zu Skifahren, Snowboarden oder Schlittenfahren ein.
Für alle ein Highlight war, wie jedes Jahr, die gemeinsame Jause vor der Hütte.
Leckere geräucherte Wurst, Grieben ,Schmalz und sogar Büffel-Käse waren in großen Mengen vorhanden und alle ließen es sich schmecken. Danke an Dietmar Schaas, Ernst Weinrich und Helga Untch (ihr Bruder Martin war der Hersteller vom Büffel-Käse in Salzlake.) Bauernbrot, Käse ?und rote Zwiebeln wurden von den Meschnern beigesteuert. Einige fleißige Frauen hatten wunderbare Kuchen mitgebracht. Danach wurde bis zur Dämmerung gesungen und gelacht.
Nach dem Abendessen hieß es Umziehen für den Fasching und viele phantasievolle Masken konnten bestaunt werden.
Unsere Meschner Freunde präsentierten zwei Westerntänze, die mit viel Applaus belohnt wurden.
Weiter ging`s bis in die frühen Morgenstunden mit viel ausgelassener Stimmung. Die hervorragende Musikauswahl hatten wir Werner Meyndt (Meck) zu verdanken.
Am Sonntag hieß es: "Abschied nehmen".
Viele reisten nach dem Frühstück ab, aber einige genossen noch das herrliche Wetter zum Skifahren oder gemütlichem Beisammensitzen auf der Terasse.
Ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren und alle Helfer, es war mal wieder ein gelungenes Skiwochenende für Jung und Alt. Da waren sich alle einig, auch diejenigen, welche das allererste Mal dabei gewesen sind.

Karin Staedel


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Ein unvergessliches Skiwochenende

Die Einladung zur Meschen-Reichesdorfer-Skiausfahrt kam überraschend per Mail. Hugo Schneider lud uns (Vertreter der HOGs aus der Regionalgruppe Mediascher Umgebung) ein, an dem Skiwochenende in der Bergwelt der Hohen Tauern, genauer in der Wildkogel-Arena in Neukirchen am Großvenediger Österreich, teilzunehmen.
Für mich als begeisterter Skifahrer war sofort klar: „Da musst du mitmachen“. Nach meiner Anmeldung wurden mir ausführliche Informationen zu Anfahrt, Parkmöglichkeiten und Unterkunft zugeschickt. Es konnte also nichts schiefgehen.
Die Anreise von Regensburg am Freitag, dem 13. Februar 2015, verlief, entgegen der Unheil versprechenden Kombination Freitag und entsprechendes Datum, reibungslos. Das Wetter war sehr gut, der Verkehr auf der Autobahn hielt sich in Grenzen und so konnte ich pünktlich gegen 9 Uhr auf dem Langzeitparkplatz bei der Talstation der Wildkogelbahn in Neukirchen am Großvenediger, ankommen.
Wie von Hugo angekündigt, war es nicht schwer, die Teilnehmer der Meschen-Reichesdorfer Skiausfahrt zu erkennen. Eindeutige Erkennungsmerkmale waren die Warnwesten, (orange die Meschener und gelb die Reichesdorfer) sowie der unverkennbare sächsische Dialekt. Ich habe mich dann als Teilnehmer zu erkennen gegeben und schon auf dem Parkplatz wurde mir freundlicherweise geholfen, mein viel zu umfangreiches Gepäck zur Liftstation zu befördern. Herzlichen Dank an dieser Stelle an die zwei Herren, die ich leider nicht namentlich nennen kann.
Nach dem Kauf der Liftkarte ging es mit der Gondel zur Bergstation. Oben angekommen wurde das Gepäck abgestellt und dann mit Skidoos vom Hüttenpersonal abgeholt und zur Hütte gebracht – perfekt.

An der Bergstation traf ich Harald Hügel (Hari). Ich fragte ihn nach dem weiteren Verlauf, ohne zu wissen, dass er einer der Mitorganisatoren war. Hari erklärte mir den weiteren Ablauf, verpasste mir kurzerhand die Warnweste seiner Frau und schon war ich ein Reichesdorfer. So gewappnet ging es auf Skiern zu der Wolkensteinhütte.
Die Wolkensteinhütte liegt auf über 2000 Metern mitten im Skigebiet Wildkogel-Arena. Die Abfahrten beginnen praktisch vor der Haustür. Es gibt einen fantastischen Ausblick auf die umliegenden Alpengipfel Braunkogel, Steinkogel, Wildkogel und Frühmesser.
Bei der Hütte angekommen, traf ich Anni und Hans May. Wir stellten fest, dass wir gemeinsame Bekannte in Großprobstdorf hatten und Hans und ich beschlossen, gleich eine Abfahrt zu unternehmen.
Gegen Mittag, als Hugo eintraf, wurden die Zimmer zugeteilt. Das Gepäck war schon da und so konnten die Zimmer bezogen werden. Ich erhielt eine orangene Warnweste und war ab sofort Meschener. Ordnung muss halt sein, sagte Hugo.
Nach dem Zimmerbezug ging es mit dem Skifahren bei herrlichem Wetter und sehr gut präparierten Pisten bis ca. vier Uhr nachmittags weiter. Um halb fünf war Glühwein angesagt. Alle versammelten sich auf der Terrasse links vom Eingang zu Hütte. Hier wurde von Hugo in zum Ereignis passender Kleidung der Glühwein zubereitet. Das aromatische heiße Getränk in den dampfenden Glühwein-Bechern erwärmte sowohl unsere Körper als auch die Stimmung. Es wurde viel erzählt, gelacht und gesungen.
Bei dieser Gelegenheit durfte ich auch die anderen Freunde von Hans kennenlernen. In der Gruppe waren noch Maria und Heinrich Rieth, Regina und Daniel Schuller sowie Katharina Pieldner. Ich wurde sehr freundlich aufgenommen.
Nach dem Abendessen, ein gut sortiertes Buffet mit warmen und kalten Gerichten, wurde bei Musik, aufgelegt von Werner Meyndt (Meck), und Tanz bis spät in die Nacht gefeiert.
Am nächsten Tag ging es gleich nach dem Frühstück wieder zum Skifahren. Auf über 60 km bestens präparierten Pisten und bei einem Bilderbuch-Wetter konnten wir uns so richtig austoben. Wir fuhren mit Hans überwiegend auf den Pisten in der Umgebung des Frühmesser-X-Press-Lifts, aber auch die anderen Abfahrten wurden nicht ausgelassen. Hans ist ein exzellenter Skifahrer und ich konnte bei dieser Gelegenheit einige Tricks von ihm lernen.
? Mittags erwartete uns, von den Veranstaltern organisiert, eine deftige Mittagsvesper aus Briud, Wurscht, Gräwen, Fattbriud, Zwibbel. Selbstverständlich waren auch Getränke wie Bier, Limo, Wasser, Pali und Wein dabei. Der ziemlich kalte Wind konnte die Gaumenfreuden nicht trüben, die Tische wurden einfach an einen windstilleren Platz verschoben. Nach der obligatorischen Verdauungspause ging es dann weiter mit Skifahren bis ca. 16 Uhr.
Wir waren ja mitten im Faschingswochenende und demzufolge durften die Masken und Verkleidungen nicht fehlen. Fast alle Anwesenden, von den Kleinsten bis zu den Erwachsenen, beteiligten sich an dem Masken-Aufmarsch nach dem Abendessen. Es war eine sehr bunte und lustige Veranstaltung. Die Stimmung war hervorragend, auch Dank der sehr guten Partymusik von Meck. Ein besonderes Highlight war das Auftreten der Meschener Country-Tänzer, die uns alle mit Ihrer Vorführung begeisterten.
Sonntag, der 15. Februar 2015- der letzte Tag unseres Skiwochenendes. Nach dem Frühstück hieß es packen und die Zimmer für die nächsten Gäste freimachen. Das Gepäck wurde auch diesmal vom Hüttenpersonal bis zur Liftstation befördert, so dass diejenigen, die noch Ski fahren wollten, dies auch problemlos machen konnten. Und so haben wir dann mit Hans den ganzen Vormittag zum Skifahren genutzt. Gegen Mittag trafen wir uns mit dem Rest der Gruppe bei der Liftstation und fuhren runter ins Tal, wo wir uns herzlich verabschiedeten.
Rückblickend kann ich sagen, es war ein ausgezeichnetes Wochenende, dass noch lange in Erinnerung bleiben wird. Herzlichen Dank!

Peter Doniga
Vorstandsvorsitzender HOG Großprobsdorf e.V.


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Schulwesen in Siebenbürgen über 30 Jahre mitgeprägt

Der Mediascher Pädagoge Andreas Kloos wurde vor 100 Jahren geboren.

Am 26. August 1999 verstarb der langjährige Schulleiter und Pädagoge am Mediascher Gymnasium Andreas Kloos im Alter von 83 Jahren in Neitersen, im Westerwald. Als hervorragende Lehrerpersönlichkeit hat er auf der Grundlage fachlichen Könnens, einer unermüdlichen Einsatzbereitschaft und persönlicher Vorbildlichkeit, aller politischen Einengung zum Trotz das deutschsprachige Schulwesen in Siebenbürgen über drei Jahrzehnte lang mitgeprägt und mitgestaltet. Am 14. Januar wäre er 100 Jahre alt geworden.
Obwohl Andreas Kloos aus politischen Gründen über Jahre nur die Funktion des stellvertretenden Direktors übernehmen durfte, entwickelte er sich zum Vorbild und zur Symbolfigur der deutschen Lehrerschaft in diesem Raum. Seine erfolgreiche, zukunftsweisende Tätigkeit am Gymnasium seiner Heimatstadt und darüber hinaus ist im Bewusstsein seiner Landsleute bis in unsere Tage gegenwärtig. Kloos war als Rektor seiner Schule und nach seiner Pensionierung als Landeskirchenkurator an der Planung und Bewältigung wichtiger Anliegen der Siebenbürger Sachsen maßgeblich beteiligt.

Andreas Kloos wurde am 14. Januar 1915 in Reichesdorf als Sohn einer siebenbürgisch-sächsischen Bauernfamilie geboren und besuchte die deutsche Volksschule in seinem Heimatdorf. Seine Kindheit und frühe Jugend in diesem Dorf beurteilt er selbst im Rückblick als „glückliche Zeit, die viel zu meiner Prägung als Mensch und Sachse" beigetragen habe. Nach Abschluss der Volkschule setzt er seine Schulbildung mit großem Erfolg am Stephan-Ludwig-Roth-Gymnasium in Mediasch fort, wo er 1934 das Bakkalaureat (Abitur) ablegte, um an der Universität Klausenburg Deutsch, Französisch, Rumänisch und Pädagogik zu studieren. Er wollte gegen den Willen seines Vaters Lehrer werden. Als Student und Adlatus des Germanisten und Sprachforschers Gustav Kisch, von dessen Familie er wie ein Sohn aufgenommen wurde, eignete sich Kloos eine grundlegende germanistische und humanistische Bildung an, die seine hohe fachliche Kompetenz als Lehrer und Erzieher begründete.

Kurz nach dem Abschluss der Diplomprüfung in Klausenburg wurde er am 1. November 1938 zum aktiven Militärdienst eingezogen und dem rumänisch n Infanterieregiment 2 Doroban?i in Rîmnicu Vîlcea zugeordnet. Nach einem Jahr Mlitärdienst trat Kloos seine erste Stelle im Schuldien t an, denn am 1. Januar 1940 wurde er dem Brukenthal-Gymnasium in Hermannstadt als Deutschlehrer zugeteilt, wo er bis Ende Oktober 1941 tätig war. Als Folge des Angriffs der deutschen Wehrmacht und der verbündeten rumänischen Armee auf die Sowjetunion am 21. Juni 1941 wurde Kloos von seinem Regiment nach Bukarest abgeordnet, um als Dolmetscher bei der Deutschen Luftwaffenmission zu arbeiten.

1942 kehrte er an seine Schule nach Hermannstadt zurück, von wo er nach einem weiteren Jahr an das neu gegründete deutsche Gymnasium in Pergamosch (Banat) versetzt wurde. Im April 1944 erfolgte die erneute Einberufung zum Militärdienst und die Zuweisung zu seinem alten Regiment. Hier koordinierte er als Buchhalter bis Mitte August 1945 die Regimentsverpflegung, so dass er an keinen Kampfhandlungen teilnehmen musste und auch die Deportation der Siebenbürger Sachsen in die Sowjetunion überstand. Am 1. September 1945 begann die Laufbahn von Kloos in Mediasch, denn er erhielt eine Anstellung als Lehrer am Stephan-Ludwig-Roth-Gymnasium, wo er auch die Leitung des Internats übernahm.

Ende 1948 wurde Kloos vom Unterrichtsministerium nach Bukarest eingeladen, wo er zusammen mit Franz Lux (Banat), Doris Hensel (Hermannstadt) und Wolf von Aichelburg (damals Mediasch) die ersten Gymnasialbücher für den Unterricht in deutscher Literaturtheorie und Literaturgeschichte an den Staatsschulen mit deutscher Unterrichtsprache erarbeiten sollte. Diese Lehrwerke (vier Bände) erschienen 1949 im Staatsverlag ohne die Namen ihrer Autoren.

Am 17. September 1948 wurde er zum Mitglied der Kommission für die Herausgabe deutschsprachiger Schulbücher ernannt. Kurz darauf begann er auch mit der Erarbeitung der Deutschlehrbücher für die Allgemeinschulen mit deutscher Unterrichtssprache, die er in Zusammenarbeit mit Egon Machat (Schäßburg), Maja Breckner (Mediasch), Grete Klaster-Ungureanu und Sevilla Raducanu (beide Bukarest) redigierte. „Wir arbeiteten bis Mitte November täglich 9 Stunden unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen. Dazu die ständige Überwachung der Zensur“, berichtete Kloos in seinen Erinnerungen. Diese Lehrbücher wurden in den nachfolgenden Jahren immer wieder überarbeitet und neu aufgelegt, sodass die Schulen sie bis Mitte der 1970er Jahre einsetzen konnten. Zeitgleich wurde er Mitglied im Beirat des Unterrichtsministeriums, einem bedeutenden Beratungsgremium des Ministers. Die offizielle schriftliche Ernennung als Mitglied dieses Gremiums erfolgte erst 1967, laut Vermutungen von Kloos selbst, weil er sich geweigert hatte, als Mitglied in die Rumänische Kommunistische Partei (RKP) einzutreten. In den nachfolgenden Jahren wuchs der Druck auf ihn, der Partei beizutreten, ein Prozess, der ihn nach eigener Aussage noch viel Abwehrkraft kosten sollte. Am 15. November 1948 wurde er auf Empfehlung des Generalinspektors Tiberiu Bogdan, seinem alten Bekannten aus Bukarest, zum Schulinspektor für das Gebiet der Großen Kokel, der Kleinen Kokel sowie der Städte Mediasch und Schäßburg ernannt und trat somit in eine ganz neue Phase seines Lebens, mit dem Ziel, "die katastrophalen Zustände in den siebenbürgisch-sächsischen Dorfschulen zu verbessern". Ende Dezember 1948 wurden alle Schulinspektoren der "mitwohnenden Nationalitäten" nach Bukarest bestellt, wo sie unter der Leitung hoher rumänischer Parteifunktionäre über die Zukunft des Nationalitätenschulwesens beraten sollten. Nachdem ein Vertreter aus dem Zentralkomitee der RKP bekannt gab, der rumänische Staat sichere allen Nationalitäten den Unterricht in der Muttersprache zu, schränkte er diese Zusage für die deutsche Minderheit mit dem Hinweis ein, der Genosse Gheorghiu Dej habe in einem internen Gespräch erklärt: "Grupul etnic german este un grup etnic în lichidare" ("Die deutsche ethnische Gruppe ist eine Gruppe in Liquidierung").

In den zwei Jahren seiner Tätigkeit als Schulinspektor (1948-1950) versucht Kloos, die chaotischen Zustände in den Dorfschulen wieder zu ordnen. Er kämpft um die Rückgabe der ehemaligen sächsischen Schulgebäude, versucht die Internate für die Dorfschüler in den größeren Dörfern wieder zu öffnen und setzt sich für die Einstellung der entlassenen Kollegen ein. Es gelang ihm Ende Januar 1949 sogar, dem rumänischen Unterrichtsminister persönlich seine Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten. und er durfte diese bereits einen Monat später .umsetzen. Im Nachhinein stellt er fest, dass die zwei Jahre seiner Verantwortung für das deutsch­sprachige Schulwesen an der Kokel nicht leichtwaren: "Ich habe meist wie ein Seiltänzer hin­ und her balancieren müssen, zwischen den Vorgaben meiner kommunistischen Auftraggeber und dem inneren Gebot, unsere geschichtlich gewordene Volksart zu wahren und zu fördern“.

Im Herbst des Jahres 1955 unterbreitete Kloos dem Unterrichtsministerium eine komplexe Dokumentation über das Leben und Wirken von Stephan Ludwig Roth mit der Bitte, das Mediascher Gymnasium wieder mit seinem Namen schmücken zu dürfen. Seine langjährige Arbeit in unterschiedlichen Gremien des Ministeriums, sein guter Ruf als integrer und fähiger Mitarbeiter sowie seine zahlreichen persönlichen Kontakte in Bukarest führten dazu, dass seine Schule schon im Frühjahr 1956 vom Unterrichtsministerium die Urkunde mit der Namensverleihung erhielt.

Kloos blieb bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1975 stellvertretender Schulleiter- und damit Direktor der deutschen Abteilung des Axente-Sever-Lyzeums und trug wesentlich dazu bei, dass wichtige Traditionen des siebenbürgisch-sächsischen Schulwesens auf der Meschner Straße erhalten blieben. Unter seiner Leitung entwickelte sich die deutsche Abteilung zu einer leistungsfähigen Schuleinheit mit engagierten Kollegen und fleißigen Schülern, die ihren rumänischen Kollegen in nichts nachstanden. So regte die Direktorin Doina Boila in den Jahren 1963-1966 die Erstellung einer vergleichenden Statistik an, um die Ergebnisse der Aufnahmeprüfungen der Absolventen des Lyzeums an den rumänischen Hochschulen nach Abteilungen (rumänisch-deutsch) festzuhalten. Daraus ergab sich drei Jahre hindurch , dass die Schüler der deutschen Abteilungen bessere Erfolge aufweisen konnten als ihre rumänischen Kollegen, obwohl sie die Aufnahmeprüfungen ebenfalls in rumänischer Sprache ablegen mussten. Da diese Ergebnisse nicht in die politische Landschaft passten, wurde die Statistik in den nachfolgenden Jahren verboten.

Die Leistungen und Verdienste des Schulleiters Andreas Kloos können erst richtig eingeschätzt und bewertet werden, wenn man den politischen Rahmenbedingung seiner Amtszeit Rechnung trägt: ein stalinistisch-kommunistisches Staatswesen, in dem sich die doktrinäre marxistisch leninistische Ideologie mit einem intoleranten rumänischen Nationalismus paarte, der als oberstes Ziel eine „homogene sozialistische Nation“ anstrebte. In dieser Nation hatte eine eigene sprachliche und kulturelle Identität der Siebenbürger Sachsen, aber auch der anderen „mitbewohnenden Nationalitäten“, keinen Platz.

In diesem Spannungsfeld musste ein Vertreter der deutschen Bevölkerungsgruppe in Rumänien über ausgeprägte taktische Fähigkeiten verfügen, um sowohl das Vertrauen seiner Volksgruppe als auch das der rumänischen Behörden zu erhalten. Dass Kloos trotz dieser widrigen Verhältnisse in vielerlei Hinsicht über einen relativ weiten Handlungsspielraum verfügte, obwohl er nie in die Rumänische Kommunistische Partei eintrat, ist zweifellos seiner fachlichen Kompetenz, seiner Geradlinigkeit und der daraus resultierenden Autorität zuzuschreiben, die ihm den ungewöhnlichen Bekanntheitsgrad bis In die höchsten staatlichen Gremien hinein bescherte. Nicht weniger wichtig war dabei seine Bereitschaft, ideologische Vorgaben und Verordnungen der Partei und der kommunistischen Verwaltung zu akzeptieren und sich diesen unterzuordnen, denn nur durch das Vertrauen dieser Institutionen konnte er seinen Handlungsspielraum und seine Funktionen behalten.

Hans Gerhard Pauer


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Danke für die ehrenamtliche Arbeit

Herzlich bedanken möchte ich mich für die freundliche Einladung der Frauengruppe der Kreisgruppe Rastatt zu ihrer Weihnachtsfeier, die am 17. Dezember stattfand. Es war ein gemütlicher Nachmittag mit weihnachtlicher Dekoration, interessanten Gesprächen und besinnlichen Liedern und Gedichten. Demzufolge möchte ich mich im Namen des Vorstands bei jedem einzelnen Mitglied der Frauengruppe bedanken, vor allem für ihre Handarbeiten, die sie im Laufe des Jahres machen, wie zum Beispiel Socken, Schals und Mützen für die Tombola oder Sitzkissen für die Vereinsveranstaltungen. Neben Handarbeit geht es der Frauengruppe natürlich auch um die herzliche Gemeinschaft und den Austausch bei Kaffee und Kuchen. Wer Interesse hat, sich der Frauengruppe anzuschließen, darf gerne zu den Treffen jeden zweiten Donnerstag von 16.00 bis 18.00 Uhr, im Haus der Vereine, Badnerstraße 9, Rastatt kommen.

Telefonische Information bei Maria Hanek unter (07222) 604950.

Damit die Frauengruppe auch weiterhin so gute Arbeit leisten kann, benötigt sie Material wie Strick oder Häkelwolle. Wer dahingehend etwas entbehren kann, kann sich gerne bei Maria Hanek oder Regina Kartmann, Telefon: 072221150703 melden. Für jede Spende danken wir jetzt schon! Darüber hinaus möchte ich diese Gelegenheit nutzen, um mich im Namen des Vorstands auch bei den vielen Verteilern der Einladungen der Feiern der Kreisgruppe Rastatt zu bedanken. Auch sie leisten wertvolle Arbeit, indem sie vor jeder Feier die Einladungen an die Mitglieder verteilen. Namentlich zu erwähnen sind hier Maria Hanek, Johann Krestel, Peter Lukesch, Manfred Schmidt, Elisabeth Schuller, Paul Schuller, Samuel Schuster und Horst Steinhauser.

Zusammenfassend ein herzliches Dankeschön an alle, deren Mitwirken nicht immer gesehen wird, das dennoch wichtig für den Verein und seine Mitglieder ist.

Regina Kartmann 


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Rumäniens Siebenbürger Sachsen
Von privilegierten Siedlern zur geschützten Minderheit

Hermannstadt (Sibiu), im Bild die Altstadt, ist eines der Zentren der Siebenbürger Sachsen. (Bild: Gerhard Westrich / laif)

Rumänien hat mit Klaus Johannis einen Angehörigen der deutschen Minderheit zum Präsidenten. Deutsche siedelten seit dem Hochmittelalter in Siebenbürgen und prägten die Kulturlandschaft wesentlich mit. Heute leben nur noch wenige im Land.

Wenn auf den Straßen Hermannstadts kein Sachse zu sehen ist, wird wohl Stadtratssitzung sein – so ein Witz in der Heimatstadt des neuen rumänischen Präsidenten Klaus Johannis, in der die deutsche Minderheit seit Jahren politisch den Ton angibt. Ihre Anfänge gehen auf das mittelalterliche Ungarn zurück. Das heute im Zentrum Rumäniens liegende Siebenbürgen war bis 1918 Teil Ungarns. Um das Gebiet militärisch zu sichern und wirtschaftlich zu erschließen, warben die ungarischen Könige Kolonisten an. Die vornehmlich deutschsprachigen Siedler, angelockt von Steuerbefreiung, Landzuteilung und Rechtsprivilegien, wurden «Sachsen» genannt, was nicht auf die Herkunft verwies, sondern die gängige Bezeichnung für privilegierte Siedler aus dem Westen war. Die deutschsprachigen Bewohner Siebenbürgens nennen sich bis heute Siebenbürger Sachsen.

Umfangreiche Privilegien
Ihre Ansiedlung setzte um die Mitte des 12. Jahrhunderts ein und dauerte bis ins späte 13. Jahrhundert. Die Anfänge der deutschen Sprachinseln in Siebenbürgen fallen in dieselbe Epoche wie das allmähliche Vorrücken der deutschen Sprache ins heutige Ostdeutschland an die Elbe und östlich davon. Das von Ansiedlern im Süden Siebenbürgens gegründete Hermannstadt (rumänisch Sibiu) wurde 1191 erstmals urkundlich erwähnt, einige Jahrzehnte früher als Berlin. Anfänglich hieß nur das Umland von Hermannstadt Siebenbürgen, wobei der Name nichts mit sieben Burgen zu tun hat: Dies ist eine spätere, volksetymologische Umdeutung, als sich der Name auf das Ganze, auch Transsilvanien genannte Land ausgebreitet hatte.

Die besondere Rechtsstellung der Ansiedler wurde im Jahre 1224 im «Andreanum» festgeschrieben, das ein später erweitertes Rechtsgebiet mit umfangreichen Privilegien und Selbstverwaltung umfasste. König Matthias Corvinus bestätigte 1486 die sogenannte Nationsuniversität, die Rechtsgemeinschaft der Sachsen in allen von ihnen bewohnten, freien Siedlungen. Diese waren als Flickenteppich über Siebenbürgen verteilt mit drei Schwerpunkten: um Hermannstadt im Süden, im Burzenland um Kronstadt (rumänisch Brasov) im Südosten sowie im Nösnerland um Bistritz (Bistrita) im Norden.

Der so definitiv festgelegte Autonomiestatus blieb im Wesentlichen bis 1876 bestehen. Er war die Grundlage, auf der sich die Sachsen als Rechtsgemeinschaft über Jahrhunderte halten konnten, obwohl sie landesweit stets eine Minderheit und nur lokal in der Mehrheit waren. Im Landtag Siebenbürgens, der sich ab dem ausgehenden 13. Jahrhundert konstituierte, waren die Sachsen zusammen mit dem Adel und den ungarisch sprachigen Szeklern einer von drei Ständen und damit Träger der politischen Herrschaft, von der die Rumänen ausgeschlossen blieben.

Neben der stets sorgfältig gehüteten rechtlichen Autonomie waren drei weitere Faktoren prägend für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Siebenbürger Sachsen: die militärischen, wirtschaftlichen und konfessionellen Verhältnisse. Die in exponierten Grenzregionen angesiedelten Sachsen erfüllten immer wieder militärische Abwehrfunktionen – dies war die Grundlage ihrer Privilegien. Ab dem 15. Jahrhundert stellten osmanische Kriegs- und Raubzüge eine permanente Gefahr dar. Die massiven Verteidigungswerke der größeren Städte bezeugten dies genauso wie die fast flächendeckende Verbreitung dörflicher Wehranlagen, meist in Form sogenannter Kirchenburgen, die zu einem identitätsstiftenden Symbol der Sachsen geworden sind. Diese befestigten, von Wehrmauern umgebenen Kirchen dienten weniger militärischen Zwecken als dem Schutz der Bevölkerung mitsamt deren Hab und Gut.

Die meist wohlhabenden Siedlungen der Sachsen waren begehrte Ziele von Plünderern, womit der wirtschaftliche Faktor ins Spiel kommt. Die sächsischen Fernhandels- und Handwerkzentren Hermannstadt und Kronstadt, zwei der wirtschaftlich bedeutendsten Städte Ungarns, erwirtschafteten im Orienthandel großen Reichtum.

Hier und in anderen Städten entwickelte sich ein Handwerker-, Kaufmanns- und Unternehmerstand, der bis zur Enteignung durch die Kommunisten nach dem Zweiten Weltkrieg wirtschaftlich erfolgreich war. Dadurch unterschieden sich die Sachsen sozial deutlich von den Rumänen, die in Siebenbürgen spätestens seit dem 18. Jahrhundert die Mehrheit bildeten, aber rechtlich benachteiligt und häufig Leibeigene waren. Die Sachsen hingegen stellten ein vorwiegend freies Bauern- sowie ein Bürgertum, das im 19. Jahrhundert ein vielfältiges Vereinswesen pflegte. Die autonome Stellung hatte über Jahrhunderte hinweg vor allem in den Städten die Abschottung gegenüber rumänischen und ungarischen Zuwanderern, inklusive des Adels, erlaubt. Soziale und sprachlich-ethnische Trennlinien fielen zusammen, was eine entscheidende Voraussetzung dafür war, dass die Sachsen in einem anderssprachigen Umfeld als deutschsprachige Gruppe bestehen blieben.

Zusammengehörigkeitsgefühl
Hinzu trat schließlich auch der letzte Faktor, die Konfession. Die Reformation erfasste die Siebenbürger Sachsen früh, da stets enge Kontakte zum deutschsprachigen Raum bestanden. Der Humanist Johannes Honterus aus Kronstadt etwa wirkte eine Zeitlang in Basel, wo er 1532 die erste Karte Siebenbürgens druckte. Nach seiner Rückkehr in die Heimat wurde er zum Reformator der Siebenbürger Sachsen, die um 1545 das evangelische Glaubensbekenntnis lutherischer Prägung übernahmen. Von nun an unterschieden sie sich auch konfessionell von den übrigen Bewohnern Siebenbürgens, den orthodoxen Rumänen und den Ungarn, die katholisch blieben oder zu anderen reformatorischen Bekenntnissen wie dem Calvinismus konvertierten.

Evangelisch-lutherischer Glaube, deutsche Sprache und weitgehend auch die rechtliche Sonderstellung waren nun praktisch deckungsgleich geworden; sie verdichteten sich zusammen mit der spezifischen wirtschaftlich-sozialen Struktur und der vereinten Abwehr äußerer Bedrohungen zu einem starken Zusammengehörigkeitsgefühl. Es fand seinen Ausdruck etwa in der Institution der Nachbarschaft, lokalen Körperschaften der Selbstverwaltung. Im 19. Jahrhundert wandelte sich das frühneuzeitliche, ständisch-konfessionelle zu einem modernen, ethnisch-sprachlich definierten Nationsgefühl. Anstelle lokaler Partikularismen trat ein übergreifendes, die Sachsen ganz Siebenbürgens umfassendes Identifikationsmodell. Sie lehnten sich nun immer enger an Deutschland an, besonders nach der Reichsgründung 1871. Zumindest die bildungsbürgerlichen Schichten in den Städten orientierten sich zunehmend am Hochdeutschen anstelle der siebenbürgisch-sächsischen Mundarten.

Allerdings war Siebenbürgen geografisch zu abgelegen und das sächsische Siedlungsgebiet zu fragmentiert, um je ernsthafte Rufe nach einem Anschluss an Deutschland aufkommen zu lassen. Die Angliederung Siebenbürgens an Rumänien im Jahre 1918 befürworteten die Sachsen aus pragmatischen Gründen. In den 1930er Jahren ließen sich viele vom Nationalsozialismus radikalisieren, im Zweiten Weltkrieg gewährte Rumäniens Machthaber Antonescu, ein enger Verbündeter Hitlers, den Deutschen im Land einen Sonderstatus bei weitgehender Unterordnung unter das nationalsozialistische Deutschland. Nach dem Einmarsch der Roten Armee wurden sie in großer Zahl als kollektive Strafmaßnahme zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion verschleppt, von wo sie mitunter erst nach Jahren zurückkehrten.

Als Folge des Zweiten Weltkrieges endete im Baltikum, in Polen, der Tschechoslowakei, in Ungarn und Jugoslawien die Präsenz deutschsprachiger Gruppen bis auf kleine Reste durch Flucht, Evakuierung und Vertreibung. In der Sowjetunion waren die Deutschen unter Stalin Repressionen und Deportationen nach Zentralasien ausgesetzt. Seit der späten Zarenzeit hatte es mehrmals Phasen der Russifizierung und Stigmatisierung der Deutschen gegeben, so dass deren Deutschkenntnisse mit der Zeit stark abnahmen. Rumänien bildet einen Sonderfall im östlichen Europa, da es hier nicht zur Vertreibung der Deutschen kam – wohl nicht zuletzt, weil Stalin dagegen war, wie Dokumente nahelegen – und weil allein hier nach 1945 eine größere Zahl Deutscher im angestammten Umfeld blieb und ein staatlich reguliertes, aber aktives deutschsprachiges Kulturleben und Bildungswesen trug.

Kulturelle Kontinuität
In den Wirren des Zweiten Weltkrieges war ein kleiner Teil der Deutschen aus Rumänien nach Deutschland gelangt und dort geblieben. Als Familienzusammenführung in bescheidenem Rahmen begonnen, emigrierte ab den sechziger Jahren eine stetig wachsende Zahl von Deutschen, um dem repressiven Ceausescu-Regime zu entkommen. Als mit dessen Sturz Ende 1989 die Ausreisebeschränkungen wegfielen, wanderte allein 1990 rund die Hälfte der noch verbliebenen über 200 000 Deutschen aus Rumänien aus, in den folgenden Jahren dauerte der Exodus in geringerem Ausmaß an. 2011 deklarierten sich noch rund 36 000 Personen oder 0,18 Prozent der Bevölkerung als Deutsche.

Allerdings sind deutsche Sprache und Kultureinflüsse noch sehr präsent, nicht nur in Form architektonischer Denkmäler wie Kirchenburgen, mitteleuropäischer Altstädte und von Dorfbildern mit den typisch geschlossenen Häuserfronten. Zumindest in den größeren Zentren der Deutschen existiert heute noch ein intaktes deutsches Schulwesen und kirchliches Gemeindeleben. Staatliche Schulen bieten an unterschiedlichen Orten vom Kindergarten bis zum Hochschulabschluss in gewissen Studienfächern alle Schulstufen in deutscher Unterrichtssprache an. Nur ein geringer Anteil der Schulkinder stammt noch aus lokalen deutschen Familien. Die Schüler kommen überwiegend aus rumänischen und ungarischen Elternhäusern, da deutsche Schulen einen guten Ruf genießen und profunde Deutschkenntnisse als Vorteil gelten – vereinzelt wird daher sogar in rumänischen Familien auch privat mit den Kindern deutsch kommuniziert.

Ein Teil deutschsprachiger Kultur wird so heute von Rumänen und Ungarn weitergepflegt. Die verbliebenen Angehörigen der deutschen Minderheit verfügen über Ansehen, und sie werden mit Klischees wie Fleiß und Seriosität in Verbindung gebracht. Dies ist einer der Gründe für den Aufstieg von Klaus Johannis zum Präsidenten Rumäniens. Als Außenseiter wurde er seit 2000 vier Mal mit jeweils überwältigender Mehrheit zum Bürgermeister von Hermannstadt gewählt, während die politische Vertretung der deutschen Minderheit im Stadtrat seit 2004 über eine absolute Mehrheit verfügt, obwohl nur noch gut ein Prozent der Stadtbevölkerung sich zur deutschen Minderheit bekennt.

Daniel Ursprung ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung für osteuropäische Geschichte der Universität Zürich.

Die deutschen Minderheiten Rumäniens
Daniel Ursprung · Die traditionellen Siedlungsgebiete der deutschen Minderheit Rumäniens sind Siebenbürgen und das Banat, die bis 1918 zu Ungarn beziehungsweise zum Habsburgerreich gehört hatten. Grob sind zwei Gruppen zu unterscheiden: erstens die auf die hochmittelalterliche Kolonisation zurückgehenden Siebenbürger Sachsen, deren identitätsstiftende Elemente die deutsche Sprache und die lutherische Konfession sind und denen auch Präsident Iohannis angehört. Historisch lassen sie sich mit anderen im Laufe der mittelalterlichen deutschrechtlichen Kolonisation entstandenen Minderheiten vergleichen, so im Baltikum, in Polen (Schlesien), Böhmen (Sudetendeutsche), der heutigen Slowakei (Karpatendeutsche).

Eine zweite Ansiedlungswelle fand nach der habsburgischen Eroberung Ungarns Ende des 17. Jahrhunderts statt. Südungarn war von langen Kriegen gegen die Osmanen verwüstet, weshalb die Habsburger im 18. Jahrhundert gezielt Kolonisten ansiedelten, viele aus dem deutschsprachigen Raum – zeitlich vergleichbar mit der Ansiedlung der Russlanddeutschen im Zarenreich. Die an verschiedenen Orten des damaligen Südungarn entstandenen neuen deutschsprachigen Minderheiten werden stereotyp «Schwaben» genannt, obwohl nur ein Teil aus dieser süddeutschen Gegend kam. Im Banat im äußersten Westen Rumäniens um die Stadt Temeswar (rumänisch Timisoara; ungarisch Temesvar) leben die «Banater Schwaben», deren berühmteste Vertreterin die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller ist. Anders als die Siebenbürger Sachsen sind die Schwaben überwiegend Katholiken. Schwaben und Sachsen sprechen unterschiedliche deutsche Mundarten und stehen sich distanziert gegenüber.

Eine gemeinsame rumäniendeutsche Identität hat sich nur in Ansätzen gebildet. Die Schwaben verfügten nie über vergleichbare Rechtsprivilegien wie die Sachsen und pflegten engere Kontakte mit anderssprachigen Gruppen – Mischehen waren im neuen multiethnischen Siedlungsgebiet des Banats weit verbreiteter als im ständisch segregierten Siebenbürgen. Der engere Zusammenhalt der Sachsen und ihre historisch ausgeprägtere Identifizierung als Deutsche führten dazu, dass sie nach 1989 fast geschlossen nach Deutschland auswanderten, während im Banat die Auswanderung auch wegen verbreiteter Mischehen etwas weniger stark war. Die Gemeinde mit dem größten Anteil Deutscher ist laut der Volkszählung von 2011 mit 27 Prozent Petrifeld (rumänisch Petresti) im Gebiet Sathmar (rumänisch Satu Mare) im Nordwesten Rumäniens – die dortigen «Sathmarer Schwaben» haben sich auch sprachlich stark an die ungarische Mehrheitsbevölkerung assimiliert, bezeichnen sich aber nicht zuletzt aus Prestigegründen bevorzugt als Deutsche.


Daniel Ursprung


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Rumäniens Intellektuelle feiern den neuen Präsidenten,
Iohannis ist anders


Der bürgerliche Kandidat Klaus Iohannis feierte sich am Abend als Wahlsieger. (Bild: Radu Sigheti / Reuters)

Es gab wenige, die dem deutschstämmigen Klaus Iohannis eine Chance für das Amt des rumänischen Präsidenten eingeräumt hätten. Seine Wahl wird als Abschied vom «Homo sovieticus» gedeutet.

Der bekannteste Schriftsteller Rumäniens, Mircea Cartarescu, hatte vor dem Sieg des Hermannstädter Bürgermeisters Klaus Iohannis noch auf antieuropäische Tendenzen im Land hingewiesen. Auch der zeitweilige frühere Aussen- und Kulturminister Andrei Plesu befürchtete im Falle eines Sieges von Victor Ponta ein Weiter-so im europäischen Abseits der bisherigen postkommunistischen Regierung. Insbesondere kritisierte er «die falschen patriotischen, ethnischen und konfessionellen Slogans», mit denen das Ponta-Lager die Bevölkerung mithilfe seiner Fernsehsender auf niedrigstem Niveau zu manipulieren versuchte. Doch dann kam es am Wochenende in einem atemberaubenden Crescendo zur wirklichen Sensation: Als die Stimmen der in der Diaspora lebenden Wähler gezählt waren, entfiel auf den Siebenbürger Sachsen ein deutliches Mehr von fast 10 Prozent gegenüber seinem Kontrahenten.

In der Sprache des Netzes
Dass die Diaspora der im Ausland arbeitenden Rumänen dieses entscheidende Gewicht erhielt, lag vor allem an ihrem Gebrauch der sozialen Netzwerke, die die im Ausland aktiven Wähler eng mit den Vorgängen «zu Hause» verbanden. Gab es noch nach dem ersten Wahlgang mit seiner deutlichen Mehrheit für Ponta wenige, die Iohannis allzu grosse Chancen einräumten, hat die Diaspora zumindest auf die Versuche, ihre Wahlmöglichkeiten zu beschränken, vehement reagiert. Ein vor allem jüngeres Publikum mobilisierte durch das Netz, rief zur Wahlbeteiligung auf, organisierte Gelegenheiten zur Mitfahrt zu den Wahllokalen und bildete in einigen Fällen bereits in der Nacht vor den Botschaften und Konsulaten weltweit Schlangen, um auf jeden Fall wählen zu können.

Mit wachsender Begeisterung über die durch den Zugang zur Kommunikationstechnik gegebenen Möglichkeiten und zugleich wachsender Wut über die Tatsache, dass viele der stundenlang im Regen ausharrenden Wahlberechtigten nicht ihr Recht wahrnehmen konnten, trafen die Bilder dieser Begeisterung auch auf Resonanz in Rumänien. Wie der Sieger dann selbst auf «Facebook» schrieb: «Ihr habt Geschichte geschrieben. Zum ersten Mal hat Online den Unterschied ausgemacht.»

Das Netz gewann gegenüber den manipulativen Versuchen der Ponta-nahen TV-Sender, Iohannis als Nichtrumänen, nichtorthodoxen, kinderlosen Ungarn-Freund in Siebenbürgen zu diskreditieren. Zugleich wurden vom Ponta-Lager wenig überzeugend die Diaspora-Rumänen, die durch ihre Überweisungen einen signifikanten Teil des Bruttoinlandprodukts Rumäniens generieren, als potenzielle «Fremde» im Ausland verunglimpft und ihr Wahlrecht infrage gestellt.

Welche kulturellen Grenzen mit dem Sieg sichtbar und zugleich überschritten wurden, zeigt die Haltung der orthodoxen Kirche. Vor der Stichwahl noch vom Philosophen Gabriel Liiceanu für ihre Parteinahme im Wahlkampf gerügt, hat die Staatskirche, der über 85 Prozent der Rumänen angehören, in der Person des Patriarchen Daniel sich am Wahltag dahingehend geäußert, dass «Gott auch durch einen Fremden dem Land Gutes tun» könne. Er illustrierte dies mit dem Beispiel des Königspaares Ferdinand von Hohenzollern und Maria von Edinburgh aus der Zwischenkriegszeit, «in deren Venen kein rumänisches Blut floss». Die Wähler haben die neue Botschaft wohl verstanden.

Europäische Multikulturalität
Ein Unterstützer Iohannis', der Historiker und frühere Premierminister Mihai Razvan Ungureanu, sieht als besondere Bedeutung dieses Wahlergebnisses, dass es fünfundzwanzig Jahre nach der Wende Rumänien in seiner Diversität zeige und nicht mehr die falsche Einheit wie zu Zeiten des «Homo sovieticus» propagiere. «Iohannis ist etwas anderes: Er ist Sachse, reformierter Protestant, er repräsentiert eine europäische Multikulturalität.»

Markus Bauer


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Mit Aussiedlern Geld machen- Freiheit zu verkaufen

Steifes Lächeln zum bösen Spiel – Helmut Schmidt und Nicolae Ceausescu 1978 in Bukarest. (Bild: PD)

Die Flucht des rumänischen Geheimdienst-Generals und Ceausescu-Beraters Ion Mihai Pacepa in die Vereinigten Staaten erregte 1978 enormes Aufsehen. Er war der ranghöchste Geheimdienstler, der je in den Westen überlief. Zu seiner Bekanntheit trugen die Bücher bei, in denen der Überläufer ausführlich über seine Aufgaben und die Hintergründe rumänischer Politik berichtete. Bei den an den deutschen Minderheiten in Rumänien interessierten Lesern erregte ein Aspekt besondere Aufmerksamkeit: Pacepa berichtete von großen Zahlungen der Bundesrepublik Deutschland an Rumänien für die Ausreise von Angehörigen der deutschen Minderheiten. Viele hielten diese Angaben für übertrieben, Pacepas Ausführungen erwiesen sich aber als im Hauptpunkt zutreffend: Über Jahrzehnte ließ das kommunistische Regime Familien der Siebenbürger Sachsen und der Banater Schwaben gegen großzügige Bezahlung durch die Bundesrepublik Deutschland ausreisen. Auch mit Israel machte der Warschauer-Pakt-Staat dieses Geschäft, wenn es um die Ausreise rumänischer Juden ging. «Juden, Deutsche und Öl sind unsere besten Exportgüter», soll Ceausescu einmal gegenüber Pacepa geäußert haben.

Lange verschwiegen
Lange war diese Facette der rumänischen Diktatur und des Umgangs mit der Minderheitenbevölkerung eher verschwiegen worden. Der Berliner Journalist Ernst Meinhardt, selbst Banater, hat nach langen Recherchen den seit 1969 wichtigsten Teilnehmer der Verhandlungen zum Sprechen gebracht: Heinz-Günther Hüsch, ein Rechtsanwalt und langjähriger Bundestagsabgeordneter der CDU, hatte über Jahrzehnte allein verantwortlich für die westdeutsche Seite mit rumänischen Gegenübern über Summen, Kontingente und Härtefälle verhandelt. Wie Hüsch in von Meinhardt und der rumänischen Journalistin Hannelore Baier geführten Interviews darlegt, betätigte er sich unter wechselnden Regierungskoalitionen auch als Überbringer von Geldkoffern.

Die Securitate hatte von Anfang an das Geschäft mit der «Familienzusammenführung» an sich gezogen. Vorbild der deutschen «Familienzusammenführung» mit ihren Kategorien war der vor ganz anderem historischemker Radu Ioanid eine Studie, laut der Anfang der fünfziger Jahre über 40 000 Juden im Jahr ausreisten. Die Verhandlungen liefen unter strengster Geheimhaltung mit General Gheorghe Marcu von der dem Innenminister unterstellten Securitate und ihrem Auslandsgeheimdienst (SIE). Mit dem Machtwechsel zu Ceausescu 1965 wurde die Zahl der jüdischen Ausreisen auf durchschnittlich 1900 Fälle pro Jahr gesenkt. Nun galt die Ausreise als modernes Handelsgut: Koffer voller Dollars wurden ausgezahlt gegen eine vereinbarte Zahl von Visa, deren Preis nach den Kategorien variierte.

In den fünfziger Jahren begann auch im Falle der deutschen Minderheiten die Ausstellung von Ausreisevisa gegen entsprechende Bezahlung. Eine Stuttgarter Rechtsschutzstelle der evangelischen Kirche holte inhaftierte Priester und politische Gefangene in Osteuropa aus dem Gefängnis und organisierte ihre Ausreise in den Westen. Die Kosten trugen meist die Angehörigen – teilweise Summen im fünfstelligen Bereich. Nach Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Rumänien und der Bundesrepublik Deutschland 1967 erhielt dann Hüsch durch das damalige Ministerium für Vertriebene und Flüchtlinge den Auftrag, zu längerfristigen Vereinbarungen mit höheren Ausreisezahlen zu gelangen. Nach Eingliederung dieses Ministeriums in das Innenressort bildeten dessen Minister und dessen Bürokratie das verschwiegene Gerüst, dessen Rückhalt Hüschs ungewöhnliche Arbeit ermöglichte. Nun übernahm der Etat des Ministeriums auch die von Rumänien geforderten Summen.

Personen und ihre Preise
Das erste Treffen fand 1968 im Bukarester Hotel Ambasador am Boulevard Magheru statt, «in einem Spelunken-Hinterzimmer» (Hüsch). Der deutsche Verhandler, der als Sicherheitsleute üblicherweise nur seine Söhne und den Schwiegersohn mitbrachte, um nicht deutsche Sicherheitsdienste hinzuzuziehen, achtete darauf, dass die anfänglich äußerst spärliche Dokumentation in dem unsicheren Spiel zwischen ihm und der «rumänischen Seite» durch Quittungen über die Millionensummen und Verträge über die Ausreisezahlen abgesichert wurde. Lange war das rumänische Gegenüber der auch bei den Geschäften mit den Juden auftretende Securitate-General Gheorghe Marcu, offiziell Direktor eines «Internationalen Wirtschaftsforschungszentrums», eines Instituts, an dem neben einem Dutzend Wissenschaftlern vor allem zahlreiche Geheimdienstleute beschäftigt waren.

Der gewiefte Anwalt Hüsch konnte bereits 1969 einen Vertrag abschließen, der in Stockholm unterzeichnet wurde, 1970 einen weiteren, der dann für drei Jahre galt. Hier wurden die Kategorien und ihre «Preise» beziffert: «A: 1800 DM (Personen, die nicht unter eine spätere Kategorie fallen); B1: 5500 DM (Studenten, die ihr Studium noch nicht beendet haben); B2: 7000 DM (Studenten in den letzten beiden Jahren ihrer Ausbildung); C: 11 000 DM (Personen mit abgeschlossenem Studium); D: 2900 DM (abgeschlossene berufliche Ausbildung, aber nicht Hochschule, z. B. Facharbeiter, Meister, Geselle).» Nicht eingeschlossen eine Reihe von Sonderwünschen wie Jagdgewehre, medizinisches Gerät, teure Autos und Boni bei erhöhter Ausreisezahl. Später gelang es Hüsch, von den Kategorien wegzukommen und eine einheitliche Pauschale (4000 DM) einzuführen. Nach Berechnungen Meinhardts sind im Laufe der Jahrzehnte mindestens eine Milliarde Mark an Rumänien geflossen bei einer Zahl von etwa 220 000 Ausgewanderten – unter ihnen die Eltern des in die Bundesrepublik Deutschland geflüchteten Gummersbacher Handball-Stars «Hansi» Schmidt. Zahlen, die Hüsch nicht bestätigen möchte, aber die dennoch die nicht unerhebliche ökonomische Dimension des staatlichen Menschenhandels für die kommunistische Diktatur aufzeigen.

Wiewohl Anwalt Hüsch zahlreiche Details öffentlich gemacht hat, lassen die Restriktionen der Datenschutz- und Archivgesetze noch zahlreiche Fragen unbeantwortet: «Ich habe vieles gesagt, aber noch nicht alles.» 

Kauf von Freiheit. Dr. Heinz-Günther Hüsch
im Interview mit Hannelore Baier und Ernst Meinhardt.
Honterus-Verlag, Hermannstadt 2013



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Aus Reichesdorf

Die Geschichte eines Deutschen, der hunderte von ausländischen Touristen in ein gottverlassenes Dorf nahe Hermannstadt brachte.
Lesen Sie mehr: adev.ro/nb4840

Der Siebenbürger Sachse Paul Hemmerth war erst 14, als er Rumänien mit seiner Familie verließ.
In Deutschland stellte er Dokumentationen her und war Reiseleiter für exotische Reiseziele, ihm fehlte schon immer das Gefühl von „zu Hause“.
So kehrte er nach Rumänien zurück und änderte so einiges in diesem alten gottverlassenen Dorf Reichesdorf, Kreis Hermannstadt.

Reichesdorf ist ein kleines Dorf, etwa 70 km von Hermannstadt und nur wenige Kilometer von Birthälm entfernt, deren berühmte Kirchenburg, Erbe der UNESCO ist. Eine asphaltierte Straße schlängelt sich zwischen den Hügeln und den endlosen Wiesen, in einem lebendigen grün dahin. Wie im Märchen, erzählt Paul Hemmerth (48) den man im letzten Haus einer unbefestigten Straße links der Brücke findet. Er läuft barfuß im seinen schönen großen Hof und der Wind spielt mit seinen Haaren. Auf Holzstühlen neben einem Baumstumpf als Tisch, erzählt uns Paul eine Geschichte, die so einfach und so schön ist, dass ab und zu nur ein Lächeln sein Worte ersetzt.

Seine Kindheit in Mediasch, im Kommunismus
Ich fühle mich weder als Sachse, auch nicht Rumäne, auch nicht als Ungar oder Zigeuner, alle diese ethnischen Sachen zusammen sind meine Persönlichkeit. Ich fühle mich eher als Rumäne als Deutscher, sagt Paul lachend, den Duft der Morgensonne atmend. Seine Familie hat rumänische, deutsche und ungarische Wurzeln. Er liebt die Menschen, die Berge, Authentizität, Erinnerungen und Geschichten.

Er wurde in Mediasch geboren, von wo er seine schönen Kindheitserinnerungen bewahrt, selbst aus der schweren Zeit des Kommunismus. Sein Blick streift zurück in die Vergangenheit, das Bild der Großeltern, er erinnert sich an die langen Schlangen vor den leeren Geschäften, und wie sein Vater Eier aus Bukarest brachte. Der Geruch von Schwefel, aus Klein-Kopisch und Schulkameraden, die einer nach dem andern nach Deutschland auswanderten.

In den 70er Jahren gab es eine große Auswanderungswelle in Mediasch, damals ließen sie einige Sachsen auswandern. Meine Oma, die Mutter meiner Mutter mit ihrem Ehemann gingen nach Deutschland, meine Eltern stellten danach auch den Antrag auf Familienzusammenführung.

„Als Kind hat es mir an nichts gefehlt, ich bin wie eine Taube inmitten der Stadt aufgewachsen, es war eine relativ schöne und freie Kindheit.

Ausreise nach Deutschland.
Das Leben in vier Kisten
Nach 14 Jahren, nachdem wir den Antrag auf Ausreise gestellt hatten, durften wir auswandern. In dieser Zeit sah man von Jahr zu Jahr, wie die deutsche Minderheit kontinuierlich immer kleiner wurde. Jeden Monat bekamen welche die Bewilligung zur Ausreise. Bei meinen hat es etwas länger gedauert. Bis eines Tages im Winter, ein 14ter Februar, ich werde ihn nie vergessen, ein hart erarbeitetes Leben in vier Holzkisten verpackt und mit Schlössern verschlossen wurde. Mein Vater und meine Mutter kamen und sagten uns: »Seht her wir haben noch wenig Zeit«, das Haus ist verstaatlicht, wir haben wenig Geld dafür erhalten, wir mussten zwei zusätzliche Flugtickets für den Flug kaufen, die Möbel haben wir verschenkt, nur etwas Geschirr haben wir mitgenommen. Mein Vater war ein Ingenieur in der Emailul-Rosu, meine Mutter war Näherin. Ich war 14 und mein Bruder 12, das Ganze geschah alles im Jahre 1980, am 14. Februar. Wir kamen in Frankfurt an, es war kalt, ich fühlte mich völlig entwurzelt. Für mich war es ein schwieriger Schritt, ich hatte schon tiefe Wurzeln in diesem Land geschlagen, sehr tiefe", erinnert sich Paul.

Dokumentarist und Reiseführer
„Es gab kein einfaches Leben am Anfang, wir wohnten im Übergangsheim bis Vater eine Arbeit gefunden hatte, danach ging es aufwärts“. Paulging ins Gymnasium, danach auf die Hochschule für Geografie in Hamburg. Er wurde Produzent von Filmen und Dokumentationen, seit seinem 24. Lebensjahr hat er einen Beruf, von dem viele nur träumen. Er führt Gruppen von Touristen zu den exotischsten Reisezielen der Welt. Es begann mit Korsika, es folgte die Türkei und Island, Norwegen, Finnland, Irland, Frankreich, Tansania, Sansibar, Nepal, Indien, Vietnam, USA, Kuba. Aktiv hat er 250 Führungen weltweit gemacht. Sein Leben ist wie ein Märchen. Aber nie, in Deutschland und in der ganzen Welt, hat er Heimat gefunden, die hat er verloren, als er Rumänien in einem frostigen Jahr im Februar verlassen hat.

Rumänien
„Roch wie der Arm der Großmutter“
Mit 17 Jahren kam er zum ersten Mal ins Land, die Zeit schien stehen geblieben zu sein, sagt er. „Ich kam mit meinem Vater und Bruder zu Besuch in den Ferien, als ich aus dem Flughafengebäude kam, erinnere ich mich, es roch wie der „Arm der Großmutter“, wie wenn man weiche Eier kocht, es roch nach zu Hause“, erinnert er sich, mit einer emotionalen Stimme voller Nostalgie. Das zweite Mal kam er nach der Revolution, mit seiner damaligen Freundin und ihren zwei Töchtern. „Ich kam ins Land mit dem Auto, wir wohnten in den Pfarrhäusern der Kirchengemeinde Eibesdorf, 1995. „Wir fuhren durch die Westkarpaten und machten eine Rundreise durchs Land, um ihnen zu zeigen, wo ich herkam. Es roch so schön nach "zu Hause", so kam der Wunsch in mir hoch, ein Haus in Rumänien zu kaufen“, erzählt Paul. Er ließ sich einen rumänischen Pass ausstellen, in den er stolz auch seine Kinder eintragen ließ. Nun versuchte er ein Haus in Eibesdorf zu erwerben, aber das Geschäft ging daneben. Sein Cousin arbeitete in Mediasch und erzählte ihm von einem Kollegen, der ein Haus zu verkaufen hätte, in Reichesdorf, eine Ortschaft, von der er bis dahin noch nie gehört hatte. Auf dem Weg dorthin schien die Zeit immer wieder stehen zu bleiben.

„Unscheinbares“ Haus in Reichesdorf
„Mit dem Auto fuhr ich durch diese schöne Landschaft, über Scharosch und Birthälm…
Es ist nicht wie in Deutschland, alles eingeteilt, organisiert, dass es einem in der Seele wehtut. Es war irgendwie wild, es hat mir sofort gefallen", Paul strahlt. Das Haus, dass er kaufen sollte gefiel ihm nicht, doch das Dorf hatte seine Seele erobert. So begann er im Dorf auf und ab zu gehen und an den Toren zu klopfen, zu fragen, wer ein Haus zu verkaufen habe. So kam er auch bei Herrn Schaas, dem letzten Reichesdorfer Sachsen, vorbei. Im Gespräch mit ihm, sah er das große Haus am Ende der Straße. Sobald sie die Schwelle dieses Hauses betraten, fühlte Paul erneut dieses schöne Kindheitsgefühl. Barfuß, an der Schwelle zu dem Innenhof voller Unkraut, hatte er das Gefühl, nach Hause angekommen zu sein. Es war dieses Haus, unscheinbar, mit abgefallenem Putz, ungepflegt seit Jahren, aber es war groß, es war riesig, und „irgendwie hat mir die Lage gefallen. Alles durcheinander, alles unscheinbar, Unkraut, hier war ein Schweinestall, ich stand neben dem Haustor, hockte mich nieder und atmete tief durch, ich weiß nicht -ich fühlte mich sofort wie zu Hause, ich war verliebt in dieses Haus, ich bin in den Hof gegangen, wollte die Zimmer erst gar nicht sehen. Es war unbewohnt über neun Jahre lang, Trauben wuchsen überall, überall der Verfall. Ich fühlte mich wie zu Hause, ich war Feuer und Flamme, von diesem Haus ging eine Energie aus“, erinnert er sich mit dem Lächeln eines Kindes. Er fuhr zurück nach Deutschland und fand den Besitzer, für 18.500 DM Kaufte er das Haus. Es war im Jahr 1997 und seitdem gehen seine Lebensträume in Erfüllung, in diesem einst gottverlassenen Dorf. Er fing an, öfter zu kommen, von drei, danach vier Wochen pro Jahr, und er blieb immer länger. Der schöne Garten, die umliegenden Hügel, die ganze Landschaft, dazwischen einfache Menschen lebend- es hat den heutigen Paul, der als Kind mit seinen Eltern, in einem kalten Februar mit seinen Eltern, Bruder und vier geschlossenen Holzkisten auswanderte, erwischt. Er schlug wieder Wurzeln. "Inzwischen kam er immer öfter und fühlte sich wie zu Hause, wie ein Baum, der wieder Wurzeln geschlagen hat", sagt Paul. Das gekaufte Haus in Reichesdorf, getauft auf den Namen „Casa Noah“, war nur der Anfang. Nachdem er immer längere Zeit hier verweilte, hauchte er dem Haus und den verschiedenen gefundenen alten Gegenständen, neues Leben ein, restaurierte sie sorgfältig. Es wurde alles nach traditioneller Art hergerichtet, mit den Menschen aus dem Dorf, denen er Arbeit gab. Langsam fing das kleine Dorf am Ende der Welt an zu leben. So kaufte er ein Haus nach dem anderen. Jetzt besitzt er vier Häuser, von denen drei renoviert sind. „Ich begann mich für die Architektur der alten Häuser zu interessieren, machte mir Gedanken, wie man den Häusern wieder das ursprüngliche Aussehen zurück geben konnte, denn es tat mir in der Seele weh, zu sehen, wie sie verfielen. Ich fing an die alten Gegenstände wiederherzustellen, sie zu ölen, und mit Wachs zu behandeln. Die Elektro-Installation hab ich gewechselt, ohne dem Haus die Seele zu nehmen.

„Es ist kein Haus, es ist ein Experiment“
Das Geld, das ich in Deutschland verdient habe für Filme, habe ich nicht zur Bank gebracht, sondern mir die Häuser in Reichesdorf gekauft. Ich arbeite nur mit Arbeitern aus dem Dorf zusammen, damit das Geld hier im Dorf bleibt, hier habe ich mir mein Team zusammengestellt. Viele sagen, dass dies nicht ein Haus ist, sondern es ist eine Erfahrung. Ich wohne in dem Haus, ich mache aber auch anderen die Verbindung zum Dorf, wir gehen essen und es kommen viele, die sich hier im Dorf ein Haus kaufen“, erzählt Paul. Jetzt hat er die Türe für Leute geöffnet, die diese Ortschaft sehen wollen, ihre Geschichten hören wollen, den Geist des Dorfes zu entdecken, eine Art lebendiges Museum. Es kommen Menschen von überall zu ihm, die Preise variieren je nach gebuchten Aktivitäten der Touristen. Reiseführer, Bergwanderung, Fahrrad und Schneeschuhe. Was Paul macht, mag vielen verrückt erscheinen. Er wünscht sich, dass viele Menschen kommen denen er Rumänien zeigen kann, in der Tat ein Märchenland. Er möchte auch andere Menschen überzeugen, die überall in der Welt verstreut sind, hier ist der schönste Platz für euer „zu Hause“ So überzeugt er das Reiseunternehmen, für das er arbeitet, Rumänien auf die Liste der Urlaubsziele zu setzen. Er selbst macht Reiseführungen, Routen von 15 Tagen nach Bukarest, nach Zarnesti und Magura, den Königstein, Manastirea Neamt, Moldovita, Schässburg, Hermannstadt und zurück nach Bukarest.

Über 1.500 ausländische Touristen,
Mit schönen Bildern und Geschichten, begann er Rumänien als Reiseziel und Urlaubsland zu verkaufen. Nach ein paar Jahren, machte eine Wandertour durch die Berge, -Überquerung der Karpaten, Bucegi und Königstein und Fograscher Berge, zusammen mit einem Freund, dem Leiter der Bergrettung. Seither laufen die Dinge immer besser. Seit Jahren steigt die Nachfrage nach Fahrradtouren und im Winter Schneewanderungen mit Schneeschuhen, Wandrungen zu Sylvester. Ich versuche damit das Ansehen des Landes zu fördern. „Ich ging mit ihnen über 60-mal, jetzt mach ich es nicht mehr, weil häufig bis zu drei Wandertouren gleichzeitig beginnen. So organisiere ich jetzt alles, schicke 11 Reiseführer, die ich in Rumänien mit denen aus Deutschland ausgebildet habe und weiter ausbilde. Wir hatten mehr als 1.500 Besucher bisher“, erzählt Paul stolz. Darüber hinaus macht er noch Dokumentarfilme für das Fernsehen wie Arte und ZDF, um Rumänien so authentisch wie möglich zu präsentieren, das schöne Rumänien.

Europäische Gemeinschaft in Miniatur in Reichesdorf. Bis vor wenigen Jahren war Reichesdorf nur ein weiteres gottverlassenes sächsischen Dorf, wo von Tag zu Tag immer weniger Leute lebten. Heut hat das kleine Dorf, mit einer Landschaft, die einem die Seele überflutet, alle Chancen, eine kleine europäische Gemeinschaft in Miniatur zu werden.

Dank Paul leben hier heute nicht weniger als 13 Nationalitäten in Ferienhäusern oder haben hier ihren ständigen Wohnsitz. Die erste war seine Mutter, die mit ihrem deutschen Ehemann zurückkehrte, danach kamen noch Menschen aus der ganzen Welt, angezogen von seinen Geschichten. "Ich sagte: «Kommt, lasst uns eine Art Gemeinschaft versuchen, aber die europäische Gemeinschaft, die Sachsen sind älter geworden, sie kommen nicht wieder». Ich habe hier eine Art von Gemeinschaft aufgestellt. Als einziger im Dorf möchte ich mir meine kaputte Welt reparieren.

Ich arbeite vernetzt, habe 3000-4000 Adressen, die ich versuche zu kombinieren, ich möchte, dass die Menschen sich kennenlernen. Zuerst kamen ein paar Menschen hierhin, ich habe sie überzeugt, welches Potential dieses Dorf hat, mit ihnen habe ich eine Gemeinschaft von ca. 25 Personen geschaffen. Wir treffen uns, wir denken nach, welche Projekte wir auf die Beine stellen können“, erzählt Paul. Heute haben hier Schweizer, Holländer, Rumänen die in USA leben, Deutsche, Rumänen die in Paris und Brüssel leben, ihre Häuser.

Der Hof ist voller Sonnenschein und mit viel Grün, man kann Paul stundenlang zuhören, ohne seinen Redefluss unterbrechen zu wollen. Er hat die schönsten Pfirsiche im Dorf, er läuft barfuß, um die Natur zu spüren, er fährt noch immer in der Welt herum, macht Filme, aber die meiste Zeit des Jahres ist er in seiner Heimat Reichesdorf. „Es ist hier oben eine Lichtung, von der aus man die Berge sehen kann. Es ist ruhig, nur die Grillen sind zu hören und gelegentlich Schafe. Es ist sehr schön hier, ich bin verwurzelt“, beschreibt Paul diese Stille, diesen Frieden. So schön, dass Paul mit Sicherheit sagen kann, dass er an diesem Ort alt werden will, wohlwissend die ganze Welt zu kennen.


(Auszugsweise übersetzt Heinrich Maiterth) 



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Ahnenforschung 

Liebe Reichesdorfer/innen wie Euch bekannt ist, arbeite ich im Rahmen des Projektes „Genealogie der Siebenbürger Sachsen, das unter der Schirmherrschaft des (Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde) steht), an der elektronischen Erfassung der Matrikel und Familienbücher der ev. Kirchengemeinde Reichesdorf. Mit Hilfe all derer die mir die Bescheinigungen des Pfarramtes Reichesdorf zu Verfügung gestellt haben, konnte ich einen großen Teil der Daten schon mal erfassen um diese dann mit den Daten aus den Matrikeln zu ergänzen. Inzwischen konnten ungefähr 4700 Personen erfasst werden, bei weitem noch nicht alle und in den meisten Fällen sind noch Ergänzungen erforderlich. In meiner Betreuung befinden sich etliche Matrikel und Familienbücher in Fotokopie(siehe Anhang), leider fehlen einige. Habe nun auch Kontakt mit dem Bezirkskonsistorium in Mediasch über unseren Landsmann Wilhelm Untch aufgenommen um weitere Belege zu bekommen. Die größte Hilfe erfahre ich aber über das Leitungsteam des Projektes. Das Projekt wird zum Großteil von Spenden interessierter Menschen unterstützt. Die Mitarbeiter dieses Teams haben gute Kontakte zu den verschiedenen Archiven und entsprechende Ausrüstungen für die Erstellung der Kopien. Während des letzten Seminars habe ich noch weiteres Material bekommen (Berichtsbuch der Bruderschaft, Kassenbuch des Frauenvereins, Protokolle des Presbyteriums und noch weitere Belege) Das Spendenkonto werde ich am Schluss meines Beitrages anführen. Nun fragen sich wahrscheinlich viele von euch, „Wann kann man Einsicht nehmen in die gesammelten Daten?“ Da zurzeit noch an einer einheitlichen und verbindlichen Zusammenfassung aller beteiligten Orte gearbeitet wird, haben nur die Mitarbeiter Zugriff auf die erfassten Daten. Für einzelne Mitglieder der HOG Reichesdorf die Interesse an Daten ihrer Familie haben, könnte ich einen Auszug könnte ich einen Auszug erstellen mit der Bitte, einer Spende an die HOG oder an das Projekt zu überweisen.

Im Zuge dieser Arbeit kam mir nun die Idee, einer Auflistung aller in Reichesdorf lebenden Seelen zum 31.12.1939 zu erstellen. Das Jahr 1939 ist aus meiner Sicht das letzte noch intakte Jahr unserer alten Heimat. Ab diesem Jahr begann der Verfall unserer bekannten Dorfgemeinschaft. Krieg, Deportation und anschließende sogenannte Familienzusammenführungen ließen die sächsische Bevölkerung unseres lieben Reichesdorf bis auf einen Mann, der vor 1939 geboren wurde, schrumpfen. Im Nachhinein will ich versuchen eine kleine Statistik zu erstellen um das Schicksal dieser 1939 in Reichesdorf lebenden Menschen wiederzugeben.

 
Nachbarschaft Erwachsene Jugendliche Kinder Gesamt
1 76 24 39 139
2 55 25 28 108
3 50 12 15 77
4 53 16 28 97
5 54 18 21 93
6 61 7 24 92
7 52 18 25 95
8 63 18 24 105
9 60 18 35 113
         
Gesamt 525 156 239 919

Wie aus oben stehender Tabelle ersichtlich ist, zählte Reichesdorf zum 31.2.1939, 919 Seelen.

Ersichtlich sind die Tatsachen, dass, es ein junges Völkchen war, 156 Jugendliche zwischen 14 und 25 Jahren und 239 Kinder bis 14 Jahre. Was haben die schweren folgenden Jahre aus diesen Menschen gemacht? 39 sind im Krieg gefallen, 14 in der Deportation verstorben, 428 sind in den folgenden Jahren bis 1996 in Reichesdorf und einigen andern Orten in Siebenbürgen zu Grabe getragen worden. Fern der alten Heimat sind bis dato 253 Personen aus diesem Personenkreis verstorben.
  Taufen Trauungen Tod
  Matrikel Christian W. Matrikel Christian W. Matrikel Christian W.
  1662-1734 StaH   1699-1733StaH   1693-1732StaH  
  1752-1796StaH   1752-1796StaH   1752-1796StaH  
  1793-1833StaH   1797-1833StaH   1797-1833StaH  
  1834-1837StaH   1834-1837StaH   1834-1837StaH  
  1838-1859StaH          
    1879-1985A   1874-1985A   1883-1985A
Dubli
kate
1885-1895Herm.   1885-1895Herm   1885-1895Herm  
    1920-1925        
  1950-1991Med.   1934-1978Med      
      1979-1990Med   1950-1993Med  

 
Volksrat Reichesdorf (sind nicht auffindbar)
1859-1892 1838-1878 1838-1878
1892-1950 1879-1950
Familienbücher Band I Mediasch
Band II Mediasch
Band III Mediasch

Interessant zu betrachten ist auch die Liste der im Januar 1945 zur Zwangsarbeit Deportierten. 122 Personen wurden deportiert, 87 Frauen und Mädchen und 35 Männer. Das Durchschnittsalter war von 27 Jahren. 107 Kinder blieben in der Betreuung ihrer Großeltern und Verwandten. Wie oben schon erwähnt starben 14 in der Deportation, 26 kamen mit Krankentransporten über die damalige Ostzone Richtung Westen, der Rest von 82 kamen nach Reichesdorf zurück.

Die Zahl der jungen Männer, die im Kriegsdienst waren, kann ich zurzeit schwer nachvollziehen, eines ist sicher, 39 mussten ihr Leben lassen, etliche kamen in Gefangenschaft und kehrten nie mehr nach Reichesdorf zurück, wieder andere kehrten schwer verwundet nach Hause und litten an den Folgen bis an ihr Lebensende.

Was nach all diesen schweren Zeiten folgte ist allen zum großen Teil bekannt und sollte nicht noch mal aufgerollt werden. Als Folge der sich entgegengesetzt entwickelnden Wirtschaften (Ost –West) begannen schon früh die ersten Familienzusammenführungen und die darauf folgenden Ausreisewellen mit dem Höhepunkt nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Nun leben wir zwar in materieller Freiheit aber verstreut auf der ganzen Welt. Heute trifft man sich, sofern man noch beweglich ist und Freude am Wiedersehen mit Freunden und Nachbarn hat, am Reichesdorfer Treffen oder aber zu traurigen Ereignissen.

Um den jüngeren, trotz all dieser Entwicklungen die Möglichkeit zu geben, sofern Interesse besteht oder aber auch noch Interesse aufkommen wird, ist es unsere Pflicht die Geschichte und den Zusammenhang unserer Vorfahren festzuhalten. Dies gelingt aber nur, wenn wir bereit sind, etwas dafür zu tun. Die Archive unserer Kirche sind verstreut über mehrere Aufbewahrungsorte und sind oft nur schwer zugänglich. Nur mit eurer Unterstützung und Mithilfe, darum ein erneuter Aufruf an alle die Dokumente oder selber gesammelte Daten besitzen, mir diese zukommen zu lassen. Im Anhang werde ich auch eine Aufstellung von Personen deren Schicksal ich überhaupt nicht nachvollziehen kann einfügen, mit der Bitte um Unterstützung. Diese Liste beinhaltet nur Personen die vor 1939 geboren sind. Wer Kenntnis hat zu den angeführten Personen möchte sich mit mir in Verbindung setzen oder zum Rreichesdorfer Treffen kommen. Natürlich gibt es auch unbekannte Schicksale, die nach 1939 geboren sind, diese aber zu einem späteren Zeitpunkt.

Zum Thema Amerika habe ich eine Liste von über 300 Personen erstellen können, die in irgendeiner Weise Bezug zu Amerika (USA und Kanada) haben. Es geht dabei um endgültige Auswanderer, um Männer und Frauen die zum Geld verdienen nach Amerika gingen, und später die, die als Folge des Krieges nach Übersee kamen und schlussendlich die Familienzusammenführungen. Einen Teil der Daten zu diesen Ereignissen habe ich schon, einen weiteren Teil hoffe ich mit Hilfe einer Kollegin aus dem Mitarbeiterkreis des Genealogie-Projektes, die sich speziell mit dieser Sache beschäftigt, zu bekommen, um diese dann in die Datei einzupflegen. Wer Verwandte oder Bekannte aus diesem Personenkreis hat und in Kenntnis diverser Daten ist (Auswanderung- Ort-Zeitpunkt- Todesdaten) möchte mir diese mitteilen. Ich danke hiermit nochmal all denen die mich schon unterstützt haben und freue mich über weitere gute Zusammenarbeit.

Hier das Spendenkonto des Projektes

Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde e.V.
IBAN: DE05 6205 0000 0009 5745 20
Swift-Bic: HEIS DE 66XXX,
Kreissparkasse Heilbronn Verwendungszweck: 4017
Wer eine Spendenbescheinigung wünscht, wird gebeten, seine Adresse auf den Überweisungsträger einzutragen.

Hans Alzner


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Für unsere Jüngsten

Leser und Verleger müssen sich nolens volens darauf einstellen, dass der heutige Bestand an (Anm. sächsischen) Volksmärchen sich in Zukunft nicht mehr vermehrt. Die unaufhaltsame Urbanisierung des Dorfes droht die Quelle des Volksmärchens eines Tages restlos zu verschütten. Zumindest für unsere Breiten scheint dieser Zeitpunkt nicht mehr allzu fern zu sein. (...)

Dieser Befund sollte aber kein Anlass zu Traurigkeit sein, die modernen Massenmedien liefern Kindern und Erwachsenen hinreichend Ersatz für den Verlust (...).

Andererseits beweist gerade unser Haltrich, der sich textmäßig an die Ausgabe letzter Hand von 1882 hält, dass auch altehrwürdige Sammlungen noch ergänzt werden können. (...), so Hanni Markel vom Kriterion Verlag, Bukarest, zu dem 1978 von ihr herausgegebenen Buch ¨Sächsische Volksmärchen aus Siebenbürgen¨.

Joseph Haltrich, 1822 in Sächsisch Reen geboren und 1886 in Schaas verstorben, wirkte in Siebenbürgen als Lehrer, Pfarrer und Volkskundler. Er brachte einige Werke heraus, wie 1852 in Berlin und 1882 in Wien, von ihm zusammengetragene ¨Deutsche Volksmärchen aus dem Sachsenlande in Siebenbürgen; ¨ Zur Volkkunde der Siebenbürger Sachsen¨, 1885 in Wien; oder in Schäßburg 1871 ¨ Die Macht und Herrschaft des Aberglaubens in seinen vielfachen Erscheinungsformen¨.

Zu seinem Gedenken wurde die deutsche Bergschule in Schäßburg nach ihm, Josef-Haltrich-Lyzeum, benannt.

Im Folgenden nun ein Märchen aus seiner Sammlung, dessen Text ich ebenso wiedergebe.

Lügenwette

Ein Edelmann fuhr eines Tages spazieren und hatte an seinem Wagen sehr schlechte Pferde, da sah er einen Bauer(n) beim Pflug, der hatte sehr schöne. ¨Willst du nicht tauschen mit mir?, rief der Edelmann: ¨deine Rosse passen besser an meinen Wagen und meine an deinen Pflug!¨ - ¨Das mag sein!¨, sprach der Bauer, allein gebt Euch doch nur keine Mühe!¨ Der Edelmann aber ließ nicht nach und setzte ihm zu; endlich kamen sie überein, die Pferde des einen sollten dem von ihnen gehören, welcher am besten lügen würde. Der Edelmann war froh und glaubte schon, er habe gewonnen, denn er dachte: aufs Lügen hätte er doch mehr studiert. Der Bauer ließ ihm die Ehre anzufangen, da erzählte er: ¨Mein Vater hatte sieben Herden Stuten und so viel Milch, dass er sieben Mühlen damit treiben ließ und alles Korn im Lande mahlen konnte.¨ - ¨Das ist alles leicht möglich!¨ sagte der Bauer und wunderte sich gar nicht im geringsten, aber mein Vater hatte so viele Bienenstöcke, dass er sie nicht hätte zählen können, auch wenn er fünfhundert Jahre gelebt hätte. Ich musste einmal die Bienen hüten, da geschah es, dass eine Biene abends nicht heimkehrte. Mein Vater merkte es gleich und schickte mich aus, sie zu suchen und nicht heimzukehren, bis ich sie fände. Ich ging nun überall auf der ganzen Erde herum und fand sie nicht, da machte ich mich auf und stieg in den Himmel und durchsuchte alle Räume, auch hier war sie nicht.

Nun hatte ich keine Ruhe und dachte: die kann jetzt nur in der Hölle sein, du musst zu guter Letzt auch da noch suchen! So stieg ich hinunter in die Hölle, allein es war umsonst, sie war nicht da.

Missmutig kehrte ich um und wollte nach Hause gehen und kam durch einen Wald, und siehe, da traf ich nur einmal meine Biene. Einem Manne hatte der Wolf einen Ochsen gefressen, der hatte an dessen Stelle neben den anderen Ochsen gleich die Biene eingespannt und fuhr mit einer Fuhre Holz heimwärts. ´Hoho! guter Mann´, rief ich sogleich, Ihr werdet verzeihen, dass ich euch aufhalte, die Biene ist mein, spannt sie nur gleich aus!´ Der Mann gehorchte, ohne ein Wort zu sprechen, denn er war froh, dass ich mit ihm so schön redete. Aber das Joch hatte meine Biene wund gerieben, ich streute nun ein wenig Erde darauf, und alsbald war es geheilt. Mein Vater hatte große Freude, wie ich ihm das verlorene Tierchen brachte, das kann man sich denken. Aber ich musste nun erzählen, was ich im Himmel und in der Hölle gesehen hatte. Im Himmel saßen an einer langen Tafel lauter Bauern und tranken süßen Wein, und in der Hölle waren lauter Edelleute, die wurden von den Teufeln am Spieß gebraten!¨

Da konnte sich der Edelmann nicht länger halten und schrie: ¨Du lügst! Du lügst!¨ ¨Das wollte ich ja eben, und so habe ich die Wette gewonnen!¨ Er nahm dem Edelmann alsbald die Pferde, spannte sie statt der seinen an den Pflug, und der stolze Herr musste seinen Wagen selbst nach Hause ziehen.



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Aus Reichesdorf
Der Wandergeselle, der vergessenes Handwerk in Reichesdorf wiederbelebt

Im Alter von zweiundzwanzig Jahren - wenn sich Jugendliche den unbeschwerten Seiten des Lebens widmen oder eine erfolgreiche Karriere anstreben - träumte Christian Rummel davon, die Welt als Wandergeselle im Schreiner-und Zimmererhandwerk zu bereisen, nicht ahnend, dass er, sein bayerisches Heimatstädtchen verlassend, am Ende dieser drei Jahre und einem Tag Wanderschaft, in diesem vergessenen Winkel Siebenbürgens landen würde: Reichesdorf. Damals erschien Siebenbürgen dem jungen Mann wie das Ende der Welt. Heute ist er hier zu Hause.

Drei Jahre und einen Tag - entsprechend den Regeln der Wandergesellen - zog Christian von Ort zu Ort, um sein Handwerk von den besten Meistern zu erlernen. Neben seiner Kluft, der für Wandergesellen typischen Cordkleidung, trug er nur ein Bündel mit den wichtigsten Habseligkeiten wie Wechselwäsche, ein paar Werkzeuge und 5 Euro, mit denen man als Geselle loszieht und nach Ablauf der Gesellenzeit wieder nach Hause bringt. Kein Geld, kein Handy, kein Internet. Ziel der Reise war Erfahrung im Handwerk und im Leben zu sammeln.

Wenn man heute mit Christian Rummel spricht, wenn man ihn in seiner Werkstatt in Reichesdorf sieht, erkennt man, dass er den perfekten Ort, seinen Platz in der Welt gefunden hat. Mensch und Umwelt in perfekter Symbiose.

Wandergesellen - eine ¨Bruderschaft¨ mit strengen Regeln
Wandergesellen sind junge Reisende, die in die Welt hinausziehen, um ihr erlerntes Handwerk zu vervollkommnen und ihren Sinn in der Welt zu finden. Anhand einiger Richtlinien wird festgelegt, wer einer von ihnen werden kann. Voraussetzung ist, besagt der Kodex, dass man unter dreißig Jahre alt, ledig, kinderlos, nicht vorbestraft und schuldenfrei sein muss. Außerdem ist eine bestandene Gesellenprüfung mittels Gesellenbrief nachzuweisen und die Regeln und Traditionen der jeweiligen Gesellenvereinigung müssen respektiert werden.

Drei Jahre und einen Tag dürfen sie ihrem Heimatort nicht näher als fünfzig Kilometer kommen. Auch dürfen sie nicht länger als drei Monate an einem Ort verweilen, um das Handwerk und die Lebenserfahrung verschiedener Meister aufzunehmen. Auf Wanderschaft gehen verschiendenste Berufe nach ihrer Ausbildung, wie z.B. Zimmerleute,Schreiner, Steinmetze, Maurer, Töpfer, Maler, Goldschmiede, Buchbinder, Instrumentenbauer, Schmiede, Hufschmiede, Schlosser, Klempner, Bäcker, Schuster - Handwerksberufe also, die in der heutigen Zeit leider oft nicht mehr den Anklang bei jungen Menschen finden, da die meisten am liebsten studieren möchten, in Deutschland aber auch in Rumänien.

Vor allem in Deutschland jedoch sind die Gesellen hoch geschätzt, da sie traditionelle Arbeitstechniken erhalten. Jenseits ihres kulturellen Wertes sind Wandergesellen eine reele Notwendigkeit im Denkmalschutz, da sie Methoden und Mittel anwenden, die Jahrhunderte überdauern.

Mein erster Eindruck über Rumänien war gar nicht gut: Stell dir vor, ich stieg aus einem vollgestopften Zug auf dem Bahnhof in Kleinkopisch aus. Es war eine eisige Nacht im Winter 2007. Alles wirkte verwildert und seltsam, um uns herum geisterten vagabundierende Hunde durch ruinenhafte Gemäuer, sie lauerten uns in der Dunkelheit auf und bellten uns an, als wären wir Einbrecher.

Was suche ich denn hier eigentlich? fragte ich mich damals.

In Siebenbürgen entdeckte Christian eine Welt, die ganz anders war, als er bis dahin in Europa kannte. Ein Land der Gegensätze, in dem auf einer Straßenseite ein Bolide der letzten Generation parkt, gegenüber hingegen mit dem Pflug geackert wird. Allerdings, profesionell gesehen: Hier sollte er die Gelegenheit bekommen, an der Restaurierung von seit Jahrzehnten unberührten Baudenkmälern, an Häusern mit jahrhunderte alter Bausubstanz zu wirken. Es erstaunte den Bayern, wie gut hier mit einfachen Maschinen, Werkzeugen und wenig Kapital trotzdem auch sehr wirtschaftlich gearbeitet werden kann. Die Menschen benutzen Werkzeuge, die im Westen schon längst den Weg ins Museum gefunden haben. Wo andere die Hoffnung aufgegeben hätten, packte Christian der Ehrgeiz. In dieser Herausforderung entdeckte er Potenzial.

Gemeinsam mit anderen Wandergesellen machte er sich von 2007 bis 2009 an die Arbeit, die dringendsten Restaurierungsarbeiten an der Hermannstädter Gesellenherberge und der Stadtpfarrkirche gleich gegenüber vorzunehmen

2010, nach Beendigung seiner Wanderjahre, entschloss Christian sich, in Rumänien zu bleiben; hier konnte er das Erlernte am besten umsetzen. In guten und weniger guten Zeiten, die freundlichen Menschen und die einzigartige Bausubstanz, die Kirchenburgen, die dringend Erhaltungsmaßnahmen erfordern - dieses Siebenbürgen faszinierte den jungen Mann!

Zuhause - in Reichesdorf
Für sich und seine Familie suchte Christian Rummel den richtigen Ort zum Leben, den er in Reichesdorf fand. Er, seine Frau und das fast dreijährige Töchterchen sind seit drei Jahren hier zuhause.

In letzter Zeit ist Reichesdorf, aus dem nach der Revolution fast alle Sachsen auswanderten, wundersam auferstanden! Nach und nach kamen Fremde in das Dorf, auf der Suche nach Ruhe, Authentizität, nach einem Gegensatz zur Konsumgesellschaft des Westens. Rumänen, Litauer, Zigeuner, Deutsche, Holländer, Siebenbuerger Sachsen, Engländer, Amerikaner, Ungarn, Schweizer und Italiener leben inzwischen alle zusammen in Reichesdorf. Von den Sachsen, die früher die Mehrheit bildeten, sind nur der Kurator der Kirche, Johann Schaas, und seine Frau geblieben, daneben noch ein paar zugezogene Sachsen. Andere kommen zeitweise, meistens im Sommer. Mit über 13 Nationalitäten, die die historischen Häuser in Straßen bewohnen, hat das Dörfchen einen außergewöhnlich anmutenden, internationalen Flair erhalten.

Die multiethnische Gemeinde, die spezifische Bauweise der alten sächsischen Häuser, die Weinberge, die urigen Wälder und die geradlinigen Menschen haben Christian angezogen. Heute, inzwischen dreißigjährig, fern seinem Geburtsland Deutschland, ist er ein in sich erfüllter Mensch.

In den Dorfstraßen verweile ich mit den Nachbarn zu Gesprächen und manchmal dauert es lange, bis ich meinen eigenen Hof betrete. Das passiert mir in meiner Herkunftsstadt in Deutschland nie - die Offenheit, diese Menschlichkeit fehlt dort. Wenn ich ein Fremder bin in Reichesdorf, dann aber ein gut integrierter!

In Reichesdorf wird vergessenes Handwerk gelehrt
Christian hat in Reichesdorf ein dreihundert Jahre altes Haus gekauft, das er allein restauriert hat und nun jederzeit ein offene Haustür hat für Wandergesellen, Freunde und Touristen aus aller Welt und Lehrlinge, die bei ihm etwas lernen wollen.

Da Zufälle in der Welt selten zufällig sind, sollte es wohl sein, dass in seiner Werkstatt bis in die 1970er Jahre Wagner und Böttcher ihrem Handwerk nachgingen: Unter Schutt und Spinnweben fand Christian uraltes Werkzeug. Die Hobelbank ist aus dem Jahr 1920, die hölzerne Bandsäge, die nun wieder im Gebrauch ist, ist aus der Ceausescu-Zeit. Diese und anderes Werkzeug, die für so manchen schlichtweg Feuerholz wären, sind wahr gewordene Schatztruhen für Christian. Es ist, als ob alles innegehalten und unter dicken Staubschichten geschlafen hätte, in Erwartung des Meisters, der allem Magie einhaucht und den ehemaligen Glanz wiedergibt.

In Gedanken kann Christian die fünf Stellmacher von einst beim Hantieren in dieser Werkstatt sehen. Eine Modernisierung, den Austausch durch neues, automatisiertes Werkzeug käme ihm nie in den Sinn! Diese alte Ordnung hat ihre Berechtigung und sie ist gut aufgehoben, in die richtigen Hände geraten.

In seiner Werkstatt bearbeitet Christian Aufträge für die Evangelische Kirche in Rumänien, sowie für Privatkunden, die ihre Häuser traditionell wiederherrichten möchten. Aus ganz Rumänien kommen derzeit Anfragen, auch aus dem Ausland besteht Interesse an seiner Arbeit.

Oft ist er unterwegs. Letzten Sommer war er an der Restaurierung des Glockenturms der Birthälmer Kirchenburg beteiligt, an seiner Seite neue Wandergesellen! Im laufenden Jahr wird in Birthälm weitergearbeitet, außerdem ist in Almen die Rekonstruktion zweier neuer sächsischer Scheunen geplant.

Christian ist vielseitig begabt, aber herumgesprochen hat sich vor allem seine gewissenhafte Arbeit an Holztreppen, Türen und Toren. Im Jahr 2013 baute er für das Stefan-Ludwig-Roth-Lyzeum in Mediasch das neue Eingangsportal aus massiver Eiche, mit in Handarbeit gefertigten Eisenbeschlägen, das den alten, imposanten Charakter der Institution unterstreicht. Diese Arbeit erfüllt Christian mit Stolz, zumal sein Werk jahrzehnte-, wenn nicht jahrhundertelang halten wird.

Gelerntes soll weitergegeben werden, also teilt Christian seit 2010 sein Wissen um das alte Handwerk. Die müden Häuser und Baudenkmäler Siebenbürgens verlangen nach Menschen, die ihnen die Würde von einst zurück geben. Leider finden sich Kundige sehr schwer.

Vor kurzem hatte er jedoch das Glück, einen sehr interessierten und fleissigen Lehrling aus Birthälm zu finden, der von nun an in die Geheimnisse des Zimmerer- und Schreinerhandwerkes sowohl auf der Baustelle als auch in der Werkstatt eingewiesen werden wird.

Also organisiert Christian Lehrgänge für Neugierige am traditionellen Handwerk, mit traditionellem Werkzeug, das woanders nur noch selten zum Einsatz kommt. Diese Kurse sind eine Chance zur Rettung der dörflichen Architektur in Siebenbürgen und ein Privileg für alle, die von ihm lernen. Auch an der Berufschule in Hermannstadt unterrichtete er schon, und seine Treppenbaukurse fanden in den letzten 4 Jahren 3 mal statt. Diese Workshops werden von rumänischen, aber auch aus Deutschland stammenden Interessierten wahrgenommen, denen die Rummels auch Übernachtungsmöglichkeit bieten - an ein volles Haus haben sie sich längst gewöhnt!

Die Kurse sind praktisch aufgebaut. Theorie und Planung sind stets eng mit der Praxis verknüpft. Christian ist ein humorvoller, stets gut gelaunter junger Mann, der eine entspannte Atmosphäre schafft. Ihm ist die Freude und die Dankbarkeit für das, was er tut, ins Gesicht geschrieben, wenn er mit sicherer Hand und viel Herz zwischen Werkzeug und Schüler agiert.

In dem Haus, das bis in die 1990er Jahre die Wagner- und Böttcherwerkstatt Reichesdorfs beherbergte, wird der Geist und die Tradition übernommen und weitergeführt. Selbst das Sägewerk von 1967 tut nach wochenlanger Instandsetzung wieder seinen Dienst.

Im Juni diesen Jahres ist ein einzigartiger Kurs geplant: Interessierte dürfen hier lernen, wie ein Holzrad gefertigt wird. Gemeinsam mit Johann Schaas wird Christian einen Wagnerkurs organisieren. Die wenigsten wissen, dass Herr Schaas in jüngeren Jahren ein geschickter Stellmacher war, ist er doch als unübertroffener Erzähler bekannt! Dass sein Dorf je aus den Ruinen wieder auferstehen würde, hatte er nicht zu hoffen gewagt, geschweige denn Lehrmeister in seinem alten Beruf zu sein! Dieser Lehrgang ist für zwei Wochen angesetzt, in dem die Teilnehmer lernen werden, ein Rad von der ersten Speiche an anzufertigen, mithilfe traditionellen Werkzeuges, der Bearbeitung des richtigen Holzes usw. Termin ist vom 01.06. bis 13.06.2015 und sieht eine Gruppe von fünf bis sieben Personen vor. Wer sich beeilt und Glück hat, kann vielleicht noch einen Platz ergattern! Doch Vorsicht! Wer den Nagel nicht wörtlich auf den Kopf treffen kann, soll es lieber lassen - dieser Workshop richtet sich an Handwerker oder Menschen mit zumindest genügend handwerklicher Erfahrung.

Bei Interesse Christian Rummel direkt kontaktieren, Tel. 0040/ (0)269258580, 0040/(0)767742327



Autorin: Mihaela Kloos, Povesti sasesti, mehr unter ¨Wissenswertes über...¨
Übersetzung aus dem Rumänischen: Susanna Riemesch Wachsmann)

 


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Wissenswertes über...
Zwei außergewöhnliche Geschichtenerzähler
Kilian Müller mit Hüter der Kirche

Was geschieht mit einer Kultur, deren Träger verschwinden? Mit dieser Frage setzen sich die Siebenbürger Sachsen in Rumänien und außerhalb seit 25 Jahren auseinander. Seit der letzten Auswanderungswelle nach 1989 gibt es in Rumänien zu wenige von ihnen, um den dauerhaften Erhalt ihrer Kultur und ihrer Gemeinden zu sichern. In meiner fotografischen Arbeit möchte ich die Folgen dieses kollektiven Wegzugs sichtbar machen. In den meisten Dörfern leben nur noch eine Handvoll Sachsen, sie kümmern sich um die Dorfkirchen. Oft sind sie zu alt, um die baufälligen Gebäude zu verwalten, Unkraut zu jäten oder dort nistende Vögel zu vertreiben. Trotzdem öffnen sie Interessierten die Pforten und erzählen meist stolz und wehmütig von der Vergangenheit. Entlang der Porträts der ¨Hüter der Kirche¨ möchte ich über die letzten in Rumänien verbliebenen Sachsen berichten, über ihr Leben auf den Höfen, ihre Traditionen und ihren Alltag.

Das ist auf der Homepage des Berliner Fotografen Kilian Müller zu seiner Bilderserie ¨Hüter der Kirche¨ zu lesen.

Ich hatte das Vergnügen, Kilian Müller letzten Sommer persönlich in Reichesdorf kennenzulernen. Als eine der Ersten durfte ich eintauchen in die in Siebenbürgen fotografierten Geschichten über verlassene sächsische Dörfer, dem Verfall preisgegebene Kirchen und einsame, aber standhafte alte Sachsen.

Mittlerweile stellt der Fotograf die Bilderserie, die seine Abschlussarbeit der Ostkreuzschule in Berlin stellte, der Öffentlichkeit vor. Bis Mitte April konnte man die einfühlsam in Fotografien eingefangenen Momente im Teutsch-Haus in Herrmannstadt erleben.

Vom 18.07. bis 4.10.2015 stellt Kilian Müller sein Werk im Siebenbürgischen Museum auf Schloss Horneck in Gundelsheim aus.

Im Folgenden nun ein kleines Interview, das Kilian Müller mir für den Reichesdorfer Boten gewährte.

Kilian, was bewog dich dazu, für deine Abschlussarbeit das Thema Siebenbürgen zu wählen?

Ich kam über einen guten Freund, Hans Hügel, auf das Thema. Er lud meine Familie und mich mehrmals nach Reichesdorf ein, und so lernte ich die Region kennen.

Wie hast du Siebenbürgen, vor allem die Dörfer, empfunden? Hat dich etwas besonders beeindruckt?

Mich haben die Dörfer und ihre Bewohner enorm beeindruckt. Zunächst ist man als deutscher Besucher fasziniert von der archaischen Anmutung der Gegend und dem multi-ethnischen Zusammenleben. Je mehr ich allerdings über die komplexe Geschichte der Siebenbürger Sachsen erfuhr, desto mehr trat das Interesse an dieser Exotik in den Hintergrund und ich begann mich mit dem Schicksal der Sachsen, die nicht weggezogen sind, zu beschäftigen.

Mich haben deine Bilder tief berührt, ich habe deine Botschaft erhalten, meine ich. Was willst du aber selber damit sagen?

Auf eine einzelne Aussage lassen sich die Bilder nicht herunterbrechen. Sie sind Versuche, die Erfahrungen der Sachsen von Verlassenwerden, Isolation und Einsamkeit in Bilder zu fassen.

Gibt es in Siebenbürgen oder bei den Siebenbürger Sachsen noch mehr Geschichten, die du erzählen willst?

Definitiv. Besonders interessiert mich, wie die Sachsen heute in Deutschland leben. Gibt es noch Unterschiede zu den „Biodeutschen“, wenn ja, wo verlaufen sie? Ändert sich das in der ersten, zweiten oder dritten Generation? Das sind Fragen, denen ich gerne nachgehen würde.

Wo kann man deine Bilder kaufen?

Wer Interesse an den Bildern oder dem Katalog hat, kann sich gerne persönlich bei mir melden (mail@kilian-m.de)

Zum Abschluss: Wie hast du Reichesdorf in Erinnerung?

Als wunderschönes Dorf mit einem der charismatischsten Kuratoren Siebenbürgens.

Herzlichen Dank!

Susi


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Mihaela Kloos mit Povesti sasesti

Als Tochter einer rumänischen Mutter und eines sächsischen Vaters wuchs Mihaela Kloos in Mühlbach auf. Sie lebt mittlerweile in München und hat es sich zur Aufgabe gemacht, von und über die Sachsen Geschichten zu erzählen - in rumänischer Sprache. Ich wüsste nicht, dass es etwas in dieser Form schon gibt. Mihaela besucht oft Siebenbürger Sachsen, wo sie alles über die einstige Lebensweise der Sachsen sammelt, mit allen Bräuchen, Sitten, lustigen und traurigen Familiengeschichten. Aber auch diejenige, die nach unserem Wegzug unsere Dörfer neu beleben, bezieht sie in ihre ¨Povesti sasesti¨ ein. Aus ihren Werken kann man die Liebe und den Respekt für Siebenbürgen und seine ehemalige und aktuelle Kultur und Bevölkerung heraus lesen.

Ich habe mich gefreut und bin dankbar, dass Mihaela mir für den Reichesdorfer Boten auch ein paar Fragen beantwortet hat.

Liebe Mihaela, wie kamst du auf den Gedanken, für rumänische Leser über die Sachsen zu schreiben?

Ich bin in Siebenbürgen, in einer Mischfamilie aufgewachsen, deshalb kenne ich die sächsische Kultur, die Bräuche, die Mentalität der Sachsen sehr gut, aber auch die der Rumänen. Ich war immer zwischen den beiden. Obwohl die ganze Familie meines Vaters nach Deutschland ausgewandert und mein Vater allein in Rumänien geblieben ist, hat er sich stets darum gekümmert, mir das geistige Erbe zu vermitteln. So habe ich als Kind schon gewusst, dass wir Menschen nicht alle gleich sind, dass jeder seine eigene Identität hat, und auch eine Identität als Gemeinschaft. Ich habe das immer respektiert, sehr geschätzt und fand es toll, wenn man anders ist. Ich sah aber ganz klar, dass nicht alle so denken. Ich musste immer davon erzählen und erklären, warum meine Name fremd klingt, warum wir Ostern zweimal feiern, warum ich an Weihnachten in zwei Kirchen, orthodoxe und evangelische, gehe usw. Für die Familie meines Vaters ist meine Mutter immer die Rumänin und für die Familie meiner Mutter ist mein Vater der Sachse geblieben. Und das war meinstens nicht gut gemeint.

Das Gefühl, dass etwas zu Ende geht, war immer gegenwärtig bei mir: mein Vater ist als letzter Sachse seiner Familie in der Heimat geblieben; in Mühlbach, wie überall in Siebenbürgen, wohnen nur noch sehr wenige Sachsen, diese Welt geht leider langsam zu Ende. Man vernimmt das Lied des Schwanes, genau deshalb wollte ich Aufmerksamkeit erregen und eine neue, frische unvoreingenommene Stimme bringen. Die Sachsen haben viel über sich selbst in deutscher Sprache geschrieben, es gibt aber kaum Bücher in rumänischer Sprache über sie. Der Kommunismus stellte Unterschiede zwischen den Menschen in den Schatten und so waren sich Sachsen und Rumänen nur als Nachbarn bekannt. Außerhalb Siebenbürgens, bei der restlichen Bevölkerung Rumäniens, weiß man überhaupt sehr wenig über das sächsische Volk. Ich dachte mir, das könnte ich bisschen ändern.

Dass ich jetzt in Deutschland wohne, aber sehr oft nach Siebenbürgen zurückkehre, ist von Vorteil, da ich die Gemeinschaft aus beiden Perspektiven kenne. Ich will eine Brücke bauen, um die Ausgewanderten und die Gebliebenen, die Alten und die Jungen, die Sachsen und die Rumänen zusammen zu bringen, um eine neue Gemeinschaft zu prägen. Meiner Meinung nach ist das die einzige Hoffnung, das alte, wertvolle Erbe der Sachsen weiter zu geben. Sonst stirbt alles, was wir vergessen wollen oder einfach ignorieren. Ich habe nichts zu bereuen, keinem etwas vorzuwerfen, ich habe keinerlei Groll oder Vorurteile. Ich lege Wert darauf, immer ausgeglichen, klar, freundlich und voller Mitgefühl zu schreiben. Und vielleicht wird mein Blog genau deshalb von Rumänen und Sachsen gleichermaßen geschätzt. Ich wünsche mir, dass wir alle durch meine Texte lernen, uns gegenseitig zu akzeptieren und zu respektieren für das, was wir sind, indem wir Wert auf unsere besten Qualitäten legen. Ich werde niemals zwischen Sachsen und Rumänen wählen können, denn ich bin beides, wenn wir es ethnisch betrachten wollen. Ich kann nicht zwischen meiner Mutter und meinem Vater wählen.

Ich muss sagen, dass ich sehr gern schreibe, es ist für mich mehr als ein Vollzeitjob, eine Leidenschaft. Auch für mich ist mein Blog wie ein Hauch frischer Luft. Das Schreiben gibt mir die Möglichkeit in zwei Welten auf einmal zu sein und unendliche Zeitreisen zu machen.

Wie ist denn die Resonanz? Sind die Rumänen an ¨ unseren¨ Geschichten, unserer Geschichte interessiert?

Natürlich haben sie Interesse daran. Sogar überraschend viel, was die Zahl der Leser aussagt. Für einige ist die Gesichte der Sachsen vollkommen unbekannt, andere finden hier einen Teil der verlorener Heimat, ein Stück liebevolle Vergangenheit, weil sie hier die Chance haben, ihre ehemaligen Nachbarn wieder zu treffen. Die meisten meiner Leser sind aus Rumänien und Deutschland, entweder Rumänen oder Sachsen. Viele Sachsen finden neue Perspektiven für sich selbst in der Beziehung zum multikulturellen Raum Siebenbürgens. Für die, die noch in Siebenbürgen geblieben sind, schreibe ich über die Sachsen in Deutschland, für die in Deutschland Lebenden, über Orte und Menschen in Siebenbürgen. Es ist immer eine Geschichte, ein Dialog zwischen zwei Welten und zwei Zeiten.

Ich freue mich, dass mein Blog zu einer Art Gemeinschaft gewachsen ist, wo jedermann willkommen ist und sich gemütlich fühlt. Mein Blog ist an ein breites Publikum adressiert, an jeden, der die Menschen und die Geschichten Siebenbürgens liebt, egal wie alt, oder von welcher Herkunft. Ich schreibe nicht nur für Rumänen oder nur für Sachsen, mein Blog ist ein Platz, wo Unterschiede nicht spalten, sondern verstanden und als Vermögen geschätzt werden, dass sie uns zu dem machen, was wir sind.

Während und nach dem 2. Weltkrieg ist viel passiert, die Sachsen haben viel Leid erfahren, auch durch rumänische Mitbürger. Du hast sehr bewegend über die Deportation nach Russland und deren Folgen geschrieben. Wie haben deine Leser darauf reagiert?

Die Deportation nach Russland ist nicht nur eine entfernte Geschichte, es ist leider eine traurige Folge in der Familie meines Vaters, eine Lebensgeschichte. Die drei älteren Brüdern meines Vaters sind mit 19, 18 und 17 Jahren während der Zwangsarbeit in Russland gestorben. Eine Tante ist auch dort gestorben und ihre kleine Tochter, die damals nur 8 Jahre alt war, ist dann in der Familie meines Vaters aufgewachsen, wie ein eigenes Kind. Es sind Traumata, mit denen man irgendwie zu leben lernt, aber nie vergessen kann. Man fragt sich immer wieder, warum musste so etwas passieren. Und obwohl die Zeit vergeht, die Narben bleiben immer schmerzhaft.

Die meisten Lesern waren tief gerührt, voller Empathie und Mitgefühl für das Leiden, einige wussten etwas über die Deportation, für andere war diese dunkle Seite der Geschichte komplett unbekannt. Wir sollen nicht vergessen, dass der Kommunismus irgendwie immer noch im Hintergrund liegt, sodass die dramatischen Folgen des Krieges in Rumänien oft tabuisiert werden. Deshalb es immer noch schwer, über eine Minderheit Siebenbürgens offen und direkt zu sprechen.

Du warst in Reichesdorf und hast über Hans Schaas, den Ur-Reichesdorfer und jetzt auch über Christian Rummel, den Neu-Reichesdorfer berichtet. Gibt es noch mehr Reichesdorfer, die den Weg in die ¨Povesti sasesti¨ finden?

In Reichesdorf kann man von Tür zu Tür anklopfen und faszinierende Geschichten entdecken. Es ist zu einem kleinen Babylon gewachsen, immer so bunt, aber ruhig und authentisch geblieben, eine einzigartige Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart. Ich liebe das Dorf und finde es einfach unglaublich, wie es sich in letzter Zeit verändert und neu erfunden hat. Herr Schaas hat mir einmal gesagt, dass er in den 90ern nie geglaubt hätte, dass sein verlassenes Dorf je wieder lebendig und schön würde.

Zuerst habe ich über Herrn Schaas mehrere Berichte geschrieben, dann machte ich gegenüber weiter, bei Paul Hemmerth, und vor kurzem habe ich über Christian Rummel geschrieben. Ja, ich habe den Eindruck, dass man in Reichesdorf immer etwas Neues finden kann und bin sehr gern dort. Jedes Haus hat seine verborgene Geschichte, hinter jedem Menschen, der diskret, unbekannt und einfach lebt, steckt der Held einer faszinierenden Geschichte.

Rummel, den Neu-Reichesdorfer berichtet. Gibt es noch mehr Reichesdorfer, die den Weg in die ¨Povesti sasesti¨ finden?

In Reichesdorf kann man von Tür zu Tür anklopfen und faszinierende Geschichten entdecken. Es ist zu einem kleinen Babylon gewachsen, immer so bunt, aber ruhig und authentisch geblieben, eine einzigartige Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart. Ich liebe das Dorf und finde es einfach unglaublich, wie es sich in letzter Zeit verändert und neu erfunden hat. Herr Schaas hat mir einmal gesagt, dass er in den 90ern nie geglaubt hätte, dass sein verlassenes Dorf je wieder lebendig und schön würde.

Zuerst habe ich über Herrn Schaas mehrere Berichte geschrieben, dann machte ich gegenüber weiter, bei Paul Hemmerth, und vor kurzem habe ich über Christian Rummel geschrieben. Ja, ich habe den Eindruck, dass man in Reichesdorf immer etwas Neues finden kann und bin sehr gern dort. Jedes Haus hat seine verborgene Geschichte, hinter jedem Menschen, der diskret, unbekannt und einfach lebt, steckt der Held einer faszinierenden Geschichte.

Susi


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Auch ein Reichesdorfer Treffen!

Am 7. März dieses Jahres trafen sich siebenbürgische Jungendtanzgruppen in Lauffen in der Stadthalle zu einer gemeinsamen Probe für den anstehenden Heimattag. Im Anschluss sollte dann ein großer Ball stattfinden.

Edith, Emma und ich, wir nennen uns die Golden Girls, da wir als Trio immer gut drauf sind, beschlossen dort hin zu gehen. Natürlich durften unsere Männer auch mit!

Ich traf, wie meistens, als letzte ein. Was sich mir aber bei Betreten der Halle bot, verschlug mir fast die Sprache! An zwei langen Tafeln saßen, in Gespräche vertieft, lauter Reichesdorfer! Viele von ihnen hatte ich schon länger nicht gesehen - entsprechend fiel auch die Begrüßung aus! Es wurde umarmt und gedrückt, dass einem ganz warm ums Herz wurde! Auch auf der Tanzfläche setzte sich die frohe Laune fort, wir drehten uns, als wären seit unserer Jugend nur Tage, und nicht Jahrzehnte vergangen! Überwältigt davon, dass wir so viele beieinander waren an diesem spontanen Reichesdorfer Treffen, schlug ich vor, ein gemeinsames Foto für unseren Boten zu machen. Als wir uns pünktlich am vereinbarten Platz einfanden, erregten wir mit unserer starken Truppe sogar Aufsehen! Wir bräuchten auch mehrere Ausgaben des Boten, würden wir alle geschossenen Bilder zeigen wollen! Die meisten der anwesenden Reichesdorfer waren übrigens Kirchtaler!

Ich würde mich freuen, euch alle am Reichesdorfer Treffen in Friedrichroda, oder sogar mal in Reichesdorf zu sehen!

Susi


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Die vier Jahreszeiten

Wenn der Frühling durch die Felder zieht
und der Schlehdorn in der Hecke blüht,
wenn am Abend, laue Lüfte wehen,
erwacht die Natur, in Wald und Flur.
Wenn die Vöglein zwitschern in den Bäumen,
soll man spazieren gehen, nicht versäumen.
Die Frühlingszeit beginnt.
Der Bauer und die Bäuerin dürfen nicht ruhen,
sie haben im Feld und im Garten zu tun.
Sonne und Regen soll es dann geben,
damit die Früchte gedeihen im Sonnenschein.

Die Zeit vergeht, bis man sich umdreht.
Schon reift das Korn und glänzt wie Gold,
da kommt der Bauer, mit der Kombein angerollt.
Schönes Wetter braucht die Erntezeit,
oh wie gut ,dass es gedeiht.
  In der Mühle wird das Korn gemahlen,
der Bäcker macht gutes Brot und wir leiden keine Not,
denn alle brauchen wir das tägliche Brot.

Die Äpfel, die Birnen, die Zwetschgen im Garten können auf die Ernte warten.
Wenn im Sonnenschein die Traube reift,
und der Winzer durch die Reben streift,
dann ist der Herbst schon angesagt.
Im Wald der Förster nach Reh und Hasen jagt,
am Abend, kommt der Braten auf den Tisch,
dazu der Rebensaft ganz frisch.
Doch aufgepasst, dann nicht zu viel,
sonst kommt man an ein schlechtes Ziel.

Wie gut dass man in der warmen Stube sitzt,
wenn draußen weht schon der kalte Wind,
dann kommt der Winter ganz bestimmt,
und nach kurzer Tageszeit,
da werden die Dächer weiß und es schneit.
Die jungen Leute fahren in die Berge,
mit Skier geht es runter, ganz schnell und munter.
Der Sport ist ganz groß geschrieben,
sogar manchmal übertrieben.
So gehen wir dahin und wandern,
ein Jahr nach dem andern.

Auf Wiedersehen Regina Pinnes geb. Moodt


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Liebe Landsleute,  

Än desem Land es en Gemin, si inich wä e Guerten,
en hescher hunn ich net gesähn af allen menje Fuerten.
Mit diesen Versen von Ernst Thullner möchten wir Euch, Reichesdorfer und deren Freunde, bei unserem   Heimattreffen am 29. -31. Mai 2015 in Friedrichroda begrüßen.
Motto des Treffens: „Brücken bauen“
Da für die Unterkunft im Berghotel gesorgt ist, uns das leibliche Wohl garantiert wird, müssen wir nur noch Spaß und gute Laune mitbringen.
Das Berghotel liegt im wunderschönen Thüringer Wald in Friedrichroda, für diejenigen, die die letzten zwei Treffen versäumt haben.
Wie sagte der berühmte Schauspieler Heinz Rühmann: „Menschen, die zueinander gehören, finden auf wundersame Weise immer wieder zusammen."
Erstaunlich ist, wie schnell wir die Vertrautheit und das Gefühl der Zugehörigkeit bei diesen Treffen wiederfinden! Kaum hat man die ersten Freunde und Bekannten begrüßt, ist schon ein Gefühl da, als wären wir eben aus Reichesdorf ausgezogen. Es wird erzählt, gelacht, die gute alte Zeit wird wieder lebendig, die Erinnerungen werden wieder wach. Längst Vergessenes wird zur Gegenwart.
Sollte in Euerm Bekanntenkreis die Einladung, aus welchem Grund auch immer, nicht angekommen sein, bitten wir Euch, diese weiterzugeben!
Wir freuen uns auf eine rege und zahlreiche Teilnahme, sowie ein schönes Beisammensein unter vielen Freunden und Bekannten, ein fröhliches und harmonisches Wiedersehen und verbleiben bis dahin mit allen guten Wünschen und herzlichen Grüßen!

(Nachdem das letzte Treffen ein so schönes Fest war und alle Teilnehmer glücklich und zufrieden waren, werden wir an der Organisation und dem Ablauf keine wesentlichen Veränderungen vornehmen.)

 


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Aufruf zum Mitmachen!

Wer im Besitz von alten Fotos aus Reichesdorf bzw. von Reichesdorfern ist und nicht recht weiß, wohin damit, wird gebeten, mir diese zukommen zu lassen! Ich möchte sie archivieren und so vor dem Verlust bewahren! Wer danach seine Bilder wieder haben möchte, kein Problem - die werden dann elektronisch gespeichert!

Euer Mecki


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Einladung zur Mitgliederversammlung der HOG Reichesdorf
am 30.05.2015, 17.30 Uhr, in Friedrichroda, Berghotel

Tagesordnungspunkte:
1. Feststellung der Beschlussfähigkeit
2. Rechenschaftsberichte des Vorsitzenden, des Schriftführers, des Kassiers und des erweiterten     Vorstandes
3. Entlastung des Vorstands
4. Wahl des Vorstands
    a) Bestellung eines Wahlleiters und eines Protokollführers
    b) Vorschläge, Meldungen und Wahl
         1. Vorsitzender
         2. Vorsitzender
         Kassier
         Schriftführer
         Beiräte bzw. Erweiterter Vorstand
5. Anträge, Wünsche, Anregungen - bitte bis 1 Woche vor der Mitgliederver sammlung schriftlich beim Vorsitzenden Werner Meyndt einreichen!
6. Schlusswort des Vorsitzenden

 


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Programm 14. Reichesdorfer Heimattreffen im Berghotel Friedrichroda,
29.05. - 31.05. 2015
¨Brücken bauen¨


Freitag:
Gemütliches Beisammensein
Aktuelle Ankündigungen zum Verlauf des Treffens

Samstag
10.00 Chorprobe
12.00 Mittagessen, je nach Buchung
13.30 Fahrgemeinschaften zur Evan- gelischen Kirche im Ort
14.00 Gottesdienst mit Pfarrer Harald Schneider, an der Orgel Hans Hügel,
anschließend Rückkehr ins Berghotel
16.00 Kaffee und Kuchen - es wird eine Kuchentheke eingerichtet, bitte gebt eure mitgebrachten Kuchen hier ab!
17.00 Begrüßung und Ansprache unserers Vorsitzenden Werner Meyndt
Brücken bauen¨ - Vortrag mit Bilderprä sentation zum Thema Erhalt der Kultur güter in Siebenbürgen
17.30 Mitgliederversammlung (siehe Einladung)
18.30 Abendessen
20.00 Tanz und Unterhaltung mit Hansi Müller

Sonntag
Auf Wiedersehen!
 

 


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Anzeigeschluss 30. April und 31. Oktober

 


1. Vorsitzender: Werner Meyndt   82515 Wolfratshausen  Tel 08171/368983 
 Kassier: Ernst Kloos 51674 Wiehl Tel 02262/717708
Schriftführer:  Susanna Riemesch  74226 Nordheim   Tel 07133/964816
Herausgeber des Boten:  Heinrich Maiterth 33332 Gütersloh Tel 05241/40407   
Internet Hans-Christian Hienz  91550 Dinkelsbühl webmaster@reichesdorf.de
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Vorstandsmitglieder der Reichesdorfer HOG
Ernst Kloos, Gustav Hügel, Hans-Christian Hienz, Harald Hügel, Heinrich Hienz, Heinrich Maiterth (Neuenstein), Heinrich Maiterth (Gütersloh), Heinrich Waffenschmidt, Hermann Hügel, Martin Alzner, Susi Riemesch, Werner Meyndt

Spenden an Reichesdofer HOG Volksbank Oberberg eG:
Inland:     Konto Nr. 7416783017 / BLZ 38462135 (Verwendungszweck "SPENDE" angeben
Ausland: Konto Nr. BIC:  GENODED1WIL  / IBAN: 
DE44384621357416783017


         

 

























         

 

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